Cleo wird im Dezember 11 Jahre alt, immerhin.
Sie ist gesund und fit und eigentlich noch so, wie sie immer war: Anhänglich und frech, ausgeglichen und aufgeregt, wie richtige Hunde eben sind. Aber manchmal sieht man ihr das Alter schon ein wenig an. Das macht nix, wir werden alle nicht jünger ...
Der "Tag der Deutschen Einheit" findet ja in diesem Jahr in Bremen statt, also die Veranstaltungen diesbezüglich natürlich. So wie´s aussieht, hat Bremen das ziemlich gut gemacht. Wir waren nicht im Getümmel, auch nicht beim Gottesdienst im Dom oder den Reden inner Glocke. Nicht aus Protest, ah geh, was soll´s da zu protestieren geben? Aber Events, welcher Art auch immer, sind einfach nicht unser Ding. Vielleicht sind wir zu alt oder noch nicht alt genug, wer weiß.
Auf dem Foto oben sind Nieten zu sehen, wunderschöne Nieten. Das ist keine Metapher für die aktuelle Bundesregierung oder sonst was in diese Richtung, nö, das sind die Nieten zum Befestigen der edlen Lederriemen für den neuen Rucksack, von meiner Frau gestaltet, gestrickt und gefilzt, tolles Teil. Wenn alles fertig ist, mach´ ich ein Foto und setz´es rein.
"Die Schwafler, sie sind noch nie um eine Kastanie herumgegangen. Nein, nein, ich meine nicht den Baumstamm".
(Horst Janssen)
Gestern einen sehr angenehmen Herbstgang durch´s Bradenholz gemacht. Zwei Stündchen an Stoppelfeldern, abgeernteten Maisflächen vorbei, und natürlich durch den Wald, Mischwald, weitestgehend naturbelassen. Wenig Singvogelgesang, dafür hämmerte der Specht. Vermutlich ein Schwarzspecht, wir ham ihn letztens schattenhaft vorbeifliegen sehen.
Aber wie im richtigen Leben ist nicht alles NUR schön. Cleo stieß einige unangeleinte Meter vor uns auf etwas, ihrer Nase nach Wohlriechendes, und jeder weiss, was dann kommt: Genau, wälzen, blitzartig und wie von Sinnen, rechte Schulter, Hals und Backe, das volle Programm. Frauchen versuchte noch, das Schlimmste mit einem mörderischen Schrei zu verhindern - vergebens. Auch auf den Hund ernstgemeint bedrohlich zuzustürmen bringt nichts, er ist im Wälzwahn. Es wäre wie der Versuch, einem Junkie die Pumpe aus der Vene zu reißen. Also gut, wir kämpften mit den aufsteigenden, uns selbst erschreckenden Gefühlen unserem Hund gegenüber. Cleo hatte ihre Freude, tänzelte in einer Wolke ohrenbetäubenden Gestanks um uns rum, Applaus, Applaus, ein Maulwurf in flüssiger Form hat schon was. Der Härtetest kam dann auf der Heimfahrt im Auto, denn irgendein noch so kleines Gewässer zur olfaktorischenVerdünnung war nicht zu finden.
Als nächstes kam die Dusche. Cleo steht nicht oft in der Badewanne, ihr Fell ist normalerweise selbstreinigend. Die Aktion verlief unaufgeregt, kostete mich allerding die Hälfte meines Weleda Hirse/Gentle & Mild Shampoos. Und dann hatten wir den keimfreiesten und wohlduftensden Entlebucher aller Zeiten. Auch schön.
"Werd´ ich zum Augenblicke sagen:
Verweile doch, du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
dann will ich gern zugrunde gehn!"
(Johann Wolfgang von Goethe)
An Claude Monet (klick) gedacht, nur ohne Seerosen ...
dieser Betrieb verzaubert einen.
Achtung: Werbung.
Aber ich musste das Öl bezahlen und ich hab´s gern bezahlt, immer wieder!
Cleo im Fahrstuhl auf dem Weg nach oben, vierte Etage, huiiii
Da unsere Olivenölflaschen verkorkt sind (alle Achtung!), brauchen wir natürlich einen Korkenzieher. Und da wir weder Wein noch sonstige alkoholische Getränke konsumieren oder trinken, gibt´s keinen Korkenzieher in unserem Haushalt. Das muss sich nun ändern. Also nutzten wir heute Vormittag die Gelegenheit, Cleo mal wieder der Zivilisation in der Bremer Innenstadt auszusetzen (zu Übungszwecken) und spazierten an der Weser lang, über´n Marktplatz hin zu Manufactum. Da lag der günstigste Zieher bei 44,90 Euro inclusive Bedienungsanleitung. Besonders gefallen hat uns das Kellnermesser von Laguiole mit Büffelhorngriff für schlappe 249 Euro ... Also weiter zu Karstadt, wie immer insolvent, aber auch hier lagen die futuristischen Edelstahlzieher über 25 Euro.
Wir wollen einen Korkenzieher wie von Oma, mit schlichtem waagerechten Holzgriff, gerne auch rot lackiert, ohne Bedienungsanleitung. Und die gibt´s noch, unter 5 Euro, mal schau´n wo wir einen bekommen in dieser versnobten Welt.
Gott ja, es ist doch nicht der von Oma geworden. Frauchen warf den Kraftaufwand bei Oma´s Ziehung in die Waagschale und das war schon ein Argument ...
anner Weser lang bis zum Wehr, dann zurück am Werdersee und auf der anderen Seite der Weser, bei herrlichem Wetter, doch, doch, das gibt´s. Cleo war nicht mit, 20 Kilometer am Rad, nö, da wartet sie lieber auf´m Sofa, wir war´n ja am Vormittag unterwegs, das reicht ihr, bestimmt.




















