Sonntag, 2. September 2018

September



Cleo auf der "Bremen bellt 2018", zusammen mit Freundin "Eske" (im Hintergrund zu sehen). 
Beide haben sich ihr "Vorzüglich" abgeholt, Eske V1, Cleo V2. Alles wunderbar, und gut ...




Wir waren mit Cleo auf der vierten Ausstellung. Damit sind wir der vertraglichen Verpflichtung nachgekommen, wir haben das auch gern getan. Um damals unsere Cleo zu kriegen, hätten wir auch den Mond vom Himmel geschossen …

Wie versprochen (Sonja und Heidi warten schon drauf) will ich kurz resümieren. Es ist nicht leicht kritisch über Hundeausstellungen zu schreiben ohne eine Schmähschrift zu verfassen. Vielleicht gelingt´s mir einigermaßen.

Ich bin kein Freund von Rassehundeausstellungen, auch die Hundeschulen-Euphorie inklusive Leckerlibeutel findet meine Begeisterung nicht. Überhaupt kommt mir dieser ganze Hype über Hundehaltung in heutiger Zeit ziemlich seltsam vor. Und ich brauch auch keinen „Richter“, der mir bescheinigt einen guten Hund zu haben, denn das weiß ich selbst. Na gut, nun zur Sache, Klappe – Action!

Ich denke, daß jeder der sich einen Hund zulegt ein egoistisches Interesse hat. Der eine will einen Kumpel, der andere viel an die frische Luft, oder mit anderen zusammen „was machen“, oder will jagen oder auf Ausstellungen geh´n. Der Möglichkeiten sein Leben von einem Hund bereichern zu lassen sind viele. Es gibt Menschen, die möchten einen bestimmten Hund haben, also einen Rassehund. Vielen ist das wurscht, die wollen einfach nur einen Hund, am besten einen aus dem Tierheim. Über das ethische Selbstverständnis kann man reden, muss man aber nicht. Ich bleib jetzt mal bei den Ausstellungen.

Erste Ausstellung, der junge Hund bekommt ein „Vielversprechend“, man freut sich. Zweite Ausstellung, der Heranwachsende bekommt ein „Sehr gut“, Klasse, nun ist man stolz, und man hat Blut geleckt, Ausstellungsblut. Dritte Ausstellung, der knapp Zweijährige bekommt ein „Vorzüglich“, WOW! Unbemerkt ist aus dem gesunden Stolz etwas Ungesundes geworden: Eitelkeit. Nun sitzt man auf dem Zug durch´s Fegefeuer der Eitelkeiten, das Abspringen wird immer schwieriger, der Hund muss mit – ob er will oder nicht.

Bevor ich zu lyrisch werde zurück zu den Fakten. Was bringen Rassehundeausstellungen der Zucht, der Gesundheit der jeweiligen Rasse? Was sagt eine vorzügliche Bewertung aus? Ist ein Champion tatsächlich überdurchschnittlich gesund? 
Wenn Cleo nicht HD frei wäre, klinische Symptome beim Ureter und einen angeborenen Herzfehler hätte, in unregelmäßigen Abständen epileptische Anfälle bekäme, nicht umweltsicher, sozial nur bedingt verträglich wäre und eine Neigung zu Darminfektionen hätte (Cleo betreffen all diese Dinge nicht, Gott sei Dank), aber wenn – würde sie dann trotzdem ihr „Vorzüglich“ bekommen? Ja, selbstverständlich. Den Ringrichter interessiert das äussere Erscheinungsbild und solange der Hund ihm bei der Gebisskontrolle nicht in die Hand beißt ist alles ok.

Natürlich sind die Zuchttauglichkeitskriterien umfangreicher gestaltet, bei der Körung wird schon genauer hingeschaut, klar, aber auch das hat die unsäglichen Qualzuchten nicht verhindert.

Ausstellungen finden überwiegend in Hallen statt. Da ist es laut, schlecht belüftet, enge Gänge, angespannte, negative Energie überall, nervöse Hunde, apathische Hunde in Käfigen, Haarspray, Menschen am Rande ihrer Belastbarkeit. Tragödien finden hier statt, wenn Bello die wenigen Minuten zum Polieren des Egos seines Besitzers durch Bellen und Anspringen ungenutzt ließ …

Naja, ich hab die denkbar mieseste Variante einer Ausstellung erzählt. So übel ist es nicht, nicht immer, es kann auch ganz nett auf einer gut organisierten Ausstellung sein, natürlich. Aber stressig bleibt es schon, gerade für die Hunde, viel gebellt wird, Leinenaggressionen sind nicht selten.

Ich muss aufpassen: Es soll keine Schmähschrift werden! Aussteller sind kein Feindbild. Jeder Besuch bei Werder gegen HSV, wenn das Stadion ausser Kontrolle gerät, ist ein um Längen schrecklicherer Ort als die Halle 7, Ring 5, Entlebucher Sennenhunde. Bleiben wir auf dem Teppich. Vielen Hundebesitzern machen Ausstellungen Spaß, Hunde sind recht anpassungsfähig, was will man dagegen sagen. Naja, es gibt auch Leute, die finden Rassehundeausstellungen zum Kotzen, und die werden auch ihre Gründe haben. 
Es recht zu machen jedermann ist eine Kunst, die niemand kann“.

Fazit: Wir sind um eine Erfahrung reicher. Meine allgemeinen Bedenken im Umgang mit Hunden sind bestätigt worden. Man sollte und darf Hunde nicht instrumentalisieren, nein, nein, nein! Wenn ich meine eigenen Bedürfnisse, Eitelkeiten und Geltungssüchte über das Wohl meines Hundes stelle, dann instrumentalisiere ich ihn. 
Wir waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet, auf den Zug durch´s Fegefeuer der Eitelkeiten aufzuspringen. Und man wird Cleo von nun an in keinem Ring dieser Welt mehr im Kreis laufen seh´n, nö! Vielleicht schlendern wir nochmal durch eine Ausstellung, besuchen Rolf und Ursula oder kucken nach ´ner neuen Fleecedecke für die Schlafbox. Man sieht sich.





Wer sich für die Details interessiert, hier sindse:

Typ: derb/kräftig
Knochenstärke: kräftig
Schulter: korrekt
OA/ Ellenbogen: korrekt
Rutenhaltung: normal
Gangwerk: frei und ausgreifend
Verhalten: freundlich und sicher





Heute Morgen nach dem Frühstück wurde Cleo plötzlich sehr konzentriert. 
Aber warum nur?



Des Rätsels Lösung: 
Ein Kran war am Himmel aufgetaucht, aha!






Vorhin im Lieblingsfischladen den Seelachs für´s Dinner gekauft. Diesmal lag ein Schwertfisch in der Auslage.
"Werdet ihr den tatsächlich los?", frag ich, "wer kauft denn Schwertfisch?"
"Ohja, den kaufen Leute, die keinen Fischgeschmack mögen, die mögen mehr Hühnchengeschmack", steckt mir die Verkäuferin.
"Dann sollten die besser Putenschnitzel vom Discounter kaufen", frotzel ich, "die schmecken nach Fisch und kosten keine 30 Eisen das Kilo!"





Offtopic:

Zehn Jahre nachdem Manfred Krug mit seiner Werbung für die Telekom-Aktie viele brave Sparer um Geld und Verstand gebracht hatte, flimmerte eine neue Telekom-Werbung über die Displays der Nation und rührte zu Tränen - mich auch ...





(Wenn man ein iPhone hat und auf Einstellungen geht, dann auf Musik, unter Wiedergabe auf EQ und sein Häkchen bei Loudness macht, 
dann hat man meistens einen viel besseren Klang)







Endlich herbstliches Wetter, endlich Wochenende, endlich!!!

Vorhin gute zwei Stunden um´s Hollerland gewackelt, vertraute Gegend seit ewigen Zeiten. 
Ohne das Engagement von Gerold Janssen (hier mal kurz klicken, zack) wär´n wir heute um verspießte Einfamilienhäuser gegangen, mit Carports, Kindergebrüll und Wäschespinnen - Danke, Gerold!!!









Sonntag, früh morgens Cleo anner Ochtum ausgepowert.




Dann Radtour gemacht, ohne Cleo, 29 km nach Fahrradtacho, Wümmedeich, Niederblockland.





An "van Gogh" gedacht ...



Vielleicht das letzte Eis des Jahres bei Kaemena ...



Ein Hofhund mit Charakter, freundlich und unabhängig.



    




Cleo und ich träumen von unserer Jugendzeit:
Flokati, Wasserpfeife, "Nights in white satin, never reaching the end" in den Ohren ...


Cleo ist ja Mitte Juli auf eine unscheinbare Weise läufig geworden, eigentlich paar Monate zu früh. Seit letzter Woche ist ihr Gesäuge büschen dicker als üblich. Sonst keine Auffälligkeiten, für irgendwelches Scheinträchtigkeitsgetüddel ham wir eh keine Zeit.

Weil ich ziemlich vergesslich bin (und auch bleiben möchte), hab ich nochmal was über die Läufigkeitsphasen nachgeschaut, um einschätzen zu können, wo wir uns hormonell gerad´ befinden.

Hier mal was für den vergesslichen interessierten Leser:

Phase 1, Vorbrunst:
Erste Blutung, Rüden sind interessiert, Hündin nicht deckbereit, Rüden „Nein Danke“.
Dauer 3-17 Tage.

Phase 2, die Brunst:
Hündin deckbereit, Standhitze, Rüden werden eingeladen.
Dauer bis zu 21 Tagen. Die Duldungsphase (deck- und aufnahmebereit) dauert meist nur 5 Tage. Der Beginn dieser kurzen Phase ist von Hündin zu Hündin verschieden.

Phase 3, Nachbrunst:
Läufigkeitssymptome klingen komplett ab, hormonelle Veränderungen bilden sich aber nur langsam zurück, Prolaktin wird ausgeschüttet und kurbelt Milchproduktion an, Scheinträchtigkeit kann auftreten.
Dauer 9-12 Wochen.

Symptome der Scheinträchtigkeit:
Hündin wirkt lustlos, zickig, frißt weniger, baut Nest. Andere werden anhänglicher, winseln, suchen sich „Ersatzwelpen“ (Kuscheltiere).

Hilfe für die Hündin in dieser stressigen Zeit:
„Ersatzwelpen“ wegnehmen, viel Ablenkung, lange Spaziergänge, nicht bemitleiden, Fürsorge nicht übertreiben, Hündin nicht am Gesäuge lecken lassen, abschätzen ob und wann ein Gang zum Tierarzt erforderlich sein könnte (wundgeleckte Zitzen, Entzündungen, übermäßiger psychischer Stress).




Der bunte September 



"Fliege, Fliege, fliege nur
ruhig weiter durch den Flur.
Doch die Ecken musst du meiden,
willst du nicht entsetzlich leiden.
Denn dort hängt ein Spinnennetz.
Böse Spinne, dass ich petz´".

(Heinz Erhardt)






Das Urlaubs-Fresschen: BRIMO. Wir ham ja ein richtig gutes, ein sehr gutes Feuchtfutter für den Urlaub gesucht und gefunden. Macht wenig Sinn, sich 48 Wochen im Jahr um die artgerechte Ernährung seines Hundes zu bemühen, um ihn dann in den Urlaubswochen mit Industrienahrung zu vergiften. 


Achtung, Werbung.
BRIMO ist das Zauberwort!

Cleo ist immer sehr erfreut! Wie sich ein Restaurantkritiker, der Tag ein Tag aus Kaviar und Hummer serviert kriegt, auf ´ne Scheibe Schwarzbrot unterm Matjesfilet tierisch freut ...









Mittwoch, 1. August 2018

August





 Er ist immer da für mich, ohne Wenn und Aber." Von Treue wolle Walser dabei jedoch nicht reden. "Wir haben eine unerschütterliche Beziehung, das kannst du doch nicht mit einem Wort bezeichnen, das in Schlagern vorkommt." Darauf, was es dann sei, was ihn und seinen Hund verbinde, hat Walser eine klare Antwort: "Unersetzlich sein, solange man lebt."

(Der Schriftsteller Martin Walser spricht im DOGS-Interview zu seinem 85. Geburtstag über das Verhältnis zu seinem Hund Bruno)







So, gut, wir war´n vorhin wieder gemeinsam schwimmen im Unisee. Die Arbeitshypothese lautet: Cleo muss etwas ruhiger werden und sie soll nicht zu dicht an uns rankommen, sie soll ihrer Wege schwimmen. Ihren Freischwimmer hat sie längst gemacht, wir schätzen unsere längsten Wasseraufenthalte auf durchaus 20 Minuten am Stück. Stolz auf unser aller Fortschritte lief heute die alte kleine Minolta mit. Wenn die mit mir zusammen untergegangen wäre, wär´s nicht weiter tragisch gewesen ...




Nun holt euch `ne Cola oder `n Bier, geht los!









Gesehen auf dem Wochenmarkt in Verden. Hatte kein Geld dabei, aber der wird noch probiert, Ehrensache!




Ist das Kunst - oder kann das weg?
(Nö, laß man, witzig und kontratsreich issis schon)




Sonntag, morgens mit Cleo am Stadtwald lang und Anton getroffen, zwei jähriger Entlebucher. 
Die beiden verstanden sich gut, man sieht sich.
(Cleo sitzt links, nech)

Wie ich eben von Antons Frauchen per Mail erfahren hab, sind die beiden miteinander verwandt, Cousin und Cousine, sie haben dieselben Großeltern - das ist doch sehr witzig, die Hundewelt ist eben auch klein!


Dann mit den Aligsern in Oldenburg die Keramiktage besucht, man könnte auch sagen: Wir sind bei noch erträglicher Temperatur über´n Töpfermarkt geschlurft und es wurde auch gekauft - ein großer Brottopf mit Holzdeckel, eine Vase und aus Ton gebrannte Bauklötzchen zur psychiatrischen Kontemplation ...





Dieser niedliche Dackel erinnert einen doch irgendwie an Konrad Adenauer, oder?





Anschließend in die aktuelle Ausstellung "Hund, Katze, Maus" ins Horst-Janssen-Museum gegangen. Immer wieder wunderbar, allein die Räumlichkeiten machen Freude (auch wenn keine Bilder an den Wänden hängen würden).





Dann zurück Richtung Bremen, nach Fischerhude: Erst langen Gang mit den Hunden über die Felder gemacht, und zum Abschluß ins Café Lindenlaub, Eis gelöffelt: Vanilleeis mit heißen Kirschen und Sahne bzw. Pfirsich Melba!


Heute Morgen sind wir wieder an den Unisee, und hatten das Erfolgserlebnis des Monats!
Es galt ja, Cleo´s Hektik und ihren Drang, Frauli retten, anbellen, umkreisen zu müssen, auf ein Normalmaß runterzukriegen. 
War bisher nicht zufriedenstellend geglückt, zugegeben.
Dann kam uns der einfachste aller Gedanken: Der Hund kommt an die Leine, im Wasser, Geschirr, einklinken, schau´n wir mal.
Und es klappt ganz wunderbar!!! Die ersten Meter zieht mich Cleo hinter sich her um das gewohnte Frauliretten zu absolvieren. 
Aber sie kommt ja nicht hin! Dann passiert das Erhoffte: Sie wird ruhiger, akzeptiert die Situation und wir haben das entspannteste Gemeinsamkeitsschwimmen aller Zeiten!!! Wir sind sowas von begeistert! Warum ist man da nicht gleich drauf gekommen? 
Tja, die intellektuelle Verblendung im Umgang mit Hunden ist wohl auch an uns nicht spurlos vorüber gegangen, hahaha!

Und wie der Zufall so wollte, stand plötzlich "Cousin Anton" am Ufer, große Freude. Anton überlegt noch, ob die christliche Seefahrt die richtige Berufsentscheidung wäre ... aber so ein halber Stapellauf war´s schon.




Gefüllte Zucchini aus dem Backofen:

Runde Zucchini entkernen, dann aushöhlen bis auf einen halben Zentimeter Wandstärke. Bulgur kochen, Frühlingszwiebeln, Eiertomaten, rote Paprika, die ausgehöhlten Zucchinischnipsel, Feta und eine mittelscharfe Peperoni (natürlich entkernt) in der Pfanne anschwitzen. Die Zucchini mit allem füllen und ab in den vorgeheizten Ofen bei 200 Grad Umluft ca. 20 Minuten. 
Parmesan reibt sich jeder nach Belieben auf dem Teller drüber - sehr lecker!



Heute Vormittag endlich mal wieder bei erfrischenden 23 Grad anner Hamme lang, Neu-Helgoland. Gesaust, geschwommen und mit "Gismo", einem Klein-Elo, gespielt. Sogar paar Regentropfen abgekriegt und das war schön!







"Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da,
die Nacht ist da, daß was geschieht ..."

Der Schlagertext aus dem Jahre 1938 hat für uns seit paar Wochen einen aktuellen Bezug bekommen, einen sehr aktuellen!

Cleo verbringt ja normalerweise ihre Nächte in der geräumigen, luftigen Soft-Schlafbox bei uns im Schlafgemach. Da fühlt sie sich wohl, findet sie gut. Allerdings nicht bei den herrschenden Temperaturen, klar! Also hat sie freie Platzwahl. Davon macht sie regen Gebrauch: Immer auf der Suche nach dem kühlensten Untergrund wandert sie rum, mal isse hier, mal isse da.

Aber Cleo wäre nicht Cleo, wenn´s dabei bliebe. Sie probiert zwischendurch auch das Liegen in der Besucherritze zwischen uns im Bett aus. Mit 24 Kilo Entlebucher auf der Decke fühlt man sich beengt, in einer bestimmten Schlafposition wie angenagelt, und bei der ebenfalls gewichtigen Hartneckigkeit unseres Hundes kommt man mit einem leisen Unmutslaut, oder mit moderaten Stramplern nicht weiter. Die bleibt liegen wie festgedübelt!

Der Ablauf ist immer derselbe: Noch im Schlaf vernehmen Ohren und Hirn das leise Krallentapsen eines mittelgroßen Hundes, der auf´s Bett zusteuert. Dann Pause, sie wartet einen kurzen Moment auf Zustimmung oder Ablehnung des Geplanten. Aber es kommt weder das eine noch das andere, weil man ja schlaftrunken daniederliegt. Jetzt der Sprung, zack, kurz nach oben zum Ohren ablecken, dann nach unten zum Ausstrecken. Spätestens jetzt kann man von einem unterbrochenen Schlafmodus sprechen. Die Beglückung über die Freundschaft seines REM-Phasen-Killers hält sich in Grenzen. 

Da dieser Vorgang einige Male in der Nacht, und das seit Wochen, seinen Lauf nimmt, ist er zur Tradition geworden, sozusagen.
Mittlerweile erinnern unsere Augenringe an einen Stapel Hula-Hopp-Reifen ... Der in der Luft liegende Satz: "Ja, wieso laßt ihr euch das denn bieten, schmeißt sie raus, macht die Schlafzimmertür zu!" kann nur von Lebenstheoretikern einer hohlen Existenz oder aus der Ecke dieser üblen Egozentriker kommen, selbstverliebt, ohne Empathie, ohne einen Zipfel Altruismus (Selbstlosigkeit - was ist das denn?).

Wir schlafen dann wieder im Herbst, im Winter, da issis eh nachts gemütlicher!







In der Eifel brennt die Luft: Rita und Bonnie lassen den Hitzefrust raus ... 
(Macht euch keine Sorgen - wir stellen die Kaution)



"Es gibt keine bösen Hunde, und keine guten Menschen."

(Kinky Friedman)






Wir denken ja immer mal wieder über unseren Umgang mit Cleo nach. Was läuft eigentlich ab bei uns? Wie möchten wir es haben, was ist der real-objektive Stand der Dinge, muss etwas verändert werden, soll etwas verändert werden?

Das Zusammenleben mit Hund im Mehrpersonenhaushalt (was für ein luschtiges Wort) gestaltet sich besonders für den Hund anders als im "Herr und Hund-Modus". Hunde sind Opportunisten, durch alle sozialen Ohren gebrannt, die picken sich von jedem das Beste für sich raus, "Divide et impera" (teile und herrsche) ist ihr Credo.
Natürlich macht es Sinn, wenn unter den Erziehungsberechtigen eine prinzipielle Einigkeit besteht, klar, ist aber gar nicht so einfach wie´s sich anhört. Denn jeder legt ja Wert auf den individuellen Umgang und das ist auch gut so. Man muss sich da halt irgendwie einigen ...
Was ich jetzt schreiben möchte ist etwas anderes. Und da hab ich was vom "Fachmann", in diesem Fall von der Fachfrau gelesen, das ich für recht interessant und brauchbar halte. 


Es geht um die Anamnese, die Ursachenforschung. Eine Handvoll der bekannten Trainer in diesem Land wurde sozusagen getestet. Aufschlußreich. Wer Zeit und Lust hat sollte hier mal reinlesen. Für den, der wenig Zeit und Lust hat, hab ich die Sache komprimierend bearbeitet, und nu geith dat los: Es geht um eine der Hündinnen von Johanna Esser (Hundejournalistin), um Antonia. Und Nadin Matthews (Gründerin und Inhaberin der Hundeschule dogument, kynologische Dozentin, Autorin und Ausbilderin) hat sich mit ihr befasst. Gut, auch das ist noch nicht das, was ich eigentlich mitteilen will. Es geht mir um das Ergebnis, um die Abschlußbeurteilung, denn die finde ich ... interessant, naja, ein Zeitgeistwort. Nein, mich begeistert dabei die Abwesenheit theoretischer Abgehobenheit, die rein menschliche Komponente und auch das Fehlen dieser apodiktischen Selbstverherrlichung vieler Hundegurus in einer Zeit, in der sich die Leute selbst über´s Zeckenrausdrehen erstmal ein Buch kaufen ...


"Als ich Hanna am Ende unseres Gesprächs noch nach ihren Wünschen und Zielen frage, muss sie etwas nachdenken. Fachlich gesehen könnte man durchaus an der territorialmotivierten Aggression arbeiten. Man könnte Hanna sagen, dass es sinnvoller ist, wenn sie Toni das Jagen komplett untersagt. Man könnte ihr erklären, dass es durchaus Therapiemöglichkeiten zur Bekämpfung der Angst vor Heissluftballons gibt. Man könnte trainieren, dass sich Toni auch von fremden Menschen einschränken lässt und daran üben, dass sie besser mit Stress und Frustration umgehen kann. Man könnte Hanna viele sinnvolle Veränderungen vorschlagen, ihren Umgang mit Toni optimieren, modifizieren und einen stringenten Trainingsplan entwerfen. Man kann aber auch einfach mal den Mund halten und zuhören.
Denn Hanna antwortet: „Es wäre schon schön, wenn sie etwas weniger manisch und selbstständig, dafür aber kooperativer, beim Jagen wäre. Es ist schade, dass sie so schlechte Erfahrungen mit Menschen gesammelt hat, sie könnte soviel sicherer sein und damit der Rottweiler, der sie eigentlich ist.“
Was sie damit sagt, ist, dass sie gar keine brave Antonia haben will. Und ich freue mich schmunzelnd darüber. Hanna hat viele Kompetenzen und kennt sämtliche Lösungswege. Sie bietet ihrer Hündin Sicherheit, wenn sie Angst hat. Sie kann das Jagdverhalten kontrollieren und Aggressionsverhalten jederzeit unterbinden. Und manchmal macht sie genau das nicht. Und dafür hat sie gute Gründe. Während meine Gründe für die Abgabe von Trainingstipps weiter schwinden.
Sie will ihre Toni. Eine starke Persönlichkeit, die ihr Leben bereichert. Toni bringt Hanna dazu, einen Gang runter zu schalten und  ermahnt sie in der Hektik des Alltags zur Ruhe. Erinnert Hanna daran, dass sie sich nicht mehr so unter Stress bringen wollte. Toni lässt Hanna durch ihr Jagdverhalten die Freiheit erleben, die sie sich selbst nicht erlauben kann. Sie hält die Gruppe im Griff, springt ein, wenn Hanna erschöpft ist. Sie schützt Hanna und ermöglicht ihr dadurch, sich den Traum vom Haus in Alleinlage  zu erfüllen. Toni zeigt ihr, wie es aussieht, wenn man hochkonzentriert ein Ziel verfolgt, strukturiert ist, sich durchsetzt und sich abgrenzt. Kann man mehr von einem Hund erwarten?"
(Nadin Matthews, Quelle, ausschnittsweise, blog.johanna-esser.de)








So, der Irrsinns-Sommer scheint vorbei zu sein, die Temperaturen sind normal, manchmal regnet es, mal mehr mal weniger. 
Dafür wird´s früher dunkel, der letzte längere Gang mit Cleo muss überdacht sein, zeitlich. 





Nein, lieber Rolf, du kannst sie nicht zurückkaufen. 
Selbst der Jahresumsatz von Volkswagen ließe einen auch noch so flüchtigen Gedanken in diese Richtung nicht aufkommen ...






Cleo inspiziert den Mops auf dem Loriot-Sofa vor Radio Bremen.







Sonntag ist Kanu-Tag! Wieder mal in See gestochen, die Hamme hat uns verschlungen, gute drei Stunden war´n wir unterwegs, allerdings mit Zwischenstopp: Da ham wir die Boote auf´s Land gezogen, uns die Klamotten runtergerissen und im sauren Moorwasser geplanscht, Cleo natürlich mit, Esi hat an Land auf unsere Sachen aufgepasst ...




Danach gab´s das obligatorische Picknick mit allem Zipp und Zapp, immer sehr erholsam und sättigend!




Big Heiner is watching us ...



Heute Morgen dreieinhalb Stunden durchs Werderland, am Weserdeich und anner Lesum langgewackelt, 
Wetter hielt sich, nicht zu warm, gut!







"Fahr´ nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann!"







Letztens lief wieder mal eine Sendung im TV über Kampfhunde, Beißstatistiken, tätowierte Halter und "Chico" und die seltsamen „Tierfreunde“, die in einem Hund, der zwei Menschen getötet hat, so eine Art Che Guevara, einen Revolutionär mit hohem Beißdruck sehen. Es kam auch eine junge Frau zu Wort, die sich um die Resozialisierung auffällig gewordener Hunde kümmert (machte mir einen kompetenten Eindruck) und die einmal deutlich ausgesprochen hat, daß es selbstverständlich Hunde gibt, denen nicht mehr geholfen werden kann, die sind halt durch, Punkt.

Interessant fand ich den Bremer Innensenator Mäurer, wie er mit einem nicht unsympathischen Lächeln im Gesicht auf die Frage, ob es denn in den Verordnungen und Gesetzen bezüglich der Haltung von Hunde auch „Lücken“ gebe, kurz und knapp antwortete: Ja.

Laut Kriminalstatistik sind 2017 um die 700 Menschen Tötungsdelikten (Mord und Totschlag) zum Opfer gefallen, 
um die 140 Tausend wurden Opfer gefährlicher und schwerer Körperverletzung. 
Nach der vom Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Beißstatistik wird die Zahl der Bissverletzungen durch Hunde auf 30 bis 50 Tausend geschätzt. Durchschnittlich sterben ein bis sechs Menschen pro Jahr an den Folgen von Hundebissen.





Offtopic, Theo Jansen, Mister Sandman, faszinierend!












Der VDH, Verband für das Deutsche Hundewesen. Was hält man denn so von dem?

Vom Prinzip her fände ich eine Dachorganisation, die sich um Rassehunde, ihre Zucht, die Züchter, um gewisse Standards und vor allem um die Gesundheit der Hunde kümmert, gut, ja, fände ich sehr gut. Auf der Schiene der besonders Guten, es sollte überhaupt keine Rassehunde geben, die Tierheime wäre voll genug etc., fahr´ ich nicht mit. Es gibt Menschen, die möchten einen bestimmten Hund, einen Rassehund, und es gibt Menschen, denen ist das egal, die wollen einfach einen Hund, und wenn der dann noch aus dem Tierheim kommt – umso besser. Find ich ernsthaft gut, bin froh, dass es diese Hundefreunde gibt. Und die mit den Rassehunden find´ ich genauso in Ordnung. Aber zurück zum VDH.

Wenn man sich ein Stündchen Zeit zum Googeln nimmt, dann springen einen die kritischen Beiträge bis hin zur Ablehnung in Bausch und Bogen geradezu an. Wenn man sich die vielen krankgezüchteten Hunde verschiedenster Rassen anschaut, dann weiß man: 
die Kritik ist mehr als berechtigt.

Durch meinen Kopf geistert beim Thema: VDH immer der Vergleich zur FIFA, des Weltfußballverbandes. Es geht um Macht, um sehr viel Geld, um Funktionäre. Um die Gesundheit der Spieler geht’s nicht … Das ist so, und da laß ich mich auch nicht verblattern.

Es spricht nichts dafür, daß der VDH anders strukturiert sein könnte.