Freitag, 1. Juni 2018

Juni




Es gibt keine verkannten Genies. Jeder findet im Leben den ihm angemessenen Platz.

(Ernst Jünger)



Cleo kriegt ja als Barfanteil "RFK", die rohen Fleischknochen, so täglich 70 g, zum Zwecke der Mineralienzufuhr. Wir wechseln zwischen Entenrücken und Kalbsbrustbein ab, weil der Rücken sehr calziumintensiv ist, das Kalbsknorpelbein weniger, so kommt man auf einen guten Durchschnitt (damit sie nicht verkalkt wie der amerikanische Präsident). Gefüttert wird gewolft, also geschreddert. Das Fleisch an den Knochen ist wichtig, weil der Magen ein paar Blutmoleküle braucht um ausreichend Säure zu produzieren, sonst droht Verstopfung. Und roh müssen Knochen immer sein, weil erhitzte (gekocht oder gebraten) porös werden und splittern und großen Schaden im Hund anrichten können. Belehrung beendet, hahaha. Nun gibt´s im Barfshop das Kalbsbrustbein auch in kinderfaustgroßen Brocken, vier in einer Tüte. Die wollt ich mal probieren, knabbern ist ja gut. Von "Eske" wissen wir, dass sie die zwar in kleiner Menge aber immerhin vorhandenen Knochenstückchen wieder auskotzt, meistens nachts oder am frühen Morgen. Nicht sooo schlimm, aber auch nicht schön. Nun waren wir auf Cleos Verdauungskünste gespannt. Und heute Morgen gegen vier weckte sie uns mit dem Satz in den Augen: Ich muss gleich brechen, und das tat sie auch, zweimal flogen paar übriggebliebene Knochenstückchen wieder raus. Kein großes Ding, aber nun wird´s bei dem Gewolften bleiben und was mit den restlichen drei Brocken passiert ist noch ungewiss.

Weiter im Text. Da wir nun mal wach waren und der Morgen graute, machten wir uns startklar und gingen mit Cleo am Stadtwald lang, um den Unisee inkl. schwimmen und zum Auto zurück, knappe anderthalb Stunden. Dann heme und frühstücken, war erfrischend und hat Spaß gemacht, die Welt im Urzustand, sozusagen.





Anschließend befasste sich Frauli mit dem kleinen Couch-Esstisch, die Platte hatte einen neuen Anstrich längst verdient. Sieht jetzt wieder richtig "wertvoll" aus. Herrli packte die Angelsachen zusammen, fuhr an die Lesum und hoffte bei grellster Sonne und 24 Grad Wassertemperatur auf einen suizidgefährdeten Zander. Nach zwei Stunden des Ausprobierens aller verfügbarer Kunstköder, Methoden und Tiefen war Schluß mit lustig - sind alle in Therapie, die Zander ...



Erinnerung an bessere Zeiten

Auf dem Heimweg bei Alnatura noch herrliche Kräuter geholt: Für den ersten Kräuterquark des Jahres, Quark, Joghurt, Leinöl und Kräuter bis der Löffel schlapp macht. Dazu neue Pellkartoffeln, büschen Butter - ein edles Mittagessen!



Die Wildblumen machen den Balkon zum Garten ...


und die Zucchini legen richtig los!






An den Häusern klebt der Sommer,
und die U-Bahnschächte atmen schwer ...








Sonntag, ideales Kanutour-Wetter, Hamme und Beek, vorher Austobegang, nachher Picknick, niemand ertrunken, alles war wunderbar!














Erdbeeren, ein Himmel voller Erdbeeren!



Es kann, darf und muss wieder gepflückt werden,
da lacht das Orthopädenherz ...


Satte fünf Kilo in 20 Minuten,
die Ernährung der nächsten drei Tage ist somit gesichert.


Heute mal mit Pudding, lecker!



Anschließend an die Ochtum, Cleo wollte schwimmen. Léza getroffen, die Vizslahündin, alte Freundin. Beide wasserbegeistert und so warfen Ina und ich die Spielzeuge weit hinaus - ein Fehler. Denn in der allgemeinen Aufregung waren die Hunde unkonzentriert, verfolgten die Landung im Wasser nicht, paddelten Amok, wurden von uns immer wieder angefeuert und geschickt: Voraus, hol´ Kong!, taten ihr Bestes, aber diesmal reichte das nicht. Langsam trieben da 36 Euro edles Schwimmspielzeug in Richtung Nordsee ab. Geld ist nicht alles, versuchten wir uns einzureden, ärgerten uns trotzdem über die eigene Blödheit. Wenn jetzt einer im Boot vorbei käme, sinnierten wir noch. Und ... dann kam tatsächlich einer! Älterer Mann im Kajak. Hallo, könnten Sie uns aus der Patsche helfen? Er half uns, Spielzeuge gerettet, Hunde froh, wir froh, vielen Dank, und auch der nette Bootsmann freute sich mit den Worten: Schön, wenn man mal was Sinnvolles machen kann. Der hatte echten Humor!






Heute wieder fast unerträglich warm, an die 30 Grad. Morgens wird geschwommen, ausgiebig, und dann wassergekühlt gesaust, gerannt und gespielt. Nachmittags noch ein ruhiger Gang durch den schattigen Bürgerpark, ansonsten dösen und schläfeln.



Cleo schnauft und schnorchelt beim Schwimmen, das ist wohl ihr Temperament. 








Samstag, jetzt issis schwül, ganz schön schwül, naja.  Gebadet und büschen gesaust ham wir nach dem Einkauf, gut.
Was gab´s zu Mittag? Oh, lecker Reis mit sowas, hier das Rezept.


 Zwiebeliges, also Schalotten, Frühlingszwiebeln, Knoblauch.
Zucchini, rote Paprika, Pilze satt. Tomaten aus der Dose. Gute Dosentomaten sind unschlagbar aromatisch, aber die Ganzen kaufen und selbst zerschneiden, dabei auf Qualitätsminderungen achten und die Strünke rausschnibbeln.




Becher Sahne, Feta und Parmesan.


 Das Gemüse inner großen Pfanne anschwitzen und unterm Deckel sieben, acht Minuten köcheln lassen, dann Feta dazu (in Stückchen gebrochen, logisch), umschichten, Pfeffer rein, wenig Salz, dann die Sahne. Drei Minuten köcheln, dann den garen Wildreis dazu, umschichten, auf die Teller, Parmesan nach Belieben (wie alles annere auch).





"Natürlich sind zehn Deutsche dümmer als fünf Deutsche".

(Heiner Müller, Dramatiker der DDR, 1929-1995, ich liebe ihn sehr, BRÜLL !)







Mein Steppenwolf



"Das kam wahrscheinlich daher, dass er im Grunde seines Herzens jederzeit wusste (oder zu wissen glaubte), dass er eigentlich gar kein Mensch, sondern ein Wolf aus der Steppe sei. Es mögen sich kluge Menschen darüber streiten, ob er nun wirklich ein Wolf war, ob er einmal, vielleicht schon vor seiner Geburt, aus einem Wolf in einen Menschen verzaubert worden war oder ob er als Mensch geboren, aber mit der Seele eines Steppenwolfes begabt und von ihr besessen war oder aber ob dieser Glaube, dass er eigentlich ein Wolf sei, bloß eine Einbildung oder Krankheit von ihm war."

(Aus: Traktat vom Steppenwolf, Hermann Hesse, 1927)


Der Hund einer Nachbarin (kleiner weißer Wischmopp, hahaha) war beim Tierarzt. Nun gut, warum war er da? Er hatte entzündete Augen, Diagnose: Vier Grannen hatten sich unter den Lidern festgesetzt. Von Grannen, diesen fiesen mit Widerhaken bestückten Teilen von Getreideähren und Gräsern, hat man ja schon gehört. Und bisher hatte keiner unserer Hunde damit ernsthafte Erfahrungen gemacht, Glück gehabt. Kann schnell anders ausgehen. Nachbarshund wurde leicht sediert und die Grannen unter den Lidern entfernt, Antibiotikum, Augentropfen, Nachkontrolle, gut 100 Euro beim TA gelassen. 
Da Cleo ja ständig durch die Landschaft saust, auch mal einen Abstecher ins Getreidefeld macht (was sie nicht darf), sind wir nun doch etwas sensibilisiert dem Thema gegenüber.

Hier mal ´ne Info, klick!




"Sind Vogelscheuchen Säugetiere? Man sagt, dass sie sich rasch vermehr´n indem sie nachts die Hüte tauschen ..."





(Achtung, der Blogbetreiber, also ich, distanziert sich entschieden von dieser Ansicht)

4. Leckerlies sind Bestechung – mein Hund soll aus Liebe zu mir arbeiten!
    Ja, es gibt diesen Unsinn noch in den Köpfen vermeintlicher Hundefreunde und -flüsterer!
    Leckerlies sind Belohnungen, sprich Bezahlung für lohnenswertes Verhalten!
    Und diese Bezahlung ist zu leisten, auch wenn die dafür geleistete Arbeit Routine ist! Wer das nicht kapiert, der sollte zu seinem Chef gehen und ihm folgende Worte sagen: "Lieber Chef, ich danke Ihnen, dass ich für Sie arbeiten darf. Und – ich mag Sie so sehr, dass ich in Zukunft meine Arbeit, mindestens aber meine Routinearbeiten, für Sie ganz umsonst machen werde!" Schauen wir mal, ob wir demnächst davon in der Zeitung lesen…



Ja, Herr Probst, von den 10 Mythen, Mären und Seifelblasen rund um den Hund mögen 9 im Ansatz noch zutreffend sein. Aber ihre Seifenblase Nr. 4 platzt schon bevor sie in die Farbigkeit kommt. Tja, diesen Unsinn mit der „Lieber Chef- Methapher“ gibt’s bedauerlicherweise immer noch viel zu oft in den Propagierungsversuchen der Hundeschulbetreiber. Warum wohl? Der Hundeschulbetreiber muss seine Miete zahlen, braucht Geld, braucht Kundschaft, braucht den schnellen Erfolg. Über den sinnlichen Nährwert der „Leckerlie Lüge„ muss man nicht weiter reden, das ist wohl auf kompetenter Ebene geklärt worden. Über die Illusion der Kontrolle über den Hund mit dem Leckerliebeutel, über die Reduzierung seiner Persönlichkeit und über die Beleidigung seiner Intelligenz könnte man noch reden, muss man aber nicht. Zeitunglesen kann nicht schaden. Wenn man das ausgiebig täte, dann könnte einem der Gedanke kommen, dass ein Großteil der wirklich wichtigen menschlichen Aktivitäten im Bereich der Ehrenamtlichkeit stattfindet, z.B. Ärzte ohne Grenzen usw., und ohne polemisch werden zu wollen: Menschen mit Überzeugungen sind allemal zuverlässiger als Söldnertypen, oder? Aber Analogien dieser Art sind eh doof, weil Hunde keine Menschen sind, und so ein Wolfsrudel funktioniert ganz wunderbar ohne Bezahlung in Leckerliewährung, denk ich.



Die Matjes-Saison ist eröffnet, jetzt gibt´s Enzyme bis der Arzt kommt!!! Gestern schon mal angefixt, zwei Doppelfilets mit frischem Brot ... Auf dem Weg zum Auto einen Griff liebevoll frittierte Sardinen wechjeputzt, war ganz in Portugal, am Meer, Hafengetümmel, leichte Brise vom Atlantik (oder issis der Pazifik, egal), Cleo hat auch paar abgekriegt - dann kam die Politesse, Traum geplatzt, zack!





Am Nachmittag wurd´s doch noch recht warm draussen, auf die Uniwiese gehockt, bequeme Sessel da, und Cleo mich bespielen lassen, auch mal angenehm ...






Regionaler Bericht bzw. Interview von "Buten un binnen, Radio Bremen" mit der Überschrift:
"Niemand will den Wolf aus Deutschland vertreiben".
Lustig. So einen ähnlichen Satz hat Walter Ulbricht am 15. Juni 1961 gesagt ("Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten").

Hier das Interview, wen´s interessiert, bitte, klick.





Gestern mal wieder `ne Zecke gefunden und geräuschlos entfernt. Wir hatten uns ja das "Öko-Antizeckenspray" gekauft, aber noch nicht benutzt, benutzen müssen. Denn bei einer Zecke alle zwei Wochen werden wir (zumindest in Norddeutschland) noch nicht tätig. In diesem Jahr hält sich die Zeckenwelt cleomäßig sehr zurück, obwohl man wegen des milden Winters anderes erwartet hatte. Auch Cleos übliche leicht allergische Reaktionen auf Gräser und besonders die pieksenden Schilfstengel an den Ufern (und da sie nun täglich schwimmt, einen nackigen Bauch hat und so intensiven Piekskontakt bekommt) treten in diesem Jahr deutlich abgemildert auf. Könnte das alles mit der Ernährungsumstellung aufs Barfen zu tun haben? Ich bin nicht wundergläubig, nicht ideologisch verblendet, nö, ich hab die normalen Angststörungen, büschen schizophren, das schon (Brüll !!), aber von einer gesundheitsfördernden Wirkung der chemie- und abfallfreien Ernährung sind wir schon ausgegangen, und finden uns bestätigt. 



Samstag, wird wieder schwül, egal, Einkauf absolviert, mit Cleo ausgiebig anner Ochtum gegangen und geschwommen und büschen Hunde getroffen. Nette Frau mit acht Monate altem Leonberger anner Flexi, lustiger Hund, hilflose Frau, bald ist der Hund schwerer als sie, dann muss das Mentale sitzen ...


Wieder bei Fisch-Bodes gewesen, es zieht mich dorthin, Matjes for ever!






Die mentale Arbeit an und mit Cleo hört übrigens auch nicht auf, vermutlich niemals. Aus Cleo einen dauerhaft folgsamen Hund zu machen wäre so, als hätte man versucht Che Guevara einen Job als Pförtner bei Woolworth anzubieten ...

Neuerdings wird Frauli beim Aussteigen aus dem Auto angebellt, also ziemlich ausdauernd sehr unverschämt ausgekläfft, und Cleo ist davon mit pädagogischen Mitteln nicht abzuhalten. Gestern hatte Frauli die Faxen dicke, hat Cleo an den Ohren hochgehoben, zweimal über ihrem Kopf teufelsradmäßig rumgeschleudert, wieder abgesetzt und Ruhe war! Kleiner Scherz, aber eine nicht ganz zornfreie Ansage hat Cleo schon gekriegt, manchmal braucht sie die, hat geholfen, schau´n wir mal, dann seh´n wir schon.

Mir passiert es immer mal wieder, dass die scheinbar folgsame Cleo rechts neben mir unangeleint an einem entgegenkommenden Hund brav vorbeiläuft, um dann plötzlich in einer Nanosekunde doch noch zum Artgenossen hinzuschießen. Natürlich nur zum Zwecke einer freudigen Begrüßung, keine Frage, aber trotzdem gegen die Regeln, gegen die von MIR aufgestellten Regeln! Wer bin ich denn, Rudolf Scharping, oder was?






"Blickkontakte zwischen Hunden und ihren Besitzern stärken die Bindung zwischen beiden. Schaut ein Herrchen oder Frauchen seinem Hund in die Augen, steigt in seinem Körper der Gehalt des Hormons Oxytocin. Und auch beim Hund wird dieses Bindungshormon vermehrt ausgeschüttet. 
Die Ergebnisse sprächen dafür, dass ein sich selbst-erhaltender Oxytocin-Regelkreis zwischen Hunden und Menschen existiert, der dem zwischen Müttern und Kindern ähnelt. Vermutlich habe die Entwicklung dieser positiven Rückkopplung die tiefe Bindung von Hund und Mensch, über Artgrenzen hinweg, ermöglicht."



"Und eines sollten wir alle niemals vergessen und uns vielleicht nun auch nach dem Lesen dieses Beitrages nochmal „vor Augen“ führen: Wir sollten unsere Hunde wahrnehmen, egal, ob wir gerade Stress haben, ganz andere Probleme im Kopf, das Haus vielleicht voller Sorgen  haben; ignorieren wir beispielsweise den Blickkontakt, verlieren wir auch den Bezug zu unseren Hunden oder lassen Sie es mich etwas drastischer ausdrücken … dann sind es die Hunde, die den Bezug zu uns verlieren, für die es gar keinen Sinn mehr machen würde, Kontakt zu uns aufzunehmen. Unsere geliebten Vierbeiner sollten also immer die Chance bekommen, einen Blickkontakt zu uns herzustellen, diesen erwidert zu bekommen und diesen durch uns Menschen zu schließen, nämlich mit einer schönen Aktion.
Das Gegenteil wäre natürlich verehrend. Bemerken Sie die Blicke Ihres Hundes nicht oder aber Sie ignorieren sie, weil Sie das als selbstverständlich betrachten, nun, dann werden Sie bald einen Vierbeiner vielleicht wohl noch an Ihrer Seite haben, aber den Blickkontakt zu Ihnen, wird er nicht mehr suchen. Das wäre furchtbar!"



Naja, auch ein Blickkontakt, allerdings war ich froh über den Graben zwischen uns ...
Ansonsten war der Gang in Neu-Helgoland anner Hamme lang entspannend und ereignisreich, kühl war´s, 
also unter 20 Grad, angenehm.





Achtung! Bremen hatte eine gute Idee! Bitte merken, kommt selten vor ... Die fast 1000 Meter lange Spundwand in Lemwerder gegenüber Vegesack ist von Graffiti-Künstlern aus "aller Welt" verschönt worden - mit Erfolg, wie wir finden!









Und hier unser Favorit zum Thema: "Positives Denken"!







Impulskontrolle – was heisst das genau?

Es ist die Fähigkeit, einen durch innere oder äussere Faktoren ausgelösten Impuls beherrschen zu können. Spielt eine große Rolle im sozialen Leben von Menschen und eben auch Hunden. Man kennt das von sich selbst: Reizüberflutung, man wird hibbelig, die Nerven liegen blank – Amok.
Jeder hat da seine eigene Grenze. Der eine gerät schnell aus dem Gleichgewicht, der andere ist kaum aus der Ruhe zu bringen. Die Kunst der Beherrschung kann bis zu einem bestimmten Punkt erlernt und eingeübt werden. Ich hab das mal laienhaft ausgedrückt, aber es ist wohl klar, was gemeint ist. Gut.

Jetzt zu den Hunden. Hunde kommen mit einem gewissen Temperament auf die Welt. Ein Bordercollie ist anders verpackt als ein Neufundländer. Auch innerhalb derselben Rasse gibt’s natürlich individuelle Unterschiede. Der Grad der Erregbarkeit eines jungen Hundes wird von vielen Dingen bestimmt, vom Wesen an sich, von der Zeit beim Züchter, der gemachten Erfahrungen mit Umwelt, Artgenossen und Menschen. Hatte der Welpe zu viele oder zu wenige Möglichkeiten sich mit seiner Welt auseinandersetzen zu können, war er unterfordert oder eher überfordert, hatte er genügend Ruhephasen und vieles mehr. Ursachenforschung bringt also wenig. Man hat seinen Hund, der ist wie er ist, und nun machen beide das Beste aus sich.

Einen dieser „ADHS-Typen“ in einen ruhigen, allzeit hochkonzentrierten und pflegeleichten Hund zu verwandeln ist unmöglich. Seine situativen Erregbarkeiten und Nervositäten, seine Fahrigkeiten bis hin zur kurzzeitigen Unerreichbarkeit sind kein Trotz, keine Aufsässigkeit, nix Böswilliges – der kriegt in diesen Momenten schlichtweg seine Nerven nicht in den Griff. Er hat Schwierigkeiten mit der Impulskontrolle. Da kommt man mit irgendwelchen Erziehungsmethoden, ob Leckerli oder Stachelhalsband, schnell an Grenzen. Man muss seiner "Nervensäge" helfen sich besser kontrollieren zu können, runterzufahren. Denn da die Ursache vielfältig ist muss auch die Hilfe, das Training, die Therapie individuell sein.

Ich hab inhaltlich mit meinen Worten wiedergegeben, was man im Interview mit Ariane Ulrich nachlesen kann, hier bitte klicken.

Und falls es dem einen oder anderen noch nicht aufgefallen ist: Cleo ist so ein Hund, zumindest ansatzweise. Sie war so von Anfang an. Kein Neufundländer, nö. Reizempfänglich isse schon, kein Untertanentyp, kein Soldat, fährt in gewissen Situationen schnell hoch, ist manchmal schwer wieder runterzukriegen. Natürlich hat sie überwiegend Stärken, kooperiert, ist ganz bei uns, sehr eng an uns dran, macht mit, lernt, fordert was ihr zusteht, ist übermäßig menschenfreundlich, sozial kompetent mit Artgenossen, hat sogar stoische Züge. Wenn´s klingelt, der Paketbote hochgetrampelt kommt oder der Klempner den Wasserhahn tauscht, dann bleibt sie in ihrem Körbchen liegen, hebt kurz den Kopf, wenn überhaupt, für uns total verblüffend. Trifft sie allerdings im Treppenhaus auf einen Nachbarn, dann ist sie in ihrem Freudentanz kaum zu bremsen, oft klemm ich sie zwischen meinen Beinen ein, damit der Nachbar in seine Wohnung kommt. Naja, ein weites Feld so ein Hund, eigentlich unbeschreiblich. 

Jeder hat den Hund, den er verdient? Mag sein. Wir haben Cleo und das ist wunderbar.










Dienstag, 1. Mai 2018

Mai - der Mai ist tatsächlich gekommen ...




Nächtelang nachgedacht,
jahrelang überwacht,
tausendmal aufgegeben,
alles falsch, ich will nur leben.

(Songtext, Grönemeyer)




1. Mai wettermäßig:

Das Tiefdruckgebiet "Quitta" zieht sich mit seinen Regenwolken von Südskandinavien in Richtung Finnland und Nordwestrussland zurück. D.h. nicht mal 7 Grad, recht windig und regnerisch. Trotzdem zwei Stunden Gang um´s Hollerland gemacht, war schön.



Wunschdenken am Horner Bad



Frauli liest den Blog einer jungen, sehr netten Familie mit zwei kleinen Kindern mit, und die machen sich nun einen Schrebergarten, demnächst wird das Häuschen gebaut und man befasst sich eingehend mit dem Handwerklichen, z.B. mit Innenlasuren. Heute hat der Bauherr etwas über die Bezeichnung "griffsympathisch" bei Lasuren geschrieben und sich darüber köstlich amüsiert. Ist ja auch ein witziges Wort: Griffsympathisch! Wer schon mal lasiert hat und abschließend seine Hand über´s Holz gleiten ließ, der kann mit dem Adjektiv was anfangen ...

In meinem Kopf gehen die Gedanken unausweichlich vom Holz zum Hund. Meine ersten beiden Hunde waren ja Schnauzer, mittel, Pfeffer und Salz. Und Schnauzerhaar ist hart, drahtig, stockig. Hat viele Vorteile, witterungsbeständig, unempfindlich, rattenbißfest. Aber eines issis nicht: griffsympathisch. Trotzdem ham meine Drahthaarigen des öfteren neben mir auf dem Kopfkissen gepennt und selbst der nicht zwingend keim- und geruchsfreie Bart hat mich nicht gestört. Wer den "Duft" seines Hundes nicht mag, der soll nicht von Liebe sprechen, hahaha. 

Was ich sagen wollte: Entlebucher sind die griffsympathischsten Hunde der Welt. Ja, das finden wir! Entlebucherfell ist fein und dicht, hat Volumen (zumindest im Winter), ist weich aber nicht weichlich, und es duftet! Es duftet nicht wie das Fell anderer Hunde, ich kann nicht sagen wonach es duftet und wie genau es sich anfühlt. Man muss Hände und Gesicht hineingedrückt haben - und man ist verloren, auf ewig!







Da isser! Endlich, nu gibt´s kein Halten mehr ...



In der letzten Woche hatte Cleo die zweite Zecke des Jahres. Früh gefunden und mitleidslos entfernt. Wenn´s mehr als zwei Zecken in der Woche werden, dann probieren wir das Melaflon Spray aus, schon gekauft, steht auf dem Badschrank und scharrt mit den Hufen. Wer interessiert ist - hier gibt´s das Zaubermittel, hahaha, klick.




So stell´ ich mir die Deutsche Bank in 20 Jahren vor ...



Nochmal kurz zur Ernährung. Unser Barfen ist nun längst zur Routine geworden. Der vollständige Verzicht auf Industriefutter ist nicht nur unkompliziert, ohne besonderen Aufwand oder ein weiterführendes Studium umsetzbar. Es macht große Freude, der Hund freut sich, der Mensch auch, und man kann sich überhaupt nicht mehr vorstellen, mit welcher seltsamen "Überzeugung" man seinen Hunden Tag ein, Tag aus dröge Fleischabfallkekse in den Napf geschüttet hat. Gut, ich will niemanden unzufrieden machen -
 oder doch?
Mit der Routine und besonders dem Gebrauch des eigenen Gehirns (inklusive der Informationen) ist die geschürte Angst, fehlzuernähren verschwunden. Und das ist erfrischend ...
Die grammgenaue Abwiegerei ist in den berechtigten Hintergrund gerutscht. Was soll das? Wiegt man sein eigenes Mittagessen etwa ab? Nein, niemand tut das. Die Grundlage der Anteile bleibt selbstverständlich bestehen: 50% Muskelfleisch, 30% Pansen, 15% Innereien, 15% Rohe Fleischknochen (gewolft, bei uns Entenrücken und Kalbsbrustbein). Die Zuführung von pflanzlicher Kost und Kohlenhydraten ist bei uns "spontaner" geworden. Geraspelter Apfel, Pastinake, Möhre, zerquetschte Banane, und Pürees, z.B. Kartoffel, Süßkartoffel, Steckrübe usw., und auch das geht ohne Aufwand ab, denn meistens gibt´s einfach was von uns: Essen wir Seelachs mit Püree, kriegt sie davon was ab, gibt´s Buchweizenauflauf auch, die äusseren Blätter vom Chicoreé, die Enden der Zucchini ... kurz in den Mixer und zack. Weniger "dogmatisch" ist ebenso unser Umgang mit Nudeln und Reis geworden. da wandert immer mal was ins Näpfchen, und ein rohes Eigelb in der Woche kommt auch gut an. Kurz eingeweichte Möhrenpellets (Olewo) sind meistens dabei und natürlich der TL Lachsöl. Milchprodukte wie Quark, Joghurt oder Käse sind als Zwischenmahlzeit immer willkommen. Aber wie gesagt - hört sich viel aufwendiger an als es ist. Mach ich mir einen Quark, kriegt sie zwei Löffel ab. Machen wir uns Käsebrote, kriegtse paar Stücke als Suchspiel versteckt.

Nun aber Schluß, sonst bekommen wir noch böse Briefe, hahaha, und Cleo langweilt sich schon ...




Es ist ja, wenn ich uns mal „outen“ darf, mit unseren Hunden, und insbesondere mit Cleo, nicht immer ganz einfach.
Das mag an der Auswahl des Welpen liegen. Es gibt sone und solche, ruhige Vertreter bis hin zu genetisch verankerten Rebellen, mal etwas plakativ gesagt. Es gibt bis zur Übermenschlichkeit ausgeglichene Halter, geradezu meditative Alltagsbedingungen oder fehlerfreie Dauerseminarteilnehmerinnen. Es wird noch einiges mehr geben, das für die real existierenden Persönlichkeit eines Hundes verantwortlich ist, oh ja. Es gibt allerdings auch ziemlich „abgedeckelte“ Hunde, wenig spontan, büschen langweilig, oder „monofixierte“ Leckerliartisten. Und es wird vielleicht ab und an einen „perfekten“ Vorzeigehund geben.

Nichts von alledem trifft auf uns und Cleo zu. Bei uns herrschen Stimmungsschwankungen, Unausgeglichenheiten, Inkonsequenzen, der Mut zum Irrtum bis hin zum Größenwahn. Also alles wie im richtigen Leben. Gibt´s ein Ziel, eine Richtung? Selbstverständlich! Geordnetes Chaos, die Quadratur des Kreises – was denn sonst …

Gudrun Landgrebe hat in „Rossini“ ihren kleinen Monolog, der bringt´s auf den Punkt:
"Ich will Lust bis zur Besinnungslosigkeit - und Ruhe. Leidenschaft bis zum Wahnsinn - und Frieden."



Ham uns ´ne gute Napfunterlage gekauft, weil der Napf-Anti-Rutsch-Ring schwarze Abdrücke auf dem Küchenboden hinterläßt,
und das gefällt der Hausfrau nicht. Hier mal klicken.



Noch eine kleine Aktualisierung bezüglich Cleos Ernährung.
An sich ist "Rindfleisch durchwachsen", also mit Fettanteil, nicht schlecht, Fett ist Energieträger. Nun ist mir zusammen mit dem auch nicht gerade fettfreien Pansen gefüttert allerdings doch etwas zu viel Fett dabei. Wir nehmen ab jetzt "Rindfleisch mager", paar Groschen teuerer.





Samstag, 5ter, ein echter Sommertag! Fast schon zu warm. Cleo war viel im Wasser. Wir hatten neue Butterkartoffeln mit Möhrenstreifen, Zuckerschoten und Fisch, Seelachs und Goldbarsch, frische Petersilie. Cleo auch ...


Morgendlicher Gang um´s Hollerland, sommerlich warm, noch aushaltbar, kurzer Kontakt zum Polizisten auf dem Rennrad 
in Zivil: "Sie wissen aber schon, dass Brut- und Setzzeit ist und Hunde im Landschaftsschutzgebiet sowieso 
angeleint werden müssen ..?". "Ja, natürlich weiß ich das, und Sie ham natürlich auch gesehn, dass mein Hund brav paar Meter vor mir den Weg langläuft ...". "Hab ich, aber es gibt eben auch eine Menge unerzogener Hunde. Sein Sie lieb, geben ein gutes Beispiel ab, leinen Sie ihn an ...". "Das mach ich". Wir wünschten uns noch gegenseitig einen schön´ Tach und ich dachte so: Was gibt es Netteres als einen freundlichen, demokratisch legitimierten Polizisten auf dem Rennrad, hahaha!




Idylle eins,


Idylle zwei,


Autobahnbrücken-Training,


Ungeheuerlich ...


Neid ist begrifflich und per Definition ein negativ besetztes Wort. Es soll auch konstruktiven Neid geben, aber damit kann ich jetzt nix anfangen. Also Neid issis dann nicht, denn wir freuen uns mit Esi und den Aligsern. Worüber freuen wir uns? Naja, die schlendern momentan bei Denneville an der nordfranzösischen Küste die unendlichen, weiten Sandstrände lang - und da wären wir gern dabei, und wie ...



Bonjour Esi, notre bonne fille


Wir haben eine Nachbarin mit Hund. Kleiner Tierheimhund, nette Rentnerin, allein, ohne Auto, dafür hat sie einen Schrebergarten. Nun macht eine Herzklappe nicht mehr mit, sie muss ins Krankenhaus, anschließend Reha. Wer nimmt den Hund? Die einzig in Frage kommende Freundin ist noch zwei Wochen im Urlaub, kann dann übernehmen, schon mal gut. Es herrschte Ratlosigkeit. Wir kommen als temporäre Pflegestelle nicht in Betracht, Cleo ist ans Alleinbleiben gewöhnt, die Nachbarshündin nicht. Ich bin dann mal zum Tierschutzverein um Rat einzuholen, und den bekam ich auch. Allerdings war ich verblüfft über die Aussage, dass es mit Pflegestellen oder überhaupt mit tierliebenden Menschen, für Notfälle wie diesen, recht mau aussieht. Ich hatte mit einer längeren Liste von Adressen gerechnet. Die nette Tierschutzfrau machte mir allerdings Mut bezüglich einer Tierpension in der Nähe, die als seriös, nicht zu teuer und "empfehlenswert" gilt. Kurzum: Da fährt Frauli mit der Nachbarin heute Nachmittag hin, der Hund bleibt für elf Tage da, die Nachbarin geht in die Klinik.

Ich stehe Tierpension grundsätzlich ziemlich skeptisch gegenüber, vielleicht ein Vorurteil, vielleicht auch nicht, schon einiges Schlimmes gehört. Fakt ist, so auch die Tierschutzfrau, dass die Abgabe eines Hundes in einer Pension Stress macht, großen Stress, der Hund weiß ja nicht, was mit ihm geschieht, plötzlich isser allein auf der Welt. Stress ist nicht gut für´s Immunsystem und erhöht die Anfälligkeit für diverse Komplikationen oder Erkrankungen. Da ist ein Giardienbefall beispielsweise schon wahrscheinlicher als im normalen Leben eines Hundes, denk ich. Na, was soll´s. Es mag Ausnahmesituationen geben, in denen keine Wahl bleibt. Es gibt auch Leute, denen zwei Wochen "Ballermann" wichtiger sind als ihr Hund.

Für uns ist der Gedanke, unseren Hund wegzugeben, gar nicht denkbar. Nicht aus irgendwelchen Besserer-Mensch-Gründen, nö, es ginge nicht. Es wäre wie eine Organentnahme bei guter Gesundheit, ausgeschlossen! Selbst im schwärzesten aller möglichen Fälle würde ich eher versuchen Cleo mit auf die Intensivstation zu schmuggeln, auf ihrer Filzmatte unter der Herz-Lungen-Maschine ...


Good News:
Der OP-Termin unserer Nachbarin ist wegen Überlastung der Klinik um zwei Wochen verschoben worden. Der kleine Hund muss also NICHT in die Pension, kommt dann gleich zur Freundin und 200 Euro bleiben auch noch im Sparstrumpf - das freut uns für alle Beteiligten! 




Voilà, pour Heiner et moi ...






Mittwoch, es herrschen 26 Grade im Schatten, Cleo hat ausgiebig das Wasser im Kuhgraben (ist kein Graben, ein kleines Flüsschen zwischen Stadtwald und Wümme) schaumig gepaddelt, auch gesaust, aber kurz. Jetzt meditiert sie ...

Ich war einkaufen und durfte zum hundersten Mal die Ignoranz meiner Mitmenschen erfahren. Da stehn sie an der Kasse, hinter ihnen eine Schlange weiterer zahlungswilliger Leute und ... und sie suchen in ihrer Börse nach Kleingeld, es fehlen 89 Cent und die werden intensiv gesucht. In einer Art Trance des Spießbürgers, sonst ja drogenfrei soweit, fingern sie umständlich aber ungerührt in Geldstücken. Um dann, mittlerweile durchaus an Leib und Leben gefährdet, resigniert aufzugeben: Drei Cent fehlen. Also doch den größeren Schein rauszerren, irgendwie widerwillig, geradezu persönlich getroffen, beleidigt, verwirrt, über die Summe entrüstet.
 Drei Cent.

Warum? Welchen Grund hat dieser unsinnige Vorgang auf Kosten anderer? Warum?

Wir beispielsweise haben auf dem Flurregal ein selbstgetöpfertes Döschen stehn, mit Deckel, auch selbstgetöpfert. Und einmal täglich, wenn´s sich ergibt, und es ergibt sich immer und wie von selbst, wird das Kleingeld aus unseren ledernen Geldbehältnissen in dieses Döslein umgelagert. Wenn das Döslein voll ist, meistens einmal im Monat, dann kommt der Zaster in ein Tütlein und das nehme ich mit zur Bank, zur Commerzbank in der Hemmstraße, da kommen wir häufig auf dem Rückweg vom Wochenmarkt vorbei. In einem der zwei Geldautomaten besteht die wunderbare Möglichkeit der Einzahlung, der Einzahlung von Münzgeld. Ganz unproblematisch und zeitschonend rattert der Automat (wenn er nicht gerade gesprengt worden ist) unser Kleingeld durch, mit einem angenehmen Geräusch von Effektivität und Ordnung, zack, fertig. Ausdruck? Ja. 27 Euro sind auf unser Konto überwiesen worden, schön!




Zweites Standbein. Ich denke an den Moskauer Staatszirkus ...



Vatertag? Sauftag? Donnerstag! Der Jongleur hat Rainer Sass nachgekocht: Spargelsalat, weiß und grün, Frühlingszwiebeln, rote Zwiebel, Kräuter, Öl, Himbeeressig, panierte Weißbrotscheiben, ein Ei obendrauf usw., es hat aufregend geschmeckt, gut war´s, lecker, besonders die fruchtige Note durch die Zitrone- und Orangeschalenabriebe und das Fruchtfleisch. Hier das Rezept, klick.





Letztens im TV eine Art Reportage gesehen, ich erinnere mich nicht an Sender, Macher oder Überschrift, in der es um Tiere ging, um Individualität, um Verstand und Seele. Da werden immer noch philosophische Abhandlungen drüber gemacht, immer noch. 
Vor dem Zeitalter der Aufklärung  in Europa (zwischen 17. und 18. Jahrhundert, mit dem Motto: "Sapere aude!" - Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!) galten Tiere als biologische Automaten, deren Schmerzensschreie nicht mehr waren als das Quietschen einer ungeölten Tür. Lange her. Sollte man meinen. Na immerhin ist das Verhältnis zum Tier in vielen Gesellschaften ambivalent geworden. Man geht zwar mit dem Meerschweinchen für gutes Geld zum Tierarzt. Wie das Schnitzel auf dem Teller in den sechs Monaten vorher gelebt hat ist dann ´ne andere Sache. Aber diese Ambivalenz ist schon ein Anfang, find ich, mit den Menschen issis halt mit "Sapere aude" nicht weit her (ich nehm mich da natürlich nicht raus, regt euch nicht gleich wieder auf, hahaha).

Aber zurück zu den philosophischen Betrachtungen. Was gibt´s da denn eigentlich noch zu "betrachten"? Für Menschen, die mit Hund, Katze, Pferd oder Papagei zusammenleben issis eh klar. Aber auch der weniger Sentimentale wird doch beim gelangweilten Beobachten einer Gruppe Kühe oder Ziegen auf der Weide nicht umhin kommen zu sehen und zu empfinden: Ja, das sind Individuen, da sind Gefühle unübersehbar, da gibt´s familiäre Bindungen, Freundschaften, da tickt der Geist in der Welt. Da stehn beseelte Wesen im Gras, keine Frage! Was soll denn da noch erforschungswürdig sein?

Na gut, ging mir nur mal wieder so durch den Kopf. Philosophen, Reportagen. "Ein Unseliger, der nur kreist um sich selbst, im Leben wird er dem Ruhme nachsehen und doppelt sterbend untergehen im gemeinen Staub aus dem er entsprungen, unbeweint, ungeehrt und unbesungen."

(Heiner, wie war ich?)






Hey, Sonne, 
von Chemikern entweihter Gasball,
von Indianern verherrlicht,
von Säufern mit dem Mond verwechselt,
hey, Sonne, da gehst du einfach unter ...



Bald ist Eske aus dem Urlaub zurück, 
und dann ham Cleo und sie `ne Menge Gesprächsstoff.




Vor ein paar Tagen sind unsere Meisen geschlüpft. Die Eltern fliegen und füttern im Minutentakt, und man hört die Jungen laut nach Fresschen schreien - immer wieder anrührend.


Montag, früher Gang am Stadtwald lang, und durch den Park zurück, sehr romantisches Waldfeeling gehabt. 
Dann in Osterholz-Scharmbeck den Gast-Angelschein für die Hamme bei Neu-Helgoland erstanden (ich muss einfach mal kucken, ob da Fische sind), in der Werkstatt die Radmuttern mit Drehmomentschlüssel (was für ein nettes Wort) nachziehen lassen, safety first, und Nudeln mit scharfer Sauce zum Zwecke des mittäglichen Verzehrs zubereitet. 
Jetzt warten auf den Ableser und Rauchmeldertester bei 27 Grad. Niemanden interessiert das, mich auch nur am Rande, aber das Schreiben dieser Banalitäten macht schon Spaß - seltsam.



Cleo mit Bikinifigur, 24,2 kg.


Von großem Interesse dagegen ist das eben aus dem Ofen gekommende Sauerteig-Walnuß-Brot im Gußeisentopf gebacken.
Da mach ich nachher noch einen Große Bohnen Salat mit Kichererbsen und Coctailtomaten und viel Dill und Petersilie und dann mit dem warmen Brot nur mit Butter ...








Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht,
Kennst du es wohl?


(Johann Wolfgang von Goethe, aus Wilhelm Meisters Lehrjahre)






Heute Morgen mal wieder durch die Steller Heide geschlendert, Suchspiele gemacht, einen Hasen gehetzt und im Hasportsee geschwommen, war alles gut! Witzigerweise wird der Spargel jetzt ans Licht gelassen, weil der neue Trend zum lila Spargel geht, soll schmackhafter sein.




Kino-Time, holt euch Popcorn und `ne Dose Bier, hahaha! 






Alles eingekauft, Pfingsten droht, mit Cleo über´n Truperdeich gesaust, später nochmal im Unisee geschwommen 

(Cleo, ich bin der Trainer) und halb um See gewackelt. Jetzt bewölktis sich büschen, gleich gibt´s Nudeln bis der Arzt kommt. 
Und dann schaun mer mal, dann sehn mer scho ... 



Born to be wild, na klar, aber dafür brauchen wir doch keine Mofa!


Heute war´s richtig sommerlich, vormittags anner Ochtum getobt und geschwommen, dann kurz anner Lesum geangelt (ein Barsch, ein kleinerer Hecht, alle schwimmen weiter), dann Pizza und ausruhen, jetzt nach Fischerhude zum Eis im Lindenlaub Cafè, und mit Cleo in den Abend bummeln.



Sie lauert schon ...




Pfingstmontag, über fünf Stunden mit Esi und den Aligsern am Wümme-Südarm gewandert und gepicknickt! Kartoffelsalat und Gemüsefrikadellen, Rhabarberkucken und Kaffee. Zum Abschluß noch jeder ein Lindenlaubcafé-Eis. 
Da war wirklich nix los, kein Feiertagstrubel, nur wir und die Hunde und Wasser, gemähte Felder, Vogelgeschwitscher, blauer Himmel, viel Sonne. Ein wunderbarer Tag mit Freunden. 





Und damit uns nicht langweilig wurde zeigten uns die Hunde ihren Irrsinn auf engstem Raum ...









Mittwoch, dreieinhalb-Stunden-Gang anner Weser lang, auch wieder Fähre gefahren, sauwarm, aber Spaß gemacht.







Donnerstag, unsere Blaumeisen sind ausgeflogen! Sie sind so klein und niedlich!





Und draussen im Baum warten die Häher, Elstern und der Buntspecht auf eine Mahlzeit, wie die weissen Haie vor den Küsten Südafrikas auf die Robbenjungen. Die Mitleidslosigkeit der Natur fordert einen immer wieder heraus ...
Macht´s gut, ihr Meislein, passt auf euch auf, viel Glück!!!








Wir hatten schon seit Jahren vor, mal mit dem Ruderboot die Bachläufe des Bremer Bürgerparks zu erkunden. Leider dürfen Hunde nicht mit ins Boot. Warum nicht? Keine Ahnung, aber das hielt uns ab, etwas trotzig ... Heute nun haben wir unseren Trotz überwunden und sind in See gestochen!


Manchmal bin ich schon am Morgen müd´
und dann such ich Trost in einem Lied.
Unter 7 Brücken musste durchpaddeln ...

(Peter Maffay wird mir verzeih´n)














Wir war´n zwischen den Einkäufen anner Ochtum zum Schwimmen, 
wassergekühlter Entlebucher, Achtzylinder, 6-Gang-Getriebe, tiefergelegt.



Cleo soll den Dummy vom anderen Ufer apportieren, aber das müssen wir ihr noch ein-, zweimal verklickern. Denn wenn ich das Ding rüberwerfe sucht sie weiter im Wasser danach, das macht sie seit zwei Jahren so, auch der Hund ist ein Gewohnheitstier. 
Für Gurke, unserer Schnauzerhündin, war das kein Problem, die war Sichtjäger, verfolgte die Landung des Dummies mit den Augen und gut. Cleo verläßt sich auf ihre Nase, auch im Wasser. Aber in Kürze wird sie wissen, was zu tun ist, keine Frage.






Eben bin ich auf dieses Video gestoßen, kaum zu glauben, kaum auszuhalten schon beim Ankucken, aber ganz ungeheuerlich nett ...







Wochenendausflug nach Dresden, Cleo anner Elbe vor historischem Panorama!




Vor der Frauenkirche



Morgens um fünfe am Hutberg bei Kamenz. Und tatsächlich: Die Sonne geht im Osten auf ...



War gut, irgendwann mal wieder, und Cleo hat sich in fremder Umgebung, auch wenn´s mal büschen stressig wurde, 
nervenstark und geduldig gezeigt - Klassehund! 









Heute Nachmittag scheint zwar gelegentlich die Sonne, daneben gibt es wolkige Abschnitte. Örtlich sind kräftige Schauer oder Gewitter mit Starkregen und Hagel möglich. Hier und da passiert aber gar nichts. Die Luft erwärmt sich kräftig, es ist schwül-warm bis heiß mit 27 Grad in Cuxhaven bis 31 Grad in Bremen, auf den Inseln gibt es maximal 23 bis 26 Grad.

(Quelle: www.butenunbinnen.de)