Samstag, 1. August 2026

August

 



Wie sieht es aus?
Es sah schon schlechter aus.
Du hattest Glück?
Es lag am Köder.
Und was hast du gemacht seitdem?
In Büchern steht, wie ich es besser machte.
Ich meine, was hast du getan?
Ich war dagegen, immer schon dagegen.
Und wurdest schuldig?
Nein, ich tat ja nichts.
Und hast erkannt, was sich erkennen ließ?
Ja, ich erkannte Gummi mit der Faust ...

(Günter Grass)


Na gut, jetzt mal ernsthaft. Heute war´s wieder warm, ziemlich warm. Morgens zum Pflücken, Heidelbeeren, knapp fünf Kilo, für die kommende Woche. Wird wohl das letzte Mal gewesen sein, Mitte August ist Schluß. Sie werden uns fehlen, die kleinen blauen Kügelchen, morgens mit Quark/Joghurt, büschen Leinöl und Akazienhonig. Nach dem Pflücken mit Cleo kleine Runde anner Ochtum, da war´s schon klebrigschwül. Dann das Obligatorische wie Mittagessen, Teetrinken, Wasserwechsel im kleinen Becken und den Ventilator am Laufen halten. Der Rest des Tages zog vorbei, und zwar an uns, gut.





Der Antrag auf eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV1A) ist beim Finanzamt eingereicht, da schau´n wir mal.
Azzurro zieht Kreise im Becken, sein Weibchen wartet mit den geschlüpften Jungen in der Höhle auf ihren ersten Ausflug, da schau´n wir auch mal.
Letzte Nacht hat´s gedonnert, geblitzt und auch kräftig geregnet. In den wärmeren Nächten schläft Cleo bei uns im Bett bzw. hat sie freie Platzwahl (und das läuft immer auf´s Bett hinaus). Die Schlafbox ist zwar gut belüftet, aber unter freiem Himmel issis doch angenehmer. Cleo träumt im Bett besonders intensiv, mit den dazugehörigen Bewegungen, d.h. sie rennt, bellt und kämpft gegen wen auch immer, wird dann auch nicht wach, wenn man sie anstubst oder ein zappelndes Bein festhält. Naja, schlafen wir im Herbst wieder durch ...




Der Antrieb schwächelt etwas, nicht nur bei Cleo. Ein Rentnerdasein auf den Bahamas könnte nicht träger sein. Golfen, Cuba Libre, zum Lunch umkleiden, Cuba Libre, wieder Golfen ...
Heute soll´n es nur 24 Grad bei leichter Bewölkung werden, vielleicht sogar ein kleines Schauerle, das wär´ was. Jetzt fahr´n wir an den Weserdeich im Werderland, da wird gesaust, leichte Brise vom Fluß, die ein oder andere Krähe aufscheuchen, toll. Dann back home und nein, keinen Cuba Libre, Nudelsalat gibt´s, mit Joghurtdressing, Skyr Natur, Eiweiß bis der Arzt kommt.




Ach so, noch eine kleine traurige Info: Die Borellibarschkinder hatten ein paar nette Tage, dann waren sie weg. Das Überleben im Gesellschaftsbecken ist allgemein schwer. Wer die nun wegfrisst oder ob´s andere Ursachen gibt bleibt offen. Das Pärchen balzt allerdings schon wieder, die beiden versteh´n sich gut, vielleicht issis Liebe. Hoffen wir für den nächsten Wurf das Beste.






Donnerstag, 2. Juli 2026

Juli

 


Die Heidelbeeren-Saison ist eröffnet,

 jetzt wird gepflückt, einmal die Woche fünf Kilo, kann einige Wochen so weitergehen. Aber die blauen Kugeln schmecken auch sehr gut: Pur, mit Joghurt oder im Vanillepudding.







Besonders im kleinen Becken macht sich die Raumtemperatur bemerkbar. Normalerweise hat das Wasser 24 Grad. Wenn im Wohnzimmer 28 Grad herrschen, wird´s bei den Funkensalmlern natürlich langsam aber stetig wärmer. Das verkraften die Fische eine Zeit lang ohne Probleme, allerdings läuft ihr Stoffwechsel dann auf Hochtouren. Der wöchentliche Teilwasserwechsel, 30 l werden getauscht, gibt einem die Möglichkeit, zwei bis drei Grad runterzukühlen. Mehr allerdings nicht, sonst erschrecken sich die Kleinen und das ist nicht gut. Das im Badezimmer in Kanistern gelagerte Osmosewasser hat, wen wundert´s, auch Raumtemperatur, muss dann inner Wanne kurz auf 22 Grad abgekühlt werden. Tja, das Hobby hält einen auf Trab, macht aber viel Freude.





Cleo hat ihren Stoffwechsel vorsichtshalber büschen runtergefahren.





"Das machen nur die Beine von Dolores,
daß die Senores nicht schlafen geh´n.
Denn die Toreros und die Matadores,
die woll´n Dolores noch tanzen seh´n ..."


Es ist ja nun wieder recht warm tagsüber. Ich gehe mit Cleo früh ein Stündchen durch den schattigen Stadtwald, das reicht uns beiden.
Wenn wir dann über den Resttag verteilt die kurzen Pippi-Gänge um die Häuser machen, dann issis inner Sonne kaum auszuhalten. Ansonsten halten wir uns gut, Cleo auch. Über Nacht kühle Luft in die Wohnung lassen, nach dem Frühstück alles dicht, Jalousien runter, Ventilator auf Stufe drei und Filme kucken: Drei Männer im Schnee oder Die Zürcher Verlobung beispielsweise ... 
Für das Schlafzimmerfenster zum Balkon eine Klemmmarkise von Angerer bestellt, deutsche Herstellung, verzinktes Stahlrohr, keine klapprigen Alubeine von Lidl. Kommt morgen, dann wird zusammengebaut und zack: Schatten wie verrückt.





Ein Blick ins Aquarium erfrischt auch schon, doch doch.




Es gibt einfach ästhetische Situationen, die brüllen nach Symmetrie.
Wenn jetzt ihr linkes Ohr etwas abstehen würde, dann könnteste das Foto vergessen 😂


Übrigens hocke ich hier und warte. Ich warte auf die Markise, die kommt heute als Sperrgut mit DHL. Das ist schön.
Und ich kann sie, die Zustellung, auf der App LIVE mitverfolgen.


Vorhin war sie noch 7 Zustellstopps entfernt, jetzt nur noch 5, fünf! Und ich ertappe mich bei einer leichten Aggressivität, vollkommen unbegründeten. Sicherlich, ich will gleich noch zu Bodes, Seelachs kaufen, nachher gibt´s Seelachs mit gebratenen Polentascheiben und einem knackigen Salat aus Rucola und Grapefruitstückchen in meiner Lieblingsvinaigrette mit Senf und Akazienhonig. Aber ich muss warten, jetzt nur noch 4 Zustellstopps entfernt.
"Nun nimm deinen Arsch in die Hände und bring mir meine Markise, du lahmer Grottenolm ..."






Es ist vollbracht. 
Morgen noch mit dem Skoda zur Inspektion, dann mach´ ich diese Woche nix mehr.





Also gut, die Kühlmatte ist heute endlich gekommen, war lange unterwegs. Ist wie mit den Ventilatoren, da kriegste momentan auch kaum einen, die Nachfrage nach kühlenden Artikeln ist eben explodiert.
Jetzt warten wir mal ab, wann Cleo die wohltuenden Eigenschaften der Matte erkennt und sie vollständig nutzt. Aber es funktioniert schon, wenn man die Hand drauflegt spürtste die Kühle des Stoffes.





Heute gab´s die Drei-Käse-Pizza, und natürlich kriegt Cleo auch mal ein Stückchen Rand ab, oder zwei ...





Früh morgens auf einer Bank im Stadtwald sitzend verständnislos in die Welt starren. Zwang ist gefrorene Angst. Versuchen, die Kontrolle zurückzubekommen. Klappt nicht.


In den letzten Wochen ham wir zwei überaus skurrile Bücher gelesen, mit großer Freude!

„Albert muss nach Hause“, ein Roman von Homer Hickam, Untertitel: "Die irgendwie wahre Geschichte eines Mannes, seiner Frau und ihres Alligators". Es handelt von einem Ehepaar aus West Virginia, das ihren Alligator "Albert" im Auto nach Florida zurückbringt.

"Botanik des Wahnsinns", von Leon Engler.
Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv.






Dienstag, 2. Juni 2026

Juni

 


Eyecatcher? Nein, Hinkucker im Botanischen Garten.
Das Baustellenklo zwischen Kunst und Natur, passt!





Azuro patroulliert ...



Elli hütet die Höhle.
(Natürlich haben unsere Barsche Namen, die gehör´n zur Gang)





Cleo formatfüllend ...



Die Wildblumen sind gut gekommen.

Dafür macht die Waschmaschine Probleme, sie saugt kein Wasser mehr, der AEG-Kundendienst ist unterwegs, Garantie läuft noch. Eine neue Badewanne kriegen wir auch demnächst. Da gibt´s ne Firma, die tauscht aus ohne die Fliesen zu zerstören. Dauert zwei bis drei Stunden, macht wenig Dreck. Und dann strahlt und glänzt Emaille wieder im Raum, bis die Tränen kullern! Wir kommen jetzt in ein Alter, da nutzt man jede Chance, um dem Notarzt zu imponieren ...



Nein, ist kein KI-Foto, manchmal passt zwischen uns wirklich kein Blatt Papier. Aber sie kann auch anders sein, schwierig und frech.

"Varium et mutabile semper femina"
Vergil, 70 v. Chr.
(Die Frau ist wechselhaft und wandelbar)




Eine Krähe und ein Specht fliegen über Bremen.
"Da kannste gut leben", sagt der Specht.
"Warum?", fragt die Krähe.
"Da ist überall der Wurm drin, überall.", schwärmt der Specht.





35 Grad, Celsius natürlich, am Vormittag ist schon nicht mehr kühl.
Da muss organisiert werden. Zuerst Cleo, so früh wie möglich, heute sind wir über´s Unigelände geschlurft, den Schatten zwischen den Gebäuden ausnutzen, GW 2 (Geisteswissenschaften) hat den brauchbarsten Schatten geworfen. Cleo hält sich recht gut bei der Hitze, sie klagt nicht, aber die Gänge gestalten sich kurz, ist ja klar. In der Wohnung sucht sie sich Plätze ohne Teppich und der laufende Ventilator bringt auch was. Wir haben uns so eine Kühlmatte bestellt, aber keine mit Gel, Gel aus China - nein, danke. Es gibt da ja die andere Variante aus einer stark ableitenden Kunstfaser, die probieren wir mal aus.

Achtung, Werbung, bezahlen mussten wir die Matte trotzdem ...












Freitag, 1. Mai 2026

Mai, da isser, endlich



"Die schärfsten Kritiker der Elche waren früher selber welche".

(F.W. Bernstein)








Waren mal wieder in einer Ausstellung, eine dieser wunderbaren kleinen Ausstellungen der Lilienthaler Kunststiftung über die Künstlerkolonie Nidden (klicken, wer mag). Da könnte sich Prof. Dr. Christoph Grunenberg, Leiter der Kunsthalle Bremen, ein Scheibchen abschneiden. In der Kunsthalle war´n wir ewig nicht mehr, leider. Aber 15 Euro für wenig erquickende moderne Keksdosenmalerei selbstverliebter "Genies" sind wir nicht bereit zu berappen. Die verstehen einfach nichts von Kunst, wird der Kenner jetzt sagen, und er wird im Recht sein - und da soll er auch bleiben ...



Jetzt in der Leinenzeit (Brut und Setz) geh´n wir an Sonn- und Feiertagen gerne mal über´n Campus, da sind wir frei und ungebunden! Das Unigelände ist nicht klein, man kann dort locker anderthalb Stündchen rumwackeln. Gebäudeschluchten, Treppen, lange Gänge, dunkle Gassen. Auch Liegewiesen und versiffte kleine Wasserläufe sind vorhanden. Und es ist natürlich sonntagvormittags nix los, wir sind für uns, der Idealzustand. Cleo findet´s interessant. Das eine oder andere Wildkaninchen hoppelt über die Sportanlagen oder ein kaputter alter Fußball läd zum Sausen ein. Dann ein Blick ins marode Unibad und man findet auch jedesmal neue pittoreske kleine Ecken. Ein verkommenes, trostloses Universum für sich.

Gut, daß ich zu blöd zum Studieren war. Da hab´ ich wirklich nichts verpasst ...











Nun will und darf ich den geneigten Leser natürlich nicht in der Trostlosigkeit zurücklassen, natürlich nicht.




Unsere Balkon-Rose macht doch gute Laune, da möchte man ein Bienlein sein, summ summ.

Und jetzt verziehe ich mich in die Küche, Broccoli-Auflauf gibt´s, überbacken, mit Kartoffeln, Tomaten, saurer Sahne.
Morgen zum Beispiel werde ich mich an eine cremige Parmesan-Polenta rantrauen, mit Ofengemüse. Polenta ist ein traditioneller (Norditalien) Griesbrei aus Maismehl, nur zur Info. Kann mit Wasser, Brühe, Milch oder Sahne zu einer cremig-glatten Konsistenz gekocht werden. Ich werde Sahne und Wasser nehmen. Zuerst in Butter leicht anbraten, dann Flüssigkeit hinzugeben, Salz, Pfeffer und reichlich frisch geriebenen Parmesan, zehn Minuten köcheln lassen. 
Man kann die Polenta auch abkühlen, als festen Block erstarren lassen und in Scheiben geschnitten braten. Ich werd´ das alles mal probieren. Ok., jetzt erstmal Broccoli-Auflauf, Buongiorno (Bon jorno würde man sagen, fühl´ mich schon ganz wie ein Italiener).





Gestern mal wieder bei meiner Zahnärztin gewesen, Kontrolle, und da bin ich intensiv beraten worden - über die Vorteile einer elektrischen Zahnbürste. Ich hatte vor 20 Jahren schon mal eine, bin dann wieder auf´s manuelle Putzen gegangen. Nun sind die Elektrodinger von heute natürlich um Lichtjahre besser als die von damals, klar. Viele Funktionen, sogar mit der App zu koppeln, da wird alles dokumentiert und wenn ich nicht gründlich putze, dann gibt´s Mecker von der App, Modern Times, kommste nicht drumrum. Und das Beste kommt noch: 30 Euro Zahnarzt-Bonus! Gleich eine bestellt, die App ist schon installiert, das wird ein Spaß.


"Die alten Zähne wurden schlecht, und man begann sie auszureißen.
Die neuen kamen gerade recht, um mit ihnen ins Gras zu beißen".

(Heinz Erhardt)




Die Brilliantsalmler vermehren sich im großen Becken wie verrückt. Und es kommen auch viele Jungen durch. Früher sind fast alle von den anderen Salmlern in den ersten zwei Wochen weggefressen worden.
Jetzt scheint das Becken derart viele Versteckmöglichkeiten zu bieten, daß viele die kritische Größe von einem Zentimeter erreichen, danach sind sie zu groß zum Gefressenwerden. Wir haben seit einigen Wochen acht neue Brillis, jetzt in der Größe um die drei Zentimeter. Gestern ist ein ganz neuer Kleiner aufgetaucht. Natürlich sind das mittlerweile zu viele Fische für´s Becken. Mehr als 50 werden auf Dauer nicht so gut sein. Obwohl sich die verschiedenen Arten ja verteilen, die hängen nicht ständig als riesiger Klumpen zusammen. Es gibt die verschiedenen Wassertiefen, wo sie sich überwiegend aufhalten. Die einen am Boden, die anderen dicht darüber oder in der oberen Hälfte. Im Vordergrund oder weiter hinten, oder sie haben ihre Standorte in den Pflanzen, unter der Wurzel oder sind irgendwo versteckt. Schon interessant.

Aber wie gesagt, zu viele dürfen´s nicht werden. Wir haben unseren Händler in Hannover schon kontaktet, ob er uns welche abnimmt. Ja, macht er gerne, er kennt die Bedingungen für unsere Fische, gut genährte, vitale und fröhliche Fische. Demnächst fahr´n wir hin. Und da wäre noch eine Schwierigkeit: Man muss die recht flinken Salmler ja aus dem Becken rausfangen. Und das Becken ist starkt bepflanzt, wie auf dem Foto ersichtlich. Da kannste nicht einfach mal mit dem Kescher durchpflügen und alle sind im Netz. Schau´n wir mal, wer die besseren Nerven hat ...




Wir sind jetzt Pflegestelle ...





27 Grad. Rien ne va plus - nix geht mehr.



Gestern angebadet, inner Hamme. Der Unisee ist blaualgenverseucht und hat einen pH-Wert über 9! Keiner weiß, warum. Baden sollte man da nicht. Und ich lasse Cleo natürlich nicht in einem Wasser durch die Fluten pflügen, in dem man in der guten alten analogen Zeit seine Urlaubsfotos hätte entwickeln können. Also ab nach Worpswede an die Hamme mit ihrem Moorwasser in Lebensmittelqualität. Cleo ist vom ersten Sprung an wieder in ihrem Element, schnell wie Lady Macbeth auf der Flucht ... 





 Heute zum Beispiel sind 32 Grad, in Worten: Zweiunddreißig!





Apistogramma Borelli Opal