Donnerstag, 1. August 2019

August





 Am Vorabend des Allerheiligenfestes des Herrn im Jahre 1517 sind von Martin Luther 95 Thesen 
an die Türen der Wittenberger Kirchen angeschlagen worden.


Das wünsche ich mir auch von den folgenden Zeilen. In alle Eingangstüren der Hundeschulen und einschlägig genutzten Seminarräume sollten sie eingeschnitzt sein! 
Nach uns greift der böse Zeitgeist natürlich auch immer mal wieder, na klar. Die blödsinnige Idee vom perfekten Hund 
liegt in der Luft - immer schön kräftig ausatmen ...

"Sogenannte Problemhunde entstehen häufig einfach durch falsche Erwartungen des Menschen an seinen Hund! Hunde sind Lebewesen, sie sind nicht „perfekt“. Wir schaffen uns einen Hund aus Fleisch und Blut an, keinen Roboter, der nur entsprechend unserer Bedürfnisse programmiert werden muss und dann zuverlässig funktioniert. Und immer besteht ein Hund nicht nur aus „Problemverhalten“. Daher ist es wichtig, sich immer wieder bewusst zu machen, welche wundervollen Eigenschaften der eigene Hund hat. Gerade wenn Sie zurzeit mit einem Problem kämpfen, sollten Sie sich einfach einmal die Zeit nehmen und positive Eigenschaften Ihres Hundes sowie tolle Erlebnisse mit Ihrem Hund aufschreiben. Sie werden erstaunt sein, was für eine Liste dabei zusammen kommt. Denn nicht umsonst haben Sie sich damals für Ihren Hund entschieden. Machen Sie sich bewusst, dass das Idealbild Ihres Hundes niemals mit der Realität übereinstimmen kann. Und mal Hand aufs Herz: Wäre das Leben mit dem perfekten Hund nicht einfach viel zu langweilig? Akzeptieren Sie Ihren Hund daher so wie er ist, mit all seinen Stärken und Schwächen. Helfen Sie ihm dabei, sich zu entwickeln, aber lernen Sie auch seine Grenzen kennen. Versuchen Sie nicht, ihn zu biegen oder zu brechen, denn das, was seine Persönlichkeit ausmacht, werden Sie nicht verändern können."











Samstag, Töpfermarkt in Oldenburg, war wieder nett und es gab viel zu kucken ...




... zum Beispiel Hunde!







Und das gesuchte Milchkännchen ham wir och jefunden, schön!











Im folgenden Video hab ich mal ein paar Begegnungen zwischen Cleo und Joggern bzw. Radfahrern aufgenommen. 
Ohne Leine und Halsband, ohne Kommandos, frei wie der Wind sollte sie sein. 
Natürlich läuft das sonst meistens nicht so ab, da gilt "Safety first" für alle Beteiligten, logo. Aber sie kann´s eben auch anders 
und das gibt uns ein gutes Gefühl.









Ein Bett im Kornfeld, das ist immer frei,
denn es ist Sommer und was ist schon dabei,
die Grillen singen und es duftet nach Heu,
wenn wir träumen ...










Na gut, nochmal was zum Entwurmen (weil wir in der Sache gerade tätig sind, hahaha).

Was ist die Präpatenzzeit? Die Präpatenz beschreibt den Zeitraum von der Infektion durch einen Parasiten, bis zum Nachweis seiner Vermehrungsprodukte (Eier, Larven, Trophozoiten, Mikrofilarien) im Stuhl, Urin, Sputum oder im Blut. Je nach Erreger variiert die Präpatenzzeit.


Was bedeutet das? Das bedeutet, will man auf die tolale „Nummer Sicher“ gehen, daß man seinen Hund alle 1-2 Monate entwurmen müsste (klicken, wer mir nicht glaubt). Die von den Tierärzten empfohlene Entwurmung im Drei-Monats-Rhythmus ist noch moderat zu nennen.

Sind Wurmkuren gesund? Nö, natürlich belasten sie den Organismus des Hundes, es gibt teilweise starke Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten, und bei einer derart häufigen Verabreichung sicher auch Resistenzen unter den Würmen. Viermal pro Jahr bedeuten in einem 15jährigen Hundeleben glatte 60 (Wurm-)Giftgaben.. Bei der ganz sicheren Variante (durchschnittlich alle sechs Wochen entwurmen) kommt man auf über 120! Die allermeisten, über 80%, völlig unnötig, weil keine Verwurmung vorlag.

Was tun? Vorher auf Wurmbefall testen. Kotuntersuchung. Wer auch hier „sicher gehn“ will, der macht das alle drei Monate. Uns ist das sicher genug!

Wo läßt man untersuchen? Über den Tierarzt, oder besser selbst über´s Labor. Was kostet das? Auf Würmer aller Arten ca. 12 Euro, zusätzlich auf Giardien ca. 25 Euro. Wenn kein verdächtiger Grund auf Giardien vorliegt, machen wir nur auf Würmer.
Unser Labor ist dieses: ParaDocs, München (klicken).





Das war´s. Die passenden Beutel, klick.







Sonntag, mit Toni und ihren Menschen am Südarm auf Krebsfang gewesen. Nix, es gibt Pizza ...





Wir haben natürlich schon immer für alle Hunde eine Haftpflichtversicherung. Und das ist auch gut so!

Mitte April des laufenden Jahres schlenderten wir einen Weg zwischen Stadtwald und Kleine Wümme lang, ein unbefestigtes Niemandsland sozusagen. Cleo lief frei vielleicht zwei, drei Meter von uns weg. Plötzlich erschien eine Joggerin wie aus dem Nichts. Sie war von hinten an uns herangelaufen, hatte sich in keinster Weise bemerkbar gemacht, lief wie an einer Schnur gezogen mit unvermindertem Tempo dicht an uns vorbei. Als wir sie aus den Augenwinkeln bemerkten und Cleo zu uns heranriefen, ließ sie dem Hund nicht eine Sekunde Reaktionszeit, lief weiter, fiel über den Hund, stürzte und brach sich ein Bein. Wir kümmerten uns um die am Boden Liegende, riefen einen Rettungswagen, der kam dann auch rasch und nahm sie mit. Adressen wurden ausgetauscht und am Abend erfuhren wir vom Lebensgefährten der Joggerin die "Diagnose", sie blieb für einige Tage im Krankenhaus. Das alles tat uns aufrichtig leid, obwohl wir uns für den Unfall nur bedingt verantwortlich fühlten. Der Versicherung wurde Mitteilung gemacht, der Sachverhalt geschildert, die Sache lief.

Nach drei Monaten lag ein Schreiben des zuständigen Polizeikommissariats im Briefkasten: Ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung war eingeleitet worden. Wir hatten das schon angedacht, waren nicht völlig überrascht - aber auch nicht erfreut. Dieses Eisen schien uns doch etwas heiß zu sein, also nach der passenden Anwältin gesucht, eine gefunden, die beantragte erstmal Akteneinsicht, gut soweit. Stille. 

Nach zwei Wochen lag wieder ein Schreiben im Briefkasten, diesmal von der Staatsanwaltschaft. Die machte uns den Vorschlag, das Verfahren gegen eine Zahlung von 250 Euro einzustellen.

Nun atmeten wir kräftig durch, überwiesen die 250 Euro an die Landeskasse, bedankten uns bei der Anwältin, die ein faires Honorar in Rechnung stellte. Der Rest ist Sache der Versicherung (davon gehn wir aus, felsenfest).










Heute die Mail vom Labor gekriegt:






Samstag, bewölkt, frei, die Einkäufe sind erledigt, mit Cleo am Unisee, durch die Wildnis, am Stadtwald gegangen. So soll es sein, das ist das Leben! Ich hab ohnehin schon lange alles erreicht: Mein Hund kommt, wenn ich ihn rufe. Mehr wollte ich nie, das war der einzige Ehrgeiz … 😉

Auf dem Rückweg zum Auto wie so oft auf eine „Hundeschule to go“ getroffen. Auf dem großen Parkplatz standen bestimmt 15 Leute mit ihren Hunden, im Kreis, in zwei Kreisen. Und in jedem dieser Kreise produzierte sich eine dieser zertifizierten Problemhundemacherinnen. Die Menschen machten allesamt einen trostlosen Eindruck, man erkennt das ja am Ausdruck. Und so waren auch die Hunde drauf. Dagegen geht’s in der urologischen Notaufnahme heiter und entspannt zu. Vom Glauben fiel ich ab, als ich einen Labbiwelpen mit Halti erkannte. Wer führt seinen 10 Wochen alten Welpen am Halti? Wohl ein Tipp der Zertifizierten. Mir schwirrte der Ausspruch Max Liebermanns beim Tee mit Käthe Kollwitz während der Nazizeit durch den Kopf: Ick kann janich soviel fressen wie ick kotzen möchte … Wir mussten weiter, konnten es nicht mehr ertragen. Warum machen die Leute das? Warum tun sie sich und ihren Hunden das an? Warum bloß?

Später an Horst Janssen gedacht, einer der herausragendsten und produktivsten Zeichner und Grafiker des 20. Jahrhunderts. Ab 1946 studierte Janssen in der Landeskunstschule in Hamburg. Sein Lehrer war Alfred Mahlau und Janssen war von Anfang an sein Meisterschüler. Über Mahlau hat er in seinen Büchern viel geschrieben, zum Beispiel folgendes, ich zitiere aus der Erinnerung:

In der Parallelklasse war ein hochnäsiger, sehr auf seine Wirkung bedachter Junge. Victor von Bülow, später Loriot. Das nur am Rande. Bedeutender war die Tatsache, daß Mahlau in den ersten Wochen ausschließlich das Sehen lehrte. Wie sieht alles eigentlich genau aus? Wie fallen die Schatten, wo sitzen die Spitzlichter? Wie kann ich einen angewinkelten Arm nur mit Hilfe der Kontur dreidimensional darstellen usw.
Die Jungs in der Parallelklasse bekamen sofort einen Bleistift in die Hand gedrückt und legten los. Ob der junge Loriot schon damals Wum oder Herr Müller-Lüdenscheidt gezeichnete hat, ist nicht überliefert. Auf alle Fälle amüsierte sich Janssen später köstlich darüber: Während wir von Mahlau das Sehen lernten, versuchte der Professor in der Parallelklasse den Blinden das Zeichnen zu vermitteln.





So ungefähr kann man das Treiben in wohl 90 Prozent der hier aus dem unfruchtbaren Boden geschossenen Hundeschulen beschreiben. Da wird ahnungslosen Menschen, die nicht die geringste Vorstellung haben, was ein Hund ist, und die über keine Affinität zu diesem wundervollen, intelligenten und ihnen an sozialem Einfühlungsvermögen weit überlegenen Tier verfügen, da wird diesen gutwilligen Menschen beigbracht, wie ihr Welpe ordentlich bei Fuß zu gehen hat. Es ist wie mit den Blinden aus der Parallelklasse …




Sonntag, Kunsthallen-Tag.

Aktuelle Ausstellung: Karin Kneffel. Von der hatten wir noch nie was gehört. Und auch der momentane Kunsthallendirektor hatte mit seinen Aktivitäten bisher nur enttäuscht. Trotzdem, bei 10 Euro Eintritt kann man nix falsch machen. Bezahlt, die Jacken im Spind verstaut, Vorschrift, und dem Pfeil zur Ausstellung entspannt gefolgt. Und dann waren wir plötzlich hellwach!! Was war das denn? Da konnte jemand malen, richtig malen! Und die Sujets waren hochinteressant und sehr verschieden. Es gab Arbeiten in Din A5-Größe und wandfüllend, in Öl auf Leinwand und im Kupferstichkabinett hingen Aquarelle, wundervolle kleine Aquarelle! Nun wissen wir, wer Karin Kneffel ist, und die 35 Euro für den Ausstellungskatalog sind gut angelegt.

Vor Begeisterung wie besoffen wankten wir ins Parkhaus und fanden den Nissan nicht wieder, aber das war uns egal ...
















Was uns  erst nach einigen Betrachtungsminuten aufgefallen ist:
Das Spiegelbild des Dalamtiners schaut den Betrachter mit erhobenem Kopf an!






Seit anderthalb Wochen befassen wir uns mit Alexander von Humboldt. Nein, nicht der Erfinder des gleichnamigen Pinguins. Der Forscher auf allen erdenklichen Ebenen der Naturwissenschaften und der Wirtschaftsgeologie, der Völkerkunde und vieles mehr. Ein genialer Mensch. Geboren 1769 in Berlin, gestorben 1859 auch in Berlin. Humboldt hat einige mehrjährige Expeditionen und Forschungsreisen in der Welt gemacht, dabei alles aufgesogen, was ihm vor die Augen kam. Er war erbitterter Kämpfer gegen die Sklaverei, gegen den fürchterlichen Missionierungsirrsinn, Unterdrückung, Ausbeutung usw. 
Er erkannte schon im 18. Jahrhundert beispielsweise die schlimmen Folgen von Monokulturen, damals wurde mit Zuckerrohrplantagen viel Geld verdient. Humboldt hat vor über 200 Jahren gesehen und gewußt, wie der Zustand der Erde heute ist.

Und nach ihm unzählige Menschen, die wissenschaftlich belegt und gewarnt haben, daß es schon lange 5 nach 12 ist. Wir brauchen keine Greta Thunberg, keinen kindlichen Messias, keinen (Öko-) Kinderstar wie Heintje oder Liz Taylor, die mit einem Lassie-Film groß raus kam und ihr Erwachsenenleben damit ausfüllte, mit Richard Burton um die Wette zu saufen und sich zwischendurch feste was in die Schnauze zu keilen. Vermutlich wird Greta in wenigen Jahren in Vergessenheit geraten und Kinderbücher schreiben wie Jutta Ditfurth.

Die Welt wird von ein paar Lebensmittelkonzernen wie Nestlé, ein paar Großbanken und ein paar dieser gigantischen Hedgefonds regiert, die mit Nahrungsmitteln, Palmöl und Währungen spekulieren. Die machen keine Fridays for Future, nö, die sind mit Greta sogar ziemlich glücklich. Denn Greta lenkt ab. So´n büschen Kindertheater, Kater Mikesch rettet die Aale. Und wer ist schuld? Grönemeyer, der Depp. Kinder an die Macht, so ein Blödsinn!


Gut, ich schweife ab. Es ging mir um Humboldt. Wie gesagt, ein Wahnsinnstyp, seiner Zeit weit voraus. Goethe war ein lieber Träumer, Schiller ein kleines Arschloch. Aber Alexander von Humboldt war wirklich gut, AVE!











Sonntag, mit Toni und Leuten drei Stunden durch die Fischerhuder Niederungen gewackelt. In der Sonne satte 30 Grade. Wir versuchten den Gang soweit möglich im Schatten von Bäumen zu gehn. Dem kam das Stück in Fischerhude über die Stege der Wasserläufe am nächsten, auf Rilkes Spuren sozusagen.





Abkühlung für die Kleinsäuger. Bei uns war´s die Angst vor´m Sonnenstich ...



Der Lohn der Angst, vier Kugeln inner Waffel.



Cleo regeneriert erstmal.








Montag

Es sind draussen 32 Grad, Celsius, versteht sich. Cleo und ich waren früh am See, einmal rum, zehnmal schwimmen, das war´s. Jetzt liegt sie auf´m Sofa, die Rollos sind ganz unten, der Ventilator läuft, Runde um Runde. Man kann nicht viel unternehmen, man will´s auch nicht, die Sonne liegt vorn, 1 : 0, vielleicht ist bald Halbzeit, mal hör´n, was der Trainer sagt.

Ich dödel rum am PC, Musik wäre nicht schlecht, suche im CD-Regal und stoße auf Wagner, Siegfried Idyll.
Wieso ham wir das? Wer von uns hat jemals Wagner an seine Ohren gelassen? Na gut, rein damit und auf Play, geht los. 
Oha, leiser bitte, Cleo blinzelt, ich gehe in Wikipedia auf den Ring der Nibelungen. Vielleicht ergreift mich der Ehrgeiz. Nö, aber ich lese mal diagonal den endlosen Stremel runter, wie ein Psychiater in der Notaufnahme, nur nicht den Wahnsinn an sich rankommen lassen, Distanz ist das Zauberwort. Dann gibt’s auch Lustiges:

„In langer Zeiten Lauf
zehrte die Wunde den Wald;
falb fielen die Blätter,
dürr darbte der Baum.“

Die Handlung der vier Teile des Rings ist schnell erzählt. Zu Beginn spielen die Rheintöchter (Woglinde, Wellgrunde und Floßhilde) mit dem Gold, dem Rheingold eben. Dann folgen 16 Stunden (die Aufführungsdauer variiert) eines unfaßbaren Irrsinns, und am Schluß erhalten die drei Rheintöchter das nun vom Fluch gereinigte Gold zum Spielen zurück, Vorhang.







Bilanz




In den nun drei Jahren und acht Monaten der Existenz dieses Blogs ist er 49 Tausend 781 mal angeklickt worden. Das ist relativ beeindruckend, finden wir. Nicht im Vergleich mit den millionenfach geliketen Öffentlichkeitsarbeiten sich schminkender Jünglinge natürlich, aber daß sich doch nicht ganz so wenige Menschen für das Leben eines kleinen, dicken, schwarzen Hundes interessieren (inklusive der Schreibereien eines bemühten Bloggers), das verblüfft schon. Eigentlich ist der Blog ja als privates Tagebuch gedacht. Aber der bekannte Satz von Max Frisch: "Man kann alles erzählen, nur nicht sein wirkliches Leben", läßt uns das öffentliche Mitlesen wegstecken, macht ja auch Spaß ein Publikum zu haben, hahaha.

Einen kleinen Pferdefuß hat die Sache allerdings: Langeweile. Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, seine Leser - und was noch schlimmer wäre: sich selbst - zu langweilen. Naja, schau´n wir mal ...






Samstagfrüh in der Kommandozentrale, kurz noch wachinformieren, dann Einkaufszettel kritzeln, das Lachsöl für Cleo darf ich nicht vergessen, und die Angebote bei REAL, Barillanudeln und Mövenpickkaffee, und Druckerpapier (beim Zeus, wenn ich das vergesse, nicht auszudenken). Gehört wohl zum Leben dazu, die Marginalien des Alltags, Nachbarn grüßen, all die Hochbegabten im Job zerlächeln, tanken unter einsachtunddreißig. Dann kommt die Kür, der Ernst, das Wesentliche: Mit Frauli Mozzarella-Tomaten essen und mit Cleo gehn, irgendwo, einfach gehn, zusammen, authentisch sein.




Montag, 1. Juli 2019

Juli





"Und nun ihr alle, die ihr jung seid,
auf die wir hoffend sehen,
hinaus in die Sonne, ins Freie,
in die Weite, in die Gefahren.
In der Badewanne lernt man nicht schwimmen!"

(Heinrich Zille, 1858 - 1929)




Nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung gibt´s hier in Deutschland vielleicht ´ne Handvoll Hundetrainer, die wirklich Ahnung haben (die annern tausend zertifizierten Trittbrettfahrer sind zu vernachlässigen). Einer der "Guten" ist für mich Thomas Baumann. Nicht so verkopft wie Grewe, nicht so tätowiert wie die Matthews (BRÜLL!) und nicht so kuschlig wie Rütter.

Hier mal paar Sätze aus einem Video von Baumann:

"Die meisten Hunde sind ja, wenn sie Stress haben, auch immer stark hormongesteuert. Wir haben Cortisol, Noradrenalin, und das ist dann so ein brisantes Vorgehen der Hunde, die eigentlich ängstlich, unsicher sind, die gehen dann mit Aggression nach vorne. Und wir haben die Möglichkeit durch soziale Unterstützung (a. Regeln und b. aber auch Auffangen, Wärme geben, Nähe geben) diese beiden (Stress-)Hormone, Noradrenalin und Cortisol, tatsächlich anzugreifen. Das schaff´ ich nicht mit Leckerli, das schaff´ ich mit sozialer Unterstützung, mit sozialer Wärme. Aber an der richtigen Stelle eben auch Regeln. Regeln sind 10 Prozent, 90 Prozent ist tatsächlich das Kompensieren durch soziale Nähe."


Hier nochmal Baumann über Cesar Millan und die moderne Hundeerziehung, klick.







Heute war´s vergleichsweise kühl, angenehm mit lauem Lüftchen, große Runde Werderland, drei Stunden, rüdenfreie Zone. 
Obwohl Cleo ausser viel pinkeln, also markieren, läufigkeitsmäßig  noch nicht nennenswert  in Erscheinung tritt.





Zick zacke, zicke zacke, Heu, Heu, Heu ...







Off topic aus persönlicher Genervtheit:


Das Reißverschlussverfahren






Plötzliche Fahrbahnverengungen führen häufig zu Behinderungen und Ärger. Insbesondere auf Autobahnen kann es dadurch zu langen Staus kommen. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt das Reißverschlusssystem dann, wenn eine Fahrspur endet oder wegen eines Hindernisses nicht mehr befahrbar ist.
In diesem Fall ordnen sich die Fahrzeuge abwechselnd hintereinander (jeweils eines von der einen, dann eines von der anderen Seite) auf der weiterführenden Spur ein.
Der Spurwechsel sollte erst unmittelbar vor Ende des Fahrstreifens erfolgen !!!!!!
Autofahrer, die bis zum Hindernis fahren, verhalten sich also korrekt. Denn: 
Zu frühes Einfädeln vor dem Ende des Fahrstreifens verursacht eher einen Stau oder Stockungen.
Autofahrer auf der weiterführenden Spur müssen die anderen Verkehrsteilnehmer nach dem Reißverschlussverfahren einfädeln lassen.
Gängiger Irrtum: Beim Auffahren auf die Autobahn gilt das Reißverschlussverfahren dagegen nicht. Wer auf dem Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn auffährt, muss die Fahrzeuge auf der Autobahn passieren lassen und seine Geschwindigkeit entsprechend anpassen.





Entlebucher mit vier Buchstaben ...





Sonntag, mit Toni und ihren Leuten am Südarm gegangen, drei Stunden, dann jeder vier Kugeln Eis inner Waffel 
vom Café Lindenlaub. 




Während einer Cleo-Runterfahr-Pause unterhielten wir uns im duftig gemähten Gras lagernd über die Grundtypen bei Mensch und Hund: A-Typ, stabil und instabil - B-Typ, stabil und instabil.
In der Humanpsychologie also extrovertiert und introvertiert. Unter Hunden ist der stabile A-Typ einer mit viel Tatendrang, neugierg, erkundungsfreudig. der stabile A-Typ reagiert auch in Stresssituationen souverän, sicher, realitätstreu. Der instabile A-Typ ist nicht ausreichend stressresistent, neigt in Konfliksituationen zur Überreaktion, wird cholerisch, unbeherrscht, neigt zu Übersprungshandlungen. Kommt es zum Kontrollverlust wird so ein Hund unberechenbar.
Nun der B-Typ. Er ist vergleichsweise still, zurückhaltend. In der stabilen Version verfügt er über viel innere Ruhe und Gelassenheit, verhält sich in Konfliktlagen souverän. Der instabile B-Typ ist sehr zurückhaltend, unsicher, setzt auf Konfliktvermeidung und Rückzug, bei Überbelastung auch aggressiv, bissig.

Natürlich versuchten wir (Menschen sind so) uns in die passenden Schubladen zu quetschen, witzig. Ich zum Beispiel,
 da war´n sich alle einig, komme in die Kategorie instabiler A-Typ, hahaha.

Was macht man nun mit den verschiedenen Typ-Hunden?
Ein instabiler A-Typ sollte nicht noch zusätzlich hochgefahren werden, durch Schutzdienst, Agility bspw., solche Hunde werden
(dem gängigen Vorurteil zum Trotz) durch Auslastung über sehr aktive Betätigung eben nicht entspannter, im Gegenteil. Hier stabilisiert Ruhe und Entspannung viel besser.
Ein instabiler B-Typ dagegen muss in seinem Selbstbewußtsein gestärkt werden, hier sollte aktiv gearbeitet werden.

Nach unserer laienhaften Einschätzung fällt Cleo unter die instabilen A-Typen. Die Airedalehündin Toni scheint der stabile B-Typ zu sein, die trottet meistens hinterher, macht ihr Ding und nix und niemand bringt sie aus der Ruhe.








Seit gestern dürfen die Heidelbeeren gepflückt werden, hurra!
Heute morgen standen wir um halb neun auf der Matte, also auf´m Feld, war noch nicht viel los, meditatives Pflücken hat was!
Nach ´ner halben Stunden hatte wir fünf Kilo im Sack und viele Euros gespart, just for fun!





Zur Eingewöhnung erstmal Heidelbeer-Muffins gebacken, die nächsten Tage gibt´s die in Quark, Joghurt und vielleicht als Schmandtorte, huiiiiii ... (Cleo kriegt auch welche ins Fresschen gequetscht)





Bald kamen die beiden Reiter an ein Feld voll Windmühlen. Da strahlte Don Quichotte und rief seinem Knappen zu: 
„Sieh her, da stehen 30 Riesen mit ihren langen Armen. Denen werde ich jetzt den Garaus machen.“ 
Und schon war er auf und davon.








 Am Vormittag in Knoops Park wunderbar "entschleunigt"!





Da gibt´s auch den Verein mit der gewaltfreien Erziehung. Was nun auch immer damit gemeint sein soll - hier mal was aus der Wirklichkeit:

"Es ist übrigens schon seit einigen Jahren zu beobachten, dass sozialaggressive Hunde in unseren Seminaren nahezu ausschließlich NICHT aus „harten“ und zwanglastigen Hundeschulen kommen, sondern aus Hundeschulen, in denen erzieherisches Reglementieren außerhalb der positiven Verstärkung als Tabu gilt. Wie aber sollen sich entsprechend veranlagte Vierbeiner an ihrem Zweibeiner orientieren, wenn dieser nicht reglementierend bzw. aversiv eingreifen darf."

(Thomas Baumann)





Auch wenn´s auf dem Foto anners aussehen könnte - zwischen Cleo und mich passt kein Blatt Papier!!!







Gebarfte Hunde ham ja wohl weniger Zahnstein, dank des besseren pH-Wertes im Mäulchen und der Abwesenheit von Zuckerhaltigem.
Um ein paar kleine Belege an den oberen Fangzähnen gleich unterm Zahnfleisch kommt Cleo allerdings nicht rum, und einmal im Jahr "kratzt" Dr. Herrli die kurz ab.



Nun ist Cleo mit dem offensiven Part ihrer Läufigkeit ja durch. Die drei oder vier Stehtage  ham wir auch hinter uns, war alles im kleinen Konflikt-Management zu handhaben. Ein paar Situationen mit Rüden gab´s natürlich, in verschieden penetranter Abstufung. Die einen akzeptieren eine klare Ansage: "Verschwinde, du Turnschuh!!", andere müssen abgedrängt, weggeschubst oder am Halsband ferngehalten werden. Und dann gibt´s noch den Kollektivangriff: Zwei, drei Freier schwirren gemeinsam um Cleo herum wie die Motten um´s Licht, da wird´s dann strategisch und auch etwas anstrengend. In solchen Fällen hocke ich mich hin, ziehe Cleo mit dem Hintern zuerst an mich heran und teile nach allen Seiten aus, wie der Seewolf, als die ganze Mannschaft unter Deck über ihn herfällt. Wenn Frauli mit dabei ist, issis weniger anstrengend. Dann teilt man sich die Arbeit (wie im richtigen Leben, der eine rollt den Teig aus, der andere belegt die Pizza).


Ein nettes Erlebnis hatten Cleo und ich in Knoops Park. Ein Mann kam uns mit seinem prachtvollen Ridgebackrüden entgegengejoggt, beide liefen frei. Ich rief ihm freundlich zu: "Wir sind läufig!". Im vollen Vertrauen auf die Loyalität seines Rüden winkte er ab: "Kein Problem!" und lief an uns vorbei. Er lief vorbei, der Ridgeback nicht, hahaha! Dieser herrliche noch junge Rüde machte auch gleich den Schaufelbagger, ich hatte mich in der üblichen Weise hinter Cleo gehockt um ihm den Weg seiner Begierde so schwer wie möglich zu gestalten. Lustig war´s schon, was der für eine Kraft entfalten konnte, aber freundlich war er dabei, den hätte ich als Schwiegersohn schon akzeptiert, sofort ... Gut, der Mann kehrte  um, nahm ihn an die Leine, war etwas verblüfft: 
"Früher ham ihn die Damen kaum interessiert" (Brüll!), das war ja jetzt anners. Alles klar, unsere Wege trennten sich.

Wohl eine gute Viertelstunde später hatten Cleo und ich den aufsteigenden Weg zum Parkplatz erreicht, als wir ein Rufen hörten:"Oskar, komm her, hiiier her, Oskar!", und dann brach er aus dem Dickicht, Oskar, unser Freund der Ridgebackrüde, 
so ein Zufall, the same procedure as vorhin!

Ich verteidigte noch kurz meine Verlobte, dann kam der Mann etwas ausser Atem den Weg hochgejoggt und sammelte seinen Oskar wieder ein. Ich musste lachen, es war schon witzig, Cleo fand das auch. Nun trennten sich unsere Wege endgültig, allerdings bedankte sich der Mann bei mir für meine Toleranz, er sich bei mir! Das war ungewöhnlich, und freute mich sehr. Erlebt man doch sonst als Besitzer einer läufigen Hündin überwiegend das Gegenteil. Und da tun sich die weiblichen Rüdenbesitzer drastisch negativ hervor, wohl weil in solchen Situationen die durch den Leckerliebeutel kaschierte Hilflosigkeit wieder ans Licht der Wirklichkeit drängt - aber darüber gibt´s keine lustigen Geschichten ...




Mein zweites Standbein ...








(Foto von Rolf Gaspers)



Und hier, ladies and gentlemen, täräää:

Cleo´s Mutter, Imka.

Sie ist jetzt acht Jahre alt, hat der Welt fünf Würfe geschenkt, hat auf unzähligen Ausstellungen alles erreicht, hat mehr Titel bekommen als Breschnew Orden an der Brust hatte, den letzten in diesem Monat in Hannover (Annual Trophy Veteran Winner 2019).
Und wenn ich ehrlich sein darf, lieber Rolf, mir ist das alles egal, im Sinne von wurscht. Als ich Imka kennenlernte und wir eigentlich wegen der Welpen des C-Wurfs gekommen waren, da schloss ich sie sofort in mein Herz und da kommtse auch nicht mehr raus! 
Eine wunderbare, furchtbar liebe Hündin, und ich hätte sie nicht ein Gramm weniger gern, wäre sie eine rumänische Straßenhündin mit vielen Flöhen und eingerissenen Ohren, ganz sicher nicht!









Viele kennen das: An Nachbars Zaun stehen Gelbe Säcke. Auf dem letzten Gang um die Häuser ist der Hund irritiert, bellt wütend den Sack an. Man geht hin, kickt leicht dagegen, nix passiert, Hund schnüffelt dran, gut, ungefährlich, weiter. Nächste Woche ist wieder Abholtag, Säcke am Zaun und ... Hund bellt wieder zornig die gelben Beutel an. Das kann noch paarmal passieren, manchmal hört´s nie auf. Und es muss kein Gelber Sack sein, kann alles Mögliche sein. Man demonstriert dem Hund die Ungefährlichkeit, aha, gut - aber beim nächsten Mal hat er´s vergessen, oder was?

Anderes Beispiel: An einem netten kleinen Weg stehen diese Growiane, große Windenergieanlagen, und dreh´n sich rauschend im Wind. Das mögen viele Hunde nicht, sind irritiert, etwas ängstlich vielleicht. Na gut, das wird geübt, die Desensibilisierungs-Chose läuft an. In kleinen geduldigen Schritten gewöhnt man seinen Hund über mehrere Tage oder Wochen an die Winddinger und mit Erfolg. Er mag sie immer noch nicht, gerät aber nicht mehr aus der Fassung, Klasse.

Dann geht man einen anderen Weg in einer anderen Gegend, wieder steh´n da die Growiane und rauschen vor sich hin - und der Hund ist wieder starkt irritiert.

Was passiert da? Hat man einen doofen Hund? Eine Memme, ein bebrilltes Muttersöhnchen mit dünnen langen Fingerchen?

Nein, nein, man hatte eher einen ahnungslosen Züchter. Denn dieses Verallgemeinern, diese Fähigkeit Rückschlüsse ziehen zu können vom Einzelfall auf´s große Ganze, generalisieren sagt der Fachmann dazu, das muss der Welpe lernen, und zwar in einem zeitlich engen Rahmen, dritte bis neunte Woche. Passiert genau das nicht, dann hat der zukünftige Besitzer es nicht leicht, dann kommt ´ne Menge Arbeit auf ihn und seinen Hund zu - und so ein Hund wird immer unter seinen Möglichkeiten bleiben müssen, 
weil gewisse Nervenrennstrecken im Gehirn einfach nicht gut ausgebaut sind.

Natürlich ist das dann kein schlechter Hund und doof isser ganz sicher nicht, aber es ist ganz gut darüber büschen was zu wissen. Dann zweifelt man nicht unnötigerweise an sich oder seinem Hund. Und jeder Hund hat einen natürlichen Anspruch auf die volle Loyalität seiner Menschen, immer und überall !!!

Hier kann man´s im Detail nachlesen, dauert fünf Minuten, aber die lohnen sich (besonders für Züchter).

SOZIALISATION UND HABITUATION - ÜBERLEBENSWICHTIGER FRÜHSPORT FÜR’S WELPENGEHIRN
(unbedingt mal klicken)








Vorhersage für Samstag (www.butenunbinnen.de):

Heute Nachmittag ziehen vom Emsland her kompakte Wolkenfelder auf, die teils kräftige Schauer und Gewitter bringen können. Dabei besteht erhöhte Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen! Die Höchstwerte liegen zuvor bei 24 Grad auf Spiekeroog bis 28 Grad am Weserstadion.


Und es stimmt tatsächlich, draussen geht die Lucy ab, pünktlich gegen 15 Uhr. Gut, dassis inner Wohnung windstill ist. 
Jetzt trink ich noch paar Becher Hustentee und träume von infektfreien Zeiten,  Cleo träumt mit!






Heute könnte in Bremen der Allzeitrekord von 36,2 Grad geknackt werden. Toll - oder doch nicht? Wie auch immer, wir passen uns dem Unabwendbaren an und lassen die Kühlschranktür angelehnt ...





Vor vielen Jahren, Anfang 2000 war´s wohl, kam das Buch von Turid Rugaas auf den Markt: Calming Signals, die Beschwichtigungssignale der Hunde. Und wie nicht anders zu erwarten war (und bis heute ist) stürzten sich die seminarerprobten Hobbykynologinnen auf die angebliche Thematik, guruisierten wie von Sinnen und hinterließen den üblichen Blödsinnshaufen, naja. Ich hab das Buch nie in Händen gehabt und die Hysterie um´s Gähnen seines Hundes ist auch an mir vorübergerauscht, bin halt der bäuerliche Typ.

Was mir allerdings prinzipiell vollkommen klar ist (und doch immer mal wieder büschen in Vergessenheit gerät, ich schäme mich auch brav dafür) sind zwei Sachen: Das Verhaltensrepertoire meines Hundes ist ungleich komplexer, als ich, ein unstudiertes Herrli, zu erfassen befähigt bin. Und (vielleicht noch bedeutsamer) die daraus resultierenden Missverständnisse zwischen Mensch und Hund im Alltag, also in ganz normalen Situationen. 


Was mir schon lange, mahnend wie die Domglocken am Sonntagmorgen, auf der Seele lastet (hahaha), ist die schlichte Einsicht, daß mein Hund mich auf Rudeltauglichkeit erheblich kompetenter und toleranter bewertet, als ich ihn. Und hier kommen dann die sogenannten Beschwichtigungssignale mit ins Boot. Beispiel: Mein Hund ist anderweitig interessiert und trödelt schnüffelnd zwanzig Meter hinter mir her, das kann nerven, und genauso genervt ruft man auch: "Komm jetzt her, los, hiiier her!!". Natürlich merkt der Hund meine (ungerechte) Gereiztheit und kommt etwas zögerlich mit abgewendetem Blick auf mich zu - er will jetzt nix falsch machen, die Luft brennt ja schon. Er verhält sich sinnvoll. Ich mit meinen bloßliegenden Nerven interpretiere das als Aufsässigkeit und werde noch zorniger. Was soll mein Hund von mir halten? 

Noch´n Beispiel: Nach wie vor grassiert in den meisten Hundeschulen, besonders in den Welpenstunden, dieser fürchterliche Unfug mit der Angst vor dem Verstärken der Furcht meines Hundes. Mein Welpe wird gemobbt oder kommt sonstwie in Not und sucht Schutz bei seinem Menschen. Jetzt ja nicht beachten oder gar trösten!,  tönt die zertifizierte Trainerin, wegdrehen, den verunsicherten kleinen Hund sich selbst überlassen. Vertrauensbildend, oder? Was wird der Hund von mir denken? 
Nach dem Kinobesuch müssen meine Frau und ich auf dem Weg zum Auto ein kurzes Stück durch einen unbeleuchteten Park. Meine Frau fühlt sich dabei nicht richtig wohl und hakt sich bei mir ein. Nanana, sach ich, und schiebe sie etwas weg. Was wird meine Frau von mir halten? Was wird sie denken, wenn ich hinterher sage, daß ich nur ihre Furcht nicht verstärken wollte ...

Okay, gelangweilt gähnt sich mein Leser weg, olle Kamellen, der nur wieder. Wie gesagt, ich bin halt der bäuerliche Typ. Abschließend ein Beispiel, nein, kein Beispiel, eine reale Sache zwischen Cleo und uns. Cleo kommt doch ab und an in Bereiche einer Reizüberflutung, sie nimmt viel wahr und manchmal ist ihr Arbeitsspeicher dann voll und muss geleert werden. Dafür gibt´s im digitalen Leben Cleaner. Im richtigen Leben sind wir der Cleaner!

Gut. Wir sind also seit anderthalb Stunden unterwegs, oder kommen in eine fremde Gegend, und plötzlich schiebt sich Cleo zwischen meine Beine, bis zu den Schultern, während wir gehen tut sie das, ganz ruhig, aber hartneckig. Lustig? Naja, man geht dann schon etwas o-beinig, muss aufpassen und nicht stolpern. Anfangs nahmen wir das als neue Marotte und schickten Cleo weg. Sie drängte sich aber wieder zwischen die Beine, und wir schickten sie wieder weg. Das passierte immer mal wieder - bis wir kapierten, Menschen können doof sein: Sie nahm sich selbst den Cleaner, also uns. Zwischen den Beinen gehend kam sie zur Ruhe, kriegte den Kopf frei. Jetzt darf sie, wie ein kleines Kind, das nach der Hand der Eltern greift.

Und nein, das ist kein sentimentales Getue, kein stupides Vermenschlichen, auch keine neue Strömung in der Hundeszene, ich schreib auch kein Buch drüber, keine Sorge. Es ist ganz einfach: Cleo suchte, wir kapierten und gaben ihr das Gesuchte, alles gut. 









Vorhin auf Windows 10 upgegraded, macht Spaß, geile Sache!






Und wen interessiert das alles überhaupt nicht?

Hinten am Türrahmen steh´n noch die Markierungen mit´m Edding, da ham wir im Wochenrhythmus versucht, Cleo´s Wachstumsverlauf zu dokumentieren. War immer lustig, damals isse ja nicht stillgestanden - ach ja, die Welpenzeit, ein Wahnsinn!!