Samstag, 1. Oktober 2016

Oktober, der goldene



Cleo ist jetzt im 10ten Lebensmonat, sie wird erwachsen. Bald macht sie den Füherschein und darf wählen gehn.



"Verblüht sind Dahlien und Ginster,
die Rechnung steigt für Öl und Licht,
die Nächte werden wieder finster,
der Tag nimmt ab, die Oma nicht".

(Heinz Erhardt)


Heute vormittag anner Hamme lang, bei Neu Helgoland (klick). Nur Cleo und ich und der Himmel. Gutes Stündchen unterwegs. Sehr interessant für alle Beteiligten. Keine Brut- und Setzzeit mehr, Freilauf auf legale Weise (manchmal sind wir ja auch outlaws ...). Zwei Foxterrierhündinnen getroffen und Cleo hat sich einen Spaß gemacht die Zicken zu ärgern. Wie die "Alte Tante Ju" (klick) in Hochform ist sie um die beiden rumgesaust und hat sie schwindelig gespielt, sehr witzig.



Cleo schnuppert Seeluft. Vor dem Besuch der Kunsthalle Emden (klick) sind wir anderthalb Stunden am Strand gewandert, zwischen Dollart und Nordsee. War richtig "meerig", das passende Wetter war auch, Hunde getroffen, aber auch Ruhe gehabt.



Bewegungsunscharf ...






An Günter Grass gedacht:
"Sind Vogelscheuchen Säugetiere? Man sagt, daß sie sich rasch vermehr´n indem sie nachts die Hüte tauschen ..."


Wir sind heute vormittag am Hammedeich gegangen. Ich unten auf dem Weg, Cleo meistens oben auf der Deichkrone. Manchmal taucht sie kurz weg, geht also den Deich runter, daß ich sie für einen Moment nicht sehen kann. Plötzlich fliegt eine kapitale Bisamratte durch die Luft, kurz darauf erscheint Cleo wieder auf dem Deich - allerdings stark aus dem Mäulchen blutend, sonst unbeeindruckt. Sie wird auf die Bisamratte gestoßen sein, hat neugierig eine lange Nase gemacht (oder so ähnlich ...) und ist kräftig gebissen worden. Aufgrund der Blutung war Genaueres nicht zu erkennen. Wir sind dann zurück zum Auto und direkt zur Haustierärztin gefahren. Dort wurde die Blutung gestillt und nun war das Ausmaß der Bißverletzung zu sehen: Ein Loch aussen in der linken oberen Lefze (nicht sehr schlimm), und ein gut zwei Zentimeter langer klaffender Schnitt in der inneren Lefze. Das mußte genäht werden. Da die Praxis OP-mäßig ausgelastet war, gab´s eine Überweisung mit telefonischer Voranmeldung an die Tierklinik Bremen (klick). Nix wie hin. Dort ist Cleo dann in Narkose operiert worden. Nach drei Stunden konnten wir sie abholen, da war sie schon wieder "voll drauf", alles gut verlaufen, morgen kurzer Kontrollbesuch, in einer Woche wird sie wie neu sein. Bemerkenswert ist wieder mal die "Gelassenheit" mit der Cleo alles weggesteckt hat.


Durch den Bisamrattenbiß bei Cleo ist uns wieder eingefallen, daß unsere Schnauzerhündin "Gurke" (Gott hab sie selig) neben unzähligen Mäusen auch mal einen Bisam erlegt hat (aus dem Graben am Kuhweidenweg). Ging alles sehr schnell, nur gehen Schnauzer wohl mit einer gewissen Tötungsabsicht auf Ratten los (das wird bei Cleo anders gewesen sein, denk ich), die fackeln nicht lange rum. Ursprünglich waren die Schnauzer und Pinscher ja als Rattenjäger in den Ställen "angestellt". Der Schnauzer verdankt seinen Namen dem charakteristischen Bart, der ihn vor Rattenbissen gut schützte (es wird der züchterische Grund gewesen sein).
Cleo geht´s wunderbar, der genähte Riss sieht schon wie verheilt aus. Eine Woche Antibiotikum zur Sicherheit, man weiß schließlich nicht wie gründlich sich Bisamratten die Zähne putzen.
Vorhin lange durch die Steller Heide gewackelt, Freiheit und Disziplin war angesagt. Heute morgen ist Cleo am Unisee einer Ente im Jagdfieber ins Wasser nachgehechtet - da war´n wir wohl noch büschen verschlafen drauf. Naja, verspielt isse halt ... BRÜLL !


Drei-Stunden-Gang gemacht, herbstlich.



Na, was sieht man?


"Kunst ist, was Natur nicht ist", ein Satz von Picasso. 
Beim Anblick dieses Hornissennestes könnte man denken: Er hat sich geirrt.







Gesetz über das Halten von Hunden in Bremen
§ 5, Absatz 1
 Wer Hunde hält, hat sicherzustellen, daß sie nur von geeigneten Personen geführt werden. Ungeeignet sind insbesondere Personen, die körperlich nicht in der Lage sind, den Hund sicher zu führen oder noch nicht über die dazu notwendige Erfahrung verfügen. 

Wenn ich das eben Gelesene ernsthaft und gesetzesgetreu umsetzen würden, dann müßte nach meinem Empfinden (und ich will wirklich nicht selbstgerecht oder arrogant erscheinen) jeder zweite Halter seinen Hund abgeben. Was einem da tagtäglich vor die Augen kommt ist oft kaum auszuhalten, find ich. Kleine Kinder werden mit Papas Rottweiler mal eben Gassi geschickt, zierliche Frauen wickeln von Panik getrieben die Leine ihres Kuvasz um den nächsten Baum oder Laternenpfahl, wenn am Horizont ein anderer Hund auftaucht. Kernige Kerle reißen wie von Sinnen am Kettenwürger ihres Dobermanns und trotzdem steht der auf den Hinterbeinen und will "töten". Nette Omas führen ihren kaum sozialisierten Pinscher an der 8-m-Flexi und es wundert einen schon sehr, daß die Oma-Hunde nicht noch öfter an der Leine überfahren werden. Nicht zu vergessen die Ignoranten mit ihrem Hang zum "naturbelassenen" Hund. Der ist quasi allein unterwegs, oft ist ein Halter überhaupt nicht auszumachen. Gerade heute musste ich eine Malinoishündin, die aus dem Nichts angerast kam und sich knurrend auf Cleo stürzen wollte (und ich denke schon einschätzen zu können, ob die nur spielen wollte) mit einem kräftigen Tritt gegen die Brust davon abhalten. Irgendwann tauchten zwei ins Gespräch vertiefte Frauen auf. "Ihr Hund ist meinen eben massiv angegangen, ich mußte ihn wegtreten", sach ich. "Ja, das macht sie immer, kleine Macke, Tschuldigung ...", war die Antwort.

In solchen Situationen kommt mir Brecht in den Kopf: 
"Der Mensch ist gar nicht gut,
drum hau ihm auf den Hut,
hast du ihm auf den Hut gehaut,
dann wird er vielleicht gut."


Was mich neuerdings wahnsinnig auf die Palme bringt sind diese Smartphon-Psychoten, und besonders wenn sie abgetaucht in ihre lächerliche Welt noch mit einem Hund geh´n. Ein Affront gegen das Menschsein - wie gut, daß man nicht mehr jung ist ...

So. Jetzt geht´s mir besser. Gleich koch ich ´ne wunderbare Linsensuppe für zwei Tage. Cleo schläft, ausgepowert und vollgefressen. Vielleicht kommt heute abend mal was Anschaubares inner Glotze, sonst DVD: Mord mit Aussicht.



Cleo ist müde auf hohem Niveau. Heute viel unterwegs gewesen.

Vorhin zwei neue Messer in der Packstation gehabt (hab ich natürlich vorher bestellt, nä ...). Die Messer von "Windmühle" sind was Besonderes (und ganich so teuer). Dagegen ist jede Russensense ein stumpfer Prügel. Hier die Klassiker (klick).



Cleo ist nun im "konzentrationsfähigen" Alter. Auch zukünftige Blindenführhunde verleben ihr erstes Lebensjahr ganz normal in einer Familie, werden dann auf ihre Eignung getestet und erst dann beginnt der "Ernst des Lebens": Sie kommen in die Ausbildung.
Cleo kommt in keine Ausbildung, in keine Hundeschule, sie wird keine "Führerscheine" machen, keine Prüfungen bestehen müssen. Ausgenommen das Longieren, das körpersprachliche (klick)Das wollen wir unbedingt ausprobieren, eventuell unter professioneller Anleitung, mal schau´n.
Ansonsten werden die normalen Notwendigkeiten, wie anner Leine gehn, Abbruch und Rückruf in jeder (Betonung liegt auf "jeder") Situation, jetzt vertieft. Frustrationstoleranz, Affektsteuerung (was für ein Wort, hahaha), schnelles zur Ruhe kommen, Artgenossen auch mal ignorieren (die Nachbarn auch) - diese Dinge erleichtern allen Beteiligten den Alltag. 
Die Übungseinheiten fließen bei uns in die Gänge ein. Wenn man ´ne Stunde unterwegs ist (meistens issis länger), dann gibt´s zwischendurch zwei-, dreimal zehn Minuten Konzentration. Keine  Leckerlies, kein pädagogischer Schnickschnack, kein Rucken, kein Supiii - einfach ein Hund, ein Mensch im richtigen Leben. Mal sehn wie weit wir kommen. Jeder Hund ist ja anders. Der eine hat dieses Talent, der andere jenes, nicht jeder Hund ist für alles zu begeistern und das ist auch gut so. Wir sind bemüht Cleo nicht auf Teufel komm raus in unsere Vorstellungen und "Visionen" zu pressen. Sie soll kein Objekt menschlichen Strebens werden (WOW, und der Satz ist tatsächlich von mir ...), sie soll ein Subjekt sein, ein Individuum, ein Hund - Cleo! Diese Sichtweise birgt eine gewisse Gefahr. Die Gefahr, die eigenen "Unfähigkeiten" im Umgang mit dem Hund zu verwässern. Wie sagt der Übergewichtige gern: "Nein, ich bin nicht dick, ich hab schwere Knochen". Ein selbstkritisches Betrachten (oder von Frauli betrachtet werden, hahaha) macht schon Sinn - nicht immer ganz einfach, zugegeben.




Wir hatten vor vielen Jahren (noch für Merle) ein wunderbares Hundekissen (das Aumüller Dinkelkissen) gekauft. Hier, klick.
Natürlich wurde das Kissen mit den Jahren nicht besser, und irgendwann kam der Inhalt in den Restmüll, den Bezug behielten wir. Nun hatten wir (kommt auch vor) eine gute Idee. Frauli nähte aus einem alten Bettlaken ein neues Inlett und wir bestellten uns eine neue Füllung: 1000 g Schurwollkügelchen und 1000 g Dinkelspelz, bei der Wollfabrik (klick). Gut durchgemischt, das beste Kissen aller Zeiten, Cleo will da gar nicht mehr runter!





Frage an Radio Eriwan: "Dürfen Hunde auf´s Sofa?"
Antwort: "Im Prinzip nein ..."




Gestern über´n Flohmarkt geeiert, schönen Bowle-Topf mit kaputtem Deckel erstanden. Für vier Euronen kriegste sonst keinen Übertopf. 



In den letzten Tagen hat Cleo Symptome einer zweiten Angstphase gezeigt. Um den achten, neunten Monat, nach der Pubertät kommt das vor. Die Hunde werden kurz durch längst bekannte und abgehakte Alltagsdinge irritiert. Cleo erschien der Blick durch die gläserne Haustür abends im Dunkeln suspekt, da blieb sie stehn als wäre der Eingangsbereich vermint. Auf einer unbekannten Strecke an der Hamme erweckten plötzlich die Heuballen auf dem Feld ihr Mißtrauen, die bellte sie aus der Ferne an. Auch ein vergessener Mülleimer des Nachbarn war wieder was ganz Besonderes. Wir behandeln die Vorkommnisse wie in der ersten Angstphase: Sicherheit ausstrahlen, beiläufig kurz erkunden, die Lage entschärfen und gut. Gemeinsam geht sie auch mutig an Mülleimer und Heuballen ran, beißt rein (ins Heu, nicht in den Eimer) und ... abgehakt. Die Sache scheint sich erledigt zu haben. Was in kleinen Hunden alles so vorgeht, wa?

Gewichtsmäßig stagniert Cleo seit einigen Wochen. Sie wiegt 22,5 kg, und ist so wie ein Entlebucher in dem Alter sein soll (finden wir). Sie wird als ausgewachsene Hündin wohl 24 kg wiegen, durchtrainiert und wohl genährt.

"Der Hund ist ein von Flöhen bewohnter Organismus, der bellt. Der Hund bellt immer, auch wenn er gar nicht soll".
(Kurt Tucholsky)

Wir können da nicht zustimmen. Cleo hatte noch nie Flöhe und sie bellt sehr wenig, und dann nie grundlos. Geräusche im Treppenhaus, hochtapsende Nachbarn, klingelnde Postboten, am Auto vorbeigehende Leute (Politessen zum Beispiel, hahaha) usw. lassen sie unbeeindruckt, kein Bellgrund. Auch Begegnungen mit "dunklen Gestalten" (also Menschen, die uns auf abendlichen Gassigängen entgegenkommen) werden zwar abgecheckt aber nicht verbellt. Vielleicht kommt da noch was, wenn der Schutztrieb stärker wird oder Territoriales sich ausprägt. Nach den Erfahrungen mit "Merle"(klick) ist das erstmal recht entspannend - denn Merle hat ihre Aufgabe als Bodyguard schon ziemlich kompromislos ausgeübt (das kann auch nerven).

Nach Platinum mit Huhn ham wir jetzt mal die Luxusversion mit iberischem Schwein (klick) geordert. Findet Cleo sehr gut, auch sehr gut, denn sie ist allgemein ein begeisterter Fresser. Für die menschliche Nase ist iberisches Schwein angenehmer (aber darum geht´s natürlich nicht). Wenn sie ihren frischen Bio-Pansen bekommt (alle drei Tage) und der zum Aufwärmen im Napf fünf Minuten auf der Spüle steht, dann hält sie´s kaum aus ...





Nach dem Wochenendeinkauf einmal um den Unisee, das volle Programm: Spielen, sausen, suchen, andere Hunde, kurz anner Leine und den Tauchern vonner Feuerwehr beim Training zugekuckt. Dann gab´s Herrlis obligatorisches Samstagsmenu: Seelachs, Pü und grüne Bohnen. Natürlich auch für Cleo ...



Anschließend kleiner Mittagsschlaf. Frauli darf den Lebensunterhalt sichern, also arbeiten gehn (ist das eigentlich artgerecht?).



„Heute geht der Philosoph und Wissenschaftstheoretiker Erhard Oeser soweit, zu behaupten, der Mensch habe seine hochentwickelte Intelligenz überhaupt erst durch Anpassungsleistungen an den Hund beziehungsweise dessen Vorfahren entwickelt und wäre ohne ihn niemals in der Lage gewesen, gesellschaftliche Beziehungen zu entwickeln. Jene Primaten, die als unsere unmittelbaren Vorfahren gelten können, seien zwar hochintelligent gewesen, ihre Fähigkeit jedoch, Beziehungen, Sympathien und Solidarität zu entwickeln, kaum über die ganz engen Familienbande hinausgegangen. Oesers gründet seine Position insbesondere auf Beobachtungen an Menschenaffen. Die ersten Menschen waren demnach hinterhältige und nur auf den Eigennutz bedachte Egomanen, sich eifersüchtig belauernde und latent boshafte Affen eben. Die „Kooperation von Mensch und Hund war auch und in erster Linie eine Anpassungsleistung der Hominiden an die überragende soziale Intelligenz der Caniden“, schreibt Oeser. „Nie hätte der Mensch, wenn er bloß mit der opportunistischen sozialen Intelligenz der Primaten genetisch ausgestattet worden wäre, zu solchen komplexen und umgreifenden sozialen Strukturen kommen können, wie sie sich heute in den verschachtelten sozialen Strukturen von Familie, Stamm, Staat und Nation darstellen, wenn er nicht von den Hunden oder ihren Vorfahren soziales Verhalten gelernt, bzw. sich in einer Koevolution an diese Verhaltensweise angepasst hätte, die weit über die engen Familienbande hinausgeht“.

(Quelle: www.hundumhannover.wordpress.com/2011/12/01/wie-der-mensch-auf-den-hund-kam)



Ich bin dann mal weg ...




Heute vormittag wollten wir eine Zwei-Stunden-Wanderung zum Syker Berg (mit Aussichtsplattform) machen, hatten die Beschreibung der Tour ausgedruckt und fuhren zum Startpunkt. Gut. Dann stellte sich heraus, daß irgendein Sesselfurzer den Breiten gemacht hatte: Nach der Beschreibung war die Tour überhaupt nicht gehbar. Wir nahmen die Sache also selbst in die ortsfremden Hände und das klappte besser.


Wieder daheim kam als erstes der Pizzastein in den Ofen, auf 250 Grad musser kommen, dauert ein Momentchen. Zwischenzeitlich wird geschnibbelt. Der Teig war schon morgens angeworfen worden.


Nummer eins ist drin ...


Zweie gibt´s, für jeden eine, logo, keine halben Sachen: Es wird jefressen bis der Arzt kommt!



Aber Pizza hin, Pizza her - hier das Wesentliche: Cleo!



Cleo wird besitzergreifend. Naja, nach der üblichen Definition war sie das schon immer, aber jetzt geht´s wohl mehr ins Territoriale. Wir verlassen die Wohnung, alles wie immer. Wir gehn die Treppen runter, wie immer, ich öffne die Haustür und Cleo tritt (ob nun als erster oder zweiter oder zehnter halten wir im Normalfall für unerheblich. Wenn mein Hund mich nicht ernst nimmt, dann tut er das auch nicht, wenn ich mich ostentativ vor ihm durch alle Türen drängle, und wenn er mich ernst nimmt, dann issis wurscht, noch Fragen, Kienzle? klick), ich öffne also und Cleo tritt in die Welt, in ihre Welt und bellt. Kräftig, tief, überzeugend, in alle Himmelrichtungen, ruhig und mit Plan. Ein Anlaß, bzw. ein auslösendes Objekt ihres akustischen Handelns ist nicht erkennbar. Es scheint eine territoriale Ansage zu sein: "Ich bin wieder hier, in meinem Revier, war nie wirklich weg, hab mich nur versteckt ...".
Ich reagiere nicht weiter, gehe mit ihr an der Leine nur kurz, zehn Schritte nach links, zehn nach rechts, kurz stehenbleiben, drei Schritte nach vor. Dann ist Ruhe. Sie erinnert einen jetzt häufig an die Jugendlichen der 50er Jahre, die Halbstarken. Sie ist von der eigenen Kraft und Energie wie besoffen. Bald wird sie sich eine Kreidler Florett RS (klick) kaufen und um die Ecken brettern, daß die Fußrasten brechen!



Erinnerung: Frauli mit Emmi in den Dolomiten (das Leben ist einfach zu kurz).

Heute ham wir die Grünkohl-Saison eingeläutet. Nein, nich mit Kassler oder Speck - mit Rotbarschfilets und Kartoffelpü, ganz delikat! Cleo hat natürlich auch was abgekriegt. Nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen (wer braucht die schon?) ist Frost weder für den Geschmack noch für die Gesundheit notwendig. Also ran an die Ostfriesische Palme!


Ohne "Red Bull" geht´s auch ...




Und einen netten Kalender für 2017 geschossen!


(Zum Vergrößern draufklicken, is ja klar)



Umgestellt auf Winterzeit.


Kein Bodenkontakt mehr ...


Ausgiebig durch die Hammeniederung spaziert, zweieinhalb Stunden, das volle Programm. Jetzt gibt´s Lasagne.













Donnerstag, 1. September 2016

Da isser: Der September




Der September ist der neunte Monat des Jahres im gregorianischen Kalender und hat 30 Tage. Am 22. oder 23. ist die Tagundnachtgleiche: Die Sonne steht in der Äquatorebene der Erde und geht an diesem Tag genau im Osten auf und genau im Westen unter. An einem dieser zwei Tage beginnt, astronomisch gesehen, der Herbst.
(Quelle: Wikipedia)

Wir waren vorhin wegen Cleos Hautsache nochmal bei der Tierärztin. Die "schuppigen Pickel" variieren, mal sind´s wenige, mal 
 sind´s viele. Kaum Juckreiz (Gott sei Dank). Es ist von drei Stellen was abgekratzt worden und dann auf Milben untersucht. Negativ, keine Milben. Nun geben wir für anderthalb Wochen ein für Junghunde angemessenes, vertretbares Antibiotikum, Tabletten, zweimal täglich. Es sollen alle Stellen komplett verschwinden, abheilen. Dann schau´n wir weiter. Irgendwas Allergisches käme noch in Betracht, aber soweit sind wir noch nicht. Cleo war wieder total relaxed auf dem Behandlungstisch und hat anschließend ihrem Ruf einer "rumkaspernden Schönheit" alle Ehre gemacht.



So, nach dem Frühstück noch kurz ausruhen und dann ab in die Steller Heide. Unterschätze nie einen Hund, der einen Schritt zurück geht - er könnte auch Anlauf nehmen ...


Mielosan Honigsalbe (klick) ist sehr gut bei kleineren Verletzungen, Abschürfungen oder Hautreizungen. Die Salbe speziell für Tiere gibt´s nur beim Tierarzt oder man googelt ein wenig.



Längere Gänge strukturieren wir ja, d.h. die erste Viertelstunde wird überschüssige Energie abgebaut, dann gibt´s Konzentrierteres: Suchen und apportieren beispielsweise. Zwischendurch (und bei Bedarf) Leinenführigkeit, Rückruf, Abbruch, Folgen an rechter und linker Seite. Dann wieder Spaß haben (den haben wir natürlich immer, logo), schwimmen oder einfach durch´n Wald gehn, schnüffeln, Hund sein. Bei Begegnungen mit Artgenossen wird manchmal getobt, momentan üben wir häufig das "Ignorieren", also das unbeteiligte Vorbeigehen.  

Apropos spielen: Spielen ist schön und wichtig. Man kann allerdings auch was falsch machen. Bei Merle hab ich was falsch gemacht. Nachdem wir gespielt hatten (suchen, zurückrasen und finden usw.) war dann irgendwann Schluß mit lustig, ich steckte das Spielzeug in die Tasche und sagte: "Pause, Sense". Soweit noch kein Fehler. Merle wollte das nicht akzeptieren und drängelte, lief um mich rum, fixierte mich mit Blicken, man kennt das ja. Nach relativ kurzer Zeit hatte sie mich weichgeklopft und ich zog das Spielzeug erneut aus der Tasche ... Das war der Fehler! Von da an konnten Spaziergänge auch nerven, weil der Hund keine Ruhe gab. Es brauchte eine ziemliche Weile des Durchhaltens, um den gemachten Fehler zumindest halbwegs auszubügeln. Bei Cleo hab ich den Fehler von Beginn an nicht gemacht: Schluß ist Schluß, und gut is.
Man kann nun aber viel schwerwiegendere Spiel-Fehler machen. Daß dieses beliebte "Ballwurfmaschinenspiel" kein Spiel ist, sondern ein vorsätzlicher Angriff auf die psychische Gesundheit eines Hundes, wird sich allgemein rumgesprochen haben. Es gibt allerdings noch rassespezifische Fehler, die besser nicht gemacht werden sollten. Terrier reagieren auf Bewegungsreize indem sie hinterhersausen, reinbeißen und ungern wieder hergeben. Ballwerfen oder Zerrspiele können bei Terriern große Probleme machen, besonders wenn kleine Kinder mit von der Partie sind. Hütehunde reagieren auf Bewegungsreize mit fixieren, anschleichen (das Border Collie Syndrom). Aus so einem Hund kann in kürzester Zeit ein Verhaltenskrüppel gemacht werden, für den die Welt ausschließlich aus seinem Bällchen besteht. Retriever sind zum apportieren und tragen (der Beute) gezüchtet. Wenn ich keinen Hund möchte, der ohne sein Stöckchen in der sabbernden Schnauze keinen Schritt mehr macht, dann sollte ich mir vorher gut überlegen, wie ich mit ihm spiele.
Spielen ist eine zweckfreie Angelegenheit, die allen Beteiligten gleichermaßen Spaß macht, nichts Stereotypisches, nichts Verblödendes, auch nichts um seine Ruhe zu haben oder um von Nachbars Fiffi abzulenken.



(Du bist ein unverbesserlicher Oberlehrer, sagt meine Frau immer, und wird recht haben. Was soll ich machen? Hier liege ich und kann nicht anders ...)



Der Syker Wald am Morgen, schöne Stimmung.


Jugend- und Pubertätsphase ab ca. dem 5. Lebensmonat.
Die folgenden Monate sind eine Zeit des hormonellen Umbruchs und Wandels. Mit 6 Monaten ist die grundlegende soziale Einordnung des Hundes in seine Menschenfamilie beendet. Die Bereitschaft des Hundes zur gemeinsamen Zusammenarbeit bzw. Unterordnung nimmt in dieser Phase jedoch trotzdem entwicklungsbedingt deutlich ab.
Insgesamt sind die Hunde flegelhafter, reizbarer und testen vermehrt und ausdauernd (!) Grenzen bei ihren vier- und zweibeinigen Kollegen. Dies hat einen biologisch sinnvollen Hintergrund. Erst das ausdauernde Hinterfragen von Grenzen und Regeln ermöglicht dem Hund, Stabilität innerhalb von Rangbeziehungen zu erfahren. Nur wenn diese geklärt bleiben, fühlt sich der Hund sicher und kann Konflikte später entspannt dem Menschen überlassen. War die Erziehung also bislang erfolgreich und wird auch konsequent weiter geführt, kann man auf dem bisher Erlernten aufbauen. Hat man die Erziehung bis dato vernachlässigt, wachsen sich „problematische Verhaltensweisen“ jetzt sehr schnell und nachhaltig zu ernsten Problemen aus, entweder unmittelbar oder spätestens beim heranwachsenden Hund mit etwa 15 bis 18 Monaten. Meinungsverschiedenheiten kommen auch unter Freunden vor. Der Mensch tut gut daran, sich ein Beispiel an Hunden zu nehmen und Konflikte sofort zu lösen. Die Erwartungshaltung, Hunde würden sich aus Liebe und Dankbarkeit unseren Wünschen entsprechend verhalten, kann nur in Enttäuschung enden. Sie ist weder tiergerecht noch fair dem Hund gegenüber.

(Auszug aus www.hundewissen-bremen.de)




Impressionen an der Hamme.


Cleo ganz jugendlich mit eingesaugter Lippe.

An den heißen Tagen verlagern wir die längeren Gänge in die frühen und späteren Stunden des Tages. Cleo ist kein Freund hoher Temperaturen. Dafür ist sie ziemlich lang und wiegt 22,5 kg ...




Rechts neben unserem Wohnhaus zwischen Hauswand und Gehweg ist ein Rasenstück. Dieses Stück wird von den Hunden der Gegend frequentiert, sie pinkeln hin. Merle macht das auch. Nur manchmal will sie partout nicht auf den Rasen gehn, um´s Verrecken nicht. Als wir uns fragten, warum sie das wohl tut, fiel mir eine Episode aus meiner Kindheit ein. Ich verbrachte damals viel Zeit bei meinen Großeltern auf dem Land. Meistens war ich mit den beiden Nachbars-Brüdern unterwegs. Dann gab´s noch Werner. Werner war ein dicklicher Junge in unserem Alter, um die zwölf. Werner war kein schlechter Typ, wurde aber aus irgendwelchen Gründen nicht gemocht. Eines Tages schnappte sich einer der Brüder ein Stöckchen und zog eine Linie über unseren Sandweg (Werner wohnte drei Sandwege weiter). Dann schrieb er in den Sand: "Werner, wennste hier rüber gehst, dann kriegst was auf die Fresse!". 
Vielleicht pinkelt ja eine fiese Rottweilerhündin auf den Rasen und Cleo liest daraus etwas Ähnliches wie Werner damals ...



Das Traumpfade-Logo. Die Touren sind optimal ausgeschildert.

So, wir sind zurück. Cleos erster Urlaub: Eifel, Vordereifel, Traumpfade, wandern bis der Arzt kommt ... 
In sechs Tagen sind wir ca. 26 Stunden und knappe 80 km durch die Eifel gewackelt, bergauf, bergab, durch Wälder, über Felder.
Wir steigerten uns. Die längste Tour ging (inklusive einer kurzen Mittagspause) über sechs Stunden, der Förstersteig (klick).
Für die Jahreszeit sehr ungewöhnlich waren die Temperaturen. Die ersten vier Tage brachten über 30 Grad! Wir standen mit den Hühnern auf um die "Kühle" des Morgens zu nutzen und wählten waldreiche Touren. Cleo lernte schnell mit ihren Kräften zu haushalten, war "trittsicher" und hatte viel Freude, wir übrigens auch. 







Die Faltbox war Ruhe- und Schlafplatz.





Das Panoramafenster der Fewo, traumhaft!




Der Ausdruck "Idyll" bezeichnet heute harmonisch verklärtes ländliches Leben. Man meint damit meist ein Bild oder einen Zustand, die auf den Betrachter beschaulich und friedlich wirken.
(Quelle Wikipedia)




Abendlicher Blick aus dem Fenster, keine Zivilisationsgeräusche, Stille - nur Cleo schnarcht ein wenig ...

Was nicht unerwähnt bleiben soll ist Cleos "Coolness." Schon während wir unsere Urlaubssachen zusammensuchten, die Taschen packten und recht aktiv durch die Wohnung liefen, blieb Cleo ruhig und gelassen. Hunde spüren natürlich, daß irgendetwas Ungewohntes vor sich geht und viele sind etwas nervös (bei unseren früheren Hunden war das so, obwohl alle "urlaubsfest" waren). Dann die vierstündige Fahrt, das Ankommen in der "Fremde", diesmal wird geschäftig ausgeladen, eine andere Wohnung ist da, eine völlig neue Umgebung, alles ist anders. Cleo blieb gelassen, orientierte sich, schnüffelte alles ab und nahm die Eifel als selbstverständlich hin. Der neue Tagesablauf, dann die Abreise, die Heimfahrt - alles kein Ding für unseren Hund. Wir sind stolz auf sie, oh ja!





Bremen ist laut, zumindest in der Stadt, im Umland issis ruhig, wir müssen umziehen ... Die ersten Gänge sind gemacht, die schönen Erinnerungen langsam ausschleichen lassen. Die Eifel hat schon was! 
Auf jeden Fall ist hier Herbst. Immer noch recht lau, aber doch September, und das ist gut so. Beim Telefonat mit dem Züchter kam von Rolf die Frage: "Hat sie abgenommen?". Hatten wir uns nicht weiter überlegt, daß auch ein Hund beim intensiven Wandern mehr Kalorien verbraucht als auf´m Sofa daheim. Nein, Cleo hat nicht abgenommen, wir haben wohl intuitiv angemessen gefüttert.



Viel Himmel ...

Der begnadete Dokumentarfilmer aus Bremen war wieder auf der Pirsch ...


Suchen, ernten und umrunden.



Das häufige Stehenbleiben und "Rückversichern" macht Cleo aus freien Stücken, also ohne Ansprache. Im vorliegenden Fall mit Frauli als "Schlußlicht" tritt dieses Verhalten in verschärfter Form auf, typisch Hüte- und Treiberhund. Ist man allein mit Hund unterwegs gebärdet sie sich schon unabhängiger ...


Wenn wir mal für kurze Zeit eine gewisse Distanz zu Cleo haben, d.h. wenn uns für Momente bewußt wird, daß wir eben keine Hunde sind, hahaha, dann fällt uns auf wie eng wir mit ihr (und sie mit uns) zusammen leben, besser: zusammenleben. Kein noch so talentierter Psychologe (und die sind äußerst selten) wird auch nach der hundertsten Sitzung so dicht an mich herankommen wie es mein Hund längst ist. Cleo weiß alles über uns, ihr kann man nichts vormachen …
Ich möchte hier mit meinen Ausführungen abbrechen um von meinen Mitmenschen nicht des Irrsinns verdächtigt zu werden.
 Und: Nein, wir vermenschlichen nicht! Menschen sind fragwürdige Geschöpfe, Hunde nicht. Wir wollen Cleo als Hund. Unser Verhältnis zu ihr ist von sentimentaler Natur, sie ist ein inneres Organ für uns, eine der ganz dicken Säulen der Existenz. Das ist so, und das ist auch gut so! Natürlich wissen wir, daß Hunde sich nicht wohl fühlen wenn sie demokratisch behandelt werden, hierarchielos auf Augenhöhe zum Menschen stehn oder antiautoritär erzogen am Rande des Abgrunds laufen müssen. Natürlich wissen wir das. Der Jäger mit seinem austauschbaren Jagdgehilfen, auch der überengagierte Hundesportler mit seinem Pokalbringer, und eine gewisse Kategorie von Züchtern gehört auch hierher, ja, diese Leute haben´s vergleichsweise leicht, da ist der Hund noch Haustier. Unsere Hund waren und sind keine Haustiere, nö, ganich. Wir machen uns die Sache etwas schwerer, eine Gratwanderung, zugegeben. Allerdings sind wir mit all unseren Hunden sauber über diesen Grat gewandert, und das macht uns sehr glücklich.



Heute mal wieder Gericht 32 spendiert: Seelachs auf Pü mit grünen Bohnen. Da freut sich der Schweizer Hofhund ...



Vormittags durch´s Hagener Königsmoor spaziert, klein aber fein issis. 


Anschließend schnell mit der Fähre bei Farge über die Weser und ab in Richtung Zucchini-Nudeln mit ordentlich Reibekäse!


Cleo hat eine Unart entwickelt: Sie geht auf Wasserwildjagd. Angefangen hat´s am Unisee, da hat sie mit schelmischer Freude die dösenden Enten von den Anglerstegen ins Wasser gescheucht. Dann auf dem langen Weg hinterm Tierheim durch ausgedehnte Weiden und Wiesen waren die Enten an den beschilften Ufern der Gräben ihre Scheuchopfer. Man versteht nur zu gut, daß ein Hund daran so seinen Spaß hat, klar. Trotzdem verboten wir halbherzig. Halbherzigkeit im Umgang mit Hunden ist nicht gut, eher schlecht. Die Quittung bekamen wir jetzt: Das Entenscheuchen ist auf dem Weg zur Profession zu werden. Also Schluß mit der Halbherzigkeit, jetzt wird ernsthaft korrigiert! Da man unerwünschtes Verhalten nur in der Situation zielorientiert korrigieren kann, in der es auftritt (logo, wann sonst?), verlaufen gewisse Gassigänge (wie heute der durch´s Moor) nun nicht mehr in vollem Umfang harmonisch und entspannend, denn man muss schon konzentriert auf den Hund sein um das blitzschnelle Abdriften an die Ufer der Gräben augenblicklich unterbinden zu können. Wir schaffen das! (Brüll)
Das Scheuchen von Amseln, Krähen oder Tauben haben wir gut in den Griff gekriegt. Auch Begegnungen mit Katzen (besonders mit denen aus der näheren Gegend) verlaufen recht unproblematisch. Die schaut Cleo sich an wie wir die Löwen im Zoo und gut is. Dazu eine kleine Szene von vorgestern. Cleos Geschirr war beim Baden im Hasportsee naß geworden, sie kam für die Heimfahrt "nackt" ins Auto. Da dann zwischen geparktem Nissan und dem Hauseingang keine 15 Meter lagen verzichteten wir auf die sonst übliche Sicherheitsmaßnahme und ließen sie unangeleint. Unverhofft kommt oft - vor der Haustür kauerte Nachbars Katze, sah Cleo und kratzte die Kurve, sie lief über Gehweg und Straße (Nebenstraße, aber trotzdem). Cleo folgte der Katze reflexmäßig sozusagen. Dann kam ein "Hey!!!" aus meiner Kehle, 110 db, startendes Flugzeug, und Cleo brach ab und kehrte um, alles eine Sache von drei Sekunden. Was lehrt uns das? Auch Restrisiken nicht unterschätzen, kann alles dumm kommen. Cleo wird zukünftig selbst kurze Wege in Straßennähe nicht unangeleint gehn.


Frauli hat wieder Brot gebacken - ein Wahnsinn!


Schon wieder sooo lange her, die Eifel ...


Nein, kein Selfie. Ganz einfach mit Selbstauslöser, geht auch.




"Herr, es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß. 
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren, 
und auf den Fluren laß die Winde los". 

(Rilke, aus Herbsttag)