Dienstag, 1. Januar 2019

Januar




2019


Frohes neues Jahr, ja, ja! Wir machen mit.

"Freiheit, des heißt, koa Angst haben vor nix und niemand."

(Konstantin Wecker)






Hi, Sonnenwende, warum issis jetzt noch dunkel, at seven o´clock? 
Die Rudimente eines Schulenglisch, traurige Reste, vielleicht hätte ich die Chose damals doch etwas ernster nehmen sollen - naja, Hauptsache gesund!

Apropos gesund - nachher zum Barfshop fahr´n, die 10-Tage-Ration kaufen, der da sind: 3 kg Muskelfleisch (durchwachsen und mager), 1 kg Pansen, 1 kg Innereien-Mix, 1 kg Entenrücken gewolft. Der Entenrücken zählt zu den rohen Fleischknochen (RFK), 
und die sind sehr wichtig, sind sie doch der Calcium-Lieferant (paar Lammrippchen hol ich auch). Mein 24 kg-Entlebucher braucht um die 80 g täglich, nicht mehr, aber auch nicht weniger! Warum müssen es Fleischknochen sein (mit 50% anhaftenden Fleischresten)? Weil sonst Verstopfung droht, mal einfach gesagt. Warum roh? Weil erhitzte Knochen splittern, gefährlich! Warum sind die RFKs so wichtig? Weil die Ernährung über rohes Fleisch phoshatlastig ist, und das muss mit der angemessenen Dosis Calcium ausgeglichen werden. 

Was ist eigentlich mit Jod? Muss da ergänzt werden, über Seealgenmehl? Cleo kriegt ja nun einmal die Woche ihr Stück Seelachs, wenn wir den auch auf´m Teller haben. Da ist wunderbares Jod drin, klar, ich will nachher meine Barffrau mal fragen, wir groß das Stückchen sein sollte, ihrer Meinung nach.

Und weil ich gerade pädagogisch tätig bin ... Da nach wie vor (besonders von Tierärzten, obwohl die meisten wenig Fachmann in Sachen Ernährung sind) den "Barfern" bange gemacht wird, von wegen Fehlernährung, haben die Labore seit einiger Zeit sogenannte "Barf-Profile" im Angebot. Da wird mittels eines kleinen Blutbildes auf Mangel- oder Fehlernährung getestet. Aha, denkt man (ich auch), keine schlechte Sache, dann ist man auf der sicheren Seite. Schön wär´s ja, aber mittlerweile machen die Labore selbst auf den Umstand aufmerksam, daß solche Profile immer nur eine Momentaufnahme sind, also keine tatsächlich verwertbare Aussagekraft haben. Das Geld kann man also besser investieren, zum Beispiel mal ein Wochenende auf Helgoland verbringen, BRÜLL! 

Ja, und nu? Die bessere Überprüfungsmethode liegt in der Prävention selbst, der Rationsüberprüfung. Man füttert natürlich nicht ahnungslos rohes Fleisch, das wäre nicht so gut, gar nicht gut. Man macht sich schlau, bezieht einen Fachmann mit ein, d.h. das richtige Buch lesen (z.B. Das Barf-Buch, von Nadine Wolf), oder vom Tierheilpraktiker einen Ernährungsplan erstellen lassen (kostet ´ne Mark) oder man orientiert sich am Futterrechner (hier mal klicken, ich halte den für recht brauchbar und kost´ nix). Und wenn man dann schlau genug ist, nicht mehr bange alles falsch zu machen, sich an die richtigen Rationsanteile hält, nicht mit irgendwelchen gut gemeinten Ergänzungsmittelchen doch wieder alles durcheinander bringt, die ganze Sache nicht akademisch zu hoch hängt, und seinen Hund zwischendurch mal bewußt ankuckt - hat er Power und Lebenslust, glänzt das Fell, Augen sind klar und frech, intakte Verdauung, Appetit gut und immer -, dann ab nach Helgoland! In den Wintermonaten kann der Hund mit, da gibt´s kein Ausbooten, das Schifflein parkt direkt im Südhafen, hab´ ich mir sagen lassen.

Immer noch nicht hell, aber wir starten jetzt mal in den real existierenden Tag, "Pfiats eich"!





(Foto Rolf Gaspers)


Hier sitzt Cleo´s Mutter: Imka.

Imka hatte Geburtstag, sie ist jetzt acht Jahre alt, hat im Laufe ihres Lebens 29 Welpen in die Welt geworfen - einer davon war Cleo!
29 Welpen sind kein Pappenstiel, und nun darf sich Imka nur noch um sich selbst kümmern. Das freut uns sehr, denn ich kann mich noch gut daran erinnern, wie geduldig und freundlich sie auf unseren vielen Welpenbesuchen war. Eine sehr liebe Hündin, sie wurde sofort meine Freundin. Wir wünschen uns für sie eine wunderbare und gesunde zweite Lebenshälfte. 
Mach´s Dir schön, Imka, wir seh´n uns bestimmt mal wieder!





"Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen".

(Matthäus 11, 28)







Ich hab das alles so gewollt,
den ganzen Terror und das Gold ...








Seele des Menschen,
wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
wie gleichst du dem Wind!

Johann Wolfgang von Goethe
1749-1832




Ach so, fast vergessen, Cleo ist läufig, sie tröppelt büschen rum, sonst noch nix Erwähnenswertes passiert. Sie ist früher dran als in den Jahren zuvor. Im letzten heißen Sommer fing die Verschiebung an, um vielleicht sechs Wochen (wenn ich nicht irre), und der neue Zyklus setzt sich im neuen Jahr fort. Bei Freundin Eske issis genauso, sonderbarerweise, denn um sich da zu synchronisieren werden die sporadischen Treffen der beiden wohl nicht ausreichen, denkt man.





Überflieger unter sich ...




Irgendwann kommt der Frühling, es wird wärmer werden, die Hunde gehen wieder schwimmen, saufen auch mal aus Pfützen - und manchmal wird dann gepupst oder es gibt Durchfall. Wer kennt das nicht?
In warmen stehenden Gewässern fühlen sich Bakterien der Gattung Leptospira besonders wohl. Und können bei Mensch und Tier Infektionskrankheiten verursachen, nicht schön.
Dagegen kann man impfen lassen, die Leptospirose-Impfung. Tierärzte empfehlen die natürlich, unbedingt, mindestens einmal jährlich.
Ich hab mich mal büschen schlau gemacht, will ja nicht doof sterben. Dabei sind Foren oder weltanschauliche Ergüsse der Hardcore-Schulmedizinfeinde zu meiden, wenn man die Wahrheit in ihrer seriösen Form wünscht. Aber auch Seiten von Tierärzten und Pharmavertreibern sind häufig der Wahrheitsschändung geneigt.


“Leptospirose-Impfung trotz möglicher Nebenwirkungen unverzichtbar”.

 In großen Lettern steht es zu lesen, Quelle: www.wir-sind-tierarzt.de.


Von der Universitäts-Tierklink München (Prof. Hartmann) gibt´s  jetzt allerdings neue Empfehlungen.
Hier ein Zitat:  “Seit ein paar Jahren wird vermutet, dass die bei Hunden immer häufiger auftretenden Autoimmunerkrankungen Folgen einer exzessiven Impfung sind.“


"Die Leptospirose-Impfung  gilt als die Impfung mit den meisten Nebenwirkungen. Sie muss jährlich geimpft werden, hat nur eine rel. kurze Wirkdauer . Es gibt über 250 Leptospiren-Arten. Die Impfung schützt nur gegen 2-4 der wohl momentan häufigsten. Da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, ist eine Leptospirose auch oft gut mit Antibiotica behandelbar. Eine individuelle Entscheidung ist hier sinnvoll".

Und weiter: 

"Die Hepatitisimpfung, auch die Leptospirose und der Zwingerhusten werden nicht mehr als core-Impfungen, also zwingend notwendige Impfungen, bezeichnet.
Zwingend notwendige Impfungen: Staupe, Parvovirose und bei gesetzlichen Bestimmungen Tollwut. Nach Grundimunisierung sollen diese core-Imfpungen nur höchstens alle 3-4 Jahre verabreicht werden".


Auch der Weltverband für Kleintiere (WSAVA) hat neue Richtlinien herausgegeben.
Bei einem immunen Hund sind Auffrischimpfungen wirkungslos und unnütz und Erhöhen den Impfschutz nicht.

Von der Leptospirose-Impfung wird abgeraten. Für Hunde mit individuellem Risiko kann sie überlegt werden. Sie hat die meisten Nebenwirkungen. Für Menschen gibt es deshalb in Deutschland keinen zugelassenen Impfstoff.





Aha. Und weil aus der veterinären Ecke bei Impf- und Entwurmungskampagnen das Totschlagargument der Zoonosen, also der Übertragbarkeit auf den Menschen, oft bemüht wird, hier mal was für die Entkräftung. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Zahl der Leptospiren-Infektionen beim Menschen bei ca. 100 pro Jahr. Dabei sind die meisten Krankheitsfälle auf freizeitbedingte Wasserkontakte zurückzuführen oder betreffen Berufsgruppen wie Kanalreiniger, in der Landwirtschaft oder in Laboren Tätige. Nur in Einzelfällen läßt sich ein Zusammenhang mit der Haltung von Hunden herstellen.
Man muss sich das im vorderen Stirnlappen zergehen lassen: 100 Fälle auf 80 Millionen Einwohner, davon nur in Einzelfällen von Hunden übertragen. Leider bin ich noch nicht auf Zahlen gestoßen, die Auskunft geben über den durch Hunde auf Menschen übertragenen "Wurmbefall".

Naja, gut. Wer hat alles gelesen? Klasse, ich bin beschämt, brave Leser!
Was machen wir? Wir impfen nicht, natürlich nicht. Aber wir werden noch etwas mehr darauf achten, daß nicht aus Sommerpfützen, Gräben oder verdächtigen Flüssigkeitsansammlungen gesäufelt wird.


Zum Nachlesen hier die Quellen:
www.wir-sind-tierarzt.de/2016/09/stiko-vet-leptospirose
www.houndsandpeople.com/de/magazin/wissen/impfkritik-wie-impfen-wir-unsere-hunde-richtig
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Leptospirose.html
https://blog.doctorbark.de/vorsicht-vor-zu-haeufigem-impfen









Sonntag, zwei Stunden im Regen bei Wind am Südarm langgewackelt. Toni und ihre Menschen war´n auch mit. Die Airedalehündin hat ihre Läufigkeit gerade hinter sich, Cleo steckt drin - und Probleme mit den beiden gibt´s nicht die Bohne. Die Schauergeschichten von unkastrierten Hündinnen, die ständig übereinander herfallen, können wir in keinster Weise bestätigen, alles Quatsch ...







Offtopic:



An der Ecke gegenüber der Findorff-Kirche war seit vielen Jahren ein Naturkostladen beheimatet. Moderner Bio-Verkaufsraum, reiches Angebot quer durch alles Gesunde, nicht immer ganz billig, eigentlich schon teuer. Der Ladenchef war Hartmut. Unter uns nannten wir ihn “das Meerschwein”, weil er in seiner unsicheren Strenge so putzig aussah. Eigentlich kauften wir bei ihm nur die scharfe Nudelsoße Arabiata, den echten Grapefruitsaft (nicht diesen rosafarbenen verbraucherfreundlichen), und wenn wir nicht zum Backen gekommen waren, dann noch Brot, biologisch wohlschmeckend, also richtiges Brot.

Ich hatte den Eindruck, vom “Meerschwein” herablassend bedient oder abkassiert zu werden. Als vermutlich eisenharter Veganer ließ er mich irgendwie spüren, wie sehr er meine unwürdige Existenz als autofahrender Hundebesitzer missbilligte. Und er ließ das Wechselgeld aus ostentativ großer Höhe in meine aufgehaltene Hand scheppern. Ich bemühte mich im Gegenzug ihn spüren zu lassen, was ich von aufgeplustert indoktrinierten Weicheiern an den Kassen von Naturkostläden halte. Wir duellierten uns anständig, freundlich, nie bösartig. Ein definitiver Sieger konnte nicht ermittelt werden, mal so mal so. 

Vor einiger Zeit machte der Laden Pleite. Vielleicht war Hartmut seiner Zeit einfach zu weit voraus. Jetzt ist dort einer dieser Lederreparatur-, Gürtel- und Krimskramläden eingezogen. Das kulturelle Niveau der Gegend im Umkreis von einem Kilometer ist quälend gesunken. Das hätte uns “das Meerschwein” nicht antun dürfen, nein, das war nicht rechtens. Er war die Bio-Ikone schlechthin, er hatte Stil, naturtrüben Stil, ohja. Wenn ich auf dem Heimweg vom Unisee mit Cleo an der Ecke gegenüber der Findorff-Kirche vorbeifahre, dann hab´ ich einen Kloß im Hals, einen ohne Konservierungsmittel, mit Meersalz. Hartmut, Du fehlst mir so ...






Ein Wintermärchen?






Samstag, ein richtiger Bilderbuch-Wintertag, blauer Himmel, nicht zu kalt, Gang über´n Truper Deich anner Wümme.





Am Nachmittag nochmal zwischen Kuhgraben und Unigelände unterwegs gewesen. Cleo ist hinter einer Hecke auf ein Kaninchen gestoßen. Das wäre nicht weiter erwähnenswert - hätte das Kaninchen nicht Myxomatose (die Kaninchenpest) gehabt, eine traurige, tödlich verlaufende Viruserkrankung, hochansteckend unter Kaninchen, für Menschen und andere Haustiere ungefährlich (klick).

Da das Kaninchen sehr geschwächt war, kaum weghoppeln konnte, hat Cleo doch recht instinktmäßig reagiert, und ohne mein sofortiges Eingreifen hätte sie das kranke Tier sicher totgeschüttelt. Es wäre wohl die beste Lösung gewesen, aber der eigene Hund als natürlicher Vollstrecker gefällt mir nicht wirklich, da muss ich noch dran arbeiten ...






Bessere Laune macht da das Foto von "Eske", in eitler Pose.
Um es mit den Worten der göttlichen Garbo zu sagen:
"Manche von uns möchten allein sein ..."





Sonntag, mit Esi und ihren Menschen Drei-Stunden-Gang durch die Hammeniederungen gemacht, war viel los touristenmäßig, aber schön war´s! Dann Einkehr in Gartelmanns Dielencafe hinter Kuhsiel. Die hohe Qualität der Kuchen und Torten ist unverändert, Landfrauenehre!















Samstag, 1. Dezember 2018

Dezember




Vor dem Rilke Café in Fischerhude lauscht Cleo dem von Frauli rezitierten Gedicht des Meisters:


Advent
Es treibt der Wind im Winterwalde 
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird,
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin - bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.

Rainer Maria Rilke 
(1875-1926)





Ein regenreicher erster Advent, am Vormittag langen Gang um´s Hollerland gemacht, total durchnässt 
aber zufrieden zum Rosenkohl zurück, war gut. Den Rest des Tages der Gemütlichkeit geschuldet.





Cleo hat sich eine kleine Augenentzündlichkeit eingefangen, nix Schlimmes, ham wir paar Tage mit homöopathischen Augentropfen behandelt (oft reicht das ja schon), sind dann gestern aber doch zur Tierärztin, mal drauf kucken lassen. Da wurde Cleo gründlich untersucht, unter die Nickhaut gekuckt und auf Hornhautverletzung geprüft. Es ist eine "normale" bakterielle Sache, wird mit zwei Mittelchen behandelt, leichtes Antibiotikum (Salbe) und Tropfen gegen die Entzündung, dreimal täglich, eine Woche lang, ist nach einem Tag schon deutlich besser! 
Beeindruckend war allerdings wieder mal unser kleiner dicker schwarzer Hund (24,4 kg auf der TA-Waage): Die saß ruhig und entspannt auf dem Tisch und ließ sich mit der Pinzette die Nickhaut vorziehen als wäre das die normalste Sache der Welt - und dafür erntete sie auch große allgemeine Bewunderung. "Die ist ja sooo brav", sagte die Ärztin, "die Schöne ..." 







Was ist sonst so los? 
Ich bin auf der Suche nach ´ner billigen Anti-Aging-Creme, der blonde Analtyp im Oval Office läßt die Börsen abschmieren, 
die Drei-Buchstaben-Frau übernimmt den Vorsitz, der Clown für den Wirtschaftsflügel wird zum Bleiben angefleht, 
Werder hat endlich mal wieder gewonnen, die Franzosen demontieren ihr eigenes Land und 
Cleo kriegt jetzt immer mal Rinderzunge - bekommt ihr gut.



Sonntag, zweiter Advent, bei Natusch in Bremerhaven gewesen (klick) und stilvoll ernährt. Den Aligser Freunden hat´s auch geschmeckt, allerdings wurden unsere Erwartungen nicht voll getroffen, gut war´s, aber nicht unvergesslich ...

Anschließend durch´s Hagener Moor gestapfst, in Gummistiefeln, logo. Cleo wollte das Gefühl einer Moorleiche ausprobieren, sprang in einen vermuteten Graben, versank, konnte gerettet werden, hahaha. Dank Esi´s Leuchthalsband fanden wir in der aufziehenden Dunkelheit zurück zum Parkplatz und nahmen in der Burg zu Hagen den kleinen Weihnachtsmarkt und die Ausstellung von Frank Kunert (klick) noch mit, sehr interessant und verblüffend, hat Spaß gemacht.








Man fragt sich ja immer mal, warum mein Hund so ist, wie er ist. Was an ihm ist angeboren, was ist auf die frühe Sozialisierung beim Züchter zurückzuführen und was hat man eventuell selbst "verbockt"? Ich hab da einen interessanten Beitrag gelesen, den ich kurz mit eigenen Worten zusammenfassen möchte.

Die Sozialisation bezieht sich auf das Klarkommen mit Artgenossen und Menschen, das Zusammenleben, die Kommunikation. Das Klarkommen mit der Umwelt, mit Alltagssituationen und Eindrücken wird als Habituation bezeichnet. Es sind also verschiedene Dinge.

Die wichtigste Zeit, die Fundamente für beides zu legen, liegt zwischen der 3. und 8. Woche - der Zeit beim Züchter also. Für die Schulung der Wahrnehmungs- und Reaktionsfähigkeit ist das Aufwachsen in einer Umgebung mit vielen unterschiedlichen Reizen sinnvoll und erforderlich. In reizarmer Umgebung aufgezogene Hunde werden auch beim besten Verhaltenstraining im späteren Leben nicht ihr maximales Potential ausschöpfen können.

Es gibt natürlich große individuelle Unterschiede der angeborenen Fähigkeiten. Im Bereich Ängstlichkeit beispielsweise wird von einem Anteil der Vererbung von bis zu 40% ausgegangen.

Ein ausgeglichener Hund hat ein positives Verhältnis zu seiner Umwelt, darf sich allerdings auch mal fürchten. Nur eine generelle Ängstlichkeit beeinträchtigt die Lebensqualität, schränkt die Lernfähigkeit ein, ist kontraproduktiv.

(Hier der Link zum Original, klicken bitte sehr)






Heute früh am Unisee. "Du alter Romantiker" hat mir die liebliche Rita aus der Eifel gewhatsappt, und da ist was dran. 
Auftragskiller und Neurologen können mit sowas natürlich nix anfangen, die sind da seelisch zu unkreativ ...




Samstag, Einkäufe gemacht, noch warme Sardinen gegessen (Cleo hat zweie abgekriegt), ausgiebig um den Unisee und über´n Campus geschlendert. Cleo mag die Uni mit allem Zipp und Zapp, findet sie interessant, ich auch. 





Wir ham für Cleo in "spezialdemokratischen" Situationen (wenn sie aufgeregt oder reizanfällig ist und doch mal nach vorn in die Leine geht) nach einem Geschirr gesucht - nicht klotzig, eher unauffällig, soll gut sitzen, leicht anlegbar sein. Und sind fündig geworden: Die immer bestens informierte Ulrike hat den Tipp gegeben: Das Feltmann Brustgeschirr.




Für einen 24 kg-Entlebucher wie Cleo ist die Größe 55-75 cm und zwei Zentimeter Breite optimal. Anfangs hatten wir das 60-80er bestellt, 25 mm breit, das war uns zu klobig, wir machen schließlich keine Schlittenrennen.








Vom roten Kinosessel aus fotografiert. 
Das Cinema in Bremen hat noch den Charme vergangener Kinozeiten, schööön!




Zettel am Filmplakat im Foyer. Es ist kein Kinderfilm, es ist ein Film für beseelte Erwachsene. 
Das Buch von Dickens (Eine Weihnachtsgeschichte) gelesen oder eine der vielen Fassungen mal im TV geschaut zu haben 
ist von Vorteil, eigentlich notwendig, um sich in den Kinofilm reinplumpsen lassen zu können.

Wir sind geplumpst, es ist ein wunderbarer Streifen über die Phantasie, die Leiden eines Schriftstellers und das Leben.



Das Ergebnis der Untersuchung auf Würmer etc. ist gekommen, alles ok., keine Wurmkur, gut! 
Die 19 Euro sind bestens angelegt, ersparen sie doch dem Hund zugeführte Nervengifte, denn nichts anderes sind Wurmkuren ...




Hier das Labor (KLICK). 
Der Ablauf geht unproblematisch und zügig über einen Tierheilpraktiker (KLICK). 
Hier zur Tierheilpraktiker-Suche (KLICK),
(Kategorie: Tierheilkunde wählen)






19ter Zwölfter, Cleo hat Geburtstag! Ein Jahr alt, dann zwei, jetzt drei.

So, gut, der C-Wurf ist drei Jahre alt, allen geht´s gut, wie ich den Rundum-Mails entnehmen kann, schön!

Die Erinnerungen an die Wartezeit auf Cleo, an die fast wöchentlichen Besuche beim Züchter und den gerissenen Keilriemen sind noch klar vor Augen und im Herzen. Wir waren auf der Rückfahrt nach Bremen, es war dunkel, recht kalt und schneite. Plötzlich wurde es dem Nissan warm, er war zum Eierkochen bereit - aber keiner wollte Eier! Rechts ran, Haube auf, der Keilriemen war weg, naja, Freiheit für Keilriemen, warum nicht. Der ADAC hatte kein Interesse zu kommen, Auto zu alt, ausserdem sind wir nicht im Club. Nächste Werkstatt kontaktet, nach ´ner kühlen halben Stunde kam der Abschlepper, in der Werkstatt stellte man fest: Kein passender Keilriemen im Regal. Aber wir hatten Glück, der findige Meister schnitzte uns einen passend, danke, und weiter ging´s. Cleo hatte sich gerade um 300 Euro verteuert, aber das tangierte uns nicht weiter. Überhaupt ging uns die komplette winterliche Panne erstaunlich unbeeindruckt am Rücken vorbei. Wir waren erfüllt! Erfüllt von einem kleinen dicken schwarzen Hund und der Aussicht, Cleo (da hatte sie schon ihren Namen) in drei Wochen auf dem Kopfkissen zu haben. Das ist jetzt drei Jahre her und manchmal liegt sie immer noch auf dem Kopfkissen ...



In Bremen gibt´s ja weiterhin die "Listenhunde" und keine Pflicht zum "Hundeführerschein".

In Niedersachen gibt´s keine "Listenhunde", dafür die Verpflichtung zum Sachkundenachweis.
Wer sich nach Juli 2011 seinen ersten Hund angeschafft hat, der muß den "Führerschein" machen. Es gibt nicht wenige Ausnahmen von dieser Verpflichtung. Beispielsweise gilt als sachkundig, wer innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens 2 Jahre lang ununterbrochen einen Hund gehalten hat. (Wer also vor zehn Jahren für 2 Jahre den alten Dackel der Oma übernommen hat, sich acht Jahre später einen Rottweiler zulegt, der gilt als sachkundig).

"Im Verlauf der praktischen Prüfung soll unter anderem nachgewiesen werden, dass der Halter den Hund einschätzen kann, gefährliche Situationen erkennt und in der Lage ist, etwaigen Gefahren vorzubeugen. Der Halter muss den Hund so kontrollieren, dass von diesem keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgeht". (Quelle:Klick)

Das sichere Einschätzen von Hunden und potentiell gefährlichen Situationen im Crashkurs für Ersthundbesitzer? Na, ich weiß nicht...



Ich möchte jetzt nicht als zynischer Beobachter, Klugscheißer oder Negativling gesehen werden. Hundeverordnungen stehen meistens an der Grenze zum Aktionismus. Was macht Sinn, was eher nicht. Ich kenn´ den Königsweg auch nicht. Nix tun oder einfach "Laufenlassen" ist natürlich wenig zielorientiert, klar. Paradiesische Zustände wird´s nicht geben. Falsch parken oder Tankstellen überfallen ist schließlich auch verboten ...






Den letzten Advent mit Risotto der Spitzenklasse in Aligse abgefeiert. Esi und Cleo hatten´s gemütlich warm ...






Nein, das ist kein Rentier, auch kein kleiner schwarzer Elch.
Das ist Cassy, Cleo´s einzige Schwester. Den Weihnachtsgruß schicken wir zurück und wünschen ein gutes viertes Lebensjahr!



Als Welpen lagen die beiden (Rot und Gelb) meistens zusammen.



Frohes Fest, der erste Tag ist fast gelaufen, war´n fast vier Stunden unterwegs, Weser-Lesum-Runde, kalt war´s nicht, 
jetzt sind alle abgeschlafft, essen, Sofa, Glotze, Amen.





Zweiter Tag, mit Cleo um den Unisee gegangen, am Strand war Hundeversammlung, soziales Training im Spielemodus - meistens, denn natürlich gibt´s dort auch Deppen (sowohl unter den Hunden als auch unter den Menschen). Heute hatten wir einen fast schon als bissig zu bezeichnenden Terriermix und eine recht massive Ridgebackhündin, die so ziemlich alles unterpflügte was ihr vor die Beine kam. Cleo ist ja nun robust genug (körperlich und nervlich), um diese Blöditäten wegzustecken bzw. ihnen aus dem Wege zu gehen, aber wenn ein gewisser Punkt erreicht ist, dann wird Herrli tätig (und das weiß Cleo auch). Der Mix bekam dann einen geschnippst und die Ridgebackhündin machte mit meinen Fähigkeiten als Hundefänger Bekanntschaft ...



Hier der Belag unserer Weihnachts-Pizza, der Stein ist schon ´ne halbe Stunde im Ofen. Auch gut zu sehen das uralte Schneidebrett von Schwiegermutter, allerdings perfekt restauriert von einem überaus begabten Schreiner, dessen Vorname mich an den Filmtitel
 von Doris Dörrie erinnert: "Im Innern des Wals".




Beim Schrankaufräumen auf eines meiner frühen Werke (BRÜLL !) gestoßen: Emmi, 2001, unvergessen.



Ich bin letztens auf dem Blog eines Tierarztes gelandet, weiß nicht mehr wonach ich gesucht hatte, egal. Mittlerweile hab ich viele der Posts gelesen und finde da schon Interessantes, Wissenswertes, noch nicht Gewußtes.

Dr. Rückert  ist kein Dummer (unter Tierärzten nicht ganz selbstverständlich, wenn ich das mal so flapsig sagen darf). Als Hundebesitzer sammelt man im Laufe der Zeit ja eigene und auch von anderen in Tierarztpraxen gemachte Erfahrungen. Nach gut dreieinhalb Jahrzehnten hat meine Skepsis im Sinne einer kritischen Betrachtungsweise beträchtlich zugenommen. Tierärzte sind auch nur Menschen, klar, wenn allerdings Fehldiagnosen, falsche Behandlungen und gnadenlose Abzocke die Bezeichnung “Ausnahme” längst nicht mehr verdienen, dann sollte man wach werden, wach bleiben, eine  vertrauensvolle Leichtgläubigkeit besser im Auto lassen.

Natürlich gibt´s gute, sogar richtig gute Tierärzte, keine Frage. Die müssen aber erstmal gesucht und gefunden werden, es sind nicht viele. Und meistens fällt einem erst hinterher auf, ob man einen “guten” erwischt hat. Manchmal issis dann für den Hund fast zu spät, auf jeden Fall wird´s teuer.

Wenn ich so verwegen wäre zu versuchen, auch nur den mir bekannten krassesten veterinär verzapften Mist aufzuführen, dann würde mich das viel Zeit und Nerven kosten. Und wenn ich mir dann noch ausrechnen würde, was mich persönlich diese doppelt und dreifach bezahlten Falschbehandlungen gekostet haben, puhhh ... Denn eine Geld-zurück-Garantie bei Nichterfolg gibt´s tierärztlich verständlicherweise nicht, im Gegenteil: Oft kommen nerven- und portemonnaiebelastende Odysseen auf Hund und Mensch zu, an die man noch lange denken wird. Gut, die einen sagen so, die anderen so. Nach den von mir gemachten Erfahrungen sind optimale Behandlungen in etwas schwierigeren Fällen, sowie eine der Sache angemessene faire Bezahlung zum überwiegenden Teil Glückssache, meistens hat man Pech.

Ich hab diese Thematik jetzt nochmal hochwürgen müssen, weil ich in einigen Posts des Dr. Rückert über rote Fäden gestolpert bin, die meinen Argwohn geweckt haben. Zum Beispiel kommt immer wieder das Totschlagargument der “hohen Lebenserwartung” der neueren Generationen unserer Hunde zum Tragen. Steht man dem industriellen Fertigfutter aus unzweifelhaft berechtigten Einwänden eher ablehnend gegenüber, oder möchte seinen Hund weder krankimpfen, noch im Drei-Monats-Rhyhtmus mit allerlei Wurm- und Zeckengiften meist unnötigerweise und klar definierte Nebenwirkungen ignorierend, dafür gesundheitlich durchaus belastend, traktieren lassen - stets kommt die Sache mit der hohen Lebenserwartung, passt immer, erstmal nicht zu leugnen. Auf den Menschen bezogen hieße das folgendes. Treiben Sie keinen Sport, Winston Churchill ist damit uralt geworden. Rauchen Sie von frühester Jugend an Kette, Helmut Schmidt ist damit noch älter als Churchill geworden. Saufen Sie was das Zeug hält und scheuen Sie keinen Drogenexzess, Keith Richards lebt immer noch.

Natürlich hat die moderne tiermedizinische Versorgung ihren positiven Einfluss, die Haltungsbedingungen, die Hygiene, die regelmäßige Ernährung, keine Frage. Allerdings scheint auch festzustehen, daß die Lebenserwartung bei Mensch und Tier (eine fragwürdige Unterscheidung, find ich) im Wesentlichen durch Gene bestimmt wird. Wer mal kurz was dazu lesen möchte, hier, Leibnitz-Institut für Altersforschung (klick)

Die moderne Hundezucht (natürlich nur die verantwortungsvolle) wird hier greifen. Denn nicht nur die gezielt auf Langlebigkeit (bei einigen Rassen sehr zu empfehlen) betriebene Zucht bringt etwas. Die aufwendige Auswahl der Zuchthunde im Allgemeinen wird sicherlich schon älter werdende Hunde nach sich ziehen. Als Totschlagargument für jeden erdenklichen, und profitablen, aber fragwürdigen “Unfug” ist die hohe Lebenserwartung wirklich ungeeignet, da sollte man schon etwas differenzierter hinschauen. 

Ein weiterer roter Faden (es ist mehr ein Faden im Tarnanzug, man sieht ihn nicht immer klar und deutlich) ist Dr. Rückerts liebevoll umschriebene Abneigung gegen die Roh-Fleisch-Fütterung (der Begriff "B.A.R.F." gehört für ihn in die Rubrik Foren-Comedy). Sich selbst als barffreundlichen Tierarzt zu benennen und dann in eine Litanei der Gefahren, der Irrtümer und der Blödsinnigkeiten genußvoll einzufallen, ist schon amüsant. Internetforen, Schwarzbücher und Jahrtausendirrtümer bringen Dr. Rückert (so könnte man meinen) zur Raserei. Selbst die kritischen Berufskollegen sind ihm ein Dorn im Auge (ausgenommen er selbst, natürlich).

Ich will zum Schluß kommen, mein Hund will seine Barfmahlzeit. Der vielleicht dickste rote Faden im Rückertschen Weltbild der Tiermedizin beginnt stets mit einem Wort: WIR.
Wir Tierärzte. Wir Tierärzte sind keine Abzocker, wir Tierärzte fügen Tieren keine Schäden zu, wir Tierärzte lernen ständig dazu, korrigieren freudig alte Ansichten, wie beispielsweise diesen überaus gefährlichen und massiv schädlichen Unsinn mit der Kastration mal eben so. Diesen verhängnisvollen Irrtum hat er selbst wohl nach einigen Jahrzehnten verantwortungsloser Organentnahmen nicht zuletzt auf Grund der unermüdlichen Aufklärungskampagne Dr. Udo Gansloßers (klick) eingesehen, na bravo. Kastriert wird in der Mehrzahl deutscher Tierarztpraxen nach wie vor, aber feste.

WIR, also. Wir sind gut, vertrauenserweckend, bezüglich der Entlohnung sozial gerecht eingestimmt, wir machen das schon, kommt zu uns. Kennt Dr. Rückert eigentlich alle Kollegen? Hat er einen repräsentativen Überblick der Kompetenzen und charakterlichen Voraussetzungen des Tierarztes im 21. Jahrhundert? Kann man den überhaupt haben? Was also veranlaßt ihn zu diesem haltlosen Burschenschaftgeschwätz? Ich weiß es nicht.

Gott sei dank gibt es da noch Menschen, Tierärzte, wie zum Beispiel Dr. Dirk Schrader. Der redet nicht von WIR, der redet von der real existierenden tierärztlichen Wirklichkeit. Wer mal kucken möchte, hier, klick.

Was ich auf keinen Fall unerwähnt lassen möchte: Der Blog von Dr. Rückert (hier isser, klick) ist wirklich lesenswert. Ich bin noch dabei ihn zu durchforsten und lerne dazu, zumindest erweitere ich meinen Informationsstand.






Die Welt ist kompliziert: 
Dieser Hund ist aus Gips (hat schon ´ne Minute Gebelle gedauert, bis Cleo zu zweifeln anfing) ...


... aber die Pferde sind echt, oder?





Sonntag, Vormittagsgang durch Knoops Park, Bremens schönster.


Dann kleiner Abstecher ins Overbeck-Museum um Stimmung zu tanken,


und dann gab´s wieder Seelachs auf Grünkohl - Paul Bocuse ist tot, es lebe das Herrli ...





Tja, und geknallt, geböllert und gezischt wird auch wieder. Klar. Gegen jede Vernunft, Menschen sind so.
Hier mal kurz was lesen - oder besser nicht?