Montag, 1. Juli 2019

Juli





"Und nun ihr alle, die ihr jung seid,
auf die wir hoffend sehen,
hinaus in die Sonne, ins Freie,
in die Weite, in die Gefahren.
In der Badewanne lernt man nicht schwimmen!"

(Heinrich Zille, 1858 - 1929)




Nach meiner unmaßgeblichen Einschätzung gibt´s hier in Deutschland vielleicht ´ne Handvoll Hundetrainer, die wirklich Ahnung haben (die annern tausend zertifizierten Trittbrettfahrer sind zu vernachlässigen). Einer der "Guten" ist für mich Thomas Baumann. Nicht so verkopft wie Grewe, nicht so tätowiert wie die Matthews (BRÜLL!) und nicht so kuschlig wie Rütter.

Hier mal paar Sätze aus einem Video von Baumann:

"Die meisten Hunde sind ja, wenn sie Stress haben, auch immer stark hormongesteuert. Wir haben Cortisol, Noradrenalin, und das ist dann so ein brisantes Vorgehen der Hunde, die eigentlich ängstlich, unsicher sind, die gehen dann mit Aggression nach vorne. Und wir haben die Möglichkeit durch soziale Unterstützung (a. Regeln und b. aber auch Auffangen, Wärme geben, Nähe geben) diese beiden (Stress-)Hormone, Noradrenalin und Cortisol, tatsächlich anzugreifen. Das schaff´ ich nicht mit Leckerli, das schaff´ ich mit sozialer Unterstützung, mit sozialer Wärme. Aber an der richtigen Stelle eben auch Regeln. Regeln sind 10 Prozent, 90 Prozent ist tatsächlich das Kompensieren durch soziale Nähe."


Hier nochmal Baumann über Cesar Millan und die moderne Hundeerziehung, klick.







Heute war´s vergleichsweise kühl, angenehm mit lauem Lüftchen, große Runde Werderland, drei Stunden, rüdenfreie Zone. 
Obwohl Cleo ausser viel pinkeln, also markieren, läufigkeitsmäßig  noch nicht nennenswert  in Erscheinung tritt.





Zick zacke, zicke zacke, Heu, Heu, Heu ...







Off topic aus persönlicher Genervtheit:


Das Reißverschlussverfahren






Plötzliche Fahrbahnverengungen führen häufig zu Behinderungen und Ärger. Insbesondere auf Autobahnen kann es dadurch zu langen Staus kommen. Laut Straßenverkehrsordnung (StVO) gilt das Reißverschlusssystem dann, wenn eine Fahrspur endet oder wegen eines Hindernisses nicht mehr befahrbar ist.
In diesem Fall ordnen sich die Fahrzeuge abwechselnd hintereinander (jeweils eines von der einen, dann eines von der anderen Seite) auf der weiterführenden Spur ein.
Der Spurwechsel sollte erst unmittelbar vor Ende des Fahrstreifens erfolgen !!!!!!
Autofahrer, die bis zum Hindernis fahren, verhalten sich also korrekt. Denn: 
Zu frühes Einfädeln vor dem Ende des Fahrstreifens verursacht eher einen Stau oder Stockungen.
Autofahrer auf der weiterführenden Spur müssen die anderen Verkehrsteilnehmer nach dem Reißverschlussverfahren einfädeln lassen.
Gängiger Irrtum: Beim Auffahren auf die Autobahn gilt das Reißverschlussverfahren dagegen nicht. Wer auf dem Beschleunigungsstreifen auf die Autobahn auffährt, muss die Fahrzeuge auf der Autobahn passieren lassen und seine Geschwindigkeit entsprechend anpassen.





Entlebucher mit vier Buchstaben ...





Sonntag, mit Toni und ihren Leuten am Südarm gegangen, drei Stunden, dann jeder vier Kugeln Eis inner Waffel 
vom Café Lindenlaub. 




Während einer Cleo-Runterfahr-Pause unterhielten wir uns im duftig gemähten Gras lagernd über die Grundtypen bei Mensch und Hund: A-Typ, stabil und instabil - B-Typ, stabil und instabil.
In der Humanpsychologie also extrovertiert und introvertiert. Unter Hunden ist der stabile A-Typ einer mit viel Tatendrang, neugierg, erkundungsfreudig. der stabile A-Typ reagiert auch in Stresssituationen souverän, sicher, realitätstreu. Der instabile A-Typ ist nicht ausreichend stressresistent, neigt in Konfliksituationen zur Überreaktion, wird cholerisch, unbeherrscht, neigt zu Übersprungshandlungen. Kommt es zum Kontrollverlust wird so ein Hund unberechenbar.
Nun der B-Typ. Er ist vergleichsweise still, zurückhaltend. In der stabilen Version verfügt er über viel innere Ruhe und Gelassenheit, verhält sich in Konfliktlagen souverän. Der instabile B-Typ ist sehr zurückhaltend, unsicher, setzt auf Konfliktvermeidung und Rückzug, bei Überbelastung auch aggressiv, bissig.

Natürlich versuchten wir (Menschen sind so) uns in die passenden Schubladen zu quetschen, witzig. Ich zum Beispiel,
 da war´n sich alle einig, komme in die Kategorie instabiler A-Typ, hahaha.

Was macht man nun mit den verschiedenen Typ-Hunden?
Ein instabiler A-Typ sollte nicht noch zusätzlich hochgefahren werden, durch Schutzdienst, Agility bspw., solche Hunde werden
(dem gängigen Vorurteil zum Trotz) durch Auslastung über sehr aktive Betätigung eben nicht entspannter, im Gegenteil. Hier stabilisiert Ruhe und Entspannung viel besser.
Ein instabiler B-Typ dagegen muss in seinem Selbstbewußtsein gestärkt werden, hier sollte aktiv gearbeitet werden.

Nach unserer laienhaften Einschätzung fällt Cleo unter die instabilen A-Typen. Die Airedalehündin Toni scheint der stabile B-Typ zu sein, die trottet meistens hinterher, macht ihr Ding und nix und niemand bringt sie aus der Ruhe.








Seit gestern dürfen die Heidelbeeren gepflückt werden, hurra!
Heute morgen standen wir um halb neun auf der Matte, also auf´m Feld, war noch nicht viel los, meditatives Pflücken hat was!
Nach ´ner halben Stunden hatte wir fünf Kilo im Sack und viele Euros gespart, just for fun!





Zur Eingewöhnung erstmal Heidelbeer-Muffins gebacken, die nächsten Tage gibt´s die in Quark, Joghurt und vielleicht als Schmandtorte, huiiiiii ... (Cleo kriegt auch welche ins Fresschen gequetscht)





Bald kamen die beiden Reiter an ein Feld voll Windmühlen. Da strahlte Don Quichotte und rief seinem Knappen zu: 
„Sieh her, da stehen 30 Riesen mit ihren langen Armen. Denen werde ich jetzt den Garaus machen.“ 
Und schon war er auf und davon.








 Am Vormittag in Knoops Park wunderbar "entschleunigt"!





Da gibt´s auch den Verein mit der gewaltfreien Erziehung. Was nun auch immer damit gemeint sein soll - hier mal was aus der Wirklichkeit:

"Es ist übrigens schon seit einigen Jahren zu beobachten, dass sozialaggressive Hunde in unseren Seminaren nahezu ausschließlich NICHT aus „harten“ und zwanglastigen Hundeschulen kommen, sondern aus Hundeschulen, in denen erzieherisches Reglementieren außerhalb der positiven Verstärkung als Tabu gilt. Wie aber sollen sich entsprechend veranlagte Vierbeiner an ihrem Zweibeiner orientieren, wenn dieser nicht reglementierend bzw. aversiv eingreifen darf."

(Thomas Baumann)





Auch wenn´s auf dem Foto anners aussehen könnte - zwischen Cleo und mich passt kein Blatt Papier!!!







Gebarfte Hunde ham ja wohl weniger Zahnstein, dank des besseren pH-Wertes im Mäulchen und der Abwesenheit von Zuckerhaltigem.
Um ein paar kleine Belege an den oberen Fangzähnen gleich unterm Zahnfleisch kommt Cleo allerdings nicht rum, und einmal im Jahr "kratzt" Dr. Herrli die kurz ab.



Nun ist Cleo mit dem offensiven Part ihrer Läufigkeit ja durch. Die drei oder vier Stehtage  ham wir auch hinter uns, war alles im kleinen Konflikt-Management zu handhaben. Ein paar Situationen mit Rüden gab´s natürlich, in verschieden penetranter Abstufung. Die einen akzeptieren eine klare Ansage: "Verschwinde, du Turnschuh!!", andere müssen abgedrängt, weggeschubst oder am Halsband ferngehalten werden. Und dann gibt´s noch den Kollektivangriff: Zwei, drei Freier schwirren gemeinsam um Cleo herum wie die Motten um´s Licht, da wird´s dann strategisch und auch etwas anstrengend. In solchen Fällen hocke ich mich hin, ziehe Cleo mit dem Hintern zuerst an mich heran und teile nach allen Seiten aus, wie der Seewolf, als die ganze Mannschaft unter Deck über ihn herfällt. Wenn Frauli mit dabei ist, issis weniger anstrengend. Dann teilt man sich die Arbeit (wie im richtigen Leben, der eine rollt den Teig aus, der andere belegt die Pizza).


Ein nettes Erlebnis hatten Cleo und ich in Knoops Park. Ein Mann kam uns mit seinem prachtvollen Ridgebackrüden entgegengejoggt, beide liefen frei. Ich rief ihm freundlich zu: "Wir sind läufig!". Im vollen Vertrauen auf die Loyalität seines Rüden winkte er ab: "Kein Problem!" und lief an uns vorbei. Er lief vorbei, der Ridgeback nicht, hahaha! Dieser herrliche noch junge Rüde machte auch gleich den Schaufelbagger, ich hatte mich in der üblichen Weise hinter Cleo gehockt um ihm den Weg seiner Begierde so schwer wie möglich zu gestalten. Lustig war´s schon, was der für eine Kraft entfalten konnte, aber freundlich war er dabei, den hätte ich als Schwiegersohn schon akzeptiert, sofort ... Gut, der Mann kehrte  um, nahm ihn an die Leine, war etwas verblüfft: 
"Früher ham ihn die Damen kaum interessiert" (Brüll!), das war ja jetzt anners. Alles klar, unsere Wege trennten sich.

Wohl eine gute Viertelstunde später hatten Cleo und ich den aufsteigenden Weg zum Parkplatz erreicht, als wir ein Rufen hörten:"Oskar, komm her, hiiier her, Oskar!", und dann brach er aus dem Dickicht, Oskar, unser Freund der Ridgebackrüde, 
so ein Zufall, the same procedure as vorhin!

Ich verteidigte noch kurz meine Verlobte, dann kam der Mann etwas ausser Atem den Weg hochgejoggt und sammelte seinen Oskar wieder ein. Ich musste lachen, es war schon witzig, Cleo fand das auch. Nun trennten sich unsere Wege endgültig, allerdings bedankte sich der Mann bei mir für meine Toleranz, er sich bei mir! Das war ungewöhnlich, und freute mich sehr. Erlebt man doch sonst als Besitzer einer läufigen Hündin überwiegend das Gegenteil. Und da tun sich die weiblichen Rüdenbesitzer drastisch negativ hervor, wohl weil in solchen Situationen die durch den Leckerliebeutel kaschierte Hilflosigkeit wieder ans Licht der Wirklichkeit drängt - aber darüber gibt´s keine lustigen Geschichten ...




Mein zweites Standbein ...








(Foto von Rolf Gaspers)



Und hier, ladies and gentlemen, täräää:

Cleo´s Mutter, Imka.

Sie ist jetzt acht Jahre alt, hat der Welt fünf Würfe geschenkt, hat auf unzähligen Ausstellungen alles erreicht, hat mehr Titel bekommen als Breschnew Orden an der Brust hatte, den letzten in diesem Monat in Hannover (Annual Trophy Veteran Winner 2019).
Und wenn ich ehrlich sein darf, lieber Rolf, mir ist das alles egal, im Sinne von wurscht. Als ich Imka kennenlernte und wir eigentlich wegen der Welpen des C-Wurfs gekommen waren, da schloss ich sie sofort in mein Herz und da kommtse auch nicht mehr raus! 
Eine wunderbare, furchtbar liebe Hündin, und ich hätte sie nicht ein Gramm weniger gern, wäre sie eine rumänische Straßenhündin mit vielen Flöhen und eingerissenen Ohren, ganz sicher nicht!









Viele kennen das: An Nachbars Zaun stehen Gelbe Säcke. Auf dem letzten Gang um die Häuser ist der Hund irritiert, bellt wütend den Sack an. Man geht hin, kickt leicht dagegen, nix passiert, Hund schnüffelt dran, gut, ungefährlich, weiter. Nächste Woche ist wieder Abholtag, Säcke am Zaun und ... Hund bellt wieder zornig die gelben Beutel an. Das kann noch paarmal passieren, manchmal hört´s nie auf. Und es muss kein Gelber Sack sein, kann alles Mögliche sein. Man demonstriert dem Hund die Ungefährlichkeit, aha, gut - aber beim nächsten Mal hat er´s vergessen, oder was?

Anderes Beispiel: An einem netten kleinen Weg stehen diese Growiane, große Windenergieanlagen, und dreh´n sich rauschend im Wind. Das mögen viele Hunde nicht, sind irritiert, etwas ängstlich vielleicht. Na gut, das wird geübt, die Desensibilisierungs-Chose läuft an. In kleinen geduldigen Schritten gewöhnt man seinen Hund über mehrere Tage oder Wochen an die Winddinger und mit Erfolg. Er mag sie immer noch nicht, gerät aber nicht mehr aus der Fassung, Klasse.

Dann geht man einen anderen Weg in einer anderen Gegend, wieder steh´n da die Growiane und rauschen vor sich hin - und der Hund ist wieder starkt irritiert.

Was passiert da? Hat man einen doofen Hund? Eine Memme, ein bebrilltes Muttersöhnchen mit dünnen langen Fingerchen?

Nein, nein, man hatte eher einen ahnungslosen Züchter. Denn dieses Verallgemeinern, diese Fähigkeit Rückschlüsse ziehen zu können vom Einzelfall auf´s große Ganze, generalisieren sagt der Fachmann dazu, das muss der Welpe lernen, und zwar in einem zeitlich engen Rahmen, dritte bis neunte Woche. Passiert genau das nicht, dann hat der zukünftige Besitzer es nicht leicht, dann kommt ´ne Menge Arbeit auf ihn und seinen Hund zu - und so ein Hund wird immer unter seinen Möglichkeiten bleiben müssen, 
weil gewisse Nervenrennstrecken im Gehirn einfach nicht gut ausgebaut sind.

Natürlich ist das dann kein schlechter Hund und doof isser ganz sicher nicht, aber es ist ganz gut darüber büschen was zu wissen. Dann zweifelt man nicht unnötigerweise an sich oder seinem Hund. Und jeder Hund hat einen natürlichen Anspruch auf die volle Loyalität seiner Menschen, immer und überall !!!

Hier kann man´s im Detail nachlesen, dauert fünf Minuten, aber die lohnen sich (besonders für Züchter).

SOZIALISATION UND HABITUATION - ÜBERLEBENSWICHTIGER FRÜHSPORT FÜR’S WELPENGEHIRN
(unbedingt mal klicken)








Vorhersage für Samstag (www.butenunbinnen.de):

Heute Nachmittag ziehen vom Emsland her kompakte Wolkenfelder auf, die teils kräftige Schauer und Gewitter bringen können. Dabei besteht erhöhte Unwettergefahr durch Starkregen, Hagel und schwere Sturmböen! Die Höchstwerte liegen zuvor bei 24 Grad auf Spiekeroog bis 28 Grad am Weserstadion.


Und es stimmt tatsächlich, draussen geht die Lucy ab, pünktlich gegen 15 Uhr. Gut, dassis inner Wohnung windstill ist. 
Jetzt trink ich noch paar Becher Hustentee und träume von infektfreien Zeiten,  Cleo träumt mit!






Heute könnte in Bremen der Allzeitrekord von 36,2 Grad geknackt werden. Toll - oder doch nicht? Wie auch immer, wir passen uns dem Unabwendbaren an und lassen die Kühlschranktür angelehnt ...





Vor vielen Jahren, Anfang 2000 war´s wohl, kam das Buch von Turid Rugaas auf den Markt: Calming Signals, die Beschwichtigungssignale der Hunde. Und wie nicht anders zu erwarten war (und bis heute ist) stürzten sich die seminarerprobten Hobbykynologinnen auf die angebliche Thematik, guruisierten wie von Sinnen und hinterließen den üblichen Blödsinnshaufen, naja. Ich hab das Buch nie in Händen gehabt und die Hysterie um´s Gähnen seines Hundes ist auch an mir vorübergerauscht, bin halt der bäuerliche Typ.

Was mir allerdings prinzipiell vollkommen klar ist (und doch immer mal wieder büschen in Vergessenheit gerät, ich schäme mich auch brav dafür) sind zwei Sachen: Das Verhaltensrepertoire meines Hundes ist ungleich komplexer, als ich, ein unstudiertes Herrli, zu erfassen befähigt bin. Und (vielleicht noch bedeutsamer) die daraus resultierenden Missverständnisse zwischen Mensch und Hund im Alltag, also in ganz normalen Situationen. 


Was mir schon lange, mahnend wie die Domglocken am Sonntagmorgen, auf der Seele lastet (hahaha), ist die schlichte Einsicht, daß mein Hund mich auf Rudeltauglichkeit erheblich kompetenter und toleranter bewertet, als ich ihn. Und hier kommen dann die sogenannten Beschwichtigungssignale mit ins Boot. Beispiel: Mein Hund ist anderweitig interessiert und trödelt schnüffelnd zwanzig Meter hinter mir her, das kann nerven, und genauso genervt ruft man auch: "Komm jetzt her, los, hiiier her!!". Natürlich merkt der Hund meine (ungerechte) Gereiztheit und kommt etwas zögerlich mit abgewendetem Blick auf mich zu - er will jetzt nix falsch machen, die Luft brennt ja schon. Er verhält sich sinnvoll. Ich mit meinen bloßliegenden Nerven interpretiere das als Aufsässigkeit und werde noch zorniger. Was soll mein Hund von mir halten? 

Noch´n Beispiel: Nach wie vor grassiert in den meisten Hundeschulen, besonders in den Welpenstunden, dieser fürchterliche Unfug mit der Angst vor dem Verstärken der Furcht meines Hundes. Mein Welpe wird gemobbt oder kommt sonstwie in Not und sucht Schutz bei seinem Menschen. Jetzt ja nicht beachten oder gar trösten!,  tönt die zertifizierte Trainerin, wegdrehen, den verunsicherten kleinen Hund sich selbst überlassen. Vertrauensbildend, oder? Was wird der Hund von mir denken? 
Nach dem Kinobesuch müssen meine Frau und ich auf dem Weg zum Auto ein kurzes Stück durch einen unbeleuchteten Park. Meine Frau fühlt sich dabei nicht richtig wohl und hakt sich bei mir ein. Nanana, sach ich, und schiebe sie etwas weg. Was wird meine Frau von mir halten? Was wird sie denken, wenn ich hinterher sage, daß ich nur ihre Furcht nicht verstärken wollte ...

Okay, gelangweilt gähnt sich mein Leser weg, olle Kamellen, der nur wieder. Wie gesagt, ich bin halt der bäuerliche Typ. Abschließend ein Beispiel, nein, kein Beispiel, eine reale Sache zwischen Cleo und uns. Cleo kommt doch ab und an in Bereiche einer Reizüberflutung, sie nimmt viel wahr und manchmal ist ihr Arbeitsspeicher dann voll und muss geleert werden. Dafür gibt´s im digitalen Leben Cleaner. Im richtigen Leben sind wir der Cleaner!

Gut. Wir sind also seit anderthalb Stunden unterwegs, oder kommen in eine fremde Gegend, und plötzlich schiebt sich Cleo zwischen meine Beine, bis zu den Schultern, während wir gehen tut sie das, ganz ruhig, aber hartneckig. Lustig? Naja, man geht dann schon etwas o-beinig, muss aufpassen und nicht stolpern. Anfangs nahmen wir das als neue Marotte und schickten Cleo weg. Sie drängte sich aber wieder zwischen die Beine, und wir schickten sie wieder weg. Das passierte immer mal wieder - bis wir kapierten, Menschen können doof sein: Sie nahm sich selbst den Cleaner, also uns. Zwischen den Beinen gehend kam sie zur Ruhe, kriegte den Kopf frei. Jetzt darf sie, wie ein kleines Kind, das nach der Hand der Eltern greift.

Und nein, das ist kein sentimentales Getue, kein stupides Vermenschlichen, auch keine neue Strömung in der Hundeszene, ich schreib auch kein Buch drüber, keine Sorge. Es ist ganz einfach: Cleo suchte, wir kapierten und gaben ihr das Gesuchte, alles gut. 









Vorhin auf Windows 10 upgegraded, macht Spaß, geile Sache!






Und wen interessiert das alles überhaupt nicht?

Hinten am Türrahmen steh´n noch die Markierungen mit´m Edding, da ham wir im Wochenrhythmus versucht, Cleo´s Wachstumsverlauf zu dokumentieren. War immer lustig, damals isse ja nicht stillgestanden - ach ja, die Welpenzeit, ein Wahnsinn!!








Sonntag, 2. Juni 2019

Juni




Sögestraße, Fußgängerzone, vor dem Vodafonladen. 
Die beiden brauchen kein Wochenendseminar über Leinenführigkeit, und das ist auch gut so ...







Heute findet sich das neue Tief FRANK bei den Britischen Inseln ein. Zwischen ihm und dem Hoch PIA über dem Baltikum strömt sehr warme bis heiße subtropische Luft ins Land Bremen und beschert uns verbreitet den ersten Hitzetag dieses Jahres. Heute Nachmittag scheint neben dünnen oder lockeren Wolken überall die Sonne und es bleibt trocken. Die Temperaturen klettern verbreitet auf sommerlich warmes bis heißes Niveau und reichen von 27 bis 30 Grad auf den Inseln und an der Küste bei ablandigem Wind, 31 Grad in Wiesmoor und Bremervörde bis 32 Grad in Oldenburg.

(Quelle: Buten un binnen)






Und weil heute die Sonne so schön scheint, da will ich meine Leser nochmal büschen rütteln:


"Nicht zuletzt weist der absolute Gegner von Pestiziden, Befürworter vom Eigenanbau und dem Kauf von Bioprodukten, in seinem lesenswerten Buch auf ein weiteres, sehr unterschätztes Anwendungsfeld von Pestiziden hin: Spot-Ons für Hunde und Katzen gegen Zecke, Floh und Co.
Die Wirkstoffe von Spot-Ons für Katzen und Hunde werden in ihren Gebrauchsanweisungen stets als Antiparasitikum bezeichnet. Klingt ja jetzt irgendwie harmlos, oder? Dabei sind es schlichtweg Pestizide aus der Gruppe der Insektizide. Kein Wunder, sollen sie ja Flöhe, Zecken und anderes, unangenehmes Getier vom lieben Haustier abhalten.
Manche Wirkstoffe zählen sogar zu den Neonikotinoiden, also jeder besonders umstrittenen Gruppe von Pestiziden, die Bienen besonders schaden sollen. Doch, was heißt besonders? Goulson meint, dass als „bienenfreundlich“ gekennzeichnete Pestizide Zauberei seien.
In seinem Buch „Wildlife Gardening“ beschreibt er eine Untersuchung, wonach ein Spot-On für einen mittelgrossen Hund eine Vergleichsmenge von 60 Millionen Bienen töten könnte. Also theoretisch. Die Untersuchung jedenfalls belegte, dass ein badender Hund (Tests wurden in einer Badewanne durchgeführt), bis zu 86 % dieses Pestizids wieder abwäscht. Man kann sich die Folgen eines in den Teich, See oder Fluss hüpfenden Hundes nur vorstellen… Und da sich diese Pestizide im ganzen Körper verteilen, würden sie etwa durch ihren Urin sicher ebenfalls in der Umwelt landen."

(Quelle: www.muhvie.de)









Eine gute Alternative zum Spot-On wäre Melaflor Spray, denk ich.
Hier mal klicken, zack.





Die Konsumgesellschaft treibt seltsame Blüten, ist bekannt, man muss ja nicht mitmachen, klar. 

Zum Beispiel gibt´s Kühlmäntel für Hunde. Die moderne Hundehalterin geht nun nicht mehr, wenn´s im Sommer richtig heiß ist, mit dem Hund an den See zum Schwimmen, denn das kühlt, macht den meisten Hunden Spaß (falls nicht, dann hat man was versäumt und mussis nachholen) und kann nicht schaden, weil der Hund es sozusagen selbst in der Pfote hat. Nö, nö, man kauft sich einen Kühlmantel !?! Den hat der bedauernswerte Fiffy dann permanent auf der Pelle, kühlt auch mal aus, kann sich nicht wehren oder sagen: Hey, mir wird jetzt kalt, meine Nieren stechen schon etwas.
Naja, ich werd´s nicht ändern können, auf mich hört ja eh keiner. Cleo jedenfalls kühlt sich auf natürliche Weise ab, sie geht ins Wasser, wie Tiere das seit Jahrmillionen so tun, that´s all.

Hier kann man mal kucken und hoffentlich nicht kaufen - klick!








Tja, schade, so ein großer See, bis 14 m tief, also Wasser satt - und trotzdem, seltsam. 
Gut, dann meiden wir muffige Schlieren und Flocken ...






Pfingstsonntag, mit Anton und seinem Frauli einen dreieinhalb Stunden Gang inner Hamme-Niederung gemacht, bei schönstem Wetter mit wenig "Touristen". Es war der erste gemeinsame längere Gang und Anton hat sich wie ein echter Gentleman benommen, Cleo gegenüber! Hat allen viel Spaß gemacht, beim nächsten Mal ist ein Picknick geplant, macht schon Appetit so´n Marsch unter blauem Hamme-Himmel ...






Mittwoch ist, Müllabfuhr war, Seelachs gab´s, frei hab ich, es regnet vor sich hin. Langen Gang ham wir hinter uns, nachher nochmal raus, Regenjacke muss sein. Neuer Test von Stiftung Warentest: Barf-Menüs. Das Übliche, keimbelastet, nicht bedarfsdeckend, na klar. Es ist schön, wenn man sich Gedanken macht bezüglich des Industriefutters. Allerdings sollte man nicht ahnungslos auf der aktuellen Welle reiten ohne surfen zu können. Einfach nur rohes Fleisch geben ist nicht gut. Einfach mal Barf-Menüs kaufen auch nicht. Die beiden Gründe, sich dem Barfen zuzuwenden sind doch die: Man hat die Kontrolle über Qualität und Herkunft der Zutaten, und man hat die Kontrolle (und natürlich die Verantwortung) über die anteilsmäßige Zusammenstellung der Mahlzeiten, denn darauf kommt´s an! Dazu muss man büschen was wissen. Die Sache ist nicht übermäßig kompliziert, zeitaufwendig oder gefährlich, wie Nutznießer der Fertigpampe oder ewige Ignoranten aus der Tierärzteschaft einem weismachen wollen, nö. Ich hab hier auf´m Blog ja schon öfter mal aus dem Nähkästchen der eigenen Erfahrungen geplaudert, na gut.
Dass Barf-Menüs genauso undurchschaubar zusammengeschmissen sind und den Herstellern genauso wenig zu trauen ist wie beim üblichen Industriefutter auch, ist doch naheliegend, oder? Also: Entweder man barft seinen Hund mit ein wenig Sinn und Verstand, oder man greift zumindest zu Dosenfutter in Lebensmittelqualität aus Europa, da gibt´s schon paar Hersteller ausserhalb der großen Verdiener.






Immer noch Regen, im Regal mit den Hundebüchern ist mein Blick auf Der Hund von Erik Zimen gefallen. Ich kann nicht sagen warum, aber Zimen ist mir überaus sympathisch, schon immer gewesen, und als er 2003 viel zu früh starb, da war ich wirklich betroffen. Zimen war Verhaltensforscher, Wölfe und Hunde hatten´s ihm besonders angetan, hat viele Bücher geschrieben, paar hab ich gelesen. Und er hat 2002 die erste echte Ausbildungsstätte für Hundetrainer gegründet, Canis Zentrum für Kynologie. Michael Grewe war mit von der Partie und führt seit Zimens Tod das Zentrum weiter. Hier kann man für viele tausend Euro in einem dreijährigen Studium Hundetrainer studieren. Und die Canis Absolventen wissen wirklich was.



Ja, gut. Hab also inner letzten Stunde wieder mal im Buch Der Hund gelesen, interessant, immer wieder. Zimen schreibt zum Beispiel folgendes (erschienen ist das Buch 1988):                                        
                                
 "Natürlich ist der Hund so dumm nicht, daß er mit der Zeit nicht die Tricks seines Herren durchschaut, daß er nicht genau weiß, wie weit er gehen kann, ohne daß dieser wieder seine Beherrschung verliert, also was er sich leisten kann und was nicht. Jeder meiner Hunde wußte, daß er sich nicht auf das Sofa im Haus legen durfte. Und keiner meiner Hunde hat sich nicht doch auf den weichen und den von Herrchens Geruch durchtränkten Platz gelegt, wenn er sich unbeobachtet wähnte. Es ist ein ständiger Kampf zwischen meinem Anspruch auf Gehorsam und ihrem Bedürfnis nach Entfaltung ihres Freiraums. Es ist der gleiche verdeckte Kampf wie zwischen zwei Wölfen im Rudel um Herrschaft und Selbstbehauptung, zwischen Hennen auf dem Hof um mehr oder weniger Körner, ja letztlich wie der zwischen Eltern und Kindern und der zwischen Mann und Frau, zwischen allen sozial höher entwickelten Tieren. Es ist nicht der Kampf um Dominanz und Rang, sondern bereits das davor liegende Ringen um Einflußnahme und Freiraum, um Bindung und Unabhängigkeit."


Da ist viel Wahres dran, oh ja. Der ständige Kampf zwischen dem menschlichen Anspruch auf Gehorsam und dem hündischen Bedürfnis nach Entfaltung des Freiraums. Und heutzutage haben die meisten Hundebesitzer und Besitzerinnen wohl ihre Probleme mit dem Wort: ständig, also immerwährend. Man will das auch mal abgehakt wissen, je schneller umso besser. Funktionieren soll er schon, der kleine oder große Liebling.
                                                                                                                          
Und da der moderne Umgang mit Hunden längst wissenschaftlich betrieben wird (Bücher, Seminare, Trainerinnen, Einzelstunden), hat man Methoden der Wahl zur Verfügung. Dabei wird nicht nur strikt unterschieden zwischen Bindung und Beziehung, auch zwischen Erziehung und Dressur. Sozialkompetenz und Führungsqualität nicht zu vergessen. Das ist auch alles richtig, logo, ich will auch nicht lästern, stecke ja selbst viel zu tief drin.

Über die Definition von Erziehung kann man einiges lesen, vom Prinzip her recht ähnlich bei Mensch und Hund. Man bereitet seinen Hund auf die Welt da draussen vor, auf die Menschenwelt, versteht sich. Da gibt´s einiges zu lernen, zu beachten, Regeln werden aufgestellt und sollen durchgesetzt werden. Vertrauen, ein sicherer sozialer Rahmen muss her. Loben und verbieten. Nicht bellen, nicht beißen, nicht wildern, brav sein, muss schon klappen.

Dann ist das neue Betriebssystem fehlerfrei installiert, Windows Hund, sozusagen, nun hat man seine Ruhe, die kommenden 12 Jahre, hin und wieder mal kurz updaten, alles gut. Grau ist alle Theorie. Dann die grelle Wirklichkeit: Der Hund ist nicht kompatibel mit dem System, irgendwelche Programme laufen einfach nicht ruckfrei. Großes Upgrate ist nötig, Einzelstunden. Vielleicht Kastration, Tierärzte sind willige Dienstleister.

Irgendwann läuft´s dann, der Hund ist optimiert, macht keinen Stress mehr, Klasse. Perfekt erzogen. Aber was ist denn mit Zimen´s Ständigem Kampf? Wo ist die Balance zwischen dem Stück Rest-Natur im Hund und dem Kulturwesen?  Aberzogen?  Tja, sieht so aus. Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen gut erzogen und affektbereinigt?  Muss ich mal googeln, jetzt erstmal raus mit Cleo, hoffentlich bellt sie nicht ...






Wenn der Sommer nicht mehr weit ist,
und der Himmel violett,
weiß ich, daß das meine Zeit ist,
weil die Welt dann wieder breit ist,
satt und ungeheuer fett.





Es ist schon etwas warm in den letzten Tagen, schwül, manchmal mit Gewitterneigung, manchmal ohne. Man hechelt ...

Vorteil: Es gibt Mozzarella-Tomaten bis der Arzt kommt, wunderbar, mit richtig gutem Olivenöl (wobei gut nicht unverschämt teuer meint, sondern Bio, fruchtig mild, ohne giftige Rückstände. Wie das Ergebnis bei Öko-Test zeigt ... na, schaut selbst, klick). Und natürlich dem dunklen Basilikum-Essig, büschen weißer Pfeffer, Salz und viele frische Blätter vom Basilikum im Topf auf der Fensterbank inner Küche, zwei Scheiben Brot mit dünn Butter drauf, saulecker bei über 24 Grad!!!







Die Wildblumen auf dem Balkon legen jetzt richtig los!








Ich hab einen Ordner, in den ich alle über die Jahre mal von mir als "wichtig" eingestuften Artikel, Interviews usw. (über Hunde natürlich, der Rest ist nicht wichtig ...) reingestopft hab und auch weiterhin stopfe.. Wenn nix inner Glotze kommt (hahaha), dann stöbere ich drin rum und finde immer was, z.B. dieses:


Nadin Matthews:

 "Ein Erstgespräch sollte zwar strukturiert sein, aber nicht durch vorgefertigte Fragen. Schließlich geht es um das Verstehen von Beziehungsstrukturen, Schwierigkeiten in der Kommunikation und nicht nur um das Einschätzen des Hundeverhaltens. Die relevanten Beratungsthemen müssen zunächst herausgearbeitet werden, dafür muss man zuhören und durch Fragen verdichten können. Diagnostizieren heißt Erkennen. Es hilft zum einen mir als Beraterin und zum anderen dem Kunden. Zunächst müsste ich als Beraterin versuchen die Beziehung zwischen Mensch und Hund zu verstehen und erst dann kann ich das Problem analysieren, dieses mit Theorien erklären und eine sinnvolle Veränderung erarbeiten.
Wenn die Beziehung nicht erfasst ist, kann es nur pauschale Tipps geben, die in der Regel keine nachhältige Verbesserung bewirken. Für die Kunden ist die Diagnostik wichtig, weil sie bei der Selbstklärung hilft. Menschen erkennen die eigenen Strukturen und Prozesse in der Beziehung oft nicht, weil sie ein Teil des Systems sind und können sie deshalb auch nicht verstehen. Wenn ich aber weiß, wo ich stehe, kann ich auch meinen Zielort bestimmen, ihn mir näher anschauen und den Weg dorthin planen. Dafür ist das Erstgespräch da. Das Wort sollte in diesem Fall nicht verwirren. Ein Erstgespräch kann in einem Treffen erfolgen, sich aber über mehrere Treffen ziehen oder zwischen den Praxisstunden von Nöten sein."

(Quelle: Anamnese - eine analytische Ursachensuche auf Erfolgskurs, von Johanna Esser, ruhig mal klicken!)






Samstag, kürzerer Gang bei Neu-Helgoland mit Freund Anton und seinen Leuten. War touristisch ´ne Menge los, bei Sonnenschein kommen sie aus ihren Höhlen ... Die ersten 10 Minuten sind die Hunde an der Leine und dementsprechend aufgeregt, naja. Dann klicken die Karabiner und zwei Entlebucher lassen die Sau raus! Anschließend gestalten sich die Gänge entspannt und fröhlich für alle Beteiligten. Cleo hat Anton heute mit in die Hamme gekriegt, zumindest für ein paar Züge. Das wird ausgebaut bis zum Deutschen Meister im Synchronschwimmen, logo!







Wieder daheim gab´s erstmal ein Belohnungsohr, knirsch ... 









Gegen Abend meistens die letzte kleine Runde am Kuhgraben hinter der Uni, mit einem unserer Lieblingsspiele !







Krähe im Schatten, beim Frühstück am Sonntagmorgen.

Hunde im Auto sind da schlechter dran. Ja, ja, natürlich, weiß man schon. 
Aber wie schnell ein Hund im Sommer in Lebensgefahr gerät, verblüfft einen dann doch. 

Hier was von der Feuerwehr dazu, unbedingt mal klicken!!






Sonntag, zum Bremer Töpfermarkt geradelt, neuen Kaffeepott gekauft, 
dann weiter die Weserrunde gemacht (ohne Cleo natürlich), schön warm war´s ...




Blick von der Kaisenbrücke, allein die Aussicht erfrischt, jetzt Nudeln.








Am frühen Vormittag bei ins Tropische kletternder Temperatur allein mit seinem "bevorzugten Sozialpartner" unterwegs, 
Ray Charles im Ohr - schon schön!






Morgen überwiegt der Sonnenschein, wenngleich einige und auch mal ausgedehntere dünne Schleierwolken den Himmel zeitweise milchig erscheinen lassen. Es wird rekordverdächtig heiß mit 33 Grad in Butjadingen bis 36 Grad in Großenkneten, selbst auf Spiekeroog sind 30 Grad drin.

(Quelle: Buten un binnen)





Bonnie und Bram liegen so rum und ahnen vieles ...

Halt dich kühl, liebste Rita, auch die Eifel hat ihre Tücken!



Morning, bin früh erwacht, naja, Cleo ist schuld, hat sich wieder zu breit gemacht … Um die Stunde bis Tagesanbruch sinnvoll zu verschwenden, setz ich mich mit´m Pott Kaffee an den PC und kucke mal. Wonach? Hundefutter, ein dankbares Thema, hahaha, 
Mir sind Stellungnahmen von Herstellern in die digitalen Hände gefallen, denn die Ergebnisse der Tests diverser "Institutionen" hat viele in den Schlamm gezogen – und die versuchen natürlich sich zu rehabilitieren. Man könnte seinen Jahresurlaub damit verbringen, im Netz diesem unglaublichen Irrsinn über Hundefutter  (bio, nass oder trocken, roh oder gekocht) in den unzähligen Tests und Stellungnahmen nachzuspüren. Am Ende bleibt Ratlosigkeit, Resignation oder eine gescheiterte Ehe …
Den wichtigsten Satz zuerst, hier isser:
Über die optimale Zusammenstellung von Hundefutter streiten sich Experten und Hundebesitzer schon seit Jahrzehnten nur zu gerne. Eine endgültige Antwort auf die Frage, was in Hundefutter gehört und was nicht, gibt es bis heute nicht.“
Und jetzt reihe ich mal nach rein subjektivem Empfinden paar Zitate aus der letzten Stunde meiner freudvollen Recherche aneinander, das wird erlaubt sein, denk ich.



Von 15 geprüften Produkten wurden 6 als ungenügend und 1 als mangelhaft bewertet (Ausgabe 1/2017). Die Note „sehr gut“ bekam nur ein einziges Produkt. Bemängelt wurde vor allem die Nährstoffzusammensetzung in dem Nassfutter: Bei einigen Herstellern konnte kein Vitamin D nachgewiesen werden, bei anderen fehlte Vitamin B1. Beides sind wichtige Bestandteile für eine ausgewogene Ernährung. Auch das Spurenelement Zink war nicht immer ausreichend enthalten.

Wir haben zehn Bio-Nasshundefuttern getestet. Darunter auch vegane und vegetarische Futter. Ergebnis: Mehr als die Hälfte ist "mangelhaft" oder "ungenügend". Nur ein einziges überzeugt.

Dennoch kommen in Bio-Hundefutter häufig die gleichen Zutaten zum Einsatz wie in konventionellem Futter, aber eben in Bio-Qualität. So auch "tierische Nebenerzeugnisse". Gemeint sind Schlachtabfälle der Kategorie 3. Dazu zählen unter anderem Körperteile wie Euter und Pansen, schreibt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Alissa Schick vom Prüfverein Verarbeitung, einer Öko-Kontrollstelle, hält den Einsatz von Schlachtkörperteilen in Bio-Hundefutter für sinnvoll: "Bio-Fleisch ist auf dem Markt nur in sehr begrenzter Menge vorhanden. Eine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln für Menschen sollte möglichst vermieden werden. Und Schlachtabfälle fallen ja sowieso an.


 Alle Produkte im Test sind als Alleinfutter ausgelobt. Die allermeisten erfüllen aber nicht die Kriterien dafür. Denn in neun Produkten konnte unser Labor kein Vitamin D nachweisen. In drei Produkten fehlte Vitamin B1.
Eine optimale Calcium- und Phosphordosierung scheint den Herstellern Probleme zu bereiten. Dabei ist auch entscheidend, in welchem Verhältnis die beiden Nährstoffe zueinander stehen. Stimmt es nicht, kann langfristig ein Calciumabbau aus den Knochen die Folge sein. In zwei getesteten Produkten stimmt zwar das Verhältnis, sowohl Phosphor als auch Calcium sind aber mehr als dreimal so hoch wie empfohlen.


Drei Bio-Futter im Test enthalten zu wenig Vitamin A. Ein Mangel führt auf Dauer zu einem verminderten Sehvermögen und zu Haut- und Schleimhautproblemen. Haarverlust und rissige Haut sind sichtbare Symptome eines Zinkmangels. Weniger als halb so viel Zink wie empfohlen ist in einem Futter enthalten, bei einem weiteren ist gerade mal ein Fünftel dieses Wertes drin.


Öko-Test empfiehlt allgemein, das Hundefutter regelmäßig zu wechseln statt immer bei derselben Marke zu bleiben. Denn vor allem bei Bio-Hundefutter könnten die natürlichen Bestandteile je nach Charge schwanken, sodass die Hunde nicht immer mit denselben Nährstoffen versorgt werden.Besonders problematisch für Hunde können auch Getreideprodukte sein. Sie können ebenfalls gegen Weizen, Soja oder Gerste allergisch sein. Zudem kann auch Lactose zu Unverträglichkeiten führen, was sich primär bei der Verdauung etwa durch Blähungen zeigt.


Dann kommt noch die stereotype Aussage der veterinären Bedenkenträger über die Gefahren des Barfens. Bloß nicht, da kann man nur Mist machen. Auf den Regalen in der Anmeldung stehen dann fein einsortiert mit dem Etikett nach vorne die Dosen von Hill´s, Diätfutter oder so. Die Meldung ist nicht lange her, daß in USA viele Hunde eben an dieser Marke gestorben sind, und auch die Testergebnisse über die vielen mit „mangelhaft“ bewerteten Dosen- und Trockenfutter ignoriert der freundliche Tierarzt geflissentlich. Bedarfsdeckend ist das Zauberwort, das Totschlagargument. Daß dieses sogenannte "Bedarfsdeckend" vor vielen Jahrzehnten mal über den Daumen aus der Nutztierhaltung auf Hunde übertragen wurde, interessiert ebenso wenig wie die Begründung der angeratenen frühen Kastration von Hündinnen aufgrund einer massiv verfälschten Studie aus der Mottenkiste über entstehende Gesäugetumoren. Witzig. Traurig. Was soll man tun, was soll man füttern? Ich hab keine Ahnung. Ich weiß nur, was ich in Cleo´s Napf schütte. Nach bestem Wissen und Gewissen. 



Zum Schluß, wirklich zum Schluß, hier die Zusammenfassung einer Doktorarbeit, München 2004




Wissenschaftliche Bewertung des Einsatzes von Vitaminen und ausgewählten Antioxidanzien in der Ernährung von Katzen, Hunden und Pferden: Anspruch und Wirklichkeit 


"Ingesamt verdeutlicht diese Arbeit, dass Aussagen über bestimmte Wirkungen von Vitaminen und Antioxidanzien aufgrund physiologischer Differenzen zwischen den einzelnen Tierarten nicht ohne weiteres übertragen werden können. Dies gilt auch für Mangelsymptome, die sich, im Gegensatz zu dem durch viele Lehrbücher entstehenden Eindruck, speziesspezifisch durchaus unterscheiden können. Weiterhin zeigt sich, dass vielen Werbeaussagen über die positiven Effekte der hier untersuchten Substanzen eine wissenschaftliche Grundlage fehlt. Dennoch weisen die Ergebnisse, insbesondere bei den Antioxidanzien, auf eine Reihe nützlicher Wirkungen hin, die diese bei Supplementierung entfalten. Unter anderem ist ein möglicher Schutz vor der Entstehung und Entwicklung von Tumoren ein sowohl human- als auch veterinärmedizinisch interessanter Aspekt. Des Weiteren deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Bedarfszahlen differenzierter ermittelt werden sollten und neben Faktoren wie Alter, auch chronische Krankheiten und bestimmten Lebensumstände erfassen könnten".  









Die Matjes-Saison ist eröffnet - absolut bedarfsdeckend !!! 







Cleo ist läufig, planmäßig, die letzte Läufigkeit war im Januar, das halbe Jahr ist rum.










Heute wieder über 30 Grad in Bremen und umzu. Die Notaufnahmen werden voll sein. 

"Buten un binnen" hat die Tipps zum Überleben, hier, klick.

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