Samstag, 1. April 2023

April

 




Und jetzt die positive Nachricht: Wir sind negativ, gut.







Wir lesen momentan ein Buch von Arno Geiger: "Das glückliche Geheimnis". Gutes Buch, guter Typ.

"Man kann einige Jahre erfolgreich mit dem Rücken zu den Tatsachen leben.
 Aber irgendwann gehen die Tatsachen um einen herum, und dann blickt man ihnen ins feindselige Gesicht."





Brrr, schon noch büschen kühl am Bauch ...






Carpe diem




Nein, Cleo, das ist ´ne Lerche, keine Nachtigall.


Nun war ja gestern Karfreitag. Davor war Gündonnerstag und morgen wird Ostersonntag sein. Ich hab vorhin den Großeinkauf gemacht. Die Hardware bei Alnatura, Obst und Gemüse bei Feinkost-Hannig. Und er hat mich in die Falle tappen lassen. Entgegen Planung und Weltanschauung hab ich ein Kilochen Spargel und wunderschöne neue Kartoffeln gekauft. Natürlich kommen die Kartoffeln von ausserhalb und der Spargel aus der Region mit Fussbodenheizung. Ich bin ein Frevler, ein ganz ignoranter Frevler. Andererseits halte ich große Stücke auf Luther, dem Martin. Leicht abgewandelt möchte ich sagen: Auch wenn ich wüßte, dass morgen die Welt untergeht, würde ich heute noch gern einen Teller Spargel essen, mit viel guter Deutscher Markenbutter und mit Käse überbacken. 






Ostermontag-Gang bei Backsberg vor Fischerhude.




Die Daten.




Die Belohnung!



Die Zeit vergeht nicht - die Zeit läuft ab.
Manchmal ist mir das hier alles zu sprunghaft.





Heute Sonne, viel Sonne. Wenn das so bleibt, wird nächste Woche angebadet (Cleo badet an, wer sonst).




Neue Obstschale, lange nach gesucht.





Tja, the same procedure as every year: Brut- und Setzzeit, Hunde sind an der Leine zu führen.

Natürlich ist auf keinen Hund 100 Prozent Verlaß. Im Allgemeinen nicht, und in Sachen "Hetztrieb" erst recht nicht, klar.
Aber wir kennen unsere Spazier-Gebiete in der Gegend schon lange und gut. In einigen kann hinter jedem Busch ein Reh steh´n oder Hasen umschwirren dich, wie Motten das Licht (schön wär´s ja). Es gibt allerdings auch Landschaft mit überschaubar wenig Wild. Da sind wir ohnehin oft unterwegs und in den kommenden dreieinhalb Monaten besonders. Und da läuft Cleo auch ohne Schleppe, wenn ich´s verantworten kann, und das kann ich ...





Hier das obligatorische Frühlingsfoto mit Entlebucher.

Wir sind zurück, kurz ausruhen (man ist ja keine 50 mehr), und dann ab in die Küche: Spinat gibt´s, mit neuen Kartoffeln und Spiegelei. Selbstmurmelnd sind die Eier von promovierten Bio-Hühnern und der Spinat kommt frisch aus der regionalen Kiste. Ein gutes Kilo, ist ja federleicht das Gemüse. Und abgezupft, in Butterschmalz mit Schalottenwürfelchen und Schafskäse kurz und schonend gedünstet, bleibt nur ein Viertel vom Ursprungsvolumen für den Teller übrig.



"Die Klimagruppe Letzte Generation will versuchen, Berlin mit neuen Protestaktionen auf unbestimmte Zeit lahmzulegen. Zunächst seien von Mittwoch an Störungen im Regierungsviertel geplant, erklärte die Gruppe in Berlin. Ab kommendem Montag sei geplant, "die Stadt friedlich zum Stillstand zu bringen". 800 Aktivisten hätten sich dafür gemeldet. Der Protest soll erst enden, wenn die Bundesregierung auf die Forderungen der Gruppe eingeht."

(Quelle: n-tv.de)


Das ist doch luschtig. Achthundert verwöhnte Wohlstandsgören nehmen ein 80 Millionen Volk in Geiselhaft. 
Darf man das als guter Demokrat so formulieren? Na klar!





Paff, der Zauberdrachen, lebte am Meer.
Auf einem Inselparadies, doch das ist schon lange her ...


Marlene Dietrich hat die deutsche Version des Liedes 1963 ins Mikrofon gehaucht. Im viel zu engen Kleid und der Jugend lange entkommen. Diesen Hype um die Dietrich kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Ein paar Rollen hatse ganz gut abgeliefert, aber ansonsten kann ich Frauen, die sich selbst als Kunstobjekt begreifen, nichts abgewinnen. Ich find´ Frauen, die auf feminine Weise einem Hund ´ne Zecke ziehen können und Max Frisch nicht für einen Fußballer halten, schon in Ordnung.

Es ist jetzt sechsuhrfünfzehn. Nachher, um siebenuhrdreißig, wird zum dritten Mal in anderthalb Wochen der Strom abgestellt, bis Mittag. Die in den Blocks der Straße verlegten neuen Stromkabel mit riesigem Querschnitt für die Zukunft werden nach und nach wohl an das Hauptkabel angepinnt. Punkt halb achte geht das Licht aus. Und nicht nur das Licht (wär´ ja nicht so schlimm, ´ne Leuchte bin ich selbst). Nö, nö, das komplette Leben meiner Zivilisation liegt unterm Sofa: Kein Radio oder TV, kein PC, nicht mal das Handy kann ich aufladen. Im Kühlschrank kein Licht mehr, Herd und Wasserkocher streiken, selbst die Bohrmaschine bockt - und ich bohr´ doch so gern.

Der Vorgeschmack auf die Folgen einer infantil überstürzten Energiewende? Vielleicht. Schau´n wir mal, dann seh´n wir´s schon.






Die neue "Kudde" (von Sabro) ist da!
Kuschelig, pflegeleichtes Kunstleder, wasch- und austauschbare, rutschfeste Kissen - alles wunderbar!







Sonntagsgang Werderland. Wurde dann richtig schön, schön warm! 
Muss man sich jetzt wohl drauf einstellen, klamottenmäßig und immer einen Sixpack Mineralwasser im Kofferraum.
Aber keine Sonnenschutzcreme mit LSF 30. Lebensverlängernde Maßnahmen? Nein Danke.






Man muss, sollte und kann diesem unsteten Wetter im April natürlich immer auch Positives abgewinnen. Gestern Nachmittag zum Beispiel. Gerade noch einen Unterstand erreicht, Regen prasselt auf´s Wasser, der Hund schnüffelt die Ritzen ab, seltsame Gedanken einer hoffnungslosen Lebensfreude ziehen durch´s Resthirn - jetzt weinen können ...

Off topic:
Heute am ganz frühen Morgen (da kann man sich noch gut konzentrieren) hab´ ich die Formalitäten für den Zieleinlauf auf den aktuellen Stand gebracht. Ein ernstes Thema etwas flapsig formuliert, denn es geht um Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung. Da gibt´s dieses Online-Tool der Verbraucherzentralen, interaktiv und Schritt für Schritt, basierend auf Vorlagen des Bundesministeriums für Justiz. Eine wirklich gute Idee, ruhig mal anklicken wer will, hier.



Und nun zurück in die fröhliche Gegenwart. Es gibt einen Kartoffel/Brokkoli-Auflauf, leckere Sache: Kartoffeln garen und in mitteldicke Scheiben schneiden, den Brokkoli in seine Röschen zerlegen und 5-8 Minuten blanchieren. Die Kartoffelscheiben in die buttergefettete Auflaufform legen, stapeln oder reinschütten, büschen salzen. Dann eine Dose feingehackte Tomaten als nächste Schicht, anschließend die blanchierten Röschen drüber verteilen. Ein Becherchen saure Sahne (keine Schlagsahne, nech) mit etwas Pfeffer oder Muskatnuss verrühren und gefühlvoll über alle Schichten laufen lassen. Dann kommt die erste Lage Reibekäse (Gouda mittelalt, schmeckt besser als junger und läßt sich besser reiben). Reichlich, immer druff damit. Ab in den vorgeheizten Ofen bei 180 Grad, zack, Pause. Nach ´ner Viertelstunde kommt der Teleskopauszug und die zweite (etwas weniger reichliche) Lage des restlichen Reibekäses zum Einsatz. Den lass ich al dente zerlaufen. Fertig, Mahlzeit.





Vor bestimmt 15 Jahren, da ham wir doch getöpfert. Zuhause, dem Tonstaub zum Trotz, hat viel Spaß gemacht. Und in der Neustadt, einem Stadtteil auf der annern Weserseite, war ein wunderbarer Laden für´s Kreative aller Arten. Da kauften wir unseren Ton und die Glasuren. Und das Beste war: Man konnte dort seine Werke brennen lassen, für wenig Geld. Wir ham da regen Gebrauch von gemacht. Zuerst der Schrühbrand, also das getrocknete Tonobjekt wird gebrannt. Dann kommt die Farbe, der Glasurbrand. Einige Stücke wurden dreimal gebrannt. Auf jeden Fall sehr aufregend, weiß man ja vorher nie, wie´s aussehen wird oder ob´s kaputt aus dem Ofen kommt. Dann machte der Laden zu, einfach so, ein Schock. Ohne eine unkomplizierte Brennmöglichkeit in der Nähe ist nix mit Töpfern. Wir bedauern das noch heute, schade, schade, schade.
Auf dem Foto ist eine Butterdose mit Emmi und ihrem Ringle. Steht aber schon lange auf dem Balkon, nicht im Kühlschrank.






So, die drei Monate sind rum, heute wieder Cleo´s Osteopathin (die Frau mit den goldenen Händen) besucht, auf ein Dreiviertelstündchen. Und wer jetzt denkt: So´n Quatsch, mein Hund ist fit, der braucht das nicht. Wer das jetzt denkt, der könnte sich irren. Gibt auch viele Leute, die sich selbst für cool und gelenkig halten, Dehungsübungen nach Liebscher & Bracht? Alles Quatsch, muss ich nicht haben. Die irren sich auch ...








Mittwoch, 1. März 2023

März

 



Heute am Ersten ist ein richtiger Tag des Frühlings. 

Und Cleo hat auch gleich den Schuh des Manitu gefunden.
Der wird jetzt gebeutelt und geschüttelt bis kein Leben mehr in ihm ist. 
Aber er hatte vermutlich erfüllte Jahre, und der Ausgang ist immer letal. 
Leider? Naja, kommt wohl drauf an ...



Und heute am Zweiten: Nebel soweit das Auge reicht, und es reicht eben nicht sehr weit. Und frisch issis, unter 4 Grad. Wir sind natürlich trotzdem, oder gerade drum, durch´s Bradenholz gewackelt, gute zwei Stunden, war schön.

Vorhin die neue "smarte" Steckdose für die Stehlampe hinterm Sofa zur Hama-App hinzugefügt. Jetzt muss ich nicht mehr in die Vertikale gehen, wenn Licht benötigt wird. Alles über´s Handy: Ein-Aus-Ein-Aus. 







Gestern, Sonntag war´s, sind wir mal wieder in eine Ausstellung gegangen. Vernissage im Hafenmuseum Speicher XI. Da standen dann die ganz Bedeutenden mit ihren Sektgläsern inner Hand und ließen sich sehen. Uns interessierten mehr die Bilder, jeder nach seiner Fasson, klar. 





Uns waren die "Norddeutschen Realisten" nicht bekannt, peinlich, peinlich ... Dafür war unsere Begeisterung umso größer, eine Offenbarung! Es gibt tatsächlich noch Künstler, die ihre Sujets in der stinknormalen Wirklichkeit suchen und finden. Und auch noch malen können (denn Kunst kommt ja bekanntlich von "Können").














Hinzu kommt der Umstand, dass uns viele Motive ja persönlich bekannt sind, sozusagen. Wenn man auf Gemälden sieht, wo Cleo vor einem schon mal langgelaufen ist, dann hat das was Besonderes, doch, doch. 




Von so viel erfreulichen Eindrücken mussten wir uns dann erstmal erholen, ist man ja gar nicht mehr gewöhnt.



6.März



Der alte Winter, in seiner Schwäche,
zog sich in rauhe Berge zurück ...

Nö, leider noch nicht, Herr von Goethe, der Osterspaziergang muss noch büschen warten.





Cleo´s Reise zum Mittelpunkt der Erde hat begonnen. 
Auf´n Kaffee mit Jules Verne, wie originell.





Na, sind das Werte?! Und kein büschen gefröstelt.





Gestern, 10ter März, brach der Winter, und zwar über uns los. Der Straßen-Winterdienst zeigte sich wie meistens überrascht. Dementsprechend war der Zustand der Straßen. Aber mit büschen Erfahrung und ABS geht´s schon, meistens sogar gut.
Nimmt man das graue, kalte, nasse Wetter noch mit in die Rechnung - ein Tag zum Vergessen.





Heute nun ein wunderbarer Winter-Sonne-blauer Himmel-Tag!
Nach dem Wochenendeinkauf, braucht immer seine Zeit, sind wir auf der Suche nach relativer Einsamkeit vom Melkhus zum Brinkhof an der Teufelsmoorstraße in Richtung Breites Wasser gelaufen, gestapft besser gesagt. Wenn Schnee liegt kommt der Sennenhund in Cleo voll durch. Dann ist sie ganz im Entlebuch, im Kanton Luzern in der Schweiz.






Bei Dehlwes im Hofladen kaufen wir unsere Milch, Eier und leckeres Brot. Meisten das Dreieckige mit vielen Körnern. Dieses Brot, das AOK-Brot, hat eine wirklich interessante Geschichte. Die Rezeptur wurde in Zusammenarbeit mit der AOK (genau, die Krankenkasse) erstellt und die übernahm auch die Patenschaft für´s Brot. Die dreieckige Form symbolisiert das A der AOK. Oder ist das Legende?






Was ist das? 
Ein Freigänger mit seinem Begleithund?
Ein Symptom der allgemeinen Orientierungslosigkeit?
Heimweh nach sich selbst?
Ah geh, ´ne kurze Hüftbeugerdehnung im Bradenholz, mehr nicht.




Frühling läßt sein blaues Band zaghaft flattern durch die Lüfte.
Aber nun gibt´s kein Zurück mehr, die Lerchen sind da, die langen Unterhosen wieder im Fach und vielleicht schnattern wir demnächst das erste Eis im Lindenlaub Café, vier Kugeln (oder fünf).






Naja, die Sache mit dem zweiten roten Strich. 
Der schafft mich (Update: uns!) auch nicht. Hauptsache gesund, BRÜLL ...