Samstag, 1. Januar 2022

Januar

 



Ein Frohes Neues Jahr,
alles andere ergibt sich.







Ottfried Preußler: "Die Abenteuer des starken Wanja".

Wanja ist der faulste Mann im ganzen Dorf. Während seine beiden Brüder fleißig auf dem Hof des Vaters arbeiten, liegt Wanja auf der Ofenbank und ruht sich aus. Nach sieben Jahren steht Wanja auf und erklärt seiner Familie, dass er nur deshalb faul herumlag, weil er Kraft sammeln musste. Kraft für eine große Aufgabe, die ihm bevorsteht.





So, gestern beim Boostern gewesen, hat wieder Spaß gemacht ...

Anschließend langen Gang anner Hamme gemacht.
Anfangs war Cleo etwas übermotiviert, dann kommt sie für zehn Minuten an die Leine und gut. Wir schlendern also den Weg lang, Frauli und Cleo links neben mir, Frauli unangeleint. Und plötzlich will der kleine dicke schwarze Hund nach rechts auf den Grasstreifen, der Himmel weiß warum. Um ihr Ziel zu erreichen stürmt Cleo an der kurzen Leine hinter mir in die gewünschte Richtung, und zwar in wenigen Millisekunden und mit voller Kraft. Dabei entwickelt selbst ein lediglich 25 kg schwerer Hund die Wucht eines Bulldozers. Wenn niemand damit rechnet, weil abgelenkt im Gespräch über die malerischen Wolken, dann gibt´s kein Halten mehr, dann ist der Hund nicht mehr zu halten. Und was passiert? Genau, man wird nach links über den Rücken mitgerissen, hält in der Kürze der Situation reflexhaft weiterhin die Leine fest, kommt ins Trudeln, stolpert über den eigenen Hund, stürzt, fällt teilweise auf den Hund, rollt über den Boden wie ein besoffener Sumo-Ringer und geht für Augenblicke davon aus, sich den Ellenbogen und dem Hund die Rippen gebrochen zu haben.

Rita, weiteratmen, ein aus, ein aus. Denn wir hatten wirklich Glück, nix passiert, alle gesund. Naja, der Schreck musste verdaut werden und es gibt nun doch noch einen Vorsatz für´s neue Jahr: Immer mit allem rechnen, zumindest was Cleo betrifft.




Fräulein Unschuld täuscht Scham vor,
und die Musi spielt dazu ...









Hape Kerkeling hat nun auch noch ein Buch über Katzen, sein Leben mit Katzen, „Pfoten vom Tisch!“ geschrieben. Wir mögen ihn ja, dieses nette, durchaus intelligente und luschtige Pummelchen. Und als uns eine Freundin das Katzenbuch ans Hundeherz legte, da kauften wir es bei Audible als Hörbuch, denn nur wenn Hape selbst liest kommt der Humor richtig rüber.
 Also den kleinen Bluetooth-Lautsprecher auf´s Tischchen neben die Teekanne, das handy verbinden lassen und los. Hape als literarische kleine Zwischenmahlzeit is ok.

Ziemlich am Anfang des Büchleins tut Hape etwas, was man besser nicht tun sollte. Er tut das auf humorig liebe Weise zwar, trotzdem … hättest du doch geschwiegen, Desdemona. Was hadder denn getan? Was Schlimmes? Aber nein, was Blödes: Er hat Hunde mit Katzen verglichen und umgekehrt, und zwischen den Zeilen damit auch Hundefreunde mit Katzenliebhabern.

Man kennt die Thematik zur Genüge. Meist postulieren da Leute ihren Senf, die Angst vor Hunden haben oder als Kind mal von einer Katze übel geritzt worden sind. Sinn, geschweige denn Verstand, ist allgemein selten. In der Suhle der Vorurteile über Hund und Katze überhaupt nicht vorgesehen, da reicht die Schlammschlacht allemal.

Die Hundeartigen (Caniformia) und die Katzenartigen (Feliformia) sind zwei grundverschiedene Unterordnungen der Raubtiere (Carnivora). Wie Äpfel und Birnen sozusagen, die man ja bekanntlich auch nicht miteinander vergleichen sollte.

Für die Mitglieder der Selbsthilfegruppe „Hape´s Katzenfreunde“ sind Hunde der Inbegriff stupid vor sich hin sabbernder Befehlsempfänger, einzig und allein auf der Welt, um lächerlichen Figuren wie mir einen Bedeutungszuwachs zu verschaffen, indem sie sich setzen, wenn ich „Sitz“ sage.
Katzen dagegen seien mystische Ausnahmeathleten von geschmeidiger Intelligenz. Nur von Menschen zu ertragen, die mit einem derartigen Ausmaß an katzenhafter Unabhängigkeit ausschließlich aufgrund ihrer über "Befehl und Gehorsam" erhabenen Weltanschauung zurechtzukommen befähigt sind.

Hier schummeln „Hape and friends“. Sie sollten schnellstens den Verein wechseln. Nein, nein, nicht zu den „Weight Watchers“ (obwohl das für Hape natürlich eine Option wäre), nein, eher zu den „Wahrheitsschändern e.V.“, denke ich.

Unter den vielen hundert Hunderassen und den darin integrierten Abermillionen Individuen gibt es eine Menge, eine riesige Menge an Hunden, deren gelebter Drang nach Selbstverwirklichung und Autarkie, gepaart mit einer schneidenden Intelligenz im Bereich der Hochbegabung (ich denke an meine Hunde, logo), jeden noch so listigen Siamkater aussehen läßt, wie einen telefonbuchauswendiglernenden Autisten. Wer einmal in die Augen einer leicht adipösen Perserkatze blicken durfte und sich hinterher, innerlich erschüttert, die Frage stellte, ob wohl hinter diesen Augen noch irgendeine Synapsenaktivität zu vermuten sein könnte, der rennt sicherlich umgehend ins nächste Tierheim und holt sich einen Hund.

Wer mit der Last einer defizitären Persönlichkeitsauslastung zu kämpfen hat, wer feige und zittrig ohne Sozialkompetenz, ohne den Hauch einer Führungsfähigkeit den Großteil seiner Existenz in der Stube hockt, tja, für den wäre eine Katze vielleicht das Richtige. Oder ein 60 l Aquarium mit gebrauchtem Eheimfilter, Buntbarsche züchten. Wer aber bereit ist, dem Leben da draussen die Stirn zu bieten, wer Loyalität und Freundschaft noch zu schätzen weiß und konstrukive, nonverbale Kritik nicht als verletzend empfindet, tja, der wird um einen Hund nicht herum kommen

Also gut, ich muss brechen, und zwar eine Lanze, für Hape und seine Katzen. Ich hatte auch mal Katzen, sogar Katze und Hund gemeinsam, Hugo und Kalle. Pfauenaugenbuntbarsche hab ich auch mal gehabt, drei Stück, handtellergroß, mit der Zucht hat´s nicht geklappt, man muss auch verlieren können ...






Der Morgen graut. Der Kaffee wird kalt. 

Nichts wie runter auf die Straße,
 und dann renn´ ich jungen Hunden hinterher. 
An den Häusern klebt der Sommer, 
und die U-Bahn Schächte atmen schwer.

Na gut, dauert noch ´n büschen. Nachher Seelachs, Kartoffelpü.
Und wenn ich bei Bodes bin, dann: 
"Bitte noch einen Griff Kieler Sprotten, für meinen Hund ich mich, gerecht geteilt", 
"Wie nett, frißt der die denn?", "Logo, mit Kopf, ich ohne, Tschüß ...".






Morning!

Es ist noch düster draussen, der zweite Becher Kaffee macht mich fertig, also für den Tag. Hab schon schwer am PC gearbeitet, alle Updates gemacht, Datenträgerbereinigung durchgezogen, Laufwerke defragmentiert, demnächst neuer Festplattenklon und unbedingt mal das Handy backuppen. Ist ja bei Android nicht so einfach wie beim iPhone, muss aber sein. Wie Impfenlassen, muss auch sein. Eben gelesen, dass wohl im kommenden Herbst die Kombi-Impfung auf´n Markt kommt: Covid und Grippe in einem Abwasch. Da schau´n wir mal, man muss ja nicht alles mitmachen ...
Aber wenn, dann will ich vom Gesundheitsminister persönlich angestochen werden. Mit Widmung auf dem Oberarm, wasserfester Edding:

In Liebe, Karl.






Nö, nö, das ist nicht der Genfer-See. Das ist überhaupt kein See. Das sind Wiesen. Naturschutzgebiet Wümmewiesen in Borgfeld.
In dieser Jahreszeit überschwemmt mit Wümmewasser. Eine Menge Wasser- und später auch Watvögel machen da Pause. Singschwäne, Graugänse, Enten, Brachvögel, Rotschenkel, Bekassinen und mehr.  Es gibt Tage, da versteht man sein eigenes Wort nicht.


Off-topic:

Die aktuelle Außenministerin war in Moskau. Sergej Lawrow hat sie nicht eingeatmet, Härtetest bestanden. Wenn ich mir da den letzten Außenprimaner im immer zu engen Konfirmationsanzug oder gar Lächler Laschet neben Lawrow vorstelle - grauenhaft.
 Ich hatte sie ja mal "das Baerböckchen" genannt. Seit gestern ist sie für mich Frau Baerbock.






Jede Ordnung ist der erste Schritt
auf dem Weg in neuerliches Chaos.

(Albert Einstein)






Der Kuhgrabenweg ist gesperrt. Es wird abgeholzt, man braucht Platz für die neue Fernwärmeleitung. Denn Bremen will bis 2038 klimaneutral sein. Während China in gigantischem Ausmaß neue Kohlekraftwerke baut und Frankreich auf neue Atomkraftwerke setzt, währenddessen ständig irgendwo Vulkane explodieren, die Gletscher am Südpol in Windeseile abtauen, die Erderwärmung in den nächst höheren Gang geschaltet hat und Pandemien ihr Unwesen treiben wie die Kreuzfahrtschiffe vor Venedig, in einer Weltlage also, die an Irrsinn und Aussichtslosigkeit durch keinen Bremsassistenten mehr zu stoppen ist, in dieser Lage stellt sich die Bremer Umweltsenatorin Dr. Maike Schaefer, grün wie das Gras der Wiesen früher mal war (zugegeben, ich hab die gefressen wie Kuddeln ohne Soße), der Lawine des Untergangs mit der ganzen Fülle ihres Körpers im Rausch ihrer Realitätsverlustigkeit entgegen, verzapft einen Blödsinn nach dem anderen, und niemand kann sie daran hindern, weil der Bremer Bürgermeister ja keine Richtlinienkompetenz hat (steht so inner Landesverfassung oder wo auch immer).

Zurück zum Kuhgrabenweg. Da wird nun nach langen Jahren des Vorlaufs damit begonnen, die ersten sieben Kilometer der Fernwärme-Trasse mitten durch Bremen zu buddeln. 
Um meine Leser nicht noch mehr zu langweilen als sonst schon, abschließend meine persönliche Zusammenfassung eines Interviews mit dem Sprecher der swb AG, dem großen Energieversorger hier im Land.

Das Fernwärmenetz in Bremen soll bis 2030 um 120 km, bis 2038 sogar um 220 km erweitert werden, wobei die aktuellen sieben Kilometer mit 60 Millionen veranschlagt werden. 120 km würden locker eine Milliarde kosten. Es wäre aber in einem dicht besiedeltem Gebiet wie der Stadt Bremen nicht so einfach, mal eben eine Leitung zu verlegen, so der Sprecher. Der erste Spatenstich für die sieben Kilometer brauchte einen Vorlauf von vier Jahren, da gibt’s ein breites Bevölkerungsbeteiligungsverfahren.
„Vor diesem Hintergrund kann ich mir kaum vorstellen, wie wir in Bremen 120 Kilometer neue Leitungen in acht Jahren realisieren sollen. Das ist planerisch kaum hinzukriegen, und man wird auch die nötigen Baufirmen nicht ohne weiteres kriegen. Die Baupreise werden explodieren“, so der Sprecher weiter, und überhaupt werden die Kunden darüber entscheiden, ob eine Fernwärmeleitung an ihrem Haus vorbeiführen soll, sachter, und dass am Ende immer der Verbraucher zur Kasse gebeten wird.
„Fehlplanungen führen dazu, dass ein Unternehmen unwirtschaftlich wird und im schlimmsten Fall die Bücher zuklappen muss“. (Zitat Ende)







Vor 10 Jahren mit Merle in den Dolomiten

Beim Zeus, war da die Welt noch in Ordnung. War sie natürlich damals auch nicht, denn die Welt ist nicht dazu da, um in Ordnung zu sein. Jünger war´n wir, klar. Alles fließt. Mein Himmel, mein Hund, mein Leben. Uns reicht das. Was wollte ich sagen? Ach so, also:
Gestern sind wir gute zweieinhalb Stunden um´s Werderland gewackelt, war schön. Wetter gut, Cleo gut, alles gut. Bis auf Berge am Horizont bietet die Tour ´ne Menge: Lesum und Weser, Deich und Ökopfad, Wiesen, Weiden, Schilfwälder, die Moorlosen Kirche und den Gruselweg am Stahlwerk. Was denn für´n Gruselweg?   

Ah, ich danke dem Leser für sein Durchhaltevermögen, brav ...

Zwischen Weser und Lesum gibt´s einen relativ naturbelassenen Weg, der sich bedauerlicherweise zum Radfahren eignet. Und so läßt es sich nicht vermeiden, es ist sozusagen unvermeidbar, dass ein auf Ruhe und Frohsinn ausgerichtetes Trio (nämlich wir, da da da) von radelnden Mitmenschen der unerwünschten Art aus beiden Richtungen kommend belästigt werden. Entweder ideologisch aggressiv oder Igitt-Bike-mäßig überfordert. Gruselig wird´s durch die von hinten Nahenden. Zu schnell oder zu lahm, allein oder gruppiert, lautlos pirschend wie ein U-Boot auf Schleichfahrt, oder rücksichtslos wie BMW-Fahrer. Cleo mag den Rummel nicht, überhaupt nicht. Sie hat da paranoide Züge entwickelt, ist angespannt, dreht sich häufig um, ob einer kommt oder nicht. Wenn die Wege im inneren Gebiet hoffnungslos abgesoffen sind, müssen wir den Gruselweg machen, hilft nix. Nachdem wir unsere eigene Genervtheit mittels der christlichen Nächstenliebe weitestgehend wegtherapiert haben, gruselt sich Cleo spürbar weniger. Das ist gut so, denn auf die anderen Möglichkeiten steht Gefängnis ...


       


              

Die gesamte Oberfläche einer Kugel ist gekrümmt, sie hat keine Ecken oder Kanten. 



Mein aktueller Ohrwurm:
Wir versaufen unser Oma ihr klein Häuschen.
Und die erste und die zweite Hypothek ...





Vorhin im Zuge des WE-Einkaufs natürlich im Hofladen der Bio Molkerei Dehlwes gewesen (Milch, Sahne, Butter, Käse, gutes Brot usw.). Ein neuer, gemütlicher Laden, mit Panoramascheibe zum Edelstahluniversum der Melkstände, umfangreiches Sortiment, ein wahres Heimat Glück, so das Produktlogo.
Nur ein büschen eng issis, nicht zu eng, aber kein Vergleich mit den Räumlichkeiten der Großen, klar. Besonders an der Kasse wird einem das bewußt, denn es gibt nur eine, eher wie bei Tante Emma, und wie das auf´m Dorf so ist, wird in Ruhe gearbeitet, büschen geplauscht, keine Hektik. Heute kam allerdings doch Hektik auf. Eine innere Hektik, der Geduldsfaden wurde gezogen, wurde länger und dünner ...
Eine Frau mittleren Alters (nein, ich will damit nichts sagen, auch nichts zwischen den Zeilen, einfach nur `ne Info und gut), eine Frau mittleren Alters also hatte eingekauft, die Ware lag schon vor der Kasse, es fehlte aber noch Brot und Gebäck, Kuchen. In diesem Bereich der menschlichen Ernährung traten bei der Frau nun Defizite in den Vordergrund, drängten sich geradezu dorthin. Entscheidungsdefizite, eine Steilwand der Unentschlossenheit türmte sich auf. Nachdem mit Gottes Hilfe das passende Brot gefunden worden war, verschlimmerte sich der Findungsprozess beim Gebäck maßlos. Ich wurde unruhig, drehte mich verlegen um. Zwei weitere Abkassierbereite männlichen Geschlechts (wir waren also zu dritt, drei Mann, kein Wort) standen maskiert hinter mir und tauschten Blicke. 
Die Frau mittleren Alters ließ nicht locker: Und dann noch zwei Stück davon, oder ist der zu süß? Nein, aber das ist natürlich Geschmackssache ... Nun wurde selbst die geduldstrainierte Verkäuferin etwas schmallippig, schien mir. Die Luft im Laden begann langsam aber unausweichlich zu brennen, kleine Flammen züngelten bereits hinterm Streuselkuchen. Die Frau mittleren Alters suchte weiterhin nach dem ultimativen Happen zum Kaffee. Sie stand leicht vorgebeugt, ihre Wirbelsäule hatte eine devote Krümmung eingenommen. Unterwürfigkeit als Mittel zur Macht. Es war eindeutig, jeder Psychologiestudent im ersten Semester hätte das erkannt. 
Dann plötzlich ein Geräusch hinter mir, scharftönig, indifferent. Jetzt hat der Frührentner in meinem Rücken seine Walther PPK durchgeladen, fuhr es mir durch die Kirsche (um in der Thematik Kuchen zu bleiben), traute mich aber nicht, mich umzudrehen. Der Knall blieb aus, er hatte wohl doch nur mit den Zähnen geknirscht. Die Frau mittleren Alters wurde abkassiert, brauchte, wie nicht anders zu erwarten war, ihre Zeit zum Verstauen im Jutebeutel (Scherz, es war eine stinknormale Einkaufstasche mit Blumendekor), und verließ den Laden. Es war noch mal gut gegangen, knapp war´s schon.







Warten auf die Taube mit dem Ölzweig

Sturmtief "Nadia" hat die Weser aus´m Bett geschubst, die Osterdeich-Wiesen bis an den Deichfuß überschwemmt.
Ein Kajakfahrer ist die Weserpromenade langgepaddelt, der hatte seinen Spaß. Naja, wir auch, nur anders ...







Donnerstag, 2. Dezember 2021

Dezember (früher Julmond, Christmonat)

 



Lautsprecher einschalten, auf´s Foto klicken, drei Minuten zuhören, lohnt sich ...





So, jetzt wird´s winterlich, wettermäßig mein´ ich, 
Gestern war der Gang anner Hamme schon herausfordernd. Recht frisch, ziemlich böig, Hagelschauer. Heute früh gab´s Schnee, nicht viel, immerhin. Aber im Wohnzimmer issis windstill, der Gepa Bio Kaffee heiß und stark, paar Aachener Nuss-Printen wär´n schön ... (hast du den Zaunpfahl auf dich zu fliegen seh´n, Rita? Hahaha)

Gleich husch ich in die Kombüse, Gericht 23 gibt´s: Seelachs, Kartoffeln Rote Laura, Fenchel-Möhren-Zucchini-Gemüse und Senfsoße mit reichlich Kapern. 




Ostern 2018 schenkte uns eine frühere Freundin eine kleine Orchidee. Das Pflänzchen hatte keine Blüte, wollte einfach nicht blühen. Wir wollten es versuchen. Experimentiert wurde mit Standort, gießen und düngen. Nein, sie blüte nicht. Nach drei Jahren bekamen wir einen Tipp: Kaffee. Den letzten Schluck im Morgenkaffeebecher kriegt die Orchidee. Aha. Jetzt blüht sie!





Zweiter Advent, es hat geschneit, die Dächer sind weiß, die Wege matschig.
Romantischen Gang durch Bürgerpark und Stadtwald gemacht, nix los, nachher Pizza.
Das Foto ist von vorgestern, da war´s noch sommerlich ...





Morgens im Hollerland, Lufttemperatur 1 Grad Celsius.
Landschaftlich nicht die schönste Jahreszeit, hat aber trotzdem was "Pittoreskes".





Zu dieser Zeit findet das Rehwild sich in größeren Gruppen zusammen, zu "Sprüngen", wie der Jäger sagt.
 Cleo weiß das natürlich und geht erstmal auf Sehrohrtiefe ...

Apropos Jäger. Wir haben in der Nähe einen Schreibwaren- und Spielzeugladen, und wenn uns mal ein Bleistift fehlt, dann geh´n wir da kurz hin. Den Laden hat vor vielen Jahren der Sohn vom Vater übernommen, ein netter, durchaus kultivierter, junger Mann. Manchmal hat er seinen schon etwas älteren Dalmatiner mit dabei, das freut mich dann, klar. Letztens war der neue Zweithund auch da, ein gut halbjähriger brauner Labbi. Man kam ins Gespräch und ich erfuhr verblüfft, dass der Labbi gerade in der Jagdhundeausbildung steckt. Der nette Bleistiftmann ist wohl in der coronabedingten Lebensleere der Idee zum Opfer gefallen, zukünftig im Gefolge spätantiker Männerbünde seiner Freizeit tieremordend mehr Gewicht zu geben. Wie gesagt, ich war unangenehm verblüfft.

Zu weit will ich mich allerdings jetzt nicht über die Fensterbank schieben, fliegt mich doch besonders im Herbst auf den Gängen anner Hamme immer mal wieder der Gedanken an, den Blinker tanzen zu lassen und auf Hecht zu geh´n.
 Ja, ja, der Mensch in seinem Widerspruch ...



Lauterbach machtis, hau rein, Karl!







Da kommt die Kanonenkugel angeflogen, 
jetzt bloß locker in den Knien bleiben ...






Ich boostere, du boosterst, er sie es boostert, 
wir boostern, ihr boostert, sie boostern.

Heute unseren Booster-Termin gemacht, Ende Januar, im schönsten Impfzentrum des Landes!






Nicht erschrecken - es ist "nur" ein Krallenbruch.

Wir hatten das vor vier Jahren schon mal, vorne links, die äussere Kralle, jetzt issis dieselbe Kralle (vielleicht ist eine Nachgewachsene nicht ganz so stabil?). 
Es passiert bei den Wendungen. Cleo rennt im Übermut am Waldrand lang, stoppt und wirft sich herum. Wir sind schon sehr vorausschauend, kennen die "Explosivität" unseres kleinen dicken schwarzen Hundes ja. Wenn der Untergrund hart, durchlöchert ist oder die Maulwurfshügel im Winter gefroren, dann wird da nicht gerast wie von Sinnen, klar. Aber die absolute Sicherheit gibt´s  bekanntlich nicht. Und nun issis doch wieder passiert. Hab ich erst nach fünf Minuten bemerkt, da hob sie die Pfote mal kurz an. Die Kralle stand rechtwinklich von der Zehe ab, blutete nicht viel. Bin gleich weiter zur Tierärztin. Krallenbett unverletzt, büschen Betäubungsspray auf die Pfote und mit der scharfen Zange ganz oben abgeknipst, amputiert sozusagen. Cleo war recht cool. Die Gefahr einer Infektion ist bei Krallensachen nicht unerheblich, Bakterien können da leicht hochkriechen, bis hin zum Tetanus (auch wenn´s bei Hunden selten vorkommt, klick). Also nicht lange warten, ab zum Tierarzt. Verband, Überschuh, naß werden darf da nix (inner Wohnung natürlich ohne Schuh, Luft muß ran ), zwei Injektionen, Antibiotikum und Schmerzmittel. Nach zwei Tagen zur Kontrolle und Verbandwechsel (gleich fahr´n wir hin, dann schau´n wir weiter). 

Übrigens gibt´s richtig guten Pfotenschutz von "DogGusti".






So, war´n bei der TA. Alles ok., der Verband bleibt ab, Aluminiumspray zum "Versiegeln", büschen aufpassen mit Wasser, Dreck und allem was weh tun kann. Da freu´n wir uns! Bis da wieder´ne Kralle ist wird dauern. Viele Patienten da, heute am Samstagvormittag, sieben war´n vor uns dran. Da sind wir ein Dreiviertelstündchen an den jetzt überschwemmten Wümmewiesen gegangen, sind da gleich in der Nähe, war entspannend, und was braucht man mehr als Entspannung ...





Weil Cleo so tapfer und brav war, da durfte sie auf den Beifahrersitz.
Mal was Verbotenes tun, was bleibend Böses, macht Spaß.










Wir haben das Restaurant Meierei im Rücken, und die längste Sichtachse Bremens mit knapp drei Kilometern vor uns. 
Wenn kein winterlicher Nebel da wäre, dann könnte man über die Große Parkwiese bis zum Parkhotel und weiter bis zum Bremer Dom auf dem Marktplatz kucken.


Der Bürgerpark und der Stadtwald sind die bekanntesten Parkanlagen in Bremen. Mit zusammen mehr als 200 Hektar. Die Fußwege erreichen zusammengerechnet eine Länge von 31,5 Kilometern, die Radwege sind 14 Kilometer und die Fahrwege 7,3 Kilometer lang.

1865 gründeten eine Handvoll Bremer Kaufleute, weil der Senat keine Geldmittel zur Verfügung stellen wollte, eine Bürgerinitiative: das Comité zur Bewaldung der Bürgerweide (aus dem 1872 der noch heute bestehende Bürgerparkverein hervorging). Das Komitee nahm Verhandlungen mit drei Gartenarchitekten auf. Man entschied sich am Ende für die Pläne Wilhelm Benques.

1866 erfolgte der erste Spatenstich, und knapp 170 Arbeiter vollbrachten mit dem Aushub des heutigen Emmasees die erste gartenarchitektonische Maßnahme, im Frühling 1867 konnten die ersten Bäume gepflanzt werden.

1906 wurde dem Bürgerparkverein die sogenannte Bürgerweidekämpe zur Anlage eines Stadtwaldes übereignet. Insgesamt wurden auf der Fläche von 265 Morgen 525.000 Laub- und Nadelholzbaumsetzlinge, 75.000 Niederholzsetzlinge sowie 1.940 Alleebäume gepflanzt.


              Naja, ich wollte das mal gesagt haben, denn den größten Teil der Wege bin ich sicherlich im Laufe meines Lebens schon abgewackelt mit den jeweiligen Hunden. Weil sich der Park nach wie vor aus Spendengeldern trägt und der jährlichen Bürgerpark-Tombola, darum und nur darum kaufen wir uns immer zwei Lose! Manchmal gewinnen wir ´ne Packung Kekse, aber mein Onkel hat vor Jahrzehnten tatsächlich seinen Opel Kadett gewonnen, echt.




Dritter Advent, 
das Parkhotel am Hollersee gibt sich stimmungsvoll.

   


Ich wollte mal nach New York, aber es war schon geschlossen.
      


       
 
Was gibt’s Neues? 

Naja, Wetter gräulich mild, der neue Kanzler hält seine erste erklärende Rede, der neue Oppositionsführer kläfft wilder um sich als der Zwergschnauzer auf Oma´s Arm, der neue Gesundheitsminister versucht Ordnung im Komposthaufen seines Vorgängers zu schaffen. Und die Ampel? Die arbeitet sich ein. Und ich? Ich bin den ausschlaggebend knappen 4 Prozent im Wahlergebnis sehr dankbar, ist nochmal gut gegangen. Andernfalls hätte jetzt der Abgrund gegähnt, der Karnevalist Laschet dazu hilflos gelächelt, und das „Spahnferkelchen“ hätte aus Versehen 80 Millionen Gebetsbücher beim Vatikan bestellt. Die wären auch bitternötig gewesen, aber nie angekommen. Bestellen kann er ja auch nicht ...







Eine Emotion ist ein psycho-physiologischer Prozess. Es gibt also eine psychische Komponente, die für niemanden zugänglich ist, außer für denjenigen, der diese Emotion hat.

(Barbara Schöning, Verhaltenstierärztin, Freie Universität Berlin)






Vierter Advent,
bald ist schon wieder Ostern ...






Lange im Pennigbütteler Moor gewesen. Jetzt ist der Griechische Gemüsetopf im Ofen, braucht anderthalb Stunden im Gußeisentopf. Auf Prime nochmal die Verfilmung von Hape Kerkelings Buch über seine Reise auf dem Jakobsweg, Ich bin dann mal weg, gekuckt. Wenn man sich drauf einläßt und keinen Actionthriller erwartet, ein guter Film. Das Buch ist über fünf Millionen mal verkauft worden. Trotz stetig steigender Kirchenaustritte scheint das Interesse an der Suche nach Gott ungebrochen zu sein, da braucht´s kein Querdenken ...



Ach so, übrigens hat Cleo heute Geburtstag!!!
Sechs Jahre ist sie jetzt schon, und das Beste kommt noch!














An Helnwein gedacht.

Boulevard of Broken Dreams






An der Umgehungsstraße,
kurz vor den Mauern unserer Stadt,
steht eine Nervenklinik,
wie sie noch keiner gesehen hat ...

Ja,ja, der Goldene Reiter, das war´n noch Zeiten!








Dear friends, may I introduce our new Walnussbrot.

Ein Wahnsinn, dauert allerdings bis zur Verzehrbereitschaft.
Am Ende des Tages wird der Teig gemacht, nicht ganz so einfach, Details ersparen wir uns hier. 
Über Nacht zwölf Stunden ruhen lassen. Der folgende Vormittag geht mit verschiedenen Backvorbereitungen drauf, 
bis hin zur Endhandlung: Dem Backen!

Natürlich hab ich damit praktisch nix zu tun, Frauli ist die Backfrau.
Ich versuche mich als Chronist und Verkoster, immerhin.

Hintergründig, in gewollter Unschärfe (große Blende), steht unser gegenseitiges Weihnachtsgeschenk zum Bestauntwerden parat: 
Die neue Rühr- und Knetmaschine von Bosch, die MUM 5 mit 1000 Watt Leistung (in Worten: eintausend). 
Jetzt sind wir unbesiegbar - zumindest inner Küche!







Irgendwie kommt das Foto doch nostalgisch rüber, so 50er Jahre.
 Man spürt den Atem von Ruth Leuwerik und O.W. Fischer geradezu im Nacken ...



Ach so, Rita, weißt du noch nicht: Wir ham unsere Booster-Termine zwei Wochen nach vorne korrigiert. 
Bremen macht ja jetzt auch nach fünf Monaten. Ich komm auch langsam auf turkey 😉








22ster, Wintersonnenwende, ab heute werden die Tage wieder länger!


Bei Lestra den Raclettekäse für Heiligabend gekauft. 
Lestra hat eine der besten Käsetheken Deutschlands, ein Paradies!
Anschließend Gang durch den Rhododendron-Park gemacht.
Eine Postkartenidylle zu dieser Jahreszeit, schööön.
Falls uns der Winter irgendwann zu lang wird, dann fliehen wir in die Botanika
ins Dschungelklima, und lassen uns von exotischen Schmetterlingen umflattern - das hilft immer!


(Fettgedrucktes läßt sich anklicken, nech)



1. Weihnachtstag




2. Weihnachtstag




Als wir gegen zwölfuhrfünfundvierzig von einem entspannenden Gang im Gebiet zwischen dem Wümme-Südarm und dem wenig frequentierten Großen Moordamm zurück zum behinderungsfrei auf dem unbefestigten Seitenstreifen abgestellten Skoda kamen … da war Schluß mit Entspannung: Unser Joy war auf der Fahrerseite fast über die ganze Länge klassisch zerkratzt, ein einziger dicker Strich bis auf die Grundierung. Vandalismus nennt man das wohl.

Auch wenn die Formalitäten heutzutage mit dem Smartphone gemütlich auf dem Sofa liegend erledigt werden können, also Onlineanzeige bei der Polizei und Schadensmeldung bei der Versicherung, und es sich ja nur um ein zerkratztes Auto handelt, issis doch mehr als ein Ärgernis.

Man hört das Geräusch des zerkratzenden Lackes quälend deutlich im imaginären Ohr. Und ebenso klar drängt sich das Geräusch brechender Jochbeine in die Gedanken der greisen Phantasie: Hätte man den Täter nur auf frischer Tat ertappt.

Fragen stellen sich wie von selbst. Wer macht sowas und warum? Vielleicht ein netter älterer Herr auf einem kleinen Spaziergang durch die frische Winterluft, der versehentlich die dreifache Dosis Betablocker eingenommen hatte, und nun schwindlich schwächelnd bei dem Versuch an meinem Auto Halt zu finden, mir mit dem antiken Manschettenknopf am rechten Hemdsärmel den Lack verkratzt hat, übrigens die Sonderlackierung Black Magic. 

Oder käme doch eher einer dieser autohassenden Klimaziel-Fetischisten in Betracht, den die 2G-Auflagen völlig aus der Bahn geworfen haben, weil dieser bedauernswerte Mensch nie gelernt hat mit der real existierenden Wirklichkeit angemessen sinnvoll umzugehen. Oder ein CO2-Wahnkranker, der sein Lastenrad zum Streitwagen Gottes umfunktioniert hat, und einfach nicht kapiert, dass er sich nicht vor dem nahenden Untergang der menschlichen Zivilisation fürchtet, sondern vor sich selbst. 

Ist Vandalismus ein Auswurf zorniger Hilflosigkeit oder ist er in der Kategorie „Erweiterter Selbstmord“ besser aufgehoben? 
Keine Ahnung, ist wie in der Toyota-Werbung von damals: Nichts ist unmöglich!

Der FDP-Kubicki hat doch letztens gesagt, dass die Menschenwürdegarantie unserer Verfassung auch für Ungeimpfte gelte. Dann bestimmt auch für Menschen, die mir den Lack zerkratzen. Aber muss ich diese Arschlöcher dann auch noch liebhaben, Herr Kubicki?








Das Tiefdrucksystem Sebastian bringt uns mit Unterstützung des Hochs Christine Luftmassen subtropischen Ursprungs, es wird wärmer. Und das war´s heute Vormittag auch schon, gefühlt satte 10 Grad. Wir sind den Truperdeich langgeschlendert, hin und zurück, gutes Stündchen.


In der ländlichen Gegend ist mir unser neuer Landwirtschaftsminister Özdemir hartnäckig durch den Kopf gewandert. Ein guter Mann, fand ich schon immer, jetzt erst recht.
Mit seinem lange überfälligen Vorhaben, Ramschpreise für Lebensmittel abzuschaffen und dabei nicht auf die Einsicht der Geiz-ist-geil-Leute oder auf Gewissensentscheidungen der Märkte zu hoffen oder zu warten, denn das funktioniert erwiesenermaßen nicht, fasst er ein ganz heißes Eisen an. Und natürlich fallen Oppositionsheuchler, Sozialverbände etc. jetzt über ihn her: Ein zynischer Hohn wäre das, man müsse zuerst an die Armen im Land denken ...

Dabei sagt Özdemir die Wahrheit und nichts als die Wahrheit, wenn er feststellt, dass Ramschpreise für Lebensmittel Bauernhöfe in den Ruin treiben, mehr Tierwohl verhindern, das Artensterben befördern und das Klima belasten. Tierschutzbundpräsident Thomas Schröder spendet Özdemir Lob: "Es gibt kein Menschenrecht auf Billigfleisch", sagt er, "man kann den Menschen ihre Ernährungsweise nicht diktieren, aber es gibt auch kein Recht auf das tägliche Stück Billigfleisch auf dem Teller. Tiere haben einen Wert, nicht nur einen Preis."

Ohne Zweifel gibt es in Deutschland Armut, es gibt ´ne Menge Menschen, die knapp mit dem Geld sind, aus welchen Gründen auch immer. Ich bin dafür, die staatlichen Hilfen jeglicher Art angemessen realistisch zu erhöhen, denn auf dieser Ebene trifft man tatsächlich auf Zynismus. Allerdings empfinde ich dieses obskure Abwägen zwischen den dramatischen Folgen und Randerscheinungen der Lebensmittelverramschung einerseits, und der geringen Kaufkraft eines Teils der Bevölkerung andererseits (nein, ich bin nicht zynisch!) wenig zielführend und wohl auch nicht immer ganz ehrlich.

Wenn ich einen Blick über die stets gut belegten Parkplätze der Lebensmittelmärkte und Discounter werfe, dann sehe ich jede Menge gepflegter Mittelklassewagen und eine große Zahl nobler Karossen, die ich mir nicht leisten könnte. Der weit überwiegende Teil der Kundschaft ist alles andere als zahlungsschwach, geschweige denn arm. Und denen möchte Herr Ozdemir nun zumuten, für jedes Ei, jeden Liter Milch ein paar Cent, und für jedes Kilo Fleisch ein paar Euro mehr auszugeben. Damit die Bauern besser über die Runden kommen, die Tiere etwas weniger gequält werden, das Artensterben leicht abgebremst und das Klima nicht so stark belastet wird.

Ich war noch nie in einen Landwirtschaftsminister verliebt - jetzt schon.





Um es mit den Worten der göttlichen Garbo zu sagen:
Manche von uns möchten allein sein.