Donnerstag, 1. April 2021

April




"Der Mensch existiert für sich genommen als absolut freies Subjekt", sagt Jean-Paul Sartre.
 "Erst durch den Blick anderer wird er zum fremdbestimmten Objekt".






Ich hab doch hier schon mal den Blog von Ralph Rückert erwähnt. Intelligenter Tierarzt, eloquent und wissensbereichernd. Ich jedenfalls kuck da immer mal wieder rein, und profitiere durchaus.

Sein neuester Post macht mir just große Freude. Warum? Weil das Thema wichtig ist, und weil Rückert mit dreiwöchiger Verspätung meinen kleinen Post, auf der Märzseite in Stein gemeißelt, bestätigt.

Es geht um das so beliebte "Auspowern" seines Hundes, in allen Varianten, bis zum Irrwitz gesteigert. Natürlich haben "echte Fachleute" ausserhalb irgendwelcher Foren oder gefährlicher Ratgebersendungen lange schon dagegen argumentiert. 
Übrigens mussten wir im Laufe der Jahre da auch erst unseren Weg finden. Es ist ja nicht nur der ewige Kampf zwischen Gut und Böse. Es geht mehr um Sinn und Unsinn, oder nicht?

Gut, gut, kurz mal den Post von Rückert lesen, etwas sacken lassen und nicken 😉










Karfreitags-Gang am Südarm, zweieinhalb Stündchen, etwas kühl war´s schon.




Noch keine Meerforellen im Anmarsch.
 Für dieses Wiederansiedelungs-Projekt ham die Naturfreunde den Südarm hechtbereinigt.




Dann das erste Eis des Jahres aus´m Café Lindenlaub in Fischerhude. Mit Sitzheizung Stufe 2 gegessen, ein besonderer Genuß.





Off topic:

Ist ja bekannt, dass der moderne Mensch leidet. Überwiegend unter sich selbst. Im dicken Querbalken einer alten Bauernkate im Niederblockland ist ein Spruch eingeschnitzt: Arbeitet und betet. Vielleicht gar nicht so schlecht, das Credo vergangener Tage.

Nun ham wir Giga TV, Prime Video, Arthaus, Netflix, ein Dutzend Mediatheken zur Auswahl, und suchen des Abends oft nach irgendetwas Anschaubarem zum Zwecke der Zerstreuung - vergebens, verzweifelt, verbittert.
 Die Anzahl interessanter, wirklich guter Podcasts ist zwar hoch, die Qual der Wahl allerdings erdrückend, und das Futter für die Ohren hat immer noch den Charakter der 2. Liga. 
Was bleibt? Früh ins Bett und lesen. Und später dann träumen. Von naturbelassenen Abenden in der Wildnis. Damit beschäftigt, die an der Hintertür kratzenden Bären der Gegend darin zu hindern, einzutreten. Schön wär das ...







Ostersonntag




Ostermontag, dreieinhalb-Stunden-Gang gemacht!




Die erste Hälfte mit viel Gegenwind, Graupel- und Schneeschauern.
Kalt war´s auch.




Dann am "Gasthof Schamaika", wo´s auf´m Radweg anner  Teufelsmoorstraße weiter nach links geht,
wurde das Wetter besser: Der Himmel bläute ...




Wer mit dem Teufel Suppe essen will, braucht einen langen Löffel.



Königswetter zum Schluß, wunderbarer Gang, dann Nudeln mit scharfer Soße.




6. April




Tja, ich weiß auch nicht, was man davon halten kann. Laschet mal fragen? Ach, nö ..












War einmal ein Revoluzzer, im Zivilstand Lampenputzer.
Ging im Revoluzzerschritt mit den Revoluzzern mit.
Und er schrie: Ich revolüzze!
Und die Revoluzzermütze schob er auf das linke Ohr.
Kam sich höchst gefährlich vor.





Na, was ist denn das hier?
Wer will den Publikums-Joker verbrauchen?
Kleiner Tipp vom Moderator: 
Gut, dass mein Handy nicht reingeplumst ist ...





Und zu wissen, dass ein Schlaf das Herzweh und die tausend Stöße endet, 
die unser´s Fleisches Erbteil, ist ein Ziel, auf´s Innigste zu wünschen.

(Hamlet)






Der Prototyp eines Fensters, so war´s gedacht, so issis schön, wunderschön.




Im Wald, da sind die Räuber. Ah geh, in Fahrenhorst doch nicht,
 da issis richtig romantisch ...








Mal wieder in der Stadtbibliothek gewesen, gestöbert, irgendein Kunstbuch gefunden, aufgeschlagen und gestaunt!
Rotkäppchen und der Wolf. Ist doch phantastisch, oder nicht, Rita ...









Also gut, dass man ein diffuses Empfinden hat, diese Impfchose könnte etwas zielorientierter ablaufen, und Laschet wohl ein netter Mann aber kein probater Kanzler ist, und dassis viel Energie kostet sich darauf zu konzentrieren, sich eben nicht auf das Pandemische zu konzentrieren, ist schon klar. Und Gedanken, wo die Leute wohl mit ihren neuen Haustieren bleiben, wenn´s wieder ins Fitnessstudio und in den Skiurlaub geht, bringen auch nix. Aber der Irrsinn holt einen immer wieder ein. Zum Beispiel stutzten wir letztens im Gartencenter über den Preis einer mittleren Schusterpalme: 49 bis 79 Euro. Aha. Dann schlug Hiob weiter drauf: Wildblumen (für unseren Balkon) sind versandmäßig nicht zu bekommen, ausverkauft. Gestern versuchten wir, an diese niedlichen fleischfressenden Pflänzchen (Sonnentau, Venusfliegenfalle) zu kommen. Da hatten wir die Anregung gekriegt, mit ein paar dieser Räuber auf der Küchenfensterbank die bald wieder auf der Bildfläche erscheinenden Obstfliegen unter Kontrolle zu halten. Wäre einen amüsanten Versuch doch wert - aber nix zu kriegen, ausverkauft. Jede Welle bringt ihren eigenen Kompensationsschwachsinn mit sich. Zuerst rannten sie zu Tausenden durch die Landschaft, dann räumten sie die Tierheime und Welpenhändlerkofferräume aus, jetzt werden Gärtnereien geplündert. Naja, mit den Kamelen Humor und Geduld soll man bekanntlich durch jede Wüste kommen. Schau´n wir mal ...






In Bassum gewesen, Barf-Shop, vier Wochen braucht Cleo sich keine Sorgen um ihre Ernährung zu machen:
Rind durchwachsen, Rinderzunge, Pute, Hirsch, Entenrücken gewolft, Rinderinnereien-Mix und Pansen.





Und hier noch was Appetitlicheres: Storchenversammlung bei Rotenburg (Wümme). Macht Hoffnung ...










Na, wer kommt denn da? Ist das nicht Laschet? 
Ist der eigentlich schon geimpft?


Nun geht sie bald los, die Spargelzeit. Wir empfinden uns ja nicht als Brauchtumsfuzzis, aber beim Spargel halten wir die Tradition schon hoch. Niemals welcher, der unter beheizten Bedingungen den Himmel erblickt hat, immer nur welcher aus der Region, niemals vom Discounter, frisch und ungeschält, Kilopreis zwischen acht und 10 Euro. Mit neuen Kartoffeln, viel Butter und käseüberbacken. Weder mit gewürfeltem Schinken, noch mit Putenschnitzel oder ähnlichem Unfug. Spargel ist als Hauptgericht gedacht, nicht als Beilage. Und da wären wir wieder bei Laschet ...








Ich werd´ meinen Therapeuten mal fragen, warum ein erwachsener Mensch das Bedürfnis verspürt, sich irgendwo auf den Boden zu legen, seinen Hund neben sich, auf Augenhöhe mit Maulwurfshügeln, Gänseblümchen und Ameisen. 
Aber was wissen Therapeuten schon vom richtigen Leben ...






Mittwoch, Südarm, Seelachs, dann Frisör.

Den Termin vorgezogen. Glück gehabt, eine Kundin kurzfristig verhindert, also nichts wie hin, solange die Schere noch warm ist.

Das kakaduähnliche Erscheinungsbild nach dem Aufstehen, die augenbrauenbedingte ostentative Verwechslung mit Martin Walser seitens meiner Frau, nein, das hält kein echter Mann auf Dauer aus. Ausserdem gab´s ja Stoff. Gesprächsstoff. Meine Frisörin hat Standpunkte, sogar ihre eigenen, das erfrischt besser als jede Cola.

Also, eröffnete ich das Match, da ham die CDU und die Grünen ja treffsicher den jeweils falschen Kandidaten in den Ring gestellt, oder? Der Laschet erinnert mich an einen alternden Clown, den Roncalli nicht mehr haben wollte. Da hadder sich gesagt: Gut, dann versuch ich´s mal als Kanzler ...

Meine Frisörin protestierte: Dieser Söder gefällt mir aber auch nicht, so ein Machtmensch wie der, allein seine Erscheinung und dieser Gang. Und sie marschierte mit der Schere in der Rechten stocksteif, übertrieben aufrecht und mit lauten Schritten durch den Laden, einmal rum um´s Haarwaschbecken. So geht der ...

Und die Grünen? Mit der Baerbock, dieser pausbäckigen Langzeitstudentin? Wenn der Habeck im Wickelrock gekommen wäre, dann hätten sie den genommen, retournierte ich. Da wurde doch in beiden Parteien ideologisch entschieden, ohne Sinn und Vernunft.

Ich musste mit der Linken die FFP2 im Gesicht halten, während das Ohr ausgeschlauft war, um der Maschine Platz zu machen. Das mag alles sein, aber wenn wir die Umwelt noch retten wollen, dann geht das nur mit den Grünen, erklärte mir meine Frisörin, den anderen Parteien geht´s doch nur um die Wirtschaft.

Vielleicht, kann sein, aber wenn wir die Wirtschaft am Laufen halten wollen, dann geht das nur ohne die Grünen, ulkte ich.

Kurz genug oben? Na, büschen kürzer noch, wird doch Sommer.






Ich möchte mich ungern auf eine Hypothese festlegen, 
bevor nicht alle Prämissen geklärt sind.







22ster April, Cleo ist morgens am Unisee-Strand mit anderen Hunden gesaust. Sie rast dann vorweg, schlägt Haken. Ein Husky lief mit, und wie das häufig vorkommt, zwickt der Größere dem Kleineren büschen in den Rücken, vielleicht um ihn zu bremsen oder Dominanz zu zeigen. Cleo läßt dieses Gehabe unbeeindruckt, die rast weiter. Der Husky gestern hat nun etwas fester gezwickt. Auch das hat Cleo nicht nachhaltig beeindruckt, da hat sie ein dickes Fell ...

Da Hundebisse immer sehr keimreich sind und schlimme Entzündungen nach sich ziehen können, sind wir auf Nummer Sicher gegangen, also hat Frauli die Tierärztin mal draufkucken lassen. Die hat dann auch gründlich gesäubert, den Gegenbiss gesucht und gefunden, zwei Klammern gesetzt, Antibiotikaspritze gegeben. Keine bedrohliche Angelegenheit, aber nun sind wir beruhigt und das ist wichtig.





Sieht hier auf dem Foto dramatischer aus, 
als es ist, inner Woche wird´s abgeheilt sein.







Wieder am Südarm gewesen, sonniger Nachmittag, das kleine Wehr macht auf Niagarafälle, fast keine Menschen weit und breit, den Refrain aus einem Lied vergangener Zeiten von Ulla Meinecke ohrwurmhaft im Kopf gehabt:

New York, wenn die Kohle reicht,
Gesang und Ballett vielleicht ...

Gibt´s in New York einen Südarm, ein kleines Wehr, fast keine Menschen? Nö? Gut, dann bleib ich hier!


Cleo hat übrigens vorgestern auf der Tierarztwaage 24,2 kg gewogen.






Juchhu, ham Post gekriegt, sind dran, den Impftermin selbst online festmachen, Uhrzeit aussuchen, macht echt Spaß!

Nächste Woche gehn wir beide hin, zur selben Zeit, gleich früh, anschließend langer Gang mit Cleo, wunderbar!

Astrazeneca wird verbraucht, gerne, rein damit. Und die Thrombosegefahr? Vorhin gelesen: Herzmuskelentzündung durch Biontech. Tja, einen Tod muss man sterben (der Spruch passt ja wie die Faust auf´s Auge, hahaha). Ich bin kein großer Realist, nö, auch kein erwähnenswerter Mathematiker. Aber der Begriff "Wahrscheinlichkeitsrechnung" ist mir bekannt, schon. 

Am Mittwoch fahr´n wir zu IKEA. Die alten Sofakissenbezüge sind verschlissen. Da gibt´s schöne in guter Auswahl, Baumwolle 100%, mit acht Euro ist man dabei. Und was das Beste ist: Man braucht einen Termin, online schnell gemacht, zack, da kriegt so ein Kissenbezug gleich mehr Gewicht! Die Gefahr dieser Unternehmung liegt in der räumlichen Nähe zum Lindt-Outlet-Shop, Schokolade-Delikatessen zum Schleuderpreis, Mengenrabatte als Landebahn in den Ruin, finanziell wie diabetisch. Egal, jeder Tag kann der letzte sein ...






Dies ist Cara. 
Cara kommt demnächst in den 5. Lebensmonat.

Ab und an bekommen wir ja ein feedback gemailt. Dann ist jemand auf unseren Blog gestoßen, natürlich jemand mit Entlebucher neben sich, der findet dann Cleo´s Leben ganz interessant und teilt uns das auf nette Weise mit. Das freut uns! Vielleicht sind wir von öffentlicher Anerkennung nicht ganz so abhängig wie dieser blonde Depp - wie heißt der noch ... ach, ja, Gottschalk, Thomas Gottschalk, aber wie gesagt, es freut uns schon.


Und so ham wir jetzt eine neue Internetfreundin aus dem Harz: Cara!
Cara´s Frauchen ist natürlich auch eine Bereicherung 😉.









Montag, 1. März 2021

Im Märzen der Bauer ...

 




Ein wichtiger Monat. Jetzt gibt´s kein Zurück mehr. 





Heute versucht, den Warwer Sand zu finden. Hat geklappt.




Insgesamt zweieinhalb Stunden durch Wald und an Wiesen lang gewandert. 
Auf dem Heimweg im Haupt-Barfshop in Bassum für die nächsten zwei Wochen eingekauft:
Barfgold, ruhig mal googeln.




Der König der Pfadfinder vergewissert sich: 
Wo parkt das Auto nochmal? Diese Maps-Funktion ist manchmal Gold wert ...







Neues Gebiet ausprobiert:
Der ehemalige Truppenübungsplatz Garlstedt bei Schwanewede.
Ziemlich weiträumig, schönste Natur haben die Panzer da zurückgelassen.
 Wir waren drei Stunden unterwegs, man könnte wohl noch zwei Stunden länger dort rumwandern.





Scheint wildreich zu sein, wenn man Cleo´s Nasenaktivitäten und die Rottenwühlereien an den Wegensrändern so bewertet.
Da ist Leine angesagt, leider, wird Cleo trotzdem Spaß machen.




Dann ham wir noch die Heidhofer Teiche gesucht - gefunden.

Bevor wir wieder am Parkplatz Schmidts Kiefern ankamen, durfte sich unser kleiner dicker schwarzer Hund die aufgestaute Energie aus den Beinen sausen, huiiiiii.







9ter März, der Winter ist zurück.
Wir nehmen das mal kommentarlos zur Kenntnis ...








Es geht um´s Geld. Es geht um´s Kleingeld. Wohin mit den Centstücken bis zur 50er Münze? 
Sammeln sich im Geldbörslein täglich an, werden mehr und mehr - und dann?

Dann hat man am Kopf der Schlange vor der Kasse wieder mal so ein Kasperle beiderlei Geschlechts, das versucht, seine Rechnung in Cent zu begleichen. Steht da, wühlt und wühlt, wühlt immer noch, die Kassiererin täuscht Geduld vor, die Leute inner Schlange trippeln im Geiste von links nach rechts (auch politisch), wechseln das Standbein, verleiern die Augen, brummen ihr Mißfallen in die medizinische Maske. Während Kasperle unbeeindruckt weiter wühlt. Und dann: Ah, schade, es reicht doch nicht, bitte mit Karte.

In solchen Situationen werden Amokläufer geboren. Auch ich, oder besonders ich, trage seit Längerem die Idee einer aufblasbaren Axt mit mir herum, immer parat im Jutesack, zehn kräftige Atemstöße und die Sache geht ihren grausligen Gang.

Um nun die obligatorischen fünfzehn Jahre Gefängnis zu vermeiden, haben wir auf dem Regal im Flur ein selbstgetöpfertes Döschen mit Deckel stehen. In dieses kunstschwangere Gefäß kommt jeden oder jeden zweiten Abend, was das Portemanaie schwer macht: Das Kleingeld. Durchschnittlich alle fünf Wochen ist besagtes Döslein voll bis der Deckel wackelt. Dann wird die Münzsammlung behutsam in eine Hundekottüte geschüttet, eine unbenutzte natürlich, und ab zur Bankfiliale, denn dort wohnt der EC-Automat mit Münzeinwurffunktion, tolle Sache! Rein damit, Ratterratter, Pause, nochmal ein letztes, sich kurz aufbäumendes Rattern, ein Beleg schiebt sich summend in den Vordergrund, und man hat echt was für die innere Ausgeglichenheit seiner Mitmenschen im Supermarkt getan. Das ist schön, Rabatt für den Anwalt vor dem Jüngsten Gericht, wenn´s soweit ist.






Oft schließen Frauchen und ich dann noch eine Wette ab: Wieviel wird´s diesmal sein?
Heute tippte ich auf 20 Euro, meine Gattin auf 24.





Eine derart knappe Niederlage schmerzt mich immer wieder. Manchmal dauert es Tage,
 um der drohenden Depression vom Löffel zu huschen.









Nach der erfolgreichen Finanztransaktion endlich mit Cleo an den Unisee! 

Cleo kann spielen. Betonung liegt auf kann. Wenn man unter Spielen eine zweckfreie soziale Interaktion, die allen Beteiligten gleichermaßen Spaß macht, versteht, dann können das viele Hunde nicht. Mischen sich in so einen Ablauf Dominanzgehabe, Unterwerfungsversuche oder sexuelle Absichten, dann issis nicht mehr zweckfrei und macht sicher nicht immer allen gleichviel Freude.
Allerdings ist das bei Menschen so beliebte "Spielenlassen" für die Hunde selbst häufig nicht so erfrischend wie erhofft. Ein Dutzend Hunde jeglicher Größe, jeglichen Alters, jeglicher Persönlichkeit toben, raufen, rennen sich selbst überlassen lange Zeit am Sandstrand, einige ziehen Schleppleinen hinter sich her, andere haben lange Stöcker im Maul, Hündinnen werden massiv von Rüden belästigt, Welpen und kleine Hunde werden überrannt oder geradezu untergepflügt, hier und da mal eine Beißerei usw. 

 Aber man kann sich dabei wunderbar über den letzten Urlaub, das letzte Familientreffen, den letzten Pizzeriabesuch oder den eigenen Mann, der ist auch meistens das Letzte, austauschen, ohne sich um seinen Hund kümmern zu müssen. 






Ich will bei aller Arroganz und Böswilligkeit nicht vertuschen, dass unser kleiner dicker schwarzer Hund trotz seiner Spielkunst nicht unproblematisch ist auf den Jahrmärkten der Welt.

Der geneigte Leser dieses Blogs wird sicherlich längst erfahren haben, dass Cleo kein ruhiger Hund ist. Cleo hat Nerven. Ein Vergleich mit den oft, zu oft schon bemühten Drahtseilen passt hier überhaupt nicht. Cleo´s Nerven gleichen eher den Saiten einer Stradivari aus dem 17. Jahrhundert. Ein falscher Griff, nicht unbedingt grobmotorischer Natur, nein, ein leichtes Verkanten beim Aufsetzen des Ringfingers reicht schon aus, um dem himmlischen Instrument ein Aufjaulen, für jedes Ohr menschlichen Ursprungs unerträglich schmerzhaft, zu entreißen.

Mit anderen Worten: Cleo fährt schnell hoch. Wir treffen beispielsweise in der gut frequentierten kleinen Sandkuhle im hinteren Bereich der Uniwildnis auf eine Gruppe von Hunden mit Menschen. Sagen wir acht Hunde spielen miteinander. D.h. zwei graben gemeinsam ein Loch, zwei streiten sich um ein Stöckchen, einer liegt auf der Seite und döst, einer umkreist das Gebiet, zwei werden von ihren Frauchens bespaßt. Es ist also Bewegung in der Sache, aber kein Chaos. Dann kommt Cleo dazu. Begrüßt alle recht freudig, recht forsch, ungestüm. In kürzester Zeit ist viel Unruhe aufgekommen. Cleo rast rum, die annern hinter ihr her. Meistens sind ein, zwei interessierte Rüden dabei, die muss sie abwehren, dann will sie das Stöckchen der anderen beiden haben und dass der eine Liegende seine Ruhe haben will, passt ihr gar nicht. Es bleibt friedlich, Cleo ist noch nie in eine ernsthafte Auseinandersetzung gekommen, sie kriegt da immer die Kurve. Aber die im Grunde von ihr selbst hochgefahrene Situation überfordert sie dann auch, sie wird hektisch, bellt viel. Natürlich kennen wir unseren Hund, wissen was kommt und bremsen rechtzeitig, oder gehn weiter. 

Es gibt auch Momente und Situationen, da ist sie anders, ruhiger, entspannter. In der Wohnung, im Auto ist sie als Vorzeigehund einsetzbar. Letztens kam der Typ mit der Leiter, um auf dem Flur den Rauchmelder zu tauschen. Cleo lag vier Schritte entfernt im Körbchen und hat den Kopf nicht mal gehoben. Auch im geparkten Auto sitzt oder liegt sie und ihr ist vollkommen gleichgültig, ob da jemand vorbeigeht oder reinkuckt. Mit Cleo durch die Waschstraße ist die reine Freude. Feuerwerk, durch die Schallmauer brechende Jets - na und? Es ist einfach so: Jeder Hund ist anders, hat seine Stärken und Schwächen. Ursachenforschung hat schon bei Sigmund Freud wenig gebracht. Ich will auch nicht wissen, wer ich bin. Man holt seinen Hund dort ab, wo er steht und macht das Beste draus.

Vor einiger Zeit hab ich durch Thomas Baumann (Hundetrainer, Buchautor, guter Mann) begriffen, dass diese weitverbreitete Pauschalweisheit: Nervöser Hund = unausgelasteter Hund, so simpel nicht ist. Wer also meint, seinen affektgeladenen, schnell hochfahrenden Hund durch exzessives Bespaßen, Beschäftigen oder Bällchenschmeißen zu einem entspannten, gelassenen Vertreter seiner Art ummodeln zu können, der hat gute Chancen, alles zu verschlimmern. Ein körperlich erschöpfter Hund ist etwas ganz anderes als ein innerlich ausgeglichener, ruhiger, gelassener Hund. Für einen wirklich unterforderten Hund, der sein Leben auf dem Sofa oder im Zwinger verbringt und deshalb massiv unausgeglichen ist, wird viel bewegen, beschäftigen, vielleicht auch Bällchenschmeißen sicher hilfreich sein. Für den reizüberflutungsanfälligen Hund ist das eher kontraproduktiv, der braucht Stabilität und Ruhe - autogenes Training wäre gut, hahaha.






Tja, ich weiß auch nicht. Die einen sagen so, die annern sagen so.
Und im Licht am Ende des Tunnels winken Oma und Elvis.






In der Novelle von Theodor Storm, "Der Schimmelreiter", plant der neue Deichgraf Hauke Haien eine Eindeichung. Die Tradition fordert, dass im neuen Deich etwas Lebendiges begraben sein muss, üblicherweise ein Hund.

 Hauke weist diesen Aberglauben - gegen die Stimmung der ihm ohnehin distanziert gegenüberstehenden Dorfbewohner - strikt zurück!

Leider geht sein Verständnis der moralischen Verantwortung recht weit. So stürzt er sich während der großen Flut auf seinem Schimmel mit den Worten „Herr, nimm mich, verschon´ die anderen!“ ins Meer.


Wir müssen das Reclam-Heftlein vielleicht mal wieder lesen, nach fünfzig Jahren. Die Schule versaut einem ja oft die Lust an Literatur. Wenn ich da an meinen derzeitigen Deutschlehrer denke, kommt mir das Frühstück hoch. Ein untersetzter kleiner Mann mit Halbglatze und Brille, brauner Alkoholiker, eng mit Lale Andersen befreundet ...






Der linke Simmerring am Getriebe undicht, die Dichtungen im Spültischsiphon in Auflösung begriffen, der Rauchmelder macht sein eigenes Ding. Ich weiß, es gibt Schlimmeres. Zum Beispiel in der Nähe eines Gebrauchtwagenverkäufers einatmen zu müssen, klar.

Drei hartgekochte Eier von Hühnern der glücklichsten Art, Spreelinge Gewürzgurken, getoastetes Brot, selbstgebacken, mit feinster Süßrahmbutter, ein kleines Gläschen First-Class-Anchovis. Es gibt Bedeutenderes, weiß ich doch. Zum Beispiel einen kleinen stolzen, durch Katzenschnupfen fast blinden Kater gerade noch vor dem Überfahrenwerden zu retten und im Tierheim die Zusage zu hören: Den kriegen wir wieder hin.






"Also, Cleo, die Bugwelle ist die Welle, die ein schwimmendes Objekt, das sich im Wasser fortbewegt, vor sich her schiebt. Sie entsteht durch die Verdrängung von Wasser und bewegt sich mit der Geschwindigkeit des Objekts. Neben der Bugwelle bilden sich innerhalb des Bugkeils kreisförmige Wellen und im Kielwasser eine Heckwelle".









In bunten Bildern wenig Klarheit, viel Irrtum, und ein Fünkchen Wahrheit.




Am Meer, am wüsten, nächtlichen Meer,
steht ein Jüngling-Mann.
Die Brust voller Wehmut, das Haupt voll Zweifel,
und mit düstern Lippen fragt er die Wogen:
"Oh, löst mir das Rätsel des Lebens,
das qualvoll uralte Rätsel ...

(Heinrich Heine, lustiger Typ)




"Ostern kommt", sagte der kleine Tiger.
 Aber der kleine Bär träumte sich weg und machte allen eine lange Nase ...






Ham uns neuen Gemüsehobel gekauft, ein Wahnsinnsteil!
Mit V-Klinge und Sicherheitshalter.



Hier ein passendes Rezept dazu:

600-800 g Kartoffeln, mehligkochend, mit der größten Einstellung, halber Zentimeter, weghobeln.
Zwei Auberginen in kinderfingerdicke Scheiben schneiden und in Olivenöl kurz und kräftig anbraten.
Kleine Zwiebel und zwei Knobizehen fein würfeln, in büschen Olivenöl anschwitzen. Dann zwei kleine Dosen Bio-Tomaten, geschnitten, dazugeben und ne Viertelstunde köcheln lassen.
Eine Packung Feta kleinbrechen, für später.
Auflaufform leicht einölen, Backofen auf 180 Grad aufheizen.
Als unterste Schicht die Hälfte der gehobelten Kartoffeln kunstvoll einschichten. Die Hälfte der Tomatensoße drüber verteilen.
Jetzt die angebratenen Auberginenscheiben einstapeln, dann den Feta drüber.
Zum Schluß die zweite Hälfte der Kartoffelscheibchen einschichten, paar Tropfen Olivenöl drauf und ab in den Ofen. Gewürzt wird alles separat mit Salz und Pfeffer.
Nach 30 Minuten mal reinpieken, wenn die Kartoffeln al dente sind - raus damit. Saulecker!






Johann, fahren Sie langsam, ich habe es eilig!




Eine Pause ist die kurze Unterbrechung einer Tätigkeit, die der Erholung dienen soll.




Na also, geht doch ...