Donnerstag, 1. Oktober 2026

Oktober

 



Cleo wird im Dezember 11 Jahre alt, immerhin.
Sie ist gesund und fit und eigentlich noch so, wie sie immer war: Anhänglich und frech, ausgeglichen und aufgeregt, wie richtige Hunde eben sind. Aber manchmal sieht man ihr das Alter schon ein wenig an. Das macht nix, wir werden alle nicht jünger ...





Der "Tag der Deutschen Einheit" findet ja in diesem Jahr in Bremen statt, also die Veranstaltungen diesbezüglich natürlich. So wie´s aussieht, hat Bremen das ziemlich gut gemacht. Wir waren nicht im Getümmel, auch nicht beim Gottesdienst im Dom oder den Reden inner Glocke. Nicht aus Protest, ah geh, was soll´s da zu protestieren geben? Aber Events, welcher Art auch immer, sind einfach nicht unser Ding. Vielleicht sind wir zu alt oder noch nicht alt genug, wer weiß.

Auf dem Foto oben sind Nieten zu sehen, wunderschöne Nieten. Das ist keine Metapher für die aktuelle Bundesregierung oder sonst was in diese Richtung, nö, das sind die Nieten zum Befestigen der edlen Lederriemen für den neuen Rucksack, von meiner Frau gestaltet, gestrickt und gefilzt, tolles Teil. Wenn alles fertig ist, mach´ ich ein Foto und setz´es rein.






Donnerstag, 3. September 2026

September

 



„Ja, die Zeit vergeht und man fängt an, alt zu werden. 
Im Herbst werde ich zehn Jahre alt und dann hat man wohl seine besten Tage hinter sich.“ 

Pippi Langstrumpf






Wir haben wieder Ringeltaubennachwuchs.




Nach vier Wochen sind sie schon gut gewachsen.
Gestern ist die erste in die Welt abgeflogen, wir sehen sie manchmal auf dem Dach gegenüber rumstolzieren.
 Die zweite verweilt noch, wird aber wohl heute oder morgen dem Geschwister folgen.




Futterhäuslein bemalt, von Kandinsky inspirieren lassen, hat Spaß gemacht!





Immer auf der Lauer, könnte ja ein Stück Käse runterfallen.
Oder Stück Gurke, Möhre, Birne, Apfel, Banane. 
Cleo ist absoluter Nahrungsgeneralist, ihr schmeckt so ziemlich alles organischen Ursprungs.




Heute ist kalendarischer Herbstanfang.

"Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. Leg´ deinen Schatten auf die Sonnenuhren, und auf den Fluren lass die Winde los". 

 (Rilke, Rainer Maria)





Ahhh, Spitzkohlauflauf, überbacken. Ab jetzt wird´s auf dem Speiseplan wieder etwas deftiger!










Samstag, 1. August 2026

August

 



Wie sieht es aus?
Es sah schon schlechter aus.
Du hattest Glück?
Es lag am Köder.
Und was hast du gemacht seitdem?
In Büchern steht, wie ich es besser machte.
Ich meine, was hast du getan?
Ich war dagegen, immer schon dagegen.
Und wurdest schuldig?
Nein, ich tat ja nichts.
Und hast erkannt, was sich erkennen ließ?
Ja, ich erkannte Gummi mit der Faust ...

(Günter Grass)


Na gut, jetzt mal ernsthaft. Heute war´s wieder warm, ziemlich warm. Morgens zum Pflücken, Heidelbeeren, knapp fünf Kilo, für die kommende Woche. Wird wohl das letzte Mal gewesen sein, Mitte August ist Schluß. Sie werden uns fehlen, die kleinen blauen Kügelchen, morgens mit Quark/Joghurt, büschen Leinöl und Akazienhonig. Nach dem Pflücken mit Cleo kleine Runde anner Ochtum, da war´s schon klebrigschwül. Dann das Obligatorische wie Mittagessen, Teetrinken, Wasserwechsel im kleinen Becken und den Ventilator am Laufen halten. Der Rest des Tages zog vorbei, und zwar an uns, gut.



Der Antrag auf eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV1A) ist beim Finanzamt eingereicht, da schau´n wir mal.
Azzurro zieht Kreise im Becken, sein Weibchen wartet mit den geschlüpften Jungen in der Höhle auf ihren ersten Ausflug, da schau´n wir auch mal.
Letzte Nacht hat´s gedonnert, geblitzt und auch kräftig geregnet. In den wärmeren Nächten schläft Cleo bei uns im Bett bzw. hat sie freie Platzwahl (und das läuft immer auf´s Bett hinaus). Die Schlafbox ist zwar gut belüftet, aber unter freiem Himmel issis doch angenehmer. Cleo träumt im Bett besonders intensiv, mit den dazugehörigen Bewegungen, d.h. sie rennt, bellt und kämpft gegen wen auch immer, wird dann auch nicht wach, wenn man sie anstubst oder ein zappelndes Bein festhält. Naja, schlafen wir im Herbst wieder durch ...




Der Antrieb schwächelt etwas, nicht nur bei Cleo. Ein Rentnerdasein auf den Bahamas könnte nicht träger sein. Golfen, Cuba Libre, zum Lunch umkleiden, Cuba Libre, wieder Golfen ...
Heute soll´n es nur 24 Grad bei leichter Bewölkung werden, vielleicht sogar ein kleines Schauerle, das wär´ was. Jetzt fahr´n wir an den Weserdeich im Werderland, da wird gesaust, leichte Brise vom Fluß, die ein oder andere Krähe aufscheuchen, toll. Dann back home und nein, keinen Cuba Libre, Nudelsalat gibt´s, mit Joghurtdressing, Skyr Natur, Eiweiß bis der Arzt kommt.




Ach so, noch eine kleine traurige Info: Die Borellibarschkinder hatten ein paar nette Tage, dann waren sie weg. Das Überleben im Gesellschaftsbecken ist allgemein schwer. Wer die nun wegfrisst oder ob´s andere Ursachen gibt bleibt offen. Das Pärchen balzt allerdings schon wieder, die beiden versteh´n sich gut, vielleicht issis Liebe. Hoffen wir für den nächsten Wurf das Beste.



Das Rilke-Haus in Fischerhude, gebaut 1917-1919. Es war Wohnhaus und Atelier von Rilke´s Frau Clara Rilke-Westhoff, Malerin und Bildhauerin, Schülerin von Auguste Rodin in Paris.




Das Haus, hier von der Gartenansicht fotografiert, bekam von Rainer Maria Rilke den Hausspruch:

"Da vieles fiel, fing Zuversicht mich an. 
Die Zukunft gebe, dass ich darf, ich kann".





Und hier paniert der Meister seinen Seelachs.
Panieren (von französisch paner, mit geriebenem Brot bestreuen) ist eine Methode, z.B. Fischstücke mit einer Hülle aus Paniermehl zu versehen. Üblicherweise wird das Gargut zuerst in Mehl, dann in geschlagenem Ei und schließlich (zumindest bei mir) in Semmelbrösel gewendet. Ich hätte dazu gerne ein Panierschalenset aus Edelstahl mit Rand, natürlich dreiteilig, aber meine Frau sagt, wir hätten dafür keinen Platz, der Stauraum in unseren Schränken wäre eh am Limit. Gut, ich beuge mich der weiblichen Vernunft ...
Anschließend werden meine panierten Seelachsstücke in reichlich Rapsöl ausgebacken, bis die ganze Küche in einem herrlich duftenden Goldgelb erstrahlt.





Donnerstag, 2. Juli 2026

Juli

 


Die Heidelbeeren-Saison ist eröffnet,

 jetzt wird gepflückt, einmal die Woche fünf Kilo, kann einige Wochen so weitergehen. Aber die blauen Kugeln schmecken auch sehr gut: Pur, mit Joghurt oder im Vanillepudding.







Besonders im kleinen Becken macht sich die Raumtemperatur bemerkbar. Normalerweise hat das Wasser 24 Grad. Wenn im Wohnzimmer 28 Grad herrschen, wird´s bei den Funkensalmlern natürlich langsam aber stetig wärmer. Das verkraften die Fische eine Zeit lang ohne Probleme, allerdings läuft ihr Stoffwechsel dann auf Hochtouren. Der wöchentliche Teilwasserwechsel, 30 l werden getauscht, gibt einem die Möglichkeit, zwei bis drei Grad runterzukühlen. Mehr allerdings nicht, sonst erschrecken sich die Kleinen und das ist nicht gut. Das im Badezimmer in Kanistern gelagerte Osmosewasser hat, wen wundert´s, auch Raumtemperatur, muss dann inner Wanne kurz auf 22 Grad abgekühlt werden. Tja, das Hobby hält einen auf Trab, macht aber viel Freude.





Cleo hat ihren Stoffwechsel vorsichtshalber büschen runtergefahren.





"Das machen nur die Beine von Dolores,
daß die Senores nicht schlafen geh´n.
Denn die Toreros und die Matadores,
die woll´n Dolores noch tanzen seh´n ..."


Es ist ja nun wieder recht warm tagsüber. Ich gehe mit Cleo früh ein Stündchen durch den schattigen Stadtwald, das reicht uns beiden.
Wenn wir dann über den Resttag verteilt die kurzen Pippi-Gänge um die Häuser machen, dann issis inner Sonne kaum auszuhalten. Ansonsten halten wir uns gut, Cleo auch. Über Nacht kühle Luft in die Wohnung lassen, nach dem Frühstück alles dicht, Jalousien runter, Ventilator auf Stufe drei und Filme kucken: Drei Männer im Schnee oder Die Zürcher Verlobung beispielsweise ... 
Für das Schlafzimmerfenster zum Balkon eine Klemmmarkise von Angerer bestellt, deutsche Herstellung, verzinktes Stahlrohr, keine klapprigen Alubeine von Lidl. Kommt morgen, dann wird zusammengebaut und zack: Schatten wie verrückt.





Ein Blick ins Aquarium erfrischt auch schon, doch doch.




Es gibt einfach ästhetische Situationen, die brüllen nach Symmetrie.
Wenn jetzt ihr linkes Ohr etwas abstehen würde, dann könnteste das Foto vergessen 😂


Übrigens hocke ich hier und warte. Ich warte auf die Markise, die kommt heute als Sperrgut mit DHL. Das ist schön.
Und ich kann sie, die Zustellung, auf der App LIVE mitverfolgen.


Vorhin war sie noch 7 Zustellstopps entfernt, jetzt nur noch 5, fünf! Und ich ertappe mich bei einer leichten Aggressivität, vollkommen unbegründeten. Sicherlich, ich will gleich noch zu Bodes, Seelachs kaufen, nachher gibt´s Seelachs mit gebratenen Polentascheiben und einem knackigen Salat aus Rucola und Grapefruitstückchen in meiner Lieblingsvinaigrette mit Senf und Akazienhonig. Aber ich muss warten, jetzt nur noch 4 Zustellstopps entfernt.
"Nun nimm deinen Arsch in die Hände und bring mir meine Markise, du lahmer Grottenolm ..."






Es ist vollbracht. 
Morgen noch mit dem Skoda zur Inspektion, dann mach´ ich diese Woche nix mehr.





Also gut, die Kühlmatte ist heute endlich gekommen, war lange unterwegs. Ist wie mit den Ventilatoren, da kriegste momentan auch kaum einen, die Nachfrage nach kühlenden Artikeln ist eben explodiert.
Jetzt warten wir mal ab, wann Cleo die wohltuenden Eigenschaften der Matte erkennt und sie vollständig nutzt. Aber es funktioniert schon, wenn man die Hand drauflegt spürtste die Kühle des Stoffes.





Heute gab´s die Drei-Käse-Pizza, und natürlich kriegt Cleo auch mal ein Stückchen Rand ab, oder zwei ...





Früh morgens auf einer Bank im Stadtwald sitzend verständnislos in die Welt starren. Zwang ist gefrorene Angst. Versuchen, die Kontrolle zurückzubekommen. Klappt nicht.


In den letzten Wochen ham wir zwei überaus skurrile Bücher gelesen, mit großer Freude!

„Albert muss nach Hause“, ein Roman von Homer Hickam, Untertitel: "Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators". Es handelt von einem Ehepaar aus West Virginia, das ihren Alligator "Albert" im Auto nach Florida zurückbringt.

"Botanik des Wahnsinns", von Leon Engler.
Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv.






Dienstag, 2. Juni 2026

Juni

 


Eyecatcher? Nein, Hinkucker im Botanischen Garten.
Das Baustellenklo zwischen Kunst und Natur, passt!





Azuro patroulliert ...



Elli hütet die Höhle.
(Natürlich haben unsere Barsche Namen, die gehör´n zur Gang)





Cleo formatfüllend ...



Die Wildblumen sind gut gekommen.

Dafür macht die Waschmaschine Probleme, sie saugt kein Wasser mehr, der AEG-Kundendienst ist unterwegs, Garantie läuft noch. Eine neue Badewanne kriegen wir auch demnächst. Da gibt´s ne Firma, die tauscht aus ohne die Fliesen zu zerstören. Dauert zwei bis drei Stunden, macht wenig Dreck. Und dann strahlt und glänzt Emaille wieder im Raum, bis die Tränen kullern! Wir kommen jetzt in ein Alter, da nutzt man jede Chance, um dem Notarzt zu imponieren ...



Nein, ist kein KI-Foto, manchmal passt zwischen uns wirklich kein Blatt Papier. Aber sie kann auch anders sein, schwierig und frech.

"Varium et mutabile semper femina"
Vergil, 70 v. Chr.
(Die Frau ist wechselhaft und wandelbar)




Eine Krähe und ein Specht fliegen über Bremen.
"Da kannste gut leben", sagt der Specht.
"Warum?", fragt die Krähe.
"Da ist überall der Wurm drin, überall.", schwärmt der Specht.





35 Grad, Celsius natürlich, am Vormittag ist schon nicht mehr kühl.
Da muss organisiert werden. Zuerst Cleo, so früh wie möglich, heute sind wir über´s Unigelände geschlurft, den Schatten zwischen den Gebäuden ausnutzen, GW 2 (Geisteswissenschaften) hat den brauchbarsten Schatten geworfen. Cleo hält sich recht gut bei der Hitze, sie klagt nicht, aber die Gänge gestalten sich kurz, ist ja klar. In der Wohnung sucht sie sich Plätze ohne Teppich und der laufende Ventilator bringt auch was. Wir haben uns so eine Kühlmatte bestellt, aber keine mit Gel, Gel aus China - nein, danke. Es gibt da ja die andere Variante aus einer stark ableitenden Kunstfaser, die probieren wir mal aus.

Achtung, Werbung, bezahlen mussten wir die Matte trotzdem ...