Freitag, 1. April 2022

April

 



Kunst ist, was Natur nicht ist.
(Picasso)



Nun issis soweit: Die Corona-Regeln lösen sich auf, die Maskenpflicht fällt. Gut oder nicht gut - das ist hier die Frage.

Wer nicht fragt bleibt dumm. Ja, ja, 50 Jahre Sesamstraße.
Irgendwann ist man allerdings nicht mehr Zielgruppe von Ernie und Bert, und Fragen sind nicht mehr Selbstzweck. Dann geht´s mehr um die Antworten. Jetzt kommt die Dialektik ins Spiel: These, Antithese, Synthese. Man jongliert mit gegensätzlichen Ansichten so lange, bis irgendwann die Wahrheit auf´n Teppich plumpst. Die hebt man dann auf, nimmt sie zur Entscheidungsgrundlage und verhindert somit sich zum Idioten zu machen. Ein gutes Gefühl, bestimmt.

Also, wir bleiben der Maske noch büschen treu, beim Einkaufen und so. Mitmenschliches Zusammenrotten ist eh nicht unser Ding, und zu Werder geh´n wir och nich. Ach ja, Werder. Macht wieder richtig Spaß mit Werder. So ein Hauch Regionalpatriotismus kann nicht schaden. Sonntag gegen Sandhausen gewinnen wir natürlich, 2:1, logo!




Sonntag, garniert mit Schnee- und Graupelschauern,  2 Grad kühl am Morgen, anderthalb Stunden anner Hamme gekämpft, in ziemlich nassen Klamotten und Beinen aus Eis wieder am Fahrzeug angekommen. Sitzheizung Stufe 2, die Climatronic schaufelte 25 Grad Wärme um die Nasen. 
Gleich gibt´s einen Aubergine-Kartoffel-Auflauf mit reichlich Knobi und Feta. Dann die letzten Folgen "Ein Haus in der Toscana" vonner DVD. Wer die Serie noch von Anfang der 90er kennt wird uns beneiden ...





In der Botanika.




Die Dachkonstruktion spiegelt sich im Koi-Becken.




In der real existierenden Wirklichkeit sieht´s anners aus.
Die ganze Woche wird wettermäßig herausfordernd. Kühl, regnerisch, starker Wind aus Südost.


Wenn der Sturm richtig braust,
fühl´ ich mich Zuhaus,
dann sing´ ich ihm Lieder entgegen.
Und dann weiß ich, ich bin noch am leben ...





Das Fundament ist die Basis jeder Grundlage.





Die Ohrfeige oder Backpfeife, veraltet auch Backenstreich, regional auch MaulschelleSchelle oder Watsche genannt, ist ein von der Seite geführter Schlag mit der flachen Hand in das Gesicht (bzw. auf die Wange) einer Person.

Jetzt hat die Oscar-Akademie Will Smith bestrafend ausgeschlossen, wegen der Ohrfeige. Naja, Gewalt ist bekanntlich keine Lösung, oder? Was sagt denn die Wirklichkeit dazu? Sie schweigt. 
Harald Schmidt ist damals in seiner Show oft an Grenzen gekommen. Allerdings intelligent fundiert, unser Harald eben. Auch Dieter Hildebrandt war auf seine Art nicht zimperlich. Was sich heutzutage im Schlammbecken der Comedians so tummelt ist massiv therapiebedürftig, mehr nicht. Auch Oliver Pocher hat sich den kurzen Hinweis zur Reflexion redlich verdient, find ich. Warum sollten die Schwarzfahrer im Zug der Gemeinheiten nicht mal zur Kasse gebeten werden? I´ll stand by you, Will.

Apropos Ohrfeige. Die Schelle für Kanzler Kiesinger am 7.11.1968, virtuos ausgeführt von Beate Klarsfeld, hat unserer Demokratie im Nachhinein sicher gutgetan. Mein aktueller Wunschkandidat wäre Friedrich Merz. Nur um den Unterschied zwischen verantwortungsbewußter Opposition und selbstgerechter Sabotage deutlich zu machen. 

  

Samstag, da geht der Vormittag für Einkäufe und andere Notwendigkeiten drauf. Wenn ich das alles mit´m Lastenrad machen müsste. Wie weltfremd wär das denn. Aber denk doch an deinen CO2-Fußabdruck! Jo, ich denk an nix anneres ...

 Zuerst nach Woltmershausen zu "Absatz Claus", mein Schuster, selbst Meindl-Boots geht mal ´ne Naht auf. Dann nach Stuhr zum Lindt Outlet, sechs Riesenvollmilch zum Schleuderpreis. Weiter zu Alnatura, alles Bio oder was. Vorher bei Bodes, Stadtmitte, Goldbarschfilets erstanden, und ´ne hausgemachte Fischfrikadelle to go. Anschließend nach Borgfeld zu Hannig Feinkost, Obst und Genüsse. Dann zu Dehlwes, Eier und Milch aus´m Hofladen, bio, na klar. Das Ei kostet jetzt 60 Cent, ist jeden Cent wert und der Gedanke an die glücklichen Hennen ist umsonst. Einkauf Ende. Jetzt ist Cleo dran: Truperdeich anner Wümme lang. Natürlich auf dem Rückweg Regen und Hagel von achtern, nasse Jeans kleben an den Kniekehlen, einfach ignorieren. Cleo nervt das Mistwetter nun auch, selbst geduldiger Frohsinn hat Grenzen. Dann im Fahrzeug warten und hoffen auf freie Sicht, total beschlagen alles, kann im alten Almera dauern, Gebläse werden auch nicht jünger. Auf dem Heimweg schlägt der Ohrwurm wieder mal zu, Grönemeyer:

 Gedanken fließen zäh wie Taubenmist, mein Kopf ist schwer wie Blei, mir zittern die Knie ...







Montag, ab heute wird´s milder und freundlicher, wettermäßig. Hoch RAINER bringt gute Laune, warme Luftmassen aus mediteranen Gilden kommen zu Cleo und mir, endlich!!!

Vor paar Tagen kam ein Kohlmeisenpaar zur Inspektion. Das Nest unserer Blaumeisen ist längst vollendet, sie sitzen aber noch nicht drauf, schauen täglich vorbei, warten vielleicht auf schöneres Wetter, wer weiß das schon.
Aber die Kohlmeisen zeigten reges Interesse am Kasten, sind wohl noch auf Wohnungssuche. Die Einflugslöcher sind allerdings im Blaumeisendurchmesser, für die größeren Kohlmeisen nicht passend. Wir hatten die Befürchtung, da könnte jemand steckenbleiben. Ging aber gut, knapp war´s schon. Der Kasten bleibt den Blauen, mal abwarten wie´s nun weitergeht.












Jetzt ab auf die Sonnenbank ...





Diese unerträgliche Hitze macht einen färdich (Hochdeutsch: fertig).
Da musste erstmal umdenken und annersfühlen. 
Und die langen Unterhosen von Opa kommen nu aber ährlich in Keller, zu den Motten, logo.
Mit Bratkartoffeln läuft och nix mehr, heute Spaghetti diavolo.
Bald dann endlich wieder Mozzarella-Tomaten, und Ostern gibt´s den ersten Spargel,
 (selbst wenn´s wieder schneit):





Sie hat sich bewegt ...







Heute sogar bis 20 Grad, ein laues Lüftlein weht, der Himmel blau mit paar Wolkenschlieren (eine Schliere ist eine amorphe optisch erkennbare Schmierform, hahaha).  Der Gasball da oben brennt schon auf der Haut. Man kann wieder am Deich liegen und keine kühle Nässe zieht einem durch´s Gebein, wunderbar also!

Unser engelhafter Hund schaut verträumt nach Osten, die Richtung der Hoffnung. 
Aber ist Cleo wirklich engelhaft und verträumt? Manchmal wohl schon, doch doch. Meistens allerdings nicht. Meistens ist sie hellwach, ganz realistisch auf den eigenen Vorteil bedacht, auf das Ausleben ihrer Bedürfnisse, auf die gnadenlose Umsetzung ihres Hundseins. 

Geh´n wir beispielsweise wie heute den Deich lang. Verbotenerweise oben den Trampelpfad, der den Angestellten des Deichverbands ein Dorn im Auge ist, weil ... ja, warum eigentlich? Ist doch gut, sollte man denken, wenn die naturbegeisterte Bevölkerung den Deich büschen komprimiert, dann hält er der nächsten Sturmflut besser stand. Wie auch immer, sind wir eben mal zivil ungehorsam. Ziviler Ungehorsam hat die Menschheit stets weitergebracht (die Zahl bedeutender Finanzbeamter im mittleren Dienst ist nicht gravierend, oder?). Wir schlendern also über´n Deich. Treffender gesagt: Ich schlendere. Cleo schlendert nicht, oh nein. Cleo saust rum, vor und zurück, mal die Böschung runter, dann wieder rauf. Mal hält sie inne und scannt die Landschaft nach Rehen oder Hasen ab. Mal setzt sie zum Spurt zur Freude der unten langradelnden  E-Biker an, oder sie buddelt nach Mäusen, frißt kiloweise Gänsemist, oder wälzt sich in Breien organischen Ursprungs, meistens ehemalige Maulwürfe. Ach ja, fast vergessen, Vögeln jagt sie auch gerne mal ein Stückchen hinterher, laut bellend aus dem Zorn heraus, daß sie nicht fliegen kann. 

Und? Verhalten sich so Engel? Nein, ein klares NEIN, das ist nicht engelsgleich. Natürlich verhält sich Cleo so auch nicht, zumindest nicht bis zur Endhandlung. Denn natürlich verhindern wir das, bis auf den einen oder anderen Ausrutscher ab und an. Man ist ja nicht zu jeder Sekunde hochkonzentriert, hat auch mal einen torfigen Tag, oder was anneres im Kopf als den Hund. Kommt vor, selten zwar, aber schon ... 

Tja, und warum kommt der durchgeknallte Engel dann nicht an den Faden? Kommt sie ja. Natürlich wird auch unser Hund mal angeleint. Sie darf auch mal Fußgehen, also irgendwie in der Nähe bleiben, BRÜLL! Sie gehorcht durchaus nicht schlecht, eher gut, würd´ ich meinen. Nicht im Sinne eines perfekt funktionierenden Befehlsempfängers oder mit Säcken voller Leckerlies zum willenlosen Idioten degradierten Kleinsäugers, nein, so nicht. Wir kooperieren nach bestem Wissen und Gewissen, so gut es geht und allen Freude macht. Der entscheidende Punkt, der Casus knacksus sozusagen, ist folgender. Cleo ist anstrengend, Cleo fordert und zwar heraus. Cleo hat für uns einen Spagat kreiert, der beim Bodenturnen so nicht vorkommt:
Entspannung durch Aufmerksamkeit, Meditation am Rande des Nervenzusammenbruchs. Ein toller Hund, was wären wir ohne Cleo.







Ostersamstag, kurz vor 7 Uhr, der Himmel lacht mich tatsächlich an!
Beim ersten Becher Kaffee am PC die Nachrichten auf n-tv überflogen. Wie üblich. Hab´ letztens einen Psychologen im Radio gehört, wie Menschen versuchen mit belastenden "Weltlagen" umzugehen. Jeder sucht da nach seiner Möglichkeit dem Irrsinn nicht zum Opfer zu fallen. Die einen verdrängen oder ignorieren, andere saufen oder gruppieren sich auf Kundgebungen, oder verfallen einem Informationszwang in der fast schon religiösen Hoffnung auf die gute Nachricht. Alkohol oder Kundgebungen sind nicht mein Ding, Verdrängen oder Religion auch nicht. Aber ich schaue und höre schon auffallend häufig in die aktuelle Berichterstattung hinein, und natürlich ist Hoffnung dabei.

Jetzt geht´s gleich los, der Oster-Einkauf. Den spiel´ ich ab wie ´ne Single von Udo Jürgens: Mit 66 Jahren da fängt das Leben an ...





Gestern unseren kleinen schwarzen dicken Hund mal wieder gewogen. Sie wiegt 25,4 kg! Nach dem Fressen zwar, aber das ist ein Kilo zuviel, find´ ich. Und drum wird heute die Badesaison offiziell eröffnet. Nachher inner Hamme, sauberes Wasser, gutes Ufer, langsam steigern. Da werden ja Muskeln beansprucht, die über´n Winter ruhten. Aber dann geht´s schnell und Cleo steht dem Michael Groß von 1984 in Los Angeles um nichts nach:

 Flieg, Albatros, flieg!






Erster Martfelder Jumbo 22, kleinkreditwürdig.





Erster Hamme-Sprung 22, rekordverdächtig.





Erste Zecke 22, unvermeidbar.


Gestern Abend auf dem letzten Gassigang kamen uns zwei Löffel entgegengezappelt und rappten mich ganz lustig an:  

"Bin wieder draussen und fühl´ mich wie ein Gossenkind,
wie ein Engel dessen Flügel längst gebrochen sind,
ich bin wieder auf Jacky ..."




Bei Sonnenschein am Ostermontag (oder allgemein an Wochenenden und Feiertagen) issis nicht leicht, fast ausgeschlossen, 
einen ruhigen, einsamen Gang zu machen. Aber wir haben natürlich unsere geheimen Gegenden im Safe der Möglichkeiten.




Heute also drei Stündchen unterwegs gewesen, knapp 12 km, 17637 Schritte. Und den Osterhasen gesehen! Der raste das gegenüberliegende Ufer des Südarms lang, schnell wie der Schall, Cleo hatte ein visuelles Erlebnis erster Sahne!







Die Blaumeisen haben auf diplomatischem Weg den Streit um den Kasten mit den Kohlmeisen gewonnen. Jetzt sind die Jungen geschlüpft und die Eltern fliegen im Minutentakt. Glücklicherweise steht keine 30 m weg eine Bilderbuch-Kastanie und dient als Feinkostladen mit tausenden Maden, Würmlein und Käferchen in den Regalen. Wir ham übrigens in den letzten zwei Tagen den Vierteiler von Dieter Wedel aus 1993 "Der große Bellheim" vonner DVD gekuckt. Immer wieder schööön!





Die Bibernellrose bringt jetzt täglich neue, gelbe Blüten hervor. Manchmal fliegt so´ne Blüte auch mal wieder weg ...


Was gibt´s sonst noch? Ach ja, Werder hat Schalke mit 4 zu 1 in die Knie gezwungen. Nur der Teufel könnte den Aufstieg in die erste Liga noch verhindern. Alerdings darf man den Gehörnten nicht unterschätzen ...

Gleich kommt die Drei-Käse-Pizza aus dem Ofen, es duftet schon wie verrückt. Pecorino, Edamer, Mozzarella auf pikantem Tomatenuntergrund, echt lecker!





Will to please.


Es gibt Arbeitshunde, Gebrauchshunde kann man sie auch nennen. Hütehunde, Jagdhunde, Hunde für den Schutzdienst, Herdenschutzhunde. Diese Hunde haben den Drang für den Menschen zu arbeiten, Aufgaben zu erfüllen. Natürlich gehört die Bereitschaft mit dem Menschen zu kooperieren dazu. Allerdings erledigen sie ihre Arbeit meistens in eigener Regie, selbstständig. Sie drehen sich nicht ständig um mit der Frage im Blick: Mach ich´s so recht, alle zufrieden?
Es gibt die Begleit- und Familienhunde, denen das gemeinsame Gestalten der Freizeit große Freude macht. Hundesport, Agility, Kunststücke erlernen beispielsweise. Dann noch die Sanftmütigen, stets an Frauchens Seite. Oder die Streber: Was darf ich als nächstes machen?. Es gibt viele Wesenszüge, Anlagen oder individuelle Stärken bzw. Schwächen bei Hunden. Ein weites Feld.

Es gibt auch noch die Will to please-Hunde, frei übersetzt: Der Wille zu gefallen. Diese Hunde sind aktiv bemüht, ihren Menschen alles recht zu machen. Für manche "Fachleute" geht diese Definition etwas zu weit, erscheint einen Hauch zu menschlich. Vielleicht issis „nur“ der überdurchschnittliche innere Antrieb zu kooperieren, mag sein. Nach meinen unwesentlichen, laienhaft gemachten Erfahrungen gibt es klar erkennbar Hunde, denen das „Sich-zurück-nehmen“ leichter fällt als anderen. In den Rasselisten der sogenannten Will to please-Hunde tauchen Retriever, Schäferhund, Malinois und einige mehr stets auf. Entlebucher nie …

Will to please-Hunde gelten als leichtführig. Was natürlich eine hundegerechte Erziehung und einen angemessenen Umgang keinesfalls überflüssig macht, ist klar. Trotzdem ist der diszipliniert erscheinende Begleitund mit bestandener Prüfung, der perfekt funktionierende Sporthund oder der ununterbrochen noch oben rechts schielende Hundeplatz-Eleve nicht mit dem zu verwechseln, was mit Will to please gemeint ist. Ich denke das so.

Fest steht für mich allerdings, felsenfest, dass jeder Hund ein individueller ist, auch innerhalb der ihm zugeordneten Rasse. Jeder hat seine Anlagen, seine Stärken und Schwächen, seine realen Möglichkeiten. Wenn man sich eine professionelle (nicht kommerzielle) Blindenführhunde-Ausbildung vor Augen hält, wird das deutlich. Da werden gezielt Hunde für ihren beabsichtigten Werdegang gezüchtet. Die acht Wochen alten Welpen werden zum ersten Mal auf ihre Eignung getestet. Da fallen schon einige raus. Die weiter in der Auswahl verbleibenden gehen dann für ein knappes Jahr in eine normale Familie (in eine ausgewählte, ist klar). Dort werden sie weiter sozialisiert, auf Menschen und Umwelt geprägt. Nach dieser Zeit werden die Junghunde erneut getestet. Und wieder fallen einige raus, die dann ein schönes normales Leben in einer Familie vor sich haben. Die Hoffnungsträger kommen nun für anderthalb Jahre in die Ausbildung zum Blindenführhund. Auch die Ausbildung beenden nicht zwangsläufig alle Hunde, auch hier scheidet mancheiner noch aus (zum eigenen Vorteil, denn den falschen Beruf ausüben zu müssen ist quälend).
Was sagt uns das? Genau das: Von seinem Hund das Unmögliche zu erwarten ist gemein. Man sollte mit ihm am Möglichen arbeiten, und ihn letztendlich so nehmen, wie er ist (oder von einem selbst gemacht wurde). 

Cleo ist, und daran gibt’s nichts zu deuteln, kein Will to please-Hund. Sie kooperiert mit uns, hat eine tiefe Bindung und Beziehung, ist angemessen erzogen und gut drauf. Wir gehören zusammen wie Schraube und Mutter. Aber den inneren Drang, uns rund um die Uhr alles recht zu machen, sich bereitwillig unterzuordnen, nö, den Drang hat sie wahrlich nicht, hahaha!






Gemeinsames Päuschen am Wümmedeich, unbequeme Bank auf  gepflastertem Grund, ablaufend Wasser, die Steinpackung macht Ufer nicht schöner, Möwen am Himmel, die Sonne wärmt mäßig, wir sehen dasselbe. Vielleicht empfinden wir das gleiche ...



Samstag in Hamburg




Kleines Familientreffen in Hagenbeck´s Tropenaquarium.
 Anschließend Pizza aus´m Kofferraum im Parkhaus, selbstgebacken, naturalmente.








Dienstag, 1. März 2022

März

 



Ich trag´ dich durch
die schweren Zeiten,
wie ein Schatten
werd´ ich dich begleiten ...

(Udo Lindenberg)






Heutmorgen den Skoda bei Schmidt+Koch abgeholt. Fünf Tage waren wir getrennt. Nun ist die Fahrerseite neu lackiert, die linke Heckleuchte ausgetauscht, alles wunderbar gemacht. Der treue Leser weiß, daß irgendein Vollpfosten unser Auto zerkratzt hatte. 
Die Reparatur kostet 2800 Euro. Vollkaskoversichert bleibt man auf der Selbstbeteiligung sitzen, das ist ja nicht die Welt. Aber wie fühlt sich der nur Teilkaskoversicherte, Beileid.

Anschließend nach Fahrenhorst gedüst und satte zweieinhalb Stunden durch das Bradenholz gewandert. Frühlingswetter, kaum Leute unterwegs, sehr erfrischend im Irrsinn der Welt.





Der Orkan hat im Bradenholz ziemlich gewütet, da war´n wir schon geplättet.







Sonntag, Wümme-Südarm, 18 Tausend Schritte laut Schrittzähler-App (Frauli´s Liebling) oder rund zehn Kilometer.





Dann ham wir uns endlich einen Einkaufsrucksack zugelegt. Das Schleppen des WE-Einkaufs im Beutel, einhändig getragen, tut der alten Schulter nicht gut und macht eine Woche Yoga zunichte. Damit ist jetzt Schluß, törööö! Der Basic Rollup von Travelite (klicken) mit seinem variablen 35 Liter-Fassungsvermögen ist ideal!





Nein, kein sterbendes Pferd. 
Es steht nach dem Wälzen gerade wieder auf!







Gestern war Nebel. Anderthalb Stunden wie durch feuchte Watte getapst. Als hätte man ´ne halbe Flasche Eierlikör geraucht. Nur die Rufe des Brachvogels aus dem Nirgendwo ließen den Realitätsfaden nicht reißen. Cleo ist das alles egal. Die findet immer was aus der Wirklichkeit ...




Heute mal wieder die Höpkens Ruh-Tour gemacht. Borgfeld, Hodenberger Deich lang, durch den Park, dann ein Viertelstündchen anner Oberneuenlander Heerstraße, rechts über die Wiesen zurück zum Deich, zweieinhalb Stunden unterwegs.








Pennigbütteler Moor. Vor mir ein Himmel voller Gänse, und hinter mir wälzt sich mein Hund in totem Maulwurf. 
Mehr kann man nicht erwarten, c´est la vie.


Die Zugvögel kommen seit einigen Jahren früher zurück, oft bis zu drei Wochen früher. Natürlich hat das mit dem Klimawandel zu tun, denn europaweit werden die Winter milder. Bei der Erklärung muss man in Kurzstreckenzieher, deren Winterquatiere nicht weiter als 2000 km entfernt liegen, und in Langstreckenzieher, die überwiegend in Afrika überwintern, unterscheiden. Wie nun genau Kiebitze, Feldlerchen und Co. ihre Entscheidung treffen, loszufliegen, ist nicht bis ins Detail geklärt (Temperatur und Nahrungsangebot werden sicherlich eine Rolle spielen). Falls die Kurzstreckenzieher sich mal geirrt haben und auf eine Kaltfront treffen, dann unterbrechen sie ihre Reise und warten ab. Ein gewisses Risiko lohnt sich aber, denn wer früher ankommt, kann sich die besten Brutreviere und Nistplätze aussuchen.
Die Langstreckenzieher sind weniger flexibel in ihrer Abflugentscheidung, sind genetisch festgelegter und haben somit größere Schwierigkeiten sich an den Klimawandel anzupassen. Mauersegler beispielsweise kommen jedes Jahr fast auf den Tag genau zurück.
Viele Kurz- und Mittelstreckenzieher verkürzen ihre Reisedistanz, stoßen weniger weit nach Süden vor, überwintern wie die Störche neuerdings nicht mehr in Afrika, sondern in Spanien. Andere Arten, Hausrotschwanz und Rotkehlchen beispielsweise, fliegen gar nicht mehr weg und bleiben gleich hier.





Wir leben im Ei. 
Die Innenseite der Schale haben wir mit unanständigen Zeichnungen und den Vornamen unserer Feinde bekritzelt. 
Wir werden gebrütet ...






Ein schöner, gemütlicher Vogelbeobachtungs-Pavillon mit Blick über die Pennigbütteler Niederungen. 
Die Crux: Wir haben dort in all den Jahren noch niemals einen Vogel gesehen. Die sind einen Kilometer weiter vorne. 
Da dann (jetzt zum Beispiel) zu Tausenden. Hat etwa so ein Bürowallach am PC amokgeplant?








Übrigens sind die "Reißzähne" bei den Caniden, also Hunden und so, nicht etwa die vier großen, langen, beeindruckenden Eckzähne. Nö, das sind eben die Eckzähne. Vorne dazwischen stapeln sich horizontal die kleineren Schneidezähne. Nach den Eckzähnen kommen die vorderen Backenzähne zu liegen, die Prämolaren nämlich, ja, ja. Und die vier größten Backenzähne (Molaren) nach den vorderen, links und rechts, oben und unten, das sind die Reißzähne. Damit würde mir Cleo dann einen Finger abbeißen, wenn sie das möchte, aber sie möchte das natürlich nicht, denk´ ich ...





Deichpause, eine kurze kontemplative Einlage, muss sein!




Zweiundsechzig.





Was ist seriöse Vogelbeobachtung?
Naja, die einen sagen so, die annern so ...





Montag. Gestern war Sonntag. Morgen wird Dienstag sein. Die Tage jagen sich wie Füchse die Mäuse. 
Es gibt ja Tage, die möchte man gern verlängern. So ein richtig runder Tag könnte ruhig mal ´ne Woche dauern. 
Andere würde man nach dem Frühstück am liebsten schwänzen. 


Schnell weg da, weg da, weg da,
es tut uns furchtbar leid,
wir schaffen's kaum, der Weg ist ja noch weit.
Wir müssen rennen, springen, fliegen, tauchen,
hinfall´n und gleich wieder aufsteh´n,
wir dürfen keine Zeit verlier´n,
können hier nicht steh´n, wir müssen geh´n ...






Wenn die Erlenkönigin in die Sonne blinzelt und meine Frau sacht, daß wir mal ins Gartencenter müssten, sie bräuchte Anzuchterde.
Wenn die Stinte wieder weg sind und ich mich auf den neuen Nienburger Spargel freue. Wenn ich mit dem aktuellen Bekleidungsmodus nicht immer klarkomme (mal zu dünn, mal zu warm angezogen), und mir eine Antwort auf die Frage, was meine Mutter da wohl falsch gemacht hätte, nicht einfällt. Wenn ich ans Angeln und das Ende der Raubfischschonzeit Mitte Mai denke, obwohl Angeln ja eine Form der Tierquälerei ist. Wenn Cleo anfängt zu haaren wie Oma´s  alte Persianerjacke aus den 20ern, dann, ja dann läßt der Frühling sein blaues Band wieder flattern und vielleicht wird ... nein, es wird wohl nicht besser. Es muss gelebt werden.





Und vom 15.3. bis 15.7. ist Brut- und Setzzeit.

Eine Art Lockdown für den Hund. Für uns ändert sich nicht viel. In wildmäßig unübersichtlichen Gegenden kommt Cleo ohnehin ganzjährig an die Schleppe, ist entspannender für alle Beteiligten. Ansonsten läuft sie ja überwiegend frei. Wenn demnächst die Schwimmsaison beginnt, dann ist sie eh fast mehr im Wasser als an Land, und Fische ham ja keine Setzzeit, hahaha. Wir handhaben die Leinenpflicht vielleicht nicht zu hundert Prozent verordnungskonform, aber immer sehr verantwortungsbewußt, läuft schon.






Stat rosa pristina nomine, nomina nuda tenemus

An "Der Name der Rose" gedacht, Sean Connery als Mönch. Der Film hat mich damals schon begeistert. Hab´ mich noch am Buch versucht. Das ist natürlich um Längen umfangreicher und erfordert Konzentration und Durchhaltevermögen. Wenn ich mich recht erinnere, bin ich gescheitert, aber der Versuch war´s wert. 

"Die Rose von einst steht nur noch als Name, uns bleiben nur nackte Namen"







Dieses sich beim Gehen zwischen die Beine schieben ist kein "Dressurakt", das macht Cleo von sich aus. In gewissen Situationen, wenn ihr die Welt da draussen zu viel wird, macht sie das. Aber was letztendlich im Kopf eines Hundes so abläuft, hat seine Erkenntnislücken, zumindest für mich. Sicherlich wird´s zertifizierte Spezialdemokraten (und -innen, Brüll !) geben, die Cleo´s Verhalten in die Universalkiste des Dominanzverhaltens werfen möchten, na meinetwegen. Vieles weiß ich nicht (wen wundert´s). Ich weiß aber, daß jegliches Verhalten meines Hundes einen Grund hat, und zwar einen hunderelevanten (!). Bei Anleihen aus der freudschen Tiefenpsychologie ("Das Ich und das Es") bin ich sehr skeptisch, wenn auch nicht immer immun ...





Big Brother is watching you?
Zumindest ham wir den Großen Schweizer (Bruder) getroffen und begrüßt. Netter Bursche.






Hochdruckgebiet PETER bringt blauen Himmel, Sonne satt, bis 19 Grad warm! Unsere Blaumeisen sind mit dem Nestbau wohl fertig. Frau Meise wird im Kasten sitzen, ihr Gatte kommt in unregelmäßigen Abständen angesaust, springt büschen auf der Rose rum, kuckt mal kurz nach dem Rechten und haut wieder ab. Werd´ versuchen ein Foto zu machen.





Cleo sieht alles! Kein alter Ziegenbock entgeht ihrer Aufmerksamkeit. Ihre Interessen sind multifunktional wie ein Schweizer Taschenmesser, hahaha. Ein völlig blödsinniger Satz. Die Gefahr der Genitivmetapher liegt in ihrer Blödsinnigkeit. 

Worte kullerten aus seinem Mund wie Mottenkugeln aus´m alten Anzug
   





24ster, heute ist T-Shirt-Wetter, gleich gibt´s eine Riesenschüssel Salat:
Feldsalat, Rucula, Chicoree, Zucchini, eine Grapefruit, Feta und eine Vinagrette, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat. 
Dazu ein Dinkelbaguette mit Butter, WOW!






Sonntag, neue Zeit, Wetter wurde immer schöner, wieder eine lange Schlange vorm Lindenlaub Café. 
Nicht unser Ding, das erste Eis des Jahres muss noch warten.
Im Feuchtgebiet hinterm Südarm reges Treiben. Schnatterenten, Brandgänse, Austernfischer, Möwen, Brachvögel, Kiebitze.
Und dann die Sensation am Himmel: Ein Seeadler-Paar!
Nein, tatsächlich, da gibt´s in Norddeutschland schon einige Brutpaare, glaubste kaum, is aber so.





Glücklich ist nicht, wer viel hat, sondern wer wenig braucht ...









Ein Mops lief in die Küche
und stahl dem Koch ein Ei.
Da nahm der Koch die Kelle
und schlug den Mops zu Brei.

Da kamen viele Möpse
und gruben ihm ein Grab,
und setzten ihm ein’  Grabstein
worauf geschrieben stand:

Ein Mops kam in die Küche
Und stahl dem Koch ein Ei ...






31ster März




Erster Blick aus dem Bedroomwindow: Es hatte geschneit.




Und damit war klar, wassis zu Mittag gibt: Lasagne!




Zum Monatsende möchte ich noch kurz büschen böswillig werden, war ich lange nicht. Die grüne Bremer Umweltsenatorin, Frau Schaefer, hat ihre Untergebenen während der Arbeitszeit am 25sten zur Teilnahme an einer größeren Klima-Demo ermuntert. Um in der aktuellen Diktion zu bleiben könnte man sagen, die Senatorin hat ihre "Klimasöldner" an die Front beordert. 

Nun hat Frau Schaefer während iher bisherigen Amtszeit eine Menge nicht folgenlosen Unfugs verzapft, hat wenig Freunde im Senat, steht eigentlich latent, andauernd in der Kritik. Wie die meisten Deppen dieser Welt, zeichnet auch sie sich durch Unbelehrbarkeit aus. Laienhaft vernagelt in ihrer Amtsführung wird sie von den Schwächen demokratischen Brauchtums über Wasser gehalten. 
Na, schaun mer mal, dann sehn mer schon ...