Montag, 3. November 2025

November

 



Mit Sophie in die Pilze gegangen. Einmal fanden wir einen, den gab es nicht.
(Günter Grass)





Ausgiebigen Gang durch die Syker Wälder gemacht, sehr romantisch, viel Stille, nur das trockene Laub raschelt unter den Schuhen. Jetzt ist der kleine dicke schwarze Hund müde und für uns ist der Buchweizenauflauf im Ofen, sehr lecker, solltet ihr mal probieren, aber als Einladung issis nicht gedacht ...




"Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende".
(Oscar Wilde)




Also gut: Es ist recht kühl geworden, heute Morgen Minus 4 Grad, das ist ja schon mal was. Der Skoda ist anstandslos über´n TÜV gerauscht, ein wirklich gutes Auto, muss ich schon sagen.
Und da die Werkstatt, es gibt nur noch selten kleine, gute und faire Stätten und die musste erstmal finden, in Lilienthal 20 km von Bremen entfernt liegt und wir keine zwei Autos mehr haben, muss ich da irgendwie zurück- und wieder hinkommen. Was bleibt sinnvollerweise? Genau, die Öffentlichen, die Linie 4. Hab´ mir die BOB-App ("Bequem ohne Bargeld") runtergeladen, angemeldet, einen Nachmittag in die Materie eingestiegen, bei alten Leute dauert das seine Zeit, und dann ging´s los. Tour mit der App planen, vor Fahrtantritt in Ruhe buchen, der Fahrpreis (in meinem Fall 4 Euro pro Fahrt) wird Ende des Monats abgebucht. Dann auf die Tram warten und rein in die Kiste auf Schienen. Ich bin vor sagen wir 55 Jahren das letzte Mal Straßenbahn gefahren und war gespannt. Fazit: Durchaus in Sonderfällen eine Alternative zur Taxe, geht zügig voran und man braucht sich um nix zu kümmern, hat Spaß gemacht. Die Tour am Nachmittag zum Abholen des Automobiles lag nun in der Feierabendzeit, es war gerammelt voll, Stehplatz, eingepfercht unter vielen sonderbaren Artgenossen, etwas ungewohnt die Situation für einen Misanthropen, aber eine Erfahrung wert. Nun gut.

Cleo ist voll drauf, sie mag als Schweizer den Winter, da gibt´s offensichtlich besonders viel zu schnüffeln und sie hat große Lust auf Sausen, huiiii !

Die Kohlzeit ist angelaufen, das freut uns. Geschmorter Weißkohl mit Bratkartoffeln, Spitzkohlauflauf mit reichlich Käse überbacken, Blumenkohlröschen mit Backofenkartoffeln, Broccoliauflauf mit Kartoffeln, Tomatenstückchen aus der Biodose, Becher saure Sahne und wieder mit reichlich Gouda überbacken. Demnächst mach ich Seelachs mit Grünkohl und Püree.




Das neue 84 Liter-Becken fährt sich ein. Zwei Gelbe Napfschnecken sind gestern eingezogen, nächste Wochen kommen fünf Amanogarnelen dazu, die Erzfeinde der Grünalgen (ham wir noch nicht, aber kommen wohl noch, natürlicher Ablauf). Unserem Lieblingsverkäufer von Stanze Aquaristik in Hannover das aktuelle Vorhaben gemailt und ein Borelli Opal-Weibchen  plus einen Schwarm Funkensalmler bestellt. Das Borelli-Männchen nehmen wir aus dem großen Becken, ist ihm dort wohl doch mit den vielen äußerst lebhaften Salmlern büschen zu hektisch. Dann fahren wir in zwei, drei Wochen nach Hannover und holen unsere Fische ab. Dieses Hobby ist aufregend, macht viel Freude, auch Arbeit, aber das ist ja das Hobby, sonst könnte man sich ein Aquariumposter an die Wand nageln.




Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu geh´n,
was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Zigarette
und ein letztes Glas im Steh´n ...



Restschnee am Deich








Mittwoch, 1. Oktober 2025

Oktober

 




Vergiss auch diese letzten Astern nicht,
den Purpur um die Ranken wilder Reben.
Und auch was übrig blieb von grünem Leben,
verwinde leicht im herbstlichen Gesicht.

(Stefan George)




Heute Morgen zum erstenmal Eis kratzen müssen. Und es dauerte auch seine Zeit, bis der Skoda im Innersten entfeuchtet war. Allerdings geht das mit der Climatronic schon recht rasch.
Ansonsten sind jetzt die Federbetten drauf (Totrupf, natürlich, ich möchte das betonen), die Socken mit Wollanteil nach vorne in der Schublade geholt, die Sommerjacken eingemottet und meine gute alte Kaschmirmütze kommt zum Einsatz. Herbst ist schön!





Wir liebäugelten ja schon länger mit einem zweiten Aquarium. Die Idee ist, Apistogramma Borelli zu züchten. Ein Pärchen dieser wunderschönen kleinen Buntbarsche in Gesellschaft mit einem Schwarm (12 Stück) der recht kleinbleibenden  leuchtend roten Funkensalmler.
Naja, nun ham wir´s und jetzt geht´s wieder los, zwei Monate Einfahrphase. Mal kucken, ob wir aus gemachten Erfahrungen was gelernt haben. Demnächst kommen die Pflanzen rein. Viele, damit die Algen Konkurrenz haben. Dann den weiteren biologischen Verlauf abwarten. Wenn alles gut läuft sind zu Weihnachten die Barsche drin!











Einer kam durch ... Und das ist diesmal nicht Hardy Krüger.
Die Brilliantsalmler sind ja des öfteren am Rumbalzen, wie oft da abgelaicht wird, kriegen wir natürlich nicht mit.
Und selbst wenn sich Larven entwickeln, und bis zu einer Fischleingröße von unter einem Zentimeter, wird sicherlich von den annern 30 jagdlich ambitionierten Salmlern alles weggefressen.
Aber hin und wieder, bei uns issis das dritte Mal, kommt eben einer durch. Und dann freuen wir uns wie die Stinte und umsorgen ihn mit Extraportionen frischer, winzigkleiner Artemia-Nauplien und sonstigen Leckereien.
In der aktuellen Größe droht dem Brilli-Neuling keine Gefahr mehr.







Montag, 1. September 2025

September

 


Am 1. September ist der meteorologische Herbstanfang. Bis zum 30. November ist dann Herbst.
Der kalendarische Herbstanfang ist dieses Jahr am 22. September. Das ist der Tag, 
an dem Tag und Nacht genau gleich lang sind.





Der Bundeskanzler hält den Sozialstaat für nicht mehr finanzierbar, ein Stück unserer Biobutter kostet 3,49 Euro. 
Wir leben von der Wand in den Mund. Erst letzte Woche mussten wir wieder einen "van Gogh" verkaufen ...




Stolz und Vorurteil
(an Jane Austen gedacht)




Cleo formatfüllend




Unsere "Waterworld" in der aktuellen Ansicht.
Auch wenn wir mit der Grundeinrichtung sehr zufrieden sind, ändert sich doch alle paar Wochen was. Denn das Düngekonzept schlägt voll zu: Die Pflanzen wachsen wie verrückt, einige etwas langsamer als andere, aber mindestens jede Woche beim obligatorischen 50-l-Wasserwechsel muss gegärtnert werden. Sonst wäre das Becken in kurzer Zeit zugewachsen. 
Was in einem Amazonasseitenarm wunderbar natürlich rüberkommt, weil´s eben natürlich ist, würde in der Begrenztheit eines Aquariums schnell im Chaos enden, für alle Beteiligten. Es muss also büschen Rumkultiviert werden, aber macht ja auch Spaß.





Freitag, 1. August 2025

August

 




Cleo ist nun gut neuneinhalb Jahre alt. Immerhin. Langsam werden die braunen Anteile im äußeren Erscheinungsbild heller. Die Augen sind klar, der Blick ist unbestechlich, sie weiß was sie will ... und was sie nicht will.







So, nun zu unseren Tauben. Sehr interessant. Tauben sind anders als Hunde ...

Nach dem Schlüpfen der zwei Taubenkinder blieben die Eltern (tagsüber der Hahn, nachts die Henne) dauerhaft bei den Sprösslingen. Schichtwechsel war morgens und abends, logisch.






 Als die Küken größer wurden, langsam sowas wie Federn schoben und auch nicht mehr zum Wärmen unter den jeweiligen Elternteil passten, da wurden sie längere Zeit sich selbst überlassen. Die Eltern kamen abwechselnd hauptsächlich zum Füttern. Gefüttert wird mit sehr nahrhafter Kropfmilch, die die Eltern selbst bilden und die von den Küken aktiv aus dem Schlund gefressen wird. Also ganz anders als bspw. bei den Meisen oder Spatzen.




Dann wurden die Küken auch über Nacht allein gelassen. Früh morgens kommt dann einer der Eltern zum Frühstück. Und sie wachsen, zügig nehmen sie an Gewicht und Größe zu. Sie werden auch mobiler, krabbeln rum, erkunden die Welt.

Gestern der erste Schreck: Nur noch ein Küken im Nest, wo war das zweite? Den Balkon abgesucht, nichts gefunden. Dann nach unten vor´s Haus. War das Küken abgestürzt? Furchtbarer Gedanke. Schließlich gehörten die Tauben längst zur Familie. Aber auch unten nichts gefunden, also wieder hoch und nochmal den Balkon absuchen. Und dann fanden wir den kleinen Vermissten. Er war aus dem Blumenkasten gekrabbelt und hockte auf der Balkonbrüstung ganz nah an den großen Kübeln, nicht zu sehen, schwer zu finden.




Auch das Greifen war nicht einfach, schon ziemlich verbaut alles mit Wildblumen in Töpfen, Kästen und Kübeln. Die Küken selbst haben noch keine Angst vor einer menschlichen Hand. Und im Gegensatz zu Rehkitzen und ihren Müttern macht den Tauben so eine kleine Aktion nichts aus.




Unsere Schutzdachkonstruktion leistet gute Dienste. Ob die Küken die pralle Sonne bei 32 Grad (die hatten wir heute gegen 15 Uhr) wegstecken würden? Wir fallen ja in die Kategorie der sentimentalen Spinner, die sich mit der Mitleidslosigkeit der Natur einfach nicht abfinden wollen. Bei Bedarf greifen wir den ach so natürlichen Abläufen ins manchmal grauslige Handwerk. Getreu dem Spruch: Und hab´ ich nur ein Vögelchen zurück ins Nest gelegt, dann hab ich nicht umsonst gelebt.






Und wie geht´s Cleo so? Gut, natürlich. Heute Vormittag guten Gang am Wümmedeich gemacht, dann kam die große Hitze.




Die zwei Bewegungsmuster bei 32,6 Grad im Schatten.




Was passiert da in der Küche?







Den Tauben geht´s gut, sie wachsen wie verrückt, machen die ersten Flatterversuche und dösen im Halbschatten.




Aktuell, also heute, sehen sie schon sehr erwachsen aus: Federkunst.





Cleo kühlt sich ab, pittoresker kleiner Kolk am Wümmedeich.





Seelachs auf Möhren-Kohlrabi-Buttergemüse (natürlich selbstgemacht), 
Petersilie und Drillinge, unglaublich lecker.




Fundsache am Weserdeich







Mittwoch, 2. Juli 2025

Juli




Um den angesagten 34 Graden zumindest im Ansatz zu entgehen, sind wir früh, gegen 6 Uhr, nach Worpswede (Neu-Helgoland, Hamme) losgefahren, noch vor dem Frühstück. Wir spazierten bei 17 Grad los und kamen nach einer Stunde bei 23 Grad wieder am Auto an. War knapp. 






Der Dalai Lama wird 90, wir gratulieren!




Nun hat´s gefühlt wochenlang geregnet, und jetzt kommt der Sommer mit 28 Graden und unerträglicher Schwüle (zumindest für alte Leute, man ist ja keine 60 mehr) zurück. Das ist ja alles wunderbar, wer schwitzt ist noch nicht tot, klar. Man muss sich drauf einstellen, Cleo macht momentan keine Drei-Stunden-Gänge, schwimmt dafür ausgiebig, in den letzten Wochen wieder mal im Unisee, die Hamme fällt in die Schonzeitanleinpflicht bis 15. Juli. Und da hatten wir neulich ein doch freundliches Gespräch mit einem Naturliebhaber. Der beobachtete die Seeadler beim Aufziehen ihrer Jungen, mit Spektiv, so 150 m weg von Cleo´s Badestelle. Wir durften auch mal durchkucken, ist ja wirklich was Besonderes: Seeadler! Naja, er hat ja nicht Unrecht mit den Pflichten während der Schonzeit. Da wollten wir ihm die Freude an den Adlern nicht verderben und schwimmen eben im Unisee, nech.





Auf unserem Wildblumen-Balkon hat ein Ringeltaubenpärchen in einem der äußeren Blumenkästen sein Nest gebaut. Und jetzt brüten sie auf zwei Eiern, das Männchen tagsüber, das Weibchen nachts. Langsam verlieren sie ihre Scheu. Das brütende Männchen blieb sogar eisern sitzen, als wir eine bauliche Ergänzung vornahmen.





Um den Tauben (und später den Jungen) die pralle Sonne des Süd/West-Balkons am Nachmittag und natürlich Regen und andere Unwettererscheinungen zu ersparen, haben wir ein Schutzdach geplant, gebaut und installiert. Falls jetzt was schiefgeht, haben wir zumindest unser Mögliches getan.