Samstag, 1. August 2020

August





Cleo auf den Spuren der Gründerzeit
hier gerade auf der Wiegandbrücke im Bürgerpark von 1905.







Heute issis ziemlich warm, und schwül und übertrieben. Längere Gänge müssen mit Schwimmeinlagen erträglich gemacht werden. Dann macht´s  Spaß!




Cleo im Wetlook erwartet den nächsten Wasserapport.





Und gestern hat unsere Mailfreundin Aika mal wieder von sich hören lassen, große Freude. Sie ist im Frankenland "stationiert",
 saust da durch die Weinberge ...



Aika

                                                                                                                                                         

Schlittenhunde wie Huskys haben immer mindestens eine Pfote am Boden, egal wie schnell sie laufen. Macht Sinn, denn so ein Schlitten will ja gezogen werden. 
Entlebucher sind oft ohne Bodenkontakt unterwegs (wie Aika auf dem Foto). 
Fly like an Igel, hahaha, lasst wieder mal von euch hören, Antje.






Heutmorgen mit Cleo zur osteopathischen Heilbehandlung 
inkl. chiropraktischer und kraniosakraler Techniken gewesen. War für alle Beteiligten, also auch für uns, wieder wunderbar entspannend. Für Cleo issis natürlich viel mehr als Wellness, klar. Ich denke, daß es kaum Hunde oder Menschen ab einem mittleren Alter gibt, deren Bewegungsapparat dauerhaft total im Gleichgewicht ist. Und da ist so eine nette Neuausrichtung alle drei Monate keine schlechte Sache, für den Hund sowieso, man gönnt sich ja sonst nix.








Um uns das Eis im Café Lindenlaub (jeder vier Kugeln inner Waffel) auch zu verdienen, 
ham wir einen feinen Gang bei Fischerhude gemacht. 




Blick auf das Rilke Haus.
"Herr, gib mir noch eine kurze Weile Zeit - ich will die Dinge so wie keiner lieben".




Cleo ignoriert den Wümme-Nordarm, auch gut ...




Tja, jetzt muss man flexibel sein, Cleo auch ...

(Quelle: butenunbinne.de)







Man liegt also rum, einfach so rum, mit größtmöglicher Auflagefläche, alles ist kühler als die Luft.


Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. So beschreibt Milan Kundera die Beziehung zwischen Menschen und Tieren als idyllisch. Weil die Tiere nicht vertrieben wurden. Nicht vertrieben wurden aus dem Paradies. Unbekümmert bleiben sie dort, keine Trennung von Leib und Seele. Und durch unsere Liebe und Freundschaft zu ihnen können wir uns wieder mit dem Paradies verbinden. Wenn auch nur mit einem ziemlich dünnen Faden.

Aber davon wissen sie nichts, die Karrieristen dieser Welt. In meiner Jugend kursierte der Slogan: Ich bin nichts, ich kann nichts, man gebe mir eine Uniform. Wer kennt sie nicht, diese hölzernen Langweiler beiderlei Geschlechts, die sich hinter ihrer Position verstecken, die ganz und gar Position sind. Erbärmliche Lachnummern, die Wehen ihrer Mütter nicht wert, würde Horst Janssen gesagt haben. Aber so weit will ich nicht gehn ...

Wie kommt der jetzt auf so böswillige Gedanken, wird sich Frauli nachher fragen, bei dem schönen Wetter? Aber das weißte doch, mein "Anker", weil´s Spaß macht.





Wassergekühlter Vierzylinder, aufgeladen, ohne Klimaautomatik, kein Reserverad.




Samstag, 14.30 Uhr, Temperatur in Bremen: 33 Grad im Schatten (die übliche Messung).
War eben mit Cleo kurz vor die Tür, gepinkelt und sofort wieder rein. Wenn das jetzt die Sommertemperaturen der Zukunft sind, und es spricht alles dafür, dann abonieren wir sämtliche Streaming Dienste und lagern viele Kisten Bio Zisch Rhabarber ein. Uns schafft die Sonne nicht, niemals!!!




Synchronschwimmen inner Hamme









Wir haben eine neue Freundin:
Jolie vom Château de Chapell

(Danke für das Foto, Christiane und Volker)





Natürlich issis Geschmackssache, wie alles im Leben, logo. Aber diese Entlebucher seh´n einfach toll aus, da kannscht sajen wat de willscht. Und natürlich finden wir alle Hunde wunderbar, da gibt´s keinen Rassismus, sonst auch nicht.

Man wird des Öfteren von Leuten angesprochen, was das denn für ein wunderschöner Hund wäre. Oder von den Fortgeschrittenen: Ist das ein Entelbucher? (Entenberger kam auch schon vor, hahaha).








Ich träumte von weißen Pferden,
wilden weißen Pferden an einem Strand.
Ich lag mitten zwischen den Sternen,
sah das Gesicht einer Wahrsagerin ...







Morgendlicher Blick in n-tv:

Schüsse vor Weißem Haus,
Der nächste Treppenwitz der SPD,
Conchita Wurst zeigt sexy Damen-Dessous


Ich hab das Gefühl, Gott sitzt am Steuer eines UFO´s und ist mit der Technik überfordert. 
Wir geh´n jetzt erstmal an Unisee, Cleo will schwimmen!




So, nu is soweit: Die Hitze geht einem auf die Nerven, Cleo auch. Trotzdem ist das Leben schön. Heute früh gleich in weiser Voraussicht an die Hamme. Geschwommen bis der Arzt ... natürlich nicht, der muss ja nicht kommen, deshalb schwimmen wir ja!

Vorhin den neuen Anti-Insekten-Vorhang angebracht. Sieht nett aus, und Cleo hat keine Berührungsängste.









Da Cleo´s Blog in erster Linie ein Tagebuch für uns ist (wir kucken immer mal nach, was wann so abgelaufen ist), darf auch der Hinweis auf Blaualgen im lauwarmen Unisee nicht fehlen.




An Stellen mit grünlichen Schlieren im Wasser wird natürlich nicht geschwommen, bei einem Badeverbot sowieso nicht, klar. Und beim leisesten Anzeichen von Durchfall wäre auch Sense. Allerdings haben wir in all den Jahren noch keine gesundheitlichen Probleme gehabt.


In zweiter Linie macht das Schreiben natürlich Spaß, man tobt sich in den Grenzen seiner Möglichkeiten kreativ etwas aus. Dann gibt´s noch ein paar Leute in der Welt, die unser Leben mit Cleo büschen interessiert - das durchflutet das Selbstwertgefühl, hahaha. Und es gibt sogar Menschen, die profitieren von unseren Fehlern ... 





Gestern früh nach dem Schwimmen noch durch die Uniwildnis geschlurft. Da ist Schatten und interessant für Hundenasen issis sowieso. Dann hebt Cleo den Kopf, kuckt, genau: Zwei Frauen, zwei Hunde. Ein Rauhhaardackelchen und ein imposanter Ridgeback, Hündin, noch jung und verspielt, aber schon 30 kg schwer. 
Die Frauen stehend ins Gespräch vertieft. Als die Ridgebackhündin uns gewahr wird, brettert sie los. Die würde nichts tun, nur immer sehr ungestüm sein, ruft mir die Besitzerin mit einem Becher Kaffee in der Rechten zu. Aha. Oh ja, sehr ungestüm, Cleo bleibt ruhig, wir haben die Absicht uns der Situation gelassen zu entziehen. 
Die Hündin versucht den Dackel und Cleo abwechselnd unterzupflügen. Cleo immer noch unbeeindruckt, der Dackel nicht, der verzieht sich zwischen die Beine seines Frauchens, das sich offensichtlich um den Hund sorgt, aber am Platz bleibt. Das Coffee-to-go-Frauchen ruft so unaufrichtig wie erfolglos: Nicht so wild, Frida, nicht so wild ... 
Ich stelle mich zwischen Ridgeback und Cleo, dränge die Wilde etwas ab, Cleo geht weiter, gut. Dann höre ich noch den Aufschrei der Dackelfrau: Oh, jetzt hat sie ihr auf den Kopf getreten. Die andere sagt stereotyp: Nicht so wild, Frida.

Ich bin kurz vor einem kleineren Amoklauf, weiß aber mittlerweile, dass gegen die Dummheit selbst Götter vergebens kämpfen. Kannst nix machen. Vorhang.

Ein großer, unkontrollierbarer Hund, einen Becher Kaffee mit auf dem Gassigang, rücksichtslos dämlich. Wenn nun noch arschgeweihtätowiert und stolz darauf, einen Polizisten im Bekanntenkreis zu haben, dann hat diese Hundebesitzerin alle Accessoires der modernen Frau. Und wenn mir Bärbel, eine Feministin der ersten Stunde, bei solchen Dingen nicht zunicken würde, dann hätte ich mich vielleicht gar nicht getraut, das hier geschrieben zu haben - vielleicht, BRÜLL !



Hi, Rita, ich hab gerade einen Blick auf eure HP geworfen, sehr schön!



Ist das nicht die Freiheitsstatue? Liberty Island?
Nein, das ist doch die Eifel. Aber ein Denkmal ist Bonnie allemal ...

                

Mal wieder mit einem Auge in Tiere suchen ein Zuhause reingekuckt, Frauli kuckt das oft. Mich machen Tierleidsendungen meistens ziemlich unglücklich, krieg da einfach keine Distanz hin. Obwohl ich mich nicht für ein weltentrücktes, labiles Weich-Ei halte und auch im Umgang mit den eigenen Hunden nicht übermäßig versoftet bin, macht mich Tierleid schnell instabil, is mal so.

Plakativ formuliert ist für mich die einzig respektwürdige menschliche Leistung die Leistung des trockenen Alkoholikers (Bundeskanzler – was ist das schon?). Ausnahme sind die Menschen im Tierschutz. Denen fühle ich mich unbekannterweise zugehörig, die haben meinen vollen Respekt.

Wie im Beitrag über ein Tierheim in Ungarn, dessen Leiterin eine junge Frau ist, die 25jährige Lilla, in Zusammenarbeit mit Notpfote Animal Rescue. So sehr mir einige der zertifizierten Trainerinnen hier im Land auf den Zeiger gehen, so riesengroß ist meine Sympathie für Frauen wie Lilla. 

Ich hab auf dem Job eine Frau, die in ihren Möglichkeiten Tierschutzhunde aufnimmt und auch weitervermittelt. Dafür mag ich sie. Auch den ehrenamtlichen Hundeausführerinnen aus dem Tierheim, denen wir fast täglich begegnen, bin ich sympathetisch  verbunden. Man ist eben ein Mensch in seinem Widerspruch ...






      Die Bundesregierung erlegt Hundehaltern und Züchtern strengere Regeln auf. 

Einem Hund ist mindestens zweimal täglich für insgesamt mindestens eine Stunde Auslauf im Freien außerhalb eines Zwingers zu gewähren. Hunde dürfen künftig auch nicht mehr den ganzen Tag alleine gelassen werden. Eine Betreuungsperson soll sich der neuen Verordnung zufolge mehrmals täglich um das Tier kümmern müssen. Den Tieren soll ein ausreichendes Maß an Bewegung und Kontakt mit Umweltreizen ermöglicht werden. Hunde an einer Kette oder Leine zu halten, wird grundsätzlich verboten.

(Quelle: ntv.de)



Was lange währt wird endlich gut? Na, schaun mer mal.





Ja, wo isse denn?




Ach, wissen Sie, die Wirklichkeit wird oft überschätzt. Wie oft hat sich die Wirklichkeit schon geirrt? Denken Sie nur an Heidi Klum ...

(Karl Lagerfeld)







Wochenendeinkauf gemacht, Woll-Laden in Fischerhude durchstöbert, Eis im Lindenlaub Café gegessen und zwei Stunden durch´s Hamme-Land mit Schwimmeinlage am Breiten Wasser.
Jetzt geht der Pizzateig für nachher und Cleo träumt vom nächsten Urlaub in der Eifel ...





Le souffle de la mer - der Atem des Meeres.
Schön wär´s. Am Weserdeich hinterm Werderland gab´s heute immerhin eine kühle Brise.





Man darf das nicht ernst nehmen.
Über unseren Köpfen kreisen Welten!





Sturmtief "Kirsten" ist da und wütet. Kühl issis mit richtig Regen und eben viel Wind, toll!




So seh´n Vegetarier aus! Aber grillt nur schön, Burschis ...





Sonntag, der Tag danach, 40 Tausend Irrlichter in Berlin. 
Lukas 23: Vater, vergib ihnen, sie wissen nicht, was sie tun ... 




Lange durch´s Werderland gewackelt, schönstes Wetter, ausruhen am Weserdeich. 
Dann die Drei-Käse-Pizza mit paar Oliven, ungeheuer lecker!





In ihren Erinnerungen als Sekretärin berühmter Männer schreibt Heide Sommer unter anderem über ihre Zeit mit dem Schriftsteller Carl Zuckmayer Mitte der sechziger Jahre. Die Zuckmayers mit Entlebucher Sennenhund Axel lebten in ihrem Haus in Saas-Fee im Schweizer Kanton Wallis. Auf 1800 Meter über dem Meer lag dort oft Schnee. 
Sie beschreibt einen winterlichen Spaziergang von "Zuck" mit Axel. Vor lauter Übermut und Lebensfreude tauchte Axel erstmal mit einem Kopfsprung in der geschlossenen Schneedecke ab. Und tauchte nicht wieder auf. Fünf Minuten, zehn Minuten, eine Viertelstunde. Herrchen schien das nicht zu beunruhigen, der kannte das. Zweihundert Meter weiter am Ende des Schneefeldes tauchte Axel dann fröhlich bellend wieder auf, wie die Gorbatschow-Wodkaflasche in der Werbung durch die Eisdecke stößt. Er hatte unter der Schneedecke wohl nach Mäusen gejagt und einen Heidenspaß gehabt.












Mittwoch, 1. Juli 2020

Juli





Keine Beleidigung würde mich so treffen,
wie ein misstrauischer Blick von einem meiner Hunde.

(James Gardner)





Wir sind wurmfrei, logo!
(Zum Vergrößern anklicken)







Naja, so´n büschen verträumt isse schon drauf, Hormone eben ...






So, die Läufigkeit hat wohl ihren oberen Totpunkt erreicht. Gestern in der Uniwildnis sah´s sehr nach Stehtag aus, da bahnten sich Verlobungen an. Wir können uns aber relativ unproblematisch den Situationen entziehen.

Da hab ich Marlies getroffen, nette Frau, wir begegnen uns seit hundert Jahren sporadisch und plauschen büschen über unsere Hunde. Sie hat immer ein kleines Rudel, momentan eine mittelgroße Mischlingshündin, zwei alte Möpse und ein junges Chiwawa-Mäuschen. Einer der Möpse geht ziemlich holperig, ist schon alt, der Tierarzt hat kaputte Kreuzbänder und zwei Bandscheibenvorfälle diagnostiziert. Dafür scheint der Mops überraschend schmerzfrei zu sein, könnte man meinen. Ich hatte Marlies vor einiger Zeit mal den Besuch bei einer Osteopathin ans Herz gelegt, weil dem Tierarzt nix einfällt, man kennt das ja ... Nun war sie bei einer und ist ganz angetan über die einfühlsame Zuwendung, die der Mops sichtlich genießt, freut mich.

Ich bin beim eigenen Hund bei gesundheitlichen Abweichungen meiner Idealnorm ja ziemlich empfindlich. Ob nun irgendwelche Nachbarn oder Arbeitskollegen vom Dach falllen, berührt mich wenig, eine Art innerer Vertrumpung. Aber wehe wenn mein Hund lahmt oder hustet, das geht mir ans Eingemachte, ziemlich. 







Traumhafte Landschaft, oder?





Sonntag, wieder schönes Sommerwetter, drei Stunden am Wümme-Südarm langgewandert. 
Anschließend im Lindenlaub Café Eis gegessen, saulecker.






James Joyce schrieb neunzehnhundertknipp seinen Roman „Ulysses“. Auf über 1000 Seiten wird nur ein Tag, der 16. Juni 1904, im Leben des Leopold Bloom aus Dublin beschrieben. Joyce schildert dabei nicht nur die äußeren Geschehnisse, sondern auch die Gedanken seiner Protagonisten mit allen ihren Assoziationen, Erinnerungsfetzen und Vorstellungen. Das Büchlein ist hochkompliziert aufgebaut und ich bin natürlich zu doof, um mit dem Lesen überhaupt erst anzufangen. Aber das macht mir nix.





Heute sind wir mal wieder nach Bremerhaven gefahren, ham Matjesbrötchen auf die Hand und wundervollste, geräucherte Forellenfilets gekauft. Auf der Heimfahrt die Abfahrt Hagen genommen und zwei Stunden durch das Hagener Moor gewackelt. Einsam war´s und romantisch und sehr interessant. Cleo stolperte gleich nach der ersten Wegbiege über ein Reh und tat genau das, was ein gesunder Hund in einer solchen Situation eben tut. Sie kam aber nach dem kurzen Ausflug schnell zurück und an die gut in der Hand liegende, dünne Lederschleppleine. Das war für alle ok so. Ein wirklich gelungener Vormittag und das Dinner for Two am Mittag die Krönung.




Kommt da nicht Hannes Kröger, aus Hamburg ...






Frauli versucht, einen grünen Laufkäfer zu fotografieren,
 und Cleo läßt vorsichtshalber die Rute hängen ...









Wieder durch die Hamme-Niederungen geschlendert. Gute drei Stunden raus aus der Zivilisation, traumhaft! 





Am Auto wird gesäufelt. Wenn die Gräben voller Entengrütze sind und die Gefahr besteht,
dass sie einen Frosch mit wegschlürft, ist das die bessere Lösung.



Morning Rita. Wir lesen momentan "Ein Junge, sein Hund und das Ende der Welt" von C.A. Fletcher.
Sind ganz begeistert von Inhalt und Erzählkunst. Wenn wir´s durchhaben, und das wird hoffentlich noch etwas dauern, 
dann kriegst Du´s, nech. Kannscht dich schon drauf freuen, hier ´ne Rezension zum Appetitanregen, klick.






Das morgendliche Schwimmtraining,
die Strecke macht sie locker sechsmal nacheinander.








Zerwerfe ich Scheiben,
er handelt mit Kitt.
Und geh ich verloren,
mein Finder geht mit.

(Aus "Mein Schutzengel", von Günter Grass)








 Baustelle am Weserwehr.



Der Blick in die leergepumpte Wehrkammer ist schon spooky ...




Feld der Träume. 
Cleo und ich ham lange im Gras gelegen und in den Himmel gekuckt. Man muss den Wolken trauen.






Nochmal ein Wort zu Cleo´s Läufigkeiten. Wie schon erwähnt, verlaufen sie vergleichsweise moderat, also ohne Appetitlosigkeit, ohne Nestbauaktivitäten, ohne Rumgejaule. Allerdings ist unser Hund weitestgehend naturbelassen, Individualist und Eigenbrötler, natürlich im Rahmen der freiheitlich demokratischen Grundordnung, versteht sich. Das heißt: Sie kann schon launenhaft sein, anstrengend, herausfordernd. Und so gibt´s während der Läufigkeitswochen regelmäßig Phasen einer Aufsässigkeit, die uns fordert. Die Kunst besteht nun darin, sich nicht herausfordern zu lassen, denn das ginge in Richtung einer Konfrontation. Wie die Erfahrung mit Cleo gezeigt hat, kein erfolgsversprechendes Unterfangen. 

Worum geht´s genau? Sie bellt. Sie bellt die Welt an, äusserlich grundlos, jetzt komm ich, was wollt ihr denn ... Der nächste Schritt: Sie bellt uns an. Das allerdings in einer recht offensiven Weise. Wäre es nicht der eigene Hund, wäre man irritiert. Ihr Adressat wechselt, mal issis Frauli, mal bin ich es. Überhaupt habe ich das Empfinden, dass sie in einer bestimmten Phase der hormonellen Unausgeglichenheit feministische Züge auf die Gleise stellt, sich mit Frauli solidarisiert und mich vom Sockel kippen möchte. 
Ich erinnere mich an einen Satz von Konstantin Wecker : Ich bin ein Mann, nur keine Angst, doch deshalb Herrscher? Danke, nein.

Und so suchen wir, suche ich, nach einem Weg, nach unserem Weg, um auch durch die etwas anstrengenden Zeiten mit dem kleinen dicken schwarzen Hund zu kommen. Natürlich finden wir diesen Weg. Aber er steht nicht in Büchern, kein allgemein zertifizierter sozusagen. Es ist ein Trampelpfad - wie im richtigen Leben.










Hunde riechen Veränderungen des Zellstoffwechsels

Hunde können durch ihre feine Nase erkennen, wenn sich der menschliche Zellstoffwechsel aufgrund einer Krankheit im Körper verändert. Diese Zellen geben dann gewissermaßen einen anderen "Geruchscocktail" als gesunde Zellen ab. "Hunde sind in der Geruchswahrnehmung einfach Tausend Mal besser als wir", sagt Holger Volk von der Hannoveraner Tierärztlichen Hochschule. "Statt fünf Millionen, wie wir Menschen, haben Hunde rund 250 Millionen Riechzellen. Wir visuellen Lebewesen können uns also gar nicht vorstellen, wie Hunde die Welt wahrnehmen."
Mit ihren Riechkünsten können Hunde lernen, Krankheiten bei Menschen zu erkennen. Bekannt ist, dass Hunde bestimmte Krebsarten riechen oder Diabetiker bei einer drohenden Unterzuckerung warnen können. Nach Angaben der Tierärztlichen Hochschule in Hannover sind sie auch in der Lage, bakterielle und virale Infektionen aufzuspüren - und damit, so lautet zumindest hier das vorläufige Forschungsfazit, auch Sars-CoV2.


Man kann also getrost damit aufhören zu versuchen, seinem Hund etwas vorzumachen. Wozu selbst talentierte Psychologen (und die sind äußerst selten) zig Sitzungen brauchen, weiß jeder Hund nach zwei Minuten ...





Heute früh für die kommende Woche Heidelbeeren gepflückt. Sechs Kilo köstliche kleine blaue Kugeln. Im Pudding, im Joghurt, im Frühstücksquark, manchmal im Kuchen.

(Sei nicht traurig, liebliche Rita, dafür habt ihr Stachelbeeren im Nutzgarten und auf die wären wir ziemlich scharf)







Sonntag, lange unter freiem Himmel gewesen, wenig Leute unterwegs, angenehmes Wetter, gleich gibt´s Lasagne!




Frauli ist auf der Suche. Nicht nach der verlorenen Zeit, nö, sie sucht den Wachtelkönig. Ein seltener Vogel, saust am Boden durch die Getreidefelder und nicht gemähten Wiesen, man sieht ihn nie. Aber man hört ihn, weil er seinem zweiten Namen "Grasrätscher" viel Ehre macht. 




Ich hab einen Arbeitskollegen, der mich in Aussehen, Bewegung und Stimme sehr an den Wachtelkönig erinnert,
 na immerhin etwas ...




Cleo und das Knabbern.

Hunde müssen kauen und knabbern, klar. Bei uns gibt´s nach jeder Mahlzeit und auch mal zwischendurch eine Pansenstange. Dass diese üblichen Rinderhautdinger aus den Abfällen der chinesischen Lederindustrie gemacht und ernsthaft giftig sind, hab ich schon mal geschrieben. Kommen bei uns nicht mehr zwischen die Zähne. 

Ich kauf also einen großen Beutel Trockenpansen aus umserem Barfshop und halbiere die Teile. Das ist wunderbar und Cleo besteht auch drauf.






 


Aber natürlich muss auch mal etwas richtig Hartes her, an dem sie längere Zeit die Kaumuskulatur stärken und die Zähne wetzen kann. Da krieg ich aus einem anderen Barfshop dolle Kopfhautplatten, luftgetrocknet, beinhart. An denen arbeitet sich unser Hund richtig ab, wenn sie in Laune ist, manchmal hatse keine Lust, auch gut.

Die mittlere Problematik besteht bei Cleo in ihrer Ungeduld, und damit sind alle Knochensachen und Ziemer nicht angebracht. Auch bei den Kopfhautplatten muss ich hinkucken wie weit sie ist. Denn wenn sich der Kauspaß dem Ende neigt und der Ehrgeiz nachläßt, dann wird das letzte Stück runtergeschluckt, egal wie groß es noch ist ... 

Diese vielleicht verbreitetet Hundeart gefällt mir nicht und das mit Grund. Denn meistens werden die Reststücke nachts gegen drei oder am Morgen danach rausgewürgt. Das hört sich nicht schön an, sieht auch nicht gut aus und macht mir einen hohen Blutdruck. 

Mit unserer jetzigen Knabberlösung bin ich d´accord, passe aber bei der Kopfhautplatte gut auf und nehme ihr das letzte Stück rechtzeitig weg, zum Zwecke der Entsorgung. Meistens klappt´s auch.






Vormittags durch den Syker Wald und über die anliegenden Felder flaniert. Sehr entspannend, ein Yoga-Kurs für Arme.




Als dann ihre Nasenflügel anfingen, Discofox zu tanzen, sagte mir eine innere Stimme: Nimm sie an den kurzen Faden, jetzt!


 


Und zehn Meter weiter war ich froh, auf die Stimme gehört zu haben ...







Der Schneider von Ulm
(Bertolt Brecht)


Bischof, ich kann fliegen,
sagte der Schneider zum Bischof,
paß auf wie ich`s mach.
Und er stieg mit so`nen Dingen,
die aussah´n wie Schwingen,
auf das große, große Kirchendach.

Der Bischof ging weiter,
das sind lauter Lügen,
der Mensch ist kein Vogel,
es wird nie ein Mensch fliegen.
Sagte der Bischof vom Schneider.

Der Schneider ist verschieden,
sagten die Leute dem Bischof,
es war eine Hatz.
Seine Flügel sind zerspellet,
und er liegt zerschellet
auf dem harten, harten Kirchenplatz.

Die Glocken sollen läuten,
es waren nichts als Lügen,
der Mensch ist kein Vogel,
es wird nie ein Mensch fliegen.
Sagte der Bischof den Leuten.