Montag, 1. März 2021

Im Märzen der Bauer ...

 




Ein wichtiger Monat. Jetzt gibt´s kein Zurück mehr. 





Heute versucht, den Warwer Sand zu finden. Hat geklappt.




Insgesamt zweieinhalb Stunden durch Wald und an Wiesen lang gewandert. 
Auf dem Heimweg im Haupt-Barfshop in Bassum für die nächsten zwei Wochen eingekauft:
Barfgold, ruhig mal googeln.




Der König der Pfadfinder vergewissert sich: 
Wo parkt das Auto nochmal? Diese Maps-Funktion ist manchmal Gold wert ...







Neues Gebiet ausprobiert:
Der ehemalige Truppenübungsplatz Garlstedt bei Schwanewede.
Ziemlich weiträumig, schönste Natur haben die Panzer da zurückgelassen.
 Wir waren drei Stunden unterwegs, man könnte wohl noch zwei Stunden länger dort rumwandern.





Scheint wildreich zu sein, wenn man Cleo´s Nasenaktivitäten und die Rottenwühlereien an den Wegensrändern so bewertet.
Da ist Leine angesagt, leider, wird Cleo trotzdem Spaß machen.




Dann ham wir noch die Heidhofer Teiche gesucht - gefunden.

Bevor wir wieder am Parkplatz Schmidts Kiefern ankamen, durfte sich unser kleiner dicker schwarzer Hund die aufgestaute Energie aus den Beinen sausen, huiiiiii.







9ter März, der Winter ist zurück.
Wir nehmen das mal kommentarlos zur Kenntnis ...








Es geht um´s Geld. Es geht um´s Kleingeld. Wohin mit den Centstücken bis zur 50er Münze? 
Sammeln sich im Geldbörslein täglich an, werden mehr und mehr - und dann?

Dann hat man am Kopf der Schlange vor der Kasse wieder mal so ein Kasperle beiderlei Geschlechts, das versucht, seine Rechnung in Cent zu begleichen. Steht da, wühlt und wühlt, wühlt immer noch, die Kassiererin täuscht Geduld vor, die Leute inner Schlange trippeln im Geiste von links nach rechts (auch politisch), wechseln das Standbein, verleiern die Augen, brummen ihr Mißfallen in die medizinische Maske. Während Kasperle unbeeindruckt weiter wühlt. Und dann: Ah, schade, es reicht doch nicht, bitte mit Karte.

In solchen Situationen werden Amokläufer geboren. Auch ich, oder besonders ich, trage seit Längerem die Idee einer aufblasbaren Axt mit mir herum, immer parat im Jutesack, zehn kräftige Atemstöße und die Sache geht ihren grausligen Gang.

Um nun die obligatorischen fünfzehn Jahre Gefängnis zu vermeiden, haben wir auf dem Regal im Flur ein selbstgetöpfertes Döschen mit Deckel stehen. In dieses kunstschwangere Gefäß kommt jeden oder jeden zweiten Abend, was das Portemanaie schwer macht: Das Kleingeld. Durchschnittlich alle fünf Wochen ist besagtes Döslein voll bis der Deckel wackelt. Dann wird die Münzsammlung behutsam in eine Hundekottüte geschüttet, eine unbenutzte natürlich, und ab zur Bankfiliale, denn dort wohnt der EC-Automat mit Münzeinwurffunktion, tolle Sache! Rein damit, Ratterratter, Pause, nochmal ein letztes, sich kurz aufbäumendes Rattern, ein Beleg schiebt sich summend in den Vordergrund, und man hat echt was für die innere Ausgeglichenheit seiner Mitmenschen im Supermarkt getan. Das ist schön, Rabatt für den Anwalt vor dem Jüngsten Gericht, wenn´s soweit ist.






Oft schließen Frauchen und ich dann noch eine Wette ab: Wieviel wird´s diesmal sein?
Heute tippte ich auf 20 Euro, meine Gattin auf 24.





Eine derart knappe Niederlage schmerzt mich immer wieder. Manchmal dauert es Tage,
 um der drohenden Depression vom Löffel zu huschen.









Nach der erfolgreichen Finanztransaktion endlich mit Cleo an den Unisee! 

Cleo kann spielen. Betonung liegt auf kann. Wenn man unter Spielen eine zweckfreie soziale Interaktion, die allen Beteiligten gleichermaßen Spaß macht, versteht, dann können das viele Hunde nicht. Mischen sich in so einen Ablauf Dominanzgehabe, Unterwerfungsversuche oder sexuelle Absichten, dann issis nicht mehr zweckfrei und macht sicher nicht immer allen gleichviel Freude.
Allerdings ist das bei Menschen so beliebte "Spielenlassen" für die Hunde selbst häufig nicht so erfrischend wie erhofft. Ein Dutzend Hunde jeglicher Größe, jeglichen Alters, jeglicher Persönlichkeit toben, raufen, rennen sich selbst überlassen lange Zeit am Sandstrand, einige ziehen Schleppleinen hinter sich her, andere haben lange Stöcker im Maul, Hündinnen werden massiv von Rüden belästigt, Welpen und kleine Hunde werden überrannt oder geradezu untergepflügt, hier und da mal eine Beißerei usw. 

 Aber man kann sich dabei wunderbar über den letzten Urlaub, das letzte Familientreffen, den letzten Pizzeriabesuch oder den eigenen Mann, der ist auch meistens das Letzte, austauschen, ohne sich um seinen Hund kümmern zu müssen. 






Ich will bei aller Arroganz und Böswilligkeit nicht vertuschen, dass unser kleiner dicker schwarzer Hund trotz seiner Spielkunst nicht unproblematisch ist auf den Jahrmärkten der Welt.

Der geneigte Leser dieses Blogs wird sicherlich längst erfahren haben, dass Cleo kein ruhiger Hund ist. Cleo hat Nerven. Ein Vergleich mit den oft, zu oft schon bemühten Drahtseilen passt hier überhaupt nicht. Cleo´s Nerven gleichen eher den Saiten einer Stradivari aus dem 17. Jahrhundert. Ein falscher Griff, nicht unbedingt grobmotorischer Natur, nein, ein leichtes Verkanten beim Aufsetzen des Ringfingers reicht schon aus, um dem himmlischen Instrument ein Aufjaulen, für jedes Ohr menschlichen Ursprungs unerträglich schmerzhaft, zu entreißen.

Mit anderen Worten: Cleo fährt schnell hoch. Wir treffen beispielsweise in der gut frequentierten kleinen Sandkuhle im hinteren Bereich der Uniwildnis auf eine Gruppe von Hunden mit Menschen. Sagen wir acht Hunde spielen miteinander. D.h. zwei graben gemeinsam ein Loch, zwei streiten sich um ein Stöckchen, einer liegt auf der Seite und döst, einer umkreist das Gebiet, zwei werden von ihren Frauchens bespaßt. Es ist also Bewegung in der Sache, aber kein Chaos. Dann kommt Cleo dazu. Begrüßt alle recht freudig, recht forsch, ungestüm. In kürzester Zeit ist viel Unruhe aufgekommen. Cleo rast rum, die annern hinter ihr her. Meistens sind ein, zwei interessierte Rüden dabei, die muss sie abwehren, dann will sie das Stöckchen der anderen beiden haben und dass der eine Liegende seine Ruhe haben will, passt ihr gar nicht. Es bleibt friedlich, Cleo ist noch nie in eine ernsthafte Auseinandersetzung gekommen, sie kriegt da immer die Kurve. Aber die im Grunde von ihr selbst hochgefahrene Situation überfordert sie dann auch, sie wird hektisch, bellt viel. Natürlich kennen wir unseren Hund, wissen was kommt und bremsen rechtzeitig, oder gehn weiter. 

Es gibt auch Momente und Situationen, da ist sie anders, ruhiger, entspannter. In der Wohnung, im Auto ist sie als Vorzeigehund einsetzbar. Letztens kam der Typ mit der Leiter, um auf dem Flur den Rauchmelder zu tauschen. Cleo lag vier Schritte entfernt im Körbchen und hat den Kopf nicht mal gehoben. Auch im geparkten Auto sitzt oder liegt sie und ihr ist vollkommen gleichgültig, ob da jemand vorbeigeht oder reinkuckt. Mit Cleo durch die Waschstraße ist die reine Freude. Feuerwerk, durch die Schallmauer brechende Jets - na und? Es ist einfach so: Jeder Hund ist anders, hat seine Stärken und Schwächen. Ursachenforschung hat schon bei Sigmund Freud wenig gebracht. Ich will auch nicht wissen, wer ich bin. Man holt seinen Hund dort ab, wo er steht und macht das Beste draus.

Vor einiger Zeit hab ich durch Thomas Baumann (Hundetrainer, Buchautor, guter Mann) begriffen, dass diese weitverbreitete Pauschalweisheit: Nervöser Hund = unausgelasteter Hund, so simpel nicht ist. Wer also meint, seinen affektgeladenen, schnell hochfahrenden Hund durch exzessives Bespaßen, Beschäftigen oder Bällchenschmeißen zu einem entspannten, gelassenen Vertreter seiner Art ummodeln zu können, der hat gute Chancen, alles zu verschlimmern. Ein körperlich erschöpfter Hund ist etwas ganz anderes als ein innerlich ausgeglichener, ruhiger, gelassener Hund. Für einen wirklich unterforderten Hund, der sein Leben auf dem Sofa oder im Zwinger verbringt und deshalb massiv unausgeglichen ist, wird viel bewegen, beschäftigen, vielleicht auch Bällchenschmeißen sicher hilfreich sein. Für den reizüberflutungsanfälligen Hund ist das eher kontraproduktiv, der braucht Stabilität und Ruhe - autogenes Training wäre gut, hahaha.






Tja, ich weiß auch nicht. Die einen sagen so, die annern sagen so.
Und im Licht am Ende des Tunnels winken Oma und Elvis.






In der Novelle von Theodor Storm, "Der Schimmelreiter", plant der neue Deichgraf Hauke Haien eine Eindeichung. Die Tradition fordert, dass im neuen Deich etwas Lebendiges begraben sein muss, üblicherweise ein Hund.

 Hauke weist diesen Aberglauben - gegen die Stimmung der ihm ohnehin distanziert gegenüberstehenden Dorfbewohner - strikt zurück!

Leider geht sein Verständnis der moralischen Verantwortung recht weit. So stürzt er sich während der großen Flut auf seinem Schimmel mit den Worten „Herr, nimm mich, verschon´ die anderen!“ ins Meer.


Wir müssen das Reclam-Heftlein vielleicht mal wieder lesen, nach fünfzig Jahren. Die Schule versaut einem ja oft die Lust an Literatur. Wenn ich da an meinen derzeitigen Deutschlehrer denke, kommt mir das Frühstück hoch. Ein untersetzter kleiner Mann mit Halbglatze und Brille, brauner Alkoholiker, eng mit Lale Andersen befreundet ...






Der linke Simmerring am Getriebe undicht, die Dichtungen im Spültischsiphon in Auflösung begriffen, der Rauchmelder macht sein eigenes Ding. Ich weiß, es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel in der Nähe eines Gebrauchtwagenverkäufers einatmen zu müssen, klar.

Drei hartgekochte Eier von Hühnern der glücklichsten Art, Spreelinge Gewürzgurken, getoastetes Brot, selbstgebacken, mit feinster Süßrahmbutter, ein kleines Gläschen First-Class-Anchovis. Es gibt Bedeutenderes, weiß ich doch. Zum Beispiel einen kleinen stolzen, durch Katzenschnupfen fast blinden Kater gerade noch vor dem Überfahrenwerden zu retten und im Tierheim die Zusage zu hören: Den kriegen wir wieder hin.






"Also, Cleo, die Bugwelle ist die Welle, die ein schwimmendes Objekt, das sich im Wasser fortbewegt, vor sich her schiebt. Sie entsteht durch die Verdrängung von Wasser und bewegt sich mit der Geschwindigkeit des Objekts. Neben der Bugwelle bilden sich innerhalb des Bugkeils kreisförmige Wellen und im Kielwasser eine Heckwelle".









In bunten Bildern wenig Klarheit, viel Irrtum, und ein Fünkchen Wahrheit.




Am Meer, am wüsten, nächtlichen Meer,
steht ein Jüngling-Mann.
Die Brust voller Wehmut, das Haupt voll Zweifel,
und mit düstern Lippen fragt er die Wogen:
"Oh, löst mir das Rätsel des Lebens,
das qualvoll uralte Rätsel ...

(Heinrich Heine, lustiger Typ)




"Ostern kommt", sagte der kleine Tiger.
 Aber der kleine Bär träumte sich weg und machte allen eine lange Nase ...






Ham uns neuen Gemüsehobel gekauft, ein Wahnsinnsteil!
Mit V-Klinge und Sicherheitshalter.



Hier ein passendes Rezept dazu:

600-800 g Kartoffeln, mehligkochend, mit der größten Einstellung, halber Zentimeter, weghobeln.
Zwei Auberginen in kinderfingerdicke Scheiben schneiden und in Olivenöl kurz und kräftig anbraten.
Kleine Zwiebel und zwei Knobizehen fein würfeln, in büschen Olivenöl anschwitzen. Dann zwei kleine Dosen Bio-Tomaten, geschnitten, dazugeben und ne Viertelstunde köcheln lassen.
Eine Packung Feta kleinbrechen, für später.
Auflaufform leicht einölen, Backofen auf 180 Grad aufheizen.
Als unterste Schicht die Hälfte der gehobelten Kartoffeln kunstvoll einschichten. Die Hälfte der Tomatensoße drüber verteilen.
Jetzt die angebratenen Auberginenscheiben einstapeln, dann den Feta drüber.
Zum Schluß die zweite Hälfte der Kartoffelscheibchen einschichten, paar Tropfen Olivenöl drauf und ab in den Ofen. Gewürzt wird alles separat mit Salz und Pfeffer.
Nach 30 Minuten mal reinpieken, wenn die Kartoffeln al dente sind - raus damit. Saulecker!






Johann, fahren Sie langsam, ich habe es eilig!




Eine Pause ist die kurze Unterbrechung einer Tätigkeit, die der Erholung dienen soll.




Na also, geht doch ...












Montag, 1. Februar 2021

Februar

 




Wenn man einen Freund hat, 
braucht man sich vor nichts zu fürchten!




Off topic:

Scharfe Kritik gab es auch an Thomas Gottschalk, der angab, bei einer Kostümparty in Los Angeles mit Jimi-Hendrix-Verkleidung das erste Mal erfahren zu haben, "wie sich ein Schwarzer fühlt".

(Quelle: n-tv)

Welcher Tierart gehört diese schüttere Blondine eigentlich an?




Immer dem Hund folgen. Der Sonne entgegen. Von Cleo lernen, heißt siegen lernen ...




Weil der Film für Prime-Mitglieder zum Preis von 99 Cent angeboten wurde und unsere Hirne von der Corona-Berichterstattung büschen zerlöchert waren, da schauten wir ihn uns an: Der Junge muss an die frische Luft, die Verfilmung der Autobiografie von Hape Kerkeling, seine Kindheit und Jugend, 2018 ein Kinohit.

Naja, Hape Kerkeling, Spaßmacher der Nation, ist mal mit der Taxe den Jakobsweg abgefahren. Mehr sagte der mir eigentlich nicht, bin eh von Menschen nur schwer zu beeindrucken.

Dann dieser Film. Nun bin ich doch beeindruckt. Von der Handlung, der Mache und besonders von der schauspielerischen Leistung aller Beteiligten: Grandios! Und wenn nur die Hälfte des Gesehenen mit der realen Kindheit Kerkelings zu tun hat, dann reicht mir das, um Herrn Kerkeling in mein Herz zu schließen, oh ja.




Sonntag,

 das angesagte Schnee-Chaos ist in Bremen ausgeblieben. Aber eisig, windig und ungemütlich verschneit issis schon.



Keith Richards, drogenerprobter Gitarrist der Stones, sachte mal: Wer sich an die 60er erinnern kann, hat sie nicht erlebt. Witzig. 

Eine meine Erinnerungen an die 60er Jahre war der Zettel an der Wohnungstür, wenn Mutter mal kurz weg war: Schlüssel liegt unter der Matte.

Und an Amor kann ich mich erinnern. Der Langhaardackel vom Schreib- und Spielzeugladen lag den Tag über vorm Laden - und ich lag neben ihm, stundenlang. Und an Biene, die Zwergpinscherhündin vom Ehepaar Strypsack, Lisel und Martin. Die bewohnten ein Kaisenhaus im Weg bei Oma und Opa. Als Biene ungewollt Welpen bekommen hatte, verbrachte ich dort meine Zeit, wochenlang, blieb auch zum Essen. Martin ging in der Wümme Aale poddern und räucherte selbst. Da fiel immer mal einer für uns ab. Mir waren die Welpen und Biene natürlich wichtiger.

Dann hat sich noch eine unglaubliche Begebenheit tief in mein Resthirn eingebrand. Meine Schwester hatte mit Tieren nichts, aber auch gar nichts, am Hut. Sie hatte mal ein Huhn mit vier Beinen gezeichnet. Leider ist das Kunstwerk verschollen. Manchmal fuhr sie mit dem Zug zu ihrer Freundin in Bremen Nord. Eines schönen Mittags kam sie zurück und ein Hund ging hinter ihr. Ein mittelgroßer Mischling war´s wohl. Sie kam in unsere Wohnung, stand irritiert auf dem Flur, den Hund im Schlepptau. Wir, meine Eltern und ich, staunten sehr. Der Hund war ihr vom Bahnhofsvorplatz aus nachgelaufen, und legte sich ganz selbstverständlich unter den Küchentisch. Ich war begeistert: Den behalten wir! Wir behielten ihn nicht, Pa brachte ihn ins Tierheim, und das war aus heutiger Sicht auch das einzig Vernünftige gewesen. Ich war traurig.

Es dauerte noch fünfzehn Jahre, ich war 25 und es hatte sich gezeigt, dass die totale Kapitulation vor den Regeln der Seriösität meine Sache nicht war, als ich mich gegen Ruhm, Geld und Ehre entschied und fortan einem Hund das Primat einräumte: Hugo, Mittelschnauzer, pfeffersalz. 





Erinnerung ist ein Laster - also zurück in die Gegenwart.




Heute Zahnarzttermin gehabt, zur Kontrolle, 10 Uhr. Und weil nebenan gleich die Wümmewiesen sind, war Cleo mit und wartetet die Viertelstunde in meinem Lieblingsauto. 

Der kleine Gang geht bis zur ersten Rechtskurve und zurück, der lange bis Ende am Moordamm und zurück. Der große dauert zwei Stunden, der kleine eine. Heute reichte uns der kleine, war erfrischend genug. 





Am Nachmittag nochmal die Kreuzdeich-Runde gemacht, da war´s schon angenehmer, temperaturmäßig.
 Wir laufen unten lang, oben ist besetzt ...




Sunrise dog


Halleluja - ich hab einen Frisörtermin, in fünf Wochen!







Liebes Leben, fang mich ein, 
halt mich an die Erde. 
Kann doch, was ich bin, nur sein, 
wenn ich es auch werde.

Gib mir Tränen, gibt mir Mut,
und von allem mehr.
Mach mich böse, mach mich gut,
nur nie ungefähr.

Liebes Leben, abgemacht?
Darfst mir nicht verfliegen.
Hab noch so viel Mitternacht
sprachlos vor mir liegen. 


(Konstantin Wecker)








Sonntag, morgens minus 12 Grad, Schneebelag rückläufig, kann jetzt frühlingen ...







In der griechischen Mythologie trieb ein menschenfressender Fuchs in Theben sein Unwesen, der Teumessische Fuchs. Jeden Monat wurde dem Fuchs ein Knabe geopfert, um ihn milde zu stimmen. Durch göttliche Fügung konnte kein Jäger den Fuchs jemals fangen.

Dann wurde Lailaps, ein unsterblicher Hund, dem niemand entkommen konnte, auf den Fuchs angesetzt. Irgendwann hatte Zeus von dieser aussichtslosen Jagd die Nase voll, verwandelte Fuchs und Hund in Stein und setzte sie als Sterne an den Nachthimmel. Dort jagen sie sich weiter.

Der hellste Stern am Nachthimmel ist Sirius, der Hundstern im Sternbild Großer Hund. Man kann ihn gut erkennen.











Der Unisee ist tatsächlich zugefroren, bei 7 cm Eisdicke noch nicht freigegeben, erst ab 15 cm, 
und dass die erreicht werden, ist eher unwahrscheinlich.
Natürlich gibt´s auch hier paar Einbruchs-Leugner, die wackeln einmal quer rüber. Gerne auch mit Kindern. 







Es wird wärmer, bald wird dieser üble Belag verschwunden sein.
Es ist nicht so, dass mir der Wechsel der Jahreszeiten unangenehm wäre. Nein nein, das ist schon abwechslungsfördernd, gibt etwas Daseinsstruktur, mal ne Sommergrippe, mal ein blaues Knie (weil unterm Schnee doch noch Eis lauerte und zack haut´s einen hin). Ist ganz ok., man gibt sich flexibel.

Allerdings weicht hier in der Zivilisation die kindliche Wunschvorstellung von "Winter" erheblich ab. Chaos auf den Straßen, Streusalz oder dieses widerwärtige Granulat auf den Gehwegen, unberechenbare Glätte oder verharschter Schnee - reines Gift für Hundepfoten und Karpalgelenke. 





Aber es geht auch anners! 
Mit unserer Merle in den Dolomiten, Südtirol, Medalges Alm.




Da will ich unbedingt nochmal hin, und wenn´s nur zum Sterben ist, was will man in Venedig ...

Gut. Heute gibt´s Goldbarsch, kleine Erbsen, feine Möhrchen, Kartoffelpü. Ölstand im alten Almera muss ich kucken, und Luftdruck. Das Triviale darf auch schöngeredet werden.





Frühling lässt sein dünnes Band zaghaft flattern durch die Lüfte ...
Endlich wieder festen Boden unter den Pfoten!






200 Sekunden.







1938 erschien der erste Roman von Jean-Paul Sartre: "Der Ekel".

Der junge Historiker Roquentin verspürt plötzlich ein unbestimmtes, diffuses Unbehagen. Sein tägliches Leben wird zur Qual. Er fühlt sich einsam, Menschen sind ihm gleichgültig. Dieser Zustand verschlimmert sich zusehends. Alle und Alles rufen in ihm den Ekel hervor. Es ist der Würgereiz des Daseins ...




Um den Menschenmassen im Appetenzmodus zu entgehen, mussten Cleo und ich uns wieder mal ins Unigelände flüchten. Zwischen Hörsaalschluchten und Baustellen herrschen noch halbwegs natürliche Zustände. 





Ich bin zwar kein Historiker, aber der Ekel kommt unaufhaltsam in mir hoch. Ich ertappe mich dabei, stereotypisch den Refrain aus einem frühen Song von Marius Müller-Westernhagen im Geiste zu singen:

Ich hab´ keine Lust mehr im Regen zu steh´n,
und immer nur der Blödmann zu sein.
Ich will keinen Frieden,
ich will meinen Krieg,
und diesmal will ich der Sieger sein!

😉




Glücklicherweise hab ich Frau und Hund, und die machen mir Mut. Wenn alle geimpft sind, sagen sie, dann verschwinden die Störfaktoren auf zwei Beinen wieder in ihren klimatisierten Löchern.
Naja, Frauen und Hunde sollen ja hellseherische Fähigkeiten haben, dann glaub ich den beiden mal.








Sonntag,
zweieinhalb Stunden-Frühlingsgang durch´s Werderland. 17,5 Grad Celsius zeigte die Aussentemperaturanzeige im Auto bei Abfahrt. 
Wir waren früh unterwegs und hatten kaum Homo sapiens-Kontakte, wunderbar!





Gleich kommt die Pizza auf den Stein, mit Paprika rot, Champignons satt, Kapern mäßig, Peperoni, Oliven dünn geschnitten, Feta und Mozarella, büschen Oregano.






Lange Rundwanderung im Bradenholz bei Fahrenhorst gemacht. Traumhaftes Gebiet!






Tour de France

Als die Spitzengruppe von einem Zitronenfalter überholt wurde,
gaben viele Radfahrer das Rennen auf.

(Günter Grass)








Heute um 9 Uhr 15 Online-Termin bei Fielmann, neue Lesebrille abholen.
Da wirste durch die Glastür im Seiteneingang geschleust, langer Flur mit Abstandsmarkierungen, am Ende ein kleiner Tresen, Händedesinfektion usw., ein adrett verkleideter junger Optikergehilfe begrüßt freundlich, "Haben Sie einen Termin?", "Ja", "Dann bitte in die erste Etage". Ich fühlte mich wie Lady Di bei der Hochzeitszeremonie, schöön!






Besonders gefallen hat mir die Leere, eine prachtvolle Leere. Meinetwegen können die alles abreißen und ein Biotop für Teichmolche, Laubfrösche und Feuersalamander anlegen - aber auf mich hört eh keiner. Der Dom dürfte natürlich stehenbleiben, wegen der Religionsfreiheit, logo.


Danach bei Bodes meine Stinte gekauft. Endlich sind sie da! 




Wenn man sich keinen ans Ohr hält, dann darf man die auch während der Fahrt essen ...










Am Unisee auf etwas Unglaubliches gestoßen:
Ein Welpe, ein Entlebucher-Bulldogge-Mischling! Ja gibt´s denn das?!








Anschließend mit Cleo einen Dreieinhalb-Stunden-Gang gemacht, Uniwildnis, Kuhgraben, Kreuzdeich, Kuhweidenweg, Hollerland, Unigelände, Stadtwald.
Gegen Mittag waren sie wieder unterwegs, scharenweise, Spazierer, Radler, Jogger. Die meisten machen mir einen entfremdeten Eindruck, naturirritiert sozusagen, vom verbliebenen Ich weiter entfernt als der Habicht vom Mond. Die halten alles unterm Horizont für ´ne Fototapete.


😅😅😅