Freitag, 1. Februar 2019

Februar




"Einmal wissen, dieses bleibt für immer,
ist nicht Rausch, der schon die Nacht verklagt.
Ist nicht Farbenschmelz noch Kerzenschimmer,
von dem Grau des Morgens längst verjagt".

(City, Am Fenster)






Also gut, ich gestehe: Ich bin blöd. Zumindest unwissend und naiv. Tut mir leid einige unter meinen Lesern, die meisten werden mich ohnehin für doof halten, zu enttäuschen. 

So habe ich doch, bei aller Skepsis den praktizierenden Veterinären (das klingt so angemessen herzlos) gegenüber, trotzdem immer gedacht, dass die Praxen und kleineren Kliniken „inhabergeführt“ sind. Das heisst, daß sie von Tiermedizinern mit einer gewissen Kompetenz, einem gewissen Berufsethos und vielleicht noch mit einem gewissen sozialen Anspruch in Bezug auf den Tierbesitzer geleitet, geführt und betrieben werden. So naiv war ich wirklich, das zu glauben. Natürlich gibt es diese Praxen, zumindest hier in Deutschland sogar in der überwiegenden Anzahl. Es gibt sie noch. Aber ich will noch etwas provokant weitermachen.

So, wie es bei Klamottenläden, Bäckereien, Drogeriemärkten, Lebensmitteldiscountern usw. schon lange von riesigen Finanzinvestoren ins Leben geworfene „Ketten“ gibt, so gibt es in den USA, Skandinavien, Österreich, in der Schweiz, in den Niederlanden und in bisher noch kleinerem Umfang auch in Deutschland, Tierarztketten. Da werden im großen Stil Tierarztpraxen und Tierkliniken aufgekauft. Es wird medizinisch standardisiert, es gibt Umsatzvorgaben und Druck, Druck und nochmal Druck – und geleitet werden diese Orte tiermedizinischer Versorgung nicht mehr von Tierärzten, nein, von fachfremden Managern, Finanzjongleuren. Und es gibt nur ein Credo, einen Leitsatz: Gewinnmaximierung, Umsatz, Geld.

Bisher waren in Deutschland zwei schwedische Klinikketten aktiv, ANICURA und EVIDENSIA (und ein bisschen noch SMARTVET). Aber nun ist es passiert: Der US-Konzern MARS INCORPORATED, Nahrungsmittelkonzern mit 35 Milliarden Dollar Jahresumsatz, genauer sein Abzweiger MARS PETCARE, hat sich die ANICURA-Kette geschnappt.

Das alles sollte für den Tierbesitzer beunruhigend sein. Nach allgemeinem Empfinden (zumindest nach meinem) sind die Produkte bzw. Dienstleistungen durch „Kettenübernahmen“ nicht besser geworden, im Gegenteil! Warum also sollten die „Tiermedizinischen Kettentempel“ da eine Ausnahme machen …

Wer die Möglichkeit hat, sich seinen Tierarzt oder seine Tierärztin (das sind heutzutage eh fast 90 %, aber damit will ich nichts gegen Frauen sagen, oh nein!) frei auszusuchen, der sollte im eigenen und im Interesse aller zukünftigen Tierbesitzer die "Kettenärzte" meiden, PUNKT.



Hier die Links zu den Fundamenten meines kleinen Postulates:

Standorte von EVIDENSIA, klick






(Foto Mike Kleindienst)

Dies ist Cleo´s Bruder CUBA. Er hat ausstellungsmäßig fast alles abgeräumt, ist angekört und steht als Deckrüde seinen Hund.
Der Bruder ist 9 Kilo schwerer als die Schwester.




Hier klemmt sich Cleo mit acht Wochen zwischen ihre beiden Brüder Cuddel und Cuba.










Da packt also ein Mensch seinen alten Fernseher ins Auto und fährt, vermutlich nachts, an den Rand der Stadt, dann weiter einen gesperrten Weg lang, hält an und schleppt das ihm lästige Gerät auf die winterliche Wiese.
Es gibt die Sperrmüllabfuhr und in jedem Stadtteil einen Recyling-Hof, der gerne und kostenlos beispielsweise alte Fernseher annimmt. Aber unser Mensch macht davon keinen Gebrauch.

"Ein Fall für den sozial-psychiatrischen Notdienst?", scheint sich Cleo zu fragen, und ich stimme ihr zu.






"Melusine! Krawehl!
Taubtrüber Ginst am Musenhain!
Trübtauber Hain am Musenginst!
Krawehl, Krawehl!"

(Dichterlesung nach Loriot)







In den USA sterben mehrere Hunde nach dem Verzehr eines bestimmten Hundefutters. Nun ruft der Hersteller das Produkt zurück. Auch deutsche Tierhandlungen könnten das Futter verkauft haben.

www.n-tv.de/panorama/Hersteller-von-Hundefutter-ruft-Produkte-zurueck-article20848115.html






Heute Vormittag lange Runde um´s Hollerland gemacht bei schönstem Wetter. Ab Mittag zog sich alles zusammen, auch das Wetter. Regen, Wind und Eiseskälte - da ham wir wieder mal Glück gehabt. Gleich gibt´s Pizza, der Stein heizt schon auf.


Letztens eine nette Frau mit Labbi getroffen. Sie sprach mich an, wollte wissen, ob das ein "Entelbucher" wäre. Ja, hab ich gesagt, das ist einer. Oh, was für ein bildschöner Hund, meinte sie, und erzählte von ihrer Nachbarin. Denn die will sich jetzt nach vielen Jahren wieder einen Hund, ihren zweiten, anschaffen. Und da hätte sie ihr berichtet, einen tollen Hund gesehen zu haben (ob wir das waren, weiß ich natürlich nicht), und das wäre wohl ein "Entelbucher" gewesen.

Nun wollte sie mich mal fragen, wenn ich noch etwas Zeit hätte, "wie die denn so sind, die Entelbucher?", zur Info für die Nachbarin. "Tja, wie sind die? In erster Linie wie Hunde halt so sind, sie ham ja selbst einen", "Wildern die denn?", "Eigentlich nicht, sind ja keine Jagdhunde, sind Treiberhunde, Kühen in die Fersen zwicken und so, kommen aus der Schweiz, aus dem Entlebuch, daher der Name", "Ach so ...", "Aber ist noch nicht lange her, da hat sie sich (ich deutete auf Cleo, die brav unserem Gespräch folgte und sich nicht weiter für den Labbi interessierte) da hat sie sich mit Harpe Kerkelings Worten:  Ich bin dann mal weg für einige bange Minuten verabschiedet, der Hase war zu verlockend", "Und in der Wohnung ist sie ruhig?", "Ja, meistens", "Und gehorsam auch?", "Kommt drauf an, mal so mal so, wie im richtigen Leben", "Ah, ja".

Es ist natürlich kaum oder gar nicht möglich eine Hunderasse wesens- und verhaltensmäßig verläßlich zu beschreiben. Von der Grundausrichtung schon, aber da spielt so viel Individuelles beim Hund und so viel von der Persönlichkeit des Besitzers mit rein. 
Ein Hund ist auch immer eine Wundertüte ohne Puffreis, klar.




"Ich war noch niemals in New York,
ich war noch niemals auf Hawaii,
ging nie durch San Francisco in zerriss´nen Jeans ..."

Nö, genau, und da hab ich auch nix verpasst, denk ich!







Sonntag, Regentag, mittlere Runde, anner Weser lang, durch die Böttcherstraße, über´n Marktplatz, büschen City, dann anner Schlachte zurück. War nicht viel los, ausser paar zwanghaft hartgesottenen Touristen, schön war´s.





In einer Regenlücke nachmittags nochmal im Unigebiet spaziert, im Max-Planck-Institut das Meerwasseraquarium bestaunt 
und ein Spiegel-Selfi geschossen.







Ich weiß nicht, ob der Trend so neu ist, aber es gibt ihn: Hunde vegan zu ernähren.
Und dann werden Argumente angeführt. Bei Allergien oder diffusen Unverträglichkeiten würde ich bei einem Versuch mit veganer Ernährung (natürlich nur, wenn das Futter ausgewogen und bedarfsdeckend zusammengestellt ist – falls das dauerhaft möglich sein sollte) noch nicken können. Kommen allerdings die Totschlagargumente der heutigen Zeit, wie Nachhaltigkeit, Rettet-die-Welt-Sentimentalitäten, Nutztier-Kuscheltier-Problematik usw., auf die Liste, dann steig´ ich aus ohne vorher überhaupt eingestiegen zu sein. Man soll ja den einen Blödsinn nicht mit anderen Blödsinnigkeiten zu verwässern versuchen, das ist richtig, aber Relationen dürfen doch wohl mit einfließen, find´ ich.

Da werden im Zuge der sogenannten Energiewende riesige Ackerflächen bewirtschaftet, um daraus einen Stoff zu machen, mit dem man autofahren kann. Für die Kosmetikindustrie wird viel Regenwald geopfert, um mit Palmöl viel Geld zu machen. Die pervertierte Fleischfresserei der Menschen, die nicht hungern müssen, sprengt alle Grenzen einer sinnvollen Ökonomie und einer auch nur im Ansatz erkennbaren moralischen Verpflichtung den Nutztieren gegenüber. Die Spekulation mit Lebensmitteln durch weltweit agierende Hedgefonds beispielsweise, ist an Widerwärtigkeit kaum zu toppen.
Und wenn ich nun noch weiß, daß industrielles Hundefutter aus Schlachtabfällen gemacht ist, die ohne die Möglichkeit über´s Hundefutter noch viel Zaster damit zu erwirtschaften, vermutlich verbrannt, vergraben oder ins Meer gekippt würden, dann kann einem dieses Vegan-Geschwätz in der Hundeernährung schnell zum Halse raushängen.

Für mich, plakativ ausgedrückt, fällt dieser Blödsinn in den Bereich Ausbeutung der Tiere. Allerdings eine Ausbeutung auf höchstem Niveau im Mäntelchen des aufgeklärten Mitbürgers. Zeitgeist und Ideologien waren noch nie gute Berater.
Ich sehe den Veganfütterer klar vor mir: Die Frau eines gutverdienenden Mannes fährt mit dem Biodiesel verbauchenden Gefährt der gehobenen Klasse, aufwendig bekleidet und schmuckbehangen, auf den Aldi-Parkplatz, um das preiswerte Fleisch für den täglichen Verzehr in deftiger Menge einzukaufen. Und dann in der Schlange vor der Kasse beim Anblick mehrerer Dosen Hundefutters auf dem Band verächtlich den Satz absondert: „Ich füttere meinen Liebling ja nur noch vegan ...“





Langen Gang an den Wümmewiesen gemacht, Wetter hält sich.
Jetzt kleiner Mittagsschlaf, nachher gibt´s Rollos mit was drin, weiß noch nicht ...









"Roms Verfall war die natürliche, unvermeidliche Wirkung übermäßiger Größe".

Edward Gibbon (1737 - 1794), englischer Historiker













Sie träumt ...




... vom Gang um´s Hollerland, 




und vom Gang an der Hamme, und von vielen anderen schönen Tagen, von denen ich hier nix weiter berichtet hab`.
Hat sich einfach nicht ergeben. 
Von bestimmten Schriftstellern wurde gesagt, sie hätten nichts erlebt, aber über alles geschrieben.
Das ist bei uns anders, wir haben viel erlebt und zumindest in den letzten Tagen kaum was geschrieben. 
Meine hartnäckigsten Blog-Groupies waren ernsthaft sauer ...

Momentan ist die Pollenbelastung extrem hoch, alles blüht schon vor sich hin, und an Cleo´s Augen geht das nicht spurlos vorbei, 
sie tränen ab und zu. Wir träufeln bei Bedarf mit einem bewährten, rezeptfreien Mittelchen.







Dienstag, 1. Januar 2019

Januar




2019


Frohes neues Jahr, ja, ja! Wir machen mit.

"Freiheit, des heißt, koa Angst haben vor nix und niemand."

(Konstantin Wecker)






Hi, Sonnenwende, warum issis jetzt noch dunkel, at seven o´clock? 
Die Rudimente eines Schulenglisch, traurige Reste, vielleicht hätte ich die Chose damals doch etwas ernster nehmen sollen - naja, Hauptsache gesund!

Apropos gesund - nachher zum Barfshop fahr´n, die 10-Tage-Ration kaufen, der da sind: 3 kg Muskelfleisch (durchwachsen und mager), 1 kg Pansen, 1 kg Innereien-Mix, 1 kg Entenrücken gewolft. Der Entenrücken zählt zu den rohen Fleischknochen (RFK), 
und die sind sehr wichtig, sind sie doch der Calcium-Lieferant (paar Lammrippchen hol ich auch). Mein 24 kg-Entlebucher braucht um die 80 g täglich, nicht mehr, aber auch nicht weniger! Warum müssen es Fleischknochen sein (mit 50% anhaftenden Fleischresten)? Weil sonst Verstopfung droht, mal einfach gesagt. Warum roh? Weil erhitzte Knochen splittern, gefährlich! Warum sind die RFKs so wichtig? Weil die Ernährung über rohes Fleisch phoshatlastig ist, und das muss mit der angemessenen Dosis Calcium ausgeglichen werden. 

Was ist eigentlich mit Jod? Muss da ergänzt werden, über Seealgenmehl? Cleo kriegt ja nun einmal die Woche ihr Stück Seelachs, wenn wir den auch auf´m Teller haben. Da ist wunderbares Jod drin, klar, ich will nachher meine Barffrau mal fragen, wir groß das Stückchen sein sollte, ihrer Meinung nach.

Und weil ich gerade pädagogisch tätig bin ... Da nach wie vor (besonders von Tierärzten, obwohl die meisten wenig Fachmann in Sachen Ernährung sind) den "Barfern" bange gemacht wird, von wegen Fehlernährung, haben die Labore seit einiger Zeit sogenannte "Barf-Profile" im Angebot. Da wird mittels eines kleinen Blutbildes auf Mangel- oder Fehlernährung getestet. Aha, denkt man (ich auch), keine schlechte Sache, dann ist man auf der sicheren Seite. Schön wär´s ja, aber mittlerweile machen die Labore selbst auf den Umstand aufmerksam, daß solche Profile immer nur eine Momentaufnahme sind, also keine tatsächlich verwertbare Aussagekraft haben. Das Geld kann man also besser investieren, zum Beispiel mal ein Wochenende auf Helgoland verbringen, BRÜLL! 

Ja, und nu? Die bessere Überprüfungsmethode liegt in der Prävention selbst, der Rationsüberprüfung. Man füttert natürlich nicht ahnungslos rohes Fleisch, das wäre nicht so gut, gar nicht gut. Man macht sich schlau, bezieht einen Fachmann mit ein, d.h. das richtige Buch lesen (z.B. Das Barf-Buch, von Nadine Wolf), oder vom Tierheilpraktiker einen Ernährungsplan erstellen lassen (kostet ´ne Mark) oder man orientiert sich am Futterrechner (hier mal klicken, ich halte den für recht brauchbar und kost´ nix). Und wenn man dann schlau genug ist, nicht mehr bange alles falsch zu machen, sich an die richtigen Rationsanteile hält, nicht mit irgendwelchen gut gemeinten Ergänzungsmittelchen doch wieder alles durcheinander bringt, die ganze Sache nicht akademisch zu hoch hängt, und seinen Hund zwischendurch mal bewußt ankuckt - hat er Power und Lebenslust, glänzt das Fell, Augen sind klar und frech, intakte Verdauung, Appetit gut und immer -, dann ab nach Helgoland! In den Wintermonaten kann der Hund mit, da gibt´s kein Ausbooten, das Schifflein parkt direkt im Südhafen, hab´ ich mir sagen lassen.

Immer noch nicht hell, aber wir starten jetzt mal in den real existierenden Tag, "Pfiats eich"!





(Foto Rolf Gaspers)


Hier sitzt Cleo´s Mutter: Imka.

Imka hatte Geburtstag, sie ist jetzt acht Jahre alt, hat im Laufe ihres Lebens 29 Welpen in die Welt geworfen - einer davon war Cleo!
29 Welpen sind kein Pappenstiel, und nun darf sich Imka nur noch um sich selbst kümmern. Das freut uns sehr, denn ich kann mich noch gut daran erinnern, wie geduldig und freundlich sie auf unseren vielen Welpenbesuchen war. Eine sehr liebe Hündin, sie wurde sofort meine Freundin. Wir wünschen uns für sie eine wunderbare und gesunde zweite Lebenshälfte. 
Mach´s Dir schön, Imka, wir seh´n uns bestimmt mal wieder!





"Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen".

(Matthäus 11, 28)







Ich hab das alles so gewollt,
den ganzen Terror und das Gold ...








Seele des Menschen,
wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
wie gleichst du dem Wind!

Johann Wolfgang von Goethe
1749-1832




Ach so, fast vergessen, Cleo ist läufig, sie tröppelt büschen rum, sonst noch nix Erwähnenswertes passiert. Sie ist früher dran als in den Jahren zuvor. Im letzten heißen Sommer fing die Verschiebung an, um vielleicht sechs Wochen (wenn ich nicht irre), und der neue Zyklus setzt sich im neuen Jahr fort. Bei Freundin Eske issis genauso, sonderbarerweise, denn um sich da zu synchronisieren werden die sporadischen Treffen der beiden wohl nicht ausreichen, denkt man.





Überflieger unter sich ...




Irgendwann kommt der Frühling, es wird wärmer werden, die Hunde gehen wieder schwimmen, saufen auch mal aus Pfützen - und manchmal wird dann gepupst oder es gibt Durchfall. Wer kennt das nicht?
In warmen stehenden Gewässern fühlen sich Bakterien der Gattung Leptospira besonders wohl. Und können bei Mensch und Tier Infektionskrankheiten verursachen, nicht schön.
Dagegen kann man impfen lassen, die Leptospirose-Impfung. Tierärzte empfehlen die natürlich, unbedingt, mindestens einmal jährlich.
Ich hab mich mal büschen schlau gemacht, will ja nicht doof sterben. Dabei sind Foren oder weltanschauliche Ergüsse der Hardcore-Schulmedizinfeinde zu meiden, wenn man die Wahrheit in ihrer seriösen Form wünscht. Aber auch Seiten von Tierärzten und Pharmavertreibern sind häufig der Wahrheitsschändung geneigt.


“Leptospirose-Impfung trotz möglicher Nebenwirkungen unverzichtbar”.

 In großen Lettern steht es zu lesen, Quelle: www.wir-sind-tierarzt.de.


Von der Universitäts-Tierklink München (Prof. Hartmann) gibt´s  jetzt allerdings neue Empfehlungen.
Hier ein Zitat:  “Seit ein paar Jahren wird vermutet, dass die bei Hunden immer häufiger auftretenden Autoimmunerkrankungen Folgen einer exzessiven Impfung sind.“


"Die Leptospirose-Impfung  gilt als die Impfung mit den meisten Nebenwirkungen. Sie muss jährlich geimpft werden, hat nur eine rel. kurze Wirkdauer . Es gibt über 250 Leptospiren-Arten. Die Impfung schützt nur gegen 2-4 der wohl momentan häufigsten. Da es sich um eine bakterielle Erkrankung handelt, ist eine Leptospirose auch oft gut mit Antibiotica behandelbar. Eine individuelle Entscheidung ist hier sinnvoll".

Und weiter: 

"Die Hepatitisimpfung, auch die Leptospirose und der Zwingerhusten werden nicht mehr als core-Impfungen, also zwingend notwendige Impfungen, bezeichnet.
Zwingend notwendige Impfungen: Staupe, Parvovirose und bei gesetzlichen Bestimmungen Tollwut. Nach Grundimunisierung sollen diese core-Imfpungen nur höchstens alle 3-4 Jahre verabreicht werden".


Auch der Weltverband für Kleintiere (WSAVA) hat neue Richtlinien herausgegeben.
Bei einem immunen Hund sind Auffrischimpfungen wirkungslos und unnütz und Erhöhen den Impfschutz nicht.

Von der Leptospirose-Impfung wird abgeraten. Für Hunde mit individuellem Risiko kann sie überlegt werden. Sie hat die meisten Nebenwirkungen. Für Menschen gibt es deshalb in Deutschland keinen zugelassenen Impfstoff.





Aha. Und weil aus der veterinären Ecke bei Impf- und Entwurmungskampagnen das Totschlagargument der Zoonosen, also der Übertragbarkeit auf den Menschen, oft bemüht wird, hier mal was für die Entkräftung. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) liegt die Zahl der Leptospiren-Infektionen beim Menschen bei ca. 100 pro Jahr. Dabei sind die meisten Krankheitsfälle auf freizeitbedingte Wasserkontakte zurückzuführen oder betreffen Berufsgruppen wie Kanalreiniger, in der Landwirtschaft oder in Laboren Tätige. Nur in Einzelfällen läßt sich ein Zusammenhang mit der Haltung von Hunden herstellen.
Man muss sich das im vorderen Stirnlappen zergehen lassen: 100 Fälle auf 80 Millionen Einwohner, davon nur in Einzelfällen von Hunden übertragen. Leider bin ich noch nicht auf Zahlen gestoßen, die Auskunft geben über den durch Hunde auf Menschen übertragenen "Wurmbefall".

Naja, gut. Wer hat alles gelesen? Klasse, ich bin beschämt, brave Leser!
Was machen wir? Wir impfen nicht, natürlich nicht. Aber wir werden noch etwas mehr darauf achten, daß nicht aus Sommerpfützen, Gräben oder verdächtigen Flüssigkeitsansammlungen gesäufelt wird.


Zum Nachlesen hier die Quellen:
www.wir-sind-tierarzt.de/2016/09/stiko-vet-leptospirose
www.houndsandpeople.com/de/magazin/wissen/impfkritik-wie-impfen-wir-unsere-hunde-richtig
www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Leptospirose.html
https://blog.doctorbark.de/vorsicht-vor-zu-haeufigem-impfen









Sonntag, zwei Stunden im Regen bei Wind am Südarm langgewackelt. Toni und ihre Menschen war´n auch mit. Die Airedalehündin hat ihre Läufigkeit gerade hinter sich, Cleo steckt drin - und Probleme mit den beiden gibt´s nicht die Bohne. Die Schauergeschichten von unkastrierten Hündinnen, die ständig übereinander herfallen, können wir in keinster Weise bestätigen, alles Quatsch ...







Offtopic:



An der Ecke gegenüber der Findorff-Kirche war seit vielen Jahren ein Naturkostladen beheimatet. Moderner Bio-Verkaufsraum, reiches Angebot quer durch alles Gesunde, nicht immer ganz billig, eigentlich schon teuer. Der Ladenchef war Hartmut. Unter uns nannten wir ihn “das Meerschwein”, weil er in seiner unsicheren Strenge so putzig aussah. Eigentlich kauften wir bei ihm nur die scharfe Nudelsoße Arabiata, den echten Grapefruitsaft (nicht diesen rosafarbenen verbraucherfreundlichen), und wenn wir nicht zum Backen gekommen waren, dann noch Brot, biologisch wohlschmeckend, also richtiges Brot.

Ich hatte den Eindruck, vom “Meerschwein” herablassend bedient oder abkassiert zu werden. Als vermutlich eisenharter Veganer ließ er mich irgendwie spüren, wie sehr er meine unwürdige Existenz als autofahrender Hundebesitzer missbilligte. Und er ließ das Wechselgeld aus ostentativ großer Höhe in meine aufgehaltene Hand scheppern. Ich bemühte mich im Gegenzug ihn spüren zu lassen, was ich von aufgeplustert indoktrinierten Weicheiern an den Kassen von Naturkostläden halte. Wir duellierten uns anständig, freundlich, nie bösartig. Ein definitiver Sieger konnte nicht ermittelt werden, mal so mal so. 

Vor einiger Zeit machte der Laden Pleite. Vielleicht war Hartmut seiner Zeit einfach zu weit voraus. Jetzt ist dort einer dieser Lederreparatur-, Gürtel- und Krimskramläden eingezogen. Das kulturelle Niveau der Gegend im Umkreis von einem Kilometer ist quälend gesunken. Das hätte uns “das Meerschwein” nicht antun dürfen, nein, das war nicht rechtens. Er war die Bio-Ikone schlechthin, er hatte Stil, naturtrüben Stil, ohja. Wenn ich auf dem Heimweg vom Unisee mit Cleo an der Ecke gegenüber der Findorff-Kirche vorbeifahre, dann hab´ ich einen Kloß im Hals, einen ohne Konservierungsmittel, mit Meersalz. Hartmut, Du fehlst mir so ...






Ein Wintermärchen?






Samstag, ein richtiger Bilderbuch-Wintertag, blauer Himmel, nicht zu kalt, Gang über´n Truper Deich anner Wümme.





Am Nachmittag nochmal zwischen Kuhgraben und Unigelände unterwegs gewesen. Cleo ist hinter einer Hecke auf ein Kaninchen gestoßen. Das wäre nicht weiter erwähnenswert - hätte das Kaninchen nicht Myxomatose (die Kaninchenpest) gehabt, eine traurige, tödlich verlaufende Viruserkrankung, hochansteckend unter Kaninchen, für Menschen und andere Haustiere ungefährlich (klick).

Da das Kaninchen sehr geschwächt war, kaum weghoppeln konnte, hat Cleo doch recht instinktmäßig reagiert, und ohne mein sofortiges Eingreifen hätte sie das kranke Tier sicher totgeschüttelt. Es wäre wohl die beste Lösung gewesen, aber der eigene Hund als natürlicher Vollstrecker gefällt mir nicht wirklich, da muss ich noch dran arbeiten ...






Bessere Laune macht da das Foto von "Eske", in eitler Pose.
Um es mit den Worten der göttlichen Garbo zu sagen:
"Manche von uns möchten allein sein ..."






Sonntag, mit Esi und ihren Menschen Drei-Stunden-Gang durch die Hammeniederungen gemacht, war viel los touristenmäßig, aber schön war´s! Dann Einkehr in Gartelmanns Dielencafe hinter Kuhsiel. Die hohe Qualität der Kuchen und Torten ist unverändert, Landfrauenehre!





Eine Lüge ist bereits dreimal um die Erde gelaufen, bevor die Wahrheit sich die Schuhe anzieht.

(Mark Twain, amerikanischer Schriftsteller)






Auch Notunterkünfte sind für viele Obdachlose in Bremen keine Option. Trotz des Kälteeinbruchs haben Sie zahlreiche freie Betten. Wie lässt sich das erklären?

"Da gibt es mehrere Gründe. Wir hatten beispielsweise im Jakobushaus mal einen Hundezwinger gebaut. Da waren aber niemals Hunde drin. Denn es gibt Wohnungslose, die würden ihre Hunde niemals draußen lassen, während sie drinnen im Warmen sitzen. Sie gehen nur dort hin, wo ihr Hund hin darf. Wir arbeiten daher daran, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt zumindest einige Zimmer so einzurichten, dass da ein Hund mit rein darf".







28.01.2019
Hallelujah, Cleo, Hallelujah!